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business-on.de Redaktion
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9. Oktober 2020

Bleibt das Online-Glücksspiel auf Wachstumskurs?

Das war in der Vergangenheit so und dürfte sich Schätzungen zufolge bis 2024 nichts ändern. Wer rechnen kann, weiß trotzdem: Irgendwann muss einmal Schluss sein. Denn früher oder später ist der Markt gesättigt. Und tatsächlich spricht einiges dafür, dass dieser Punkt zumindest in Deutschland noch in diesem Jahrzehnt erreicht wird.

Verlangsamtes Wachstum

Auch wenn die Wachstumszahlen des Online-Glücksspiels weiterhin beeindrucken, sind sie schon jetzt weit von den einstigen Rekordwerten entfernt. Um die Jahrtausendwende waren jährliche Wachstumszahlen um die 30% keine Seltenheit. Zuletzt hatte sich das weltweite Wachstum auf Werte im Bereich von 10% eingependelt. Auch wenn 2020 aufgrund des Lockdowns ein Ausreißer sein dürfte, geht der Trend klar nach unten. Allerdings beinhalten die weltweiten Zahlen auch die Erschließung neuer Märkte, die durch Gesetzesänderungen oder technologischen Fortschritt erstmals zugänglich werden. In Deutschland dürfte das Wachstum noch einmal etwas geringer ausfallen.

Verschärfter Wettbewerb unter Online Casinos

Auch das Wettbewerbsklima unter den Casinoanbietern wird immer schärfer. Auch etablierte Online Casinos werden immer wieder von neuen Marken bedrängt, die den Markt für sich erobern wollen. Während die ersten Online Casinos auf ein möglichst breites Publikum abzielten, sind Spielauswahl und Design der neuen Plattformen immer mehr auf bestimmte Zielgruppen ausgerichtet. Zudem bietet praktisch jedes Portal einen eigenen Casino Bonus wie zum Beispiel Freispiele oder andere Formen von Willkommensbonus. Dabei werden immer höhere Beträge ausgelobt, was auf intensive Konkurrenz hinweist. Eine Ursache hierfür dürfte der geringere Zuwachs an neuen Online-Spielern darstellen. Die Casinos sind daher immer mehr darauf angewiesen, die bestehenden Nutzer an sich zu binden beziehungsweise Kunden von anderen Portalen abzuwerben.

Zunehmende Regulierung

Bislang herrschte unter den Online Casinos in Deutschland eine Art Wild-West-Stimmung. Viele Plattformen operierten gegen den Willen der deutschen Behörden und verwiesen auf das Recht der Europäischen Union, das ihre Aktivitäten in Deutschland billigte. Versuche, eine bessere Regulierung der Casinos zu erreichen, scheiterten an Differenzen zwischen den einzelnen Bundesländern. Diese Situation dürfte nächstes Jahr ein Ende haben, wenn der bisherige Glücksspielstaatsvertrag durch eine Neuregelung ersetzt wird. Dann werden Online Casinos zwar erstmals in ganz Deutschland mit einer Lizenz der Bundesländer erlaubt. Allerdings sind daran auch zahlreiche Bedingungen geknüpft, welche die Umsätze der Casinos gefährden könnten. Dazu gehören beispielsweise Einsatzgrenzen an Spielautomaten und eine zentrale Datenbank, in der Informationen über alle Spieler gespeichert werden. Im positiven Sinne könnte diese Regelung einen besseren Spielerschutz und damit weniger Umsätze durch Problemspieler zur Folge haben. Als Gefahr sieht die Branche hingegen die Abwanderung von Kunden hin zu illegalen Angebote, wo keine solchen Einschränkungen herrschen. Das könnte dem Wachstum einen Dämpfer verpassen – oder sogar zu einem Umsatzrückgang in der Branche führen.

Die Beschäftigten der Casinoanbieter müssen sich wohl auf absehbare Zeit keine Sorgen um ihren Arbeitsplatz machen. Trotzdem ist der Höhepunkt des Wachstums in der Branche bereits überschritten. Was die Geschäftszahlen angeht, dürften Online-Casinos daher bald ein etablierter Wirtschaftszweig wie jeder andere sein.

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