Personal·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
6. Dezember 2017

Recruiting-Trends 2017: Dem Fachkräftemangel entgegenwirken

Bildrechte: Flickr Manon a Job Interview Amtec Staffing CC BY-SA 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

Fachkräftemangel hat Auswirkungen auf Wirtschaftswachstum

Das Basler Forschungsinstitut Prognos hat neue Zahlen zum Fachkräftemangel veröffentlicht, die zeigen, wie weit Angebot und Nachfrage in der Bundesrepublik auseinanderklaffen. Laut deren statistischen Auswertungen könnten bis zum Jahr 2030 rund 3 Millionen Fachkräfte fehlen, 10 Jahre später schon mehr als 3,3 Millionen. Dieser Mangel an Fachkräften dürfte das Wirtschaftswachstum erheblich bremsen.

Die Analysten des Forschungsinstituts sehen den Hauptgrund für den wachsenden Fachkräftemangel in der Überalterung der Gesellschaft. Die Zahl der Menschen im arbeitsfähigen Alter werde bis 2040 um rund ein Zehntel sinken, nach und nach scheiden zudem die geburtenstarken Jahrgänge aus dem Berufsleben aus. Auch die Digitalisierung und der technische Fortschritt wirken sich auf den Arbeitsmarkt aus. So schätzen die Forscher des Prognos-Instituts, dass künftig nicht nur viele Überwachungs- und Sicherheitstätigkeiten wegfallen, sondern auch Berufe in der Logistikbranche wie beispielsweise Lastwagenfahrer oder Packer würden eine immer geringere Rolle spielen oder gänzlich verschwinden.

Um den Fachkräftemangel abzufedern, können zum einen qualifizierte Flüchtlinge in Unternehmen integriert werden. Viele Arbeitsgeber schrecken jedoch nicht nur aufgrund möglicher kultureller Unterschiede davor zurück, sondern auch, weil die Rechtslage oftmals unklar ist und es bürokratische Hürden gibt. Mit der Veröffentlichung ihres Buches Flüchtlinge im Unternehmen möchten die Autoren Thomas Batsching und Tim Riedel Unklarheiten aufdecken und interessierten Unternehmen einen praxisorientierten Leitfaden zu diesem Themenbereich bieten.

Studie untersucht Lage auf HR-Markt

Der Gewinn von Flüchtlingen als Personal ist einer der aktuellen Recruiting-Trends, wie die Studie RecruitingTrends 2017 vom Staufenbiel Institut und Kienbaum (hier als PDF einsehbar) zeigt. Um die aktuelle Lage auf dem HR-Markt zu untersuchen, haben knapp 300 Unternehmen, die insgesamt mehr als 5,4 Millionen Mitarbeiter beschäftigen, an der Online-Befragung teilgenommen. In Bezug auf das Recruiting von qualifizierten Flüchtlingen gab nur 1 Prozent der befragten Unternehmen an, dass sie bereits jetzt in großem Maße auf die Rekrutierung solcher Fachkräfte setzen. 19 Prozent setzen jedoch zumindest vereinzelt auf die Integration von Flüchtlingen. 40 Prozent planen sie zumindest oder würden sie nutzen, wenn die rechtlichen Rahmenbedingungen besser wären. Zusammengerechnet sind das deutlich mehr als die 40 Prozent, die eine Integration von Flüchtlingen konsequent ausschließen.

Auch das sogenannte Employer Branding spielt eine immer größere Rolle bei der Personalbeschaffung. Unter diesem Konzept versteht die Aktivitäten eines Unternehmens, sich als attraktiver und aufrichtiger Arbeitgeber für potenzielle Arbeitnehmer dazustellen – also man eine Art Arbeitgebermarke zu entwickeln. Laut der Umfrage bieten Firmen ihren Mitarbeitern in diesem Zusammenhang oft spezielle Benefits an: So bieten beispielsweise 91 Prozent der befragten Firmen flexible Arbeitszeiten und rund 73 Prozent auch die Möglichkeit, im Home Office zu arbeiten. Soziale Medien gewinnen bei der Suche nach fähigem Personal ebenfalls immer mehr an Bedeutung: 88 Prozent der Unternehmen sind auf Xing und 72 Prozent auf Facebook vertreten.

Letztendlich zeigt die Studie, dass die meisten Unternehmen die Wichtigkeit erkannt haben, Nachwuchskräfte von sich zu überzeugen. Denn gerade angesichts des Fachkräftemangels, der in den nächsten Jahren immer akuter werden wird, ist eine gute Positionierung auf dem Arbeitsmarkt überaus wichtig für Unternehmen.

Teilen:
Weitere Artikel
Elektro Widhammer in Feldkirchen-Westerham: Handwerk und Postservice unter einem Dach
Arbeitsleben
Elektro Widhammer in Feldkirchen-Westerham: Handwerk und Postservice unter einem Dach

Wer in Feldkirchen-Westerham ein Paket aufgeben will, landet nicht selten in dem Geschäft, in dem auch Elektroinstallationen geplant und Haushaltsgeräte verkauft werden: bei Elektro Widhammer. Der familiengeführte Betrieb vereint klassisches Elektrohandwerk, moderne Energietechnik und eine Postfiliale mit DHL-Service unter einem Dach. Diese Kombination klingt zunächst ungewöhnlich und ist zugleich ein Beispiel dafür, wie regionale Betriebe ihre Rolle im Ortskern heute neu definieren. Statt sich auf ein einziges Standbein zu verlassen, bündeln kleine Unternehmen Dienstleistungen, die im Alltag ihrer Kunden zusammengehören. Für Mittelständler und Unternehmer, die ihr eigenes Geschäftsmodell weiterentwickeln wollen, lohnt der Blick in die oberbayerische Gemeinde: Er zeigt, wie Diversifizierung im kleinen Maßstab gelingen kann. Ein Familienbetrieb mit zwei Standbeinen

6 Min. LesezeitLesen
Trachtenstube Inge in Penzberg: Ein Familienbetrieb zwischen München und Garmisch
Business
Trachtenstube Inge in Penzberg: Ein Familienbetrieb zwischen München und Garmisch

Zwischen München und Garmisch-Partenkirchen, südlich des Starnberger Sees, hat sich Penzberg über die Jahre als kleiner, aber lebendiger Standort für Trachtenmode etabliert. Wer in der Region ein Dirndl für die Hochzeit, Lederhosen für den Vereinsauftritt oder Trachten für die ganze Familie sucht, landet früher oder später bei einem Geschäft, das es dort seit rund fünf Jahrzehnten gibt: der Trachtenstube Inge. Der Familienbetrieb verbindet traditionelle und moderne Trachtenmode unter einem Dach und steht damit für eine Form des stationären Fachhandels, die auf Beratung, Nähe und Beständigkeit setzt. In einer Branche, in der Online-Shops und schnelle Kollektionswechsel den Markt prägen, ist ein Familienbetrieb mit einer solchen Historie eine bemerkenswerte Konstante. Dieses Porträt zeigt, wie das Penzberger Geschäft gewachsen ist, welches Sortiment es bietet und warum es für die Region zwischen München und Garmisch mehr ist als eine reine Verkaufsadresse. Für Unternehmer, die selbst im Handel oder in einer inhabergeführten Firma arbeiten, lohnt der Blick auf dieses Modell. Ein Familienbetrieb mit rund 50 Jahren Geschichte

6 Min. LesezeitLesen
Ambrosia Bestattungen in Chemnitz: Wie ein Familienunternehmen den Generationswechsel gestaltet
Business
Ambrosia Bestattungen in Chemnitz: Wie ein Familienunternehmen den Generationswechsel gestaltet

Wenn ein Mensch stirbt, bleibt den Angehörigen oft nur wenig Zeit, das Unvorstellbare zu organisieren. Zwischen Behördenwegen, Formalitäten und der eigenen Trauer entsteht in wenigen Tagen ein organisatorischer Kraftakt. In solchen Momenten zählt vor allem eines: ein verlässlicher Ansprechpartner vor Ort, der Ruhe, Erfahrung und Struktur in eine Ausnahmesituation bringt. In Chemnitz begleitet die Ambrosia Bestattungen GmbH als Familienunternehmen Menschen seit mehr als drei Jahrzehnten auf diesem Weg und hat zuletzt einen Generationswechsel vollzogen, der Kontinuität mit neuen Impulsen verbindet.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite