E-Commerce·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
18. Oktober 2023

Bonitätsbewertung: Wie sie funktioniert und wie man diese verbessern kann

Die Bonität von Kunden wird durch große Auskunfteien ermittelt

Die Bonität hat einen großen Einfluss auf viele verschiedene Lebensbereiche. Sie entscheidet nicht nur, ob die Bank einen Kleinkredit zur Verfügung stellt. Sie ist ebenfalls ein entscheidender Faktor, wenn ein Telefon- oder Leasingvertrag abgeschlossen wird. Beim Beantragen einer Kreditkarte, vor dem Abschluss eines Ratenkaufs oder beim immer beliebter werdenden Online-Shopping ist sie ebenfalls sehr wichtig. Selbst wenn Personen eine neue Wohnung anmieten möchten, wird heutzutage die Bonität geprüft. Die Bonitätsprüfung findet durch den jeweiligen Kreditgeber oder den Vermieter statt. Die Daten für das Kreditrating werden von Auskunfteien wie Schufa, Crif Bürgel, Creditreform Boniversum und Infoscore Consumer Data zur Verfügung gestellt.

Die Auskunfteien haben Verträge mit vielen Unternehmen

Die großen Auskunfteien gewinnen ihre Daten aus vielen verschiedenen Quellