News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
25. August 2022

Wie hoch sind die Grabpflegekosten in den deutschen Städten?

Richtige Grabpflege knüpft sich dabei stets an verschiedene Kriterien. Nach einem rechtskräftigen Urteil des Thüringer FG vom 17. März 2010 werden bei der Kostenberechnung dabei allerdings nur die Anwendungen berücksichtigt, welche durch den konkreten Sterbefall veranlasst werden. Die Kosten können daher aus dem Nachlass des Verstorbenen getragen werden und somit von allen Beteiligten. Laufende Grabpflege kann damit Teil der Beerdigungskosten sein, insofern sie von der Friedhofsverwaltung vorgeschrieben ist. So lautete zumindest die Feststellung des Landgerichts Heidelberg (Az: 5 O 306/09).

Sollte Grabpflege ein verpflichtendes Element des jeweiligen Friedhofs sein, sind alle Erben dazu angehalten, diese zu tragen und untereinander zu verteilen. Die Höhe der Kosten schwankt und ist sowohl von der Lage als auch den vereinbarten Leistungen abhängig. Normale Grabpflege definiert sich als Jahresgrabpflege, welche auf ein Kalenderjahr begrenzt ist. Die Pflege wird von der jeweiligen Friedhofsgärtnerei erbracht, die Aufwendungen werden in Rechnung gestellt. Zu diesen zählen:

  • Befreiung von Schmutz, wie Laub, Geäst und Unkraut
  • Regelmäßiges Gießen und Düngen der Pflanzen
  • Spezieller Grabschmuck mit Gestecken, auch an besonderen Tagen
  • Schneiden und Stutzen der Pflanzen
  • Saisonal wechselnde Bepflanzung und Anpassung an die Witterungsbedingungen

Der Vorteil professioneller Grabpflege liegt auf der Hand. Durch die professionelle Behandlung des Grabes wird die letzte Ruhestätte der geliebten Menschen stets gut behandelt.

Dauergrabpflege als Alternative für alle, die längerfristig planen

Wer sich nicht jedes Jahr um einen neuen Vertrag mit der jeweiligen Friedhofsgärtnerei kümmern möchte, für den stellt Dauergrabpflege eine Alternative dar. Diese langjährige Betreuung wird deutschlandweit von rund 4.500 Fachbetrieben durchgeführt. Die Kosten ergeben sich aus der Vertragslaufzeit und dem gewünschten Lieferumfang. Sie werden dabei einmalig zu Beginn des Vertrages gezahlt. Bundesweit gibt es 24 Treuhandstellen oder Genossenschaften (Genossenschaft -bezugspflichten-mitglieder-_id30903.html“>zur Rechtsform Genossenschaft), welche das eingezahlte Geld anlegen und an die Friedhofsgärtner auszahlen. Diese Variante ist vor allem dann relevant, wenn die Hinterbliebenen wenig Zeit zur aktiven Grabpflege besitzen oder bereits gesundheitlich angeschlagen sind. Die Kosten variieren dabei abhängig von der Größe des Grabes und dem Pflegeaufwand. Günstige Angebote gibt es bereits ab 50 Cent pro Tag.

Welche Kosten fallen bei der Dauergrabpflege an?

In Abhängigkeit von den im jeweiligen Vertrag beschlossenen Leistungen ist die Kostenhöhe auch von der Laufzeit abhängig. Die volle Laufzeit beträgt dabei in der Regel 25 Jahre. Werden die Kosten als Pauschale in Rechnung gestellt, müssen Hinterbliebene etwa mit folgenden Konditionen rechnen:

  • Reihen-Einzelgrab – Kosten zwischen 4.000 und 7.500 Euro
  • Reihen-Doppelgrab – Kosten zwischen 5.000 und 8.500 Euro
  • Urnengrab – Kosten zwischen 3.000 und 5.000 Euro

Einen Einfluss auf den Preis hat außerdem die Fläche:

  • Urnengrab, Kindergrab bis 1m²: 50 Euro
  • Einzelgrab bis 2 m²: 85 Euro
  • Doppelgrab bis 5,5 m²: 40 Euro

(die Kosten fallen dabei jeweils für einen Quadratmeter an)

Einheitliche Aussagen zur Preislage in Deutschland lassen sich kaum treffen

Die entstehenden Kosten der Grabpflege sind abhängig von verschiedenen äußeren Faktoren, zu denen gehören:

  • Ort des Friedhofs
  • Friedhofslage/ -größe
  • Grabgröße
  • Aufwendungen (wie viel Pflanzen und in welchem Ausmaß?)
  • Regelmäßigkeit der Pflege (wöchentlich oder monatlich?)
  • Vertragslaufzeit

Die Preise pendeln sich dabei zwischen 60 und 600 Euro ein und sind auch von der Art der Grabstelle abhängig. Ein Urnengrab ist dabei kostengünstiger in der Pflege, als ein Erdreihengrab oder ein Erdwahlgrab. Für die monatliche Pflege eines Erdwahlgrabes können bis zu 200 Euro anfallen, bei einem Urnengrab sind es nur 80 Euro.

Wichtig ist dabei auch die Räumung der Grabanlage nach der Beerdigung zu organisieren. Für die ersten sechs Monate wird eine Art provisorische Grabanlage eingerichtet, die auch noch einmal zwischen 60 und 400 Euro kosten kann. Erst danach wird die erste dauerhafte Grabanlage eingerichtet, deren Preis durchaus vierstellig ausfallen kann. Hier sind Grabart, Größen und Pflanzenauswahl am relevantesten.

Einheitliche Aussagen über Preise lassen sich dabei nicht treffen, da diese regional unterschiedlich berechnet werden. Es empfiehlt sich dabei, im Internet oder vor Ort nach entsprechenden Übersichten zu suchen und von dort aus mithilfe der jeweiligen Postleitzahl die zutreffende Friedhofsverwaltung zu kontaktieren. Viele Friedhöfe und Gärtnereien bieten dabei detaillierte Preislisten an. Diese finden sich dann bspw. hier oder an dieser Stelle. Ein intensiver Preisvergleich lohnt sich im Vorfeld, um nicht längerfristig auf überhöhten Preisen sitzen zu bleiben.

Das Totenfürsorgerecht

Alle wichtigen Aspekte der Beerdigung, der Grabpflege, der Umbettung etc. sind im Totenfürsorgerecht geregelt. Folgende Aspekte gehören dazu:

Der Wille des Verstorbenen

Oberster Grundsatz bei der Totenfürsorge ist der Wille des Verstorbenen. Er entscheidet über die Art und den Ort der Bestattung. Auch kann er den Hinterbliebenen das Fürsorgerecht entziehen. So kein letzter Wille erkennbar war, treffen die Angehörigen alle Entscheidungen.

Postmortale Vollmacht

Hierbei erteilt der Verstorbene vor seinem Tod eine Vollmacht an eine beliebige Person. Sie trifft fortan alle Entscheidungen über die Totenfürsorge.

Das Gewohnheitsrecht

Im Sinne des Gewohnheitsrechts (Gewohnheitsrecht Beispiel) obliegt die Grabpflege den nächsten Angehörigen, den Ehegatten und Verwandten. Weitere rechtliche Grundlagen sind Art. 1 Abs. 1, Art. 2, Art. 3 und Art. 6 des Grundgesetzes.

Der Bestattungsvertrag

Zur Durchführung der Bestattung schließt der Fürsorgende einen Vertrag mit dem Bestatter. Dabei erwirbt er verschiedene Pflichten und Rechte zur Versorgung des Toten.

Friedhofsrecht

Die geltenden Statuten des Friedhofs schränken das Gestaltungsrecht des Fürsorgenden ein. Dies ist zum Beispiel bei Umbettungen der Fall.

FAQ zu Grabpflegekosten

Wer trägt die Grabkosten?

Grundsätzlich sind die Erben verpflichtet, die Grabkosten zu tragen. Wie das OLG Schleswig 8AZ 3 U 98/08 allerdings urteilte, stellen die Kosten für die laufende Grabpflege keine Beerdigungskosten dar. Sie können also nicht als Nachlassverbindlichkeit vom Nachlass abgezogen werden.

Wer muss sich um das Grab kümmern?

Wer für die Pflege des Grabs verantwortlich ist, ergibt sich aus den jeweiligen Friedhofssatzungen der Städte und Kommunen. Sie sehen vor, dass der Eigentümer und somit der Nutzungsberechtigte für die Pflege verantwortlich ist. Wenn das Grab verwahrlost und vernachlässigt wird, kann die Friedhofsverwaltung die für die Pflege anfallenden Kosten in Rechnung stellen.

Aktualisiert im August 2022

Teilen:
Weitere Artikel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg: Moderne Zahnmedizin, Spezialisierung und Versorgung aus einer Hand
Wirtschaft
Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg: Moderne Zahnmedizin, Spezialisierung und Versorgung aus einer Hand

Die Gemeinschaftspraxis Zahnärzte Obermünsterstraße in Regensburg steht für ein umfassendes zahnmedizinisches Konzept, das moderne Behandlungsmethoden mit individueller Betreuung verbindet. Im Mittelpunkt steht der Anspruch, Patientinnen und Patienten nicht nur fachlich auf hohem Niveau zu behandeln, sondern sie während des gesamten Behandlungsprozesses persönlich zu begleiten. Von der ersten Beratung bis zur Nachsorge wird großer Wert auf Transparenz, Zeit und eine angenehme Atmosphäre gelegt. Die folgenden Abschnitte stellen die Praxis genauer vor.

5 Min. LesezeitLesen
Produktivität im Büro steigern: Warum Bewegung am Arbeitsplatz entscheidend ist
Arbeitsleben
Produktivität im Büro steigern: Warum Bewegung am Arbeitsplatz entscheidend ist

Die Anforderungen an moderne Büroarbeit haben sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Digitale Prozesse, lange Bildschirmzeiten und ein hoher Anteil sitzender Tätigkeiten prägen den Arbeitsalltag vieler Menschen. Gleichzeitig wächst das Bewusstsein dafür, dass starre Arbeitsweisen langfristig zu Einschränkungen führen können – sowohl in Bezug auf die Leistungsfähigkeit als auch auf das allgemeine Wohlbefinden. Bewegung am Arbeitsplatz wird daher zunehmend als wichtiger Bestandteil eines produktiven Arbeitsumfelds betrachtet. Dabei geht es nicht um intensive körperliche Aktivität, sondern vielmehr um regelmäßige, kleine Veränderungen im Arbeitsablauf. Diese tragen dazu bei, Routinen aufzubrechen und die Arbeitsweise dynamischer zu gestalten. Die folgenden Abschnitte zeigen, worauf es im Einzelnen zu achten gilt.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite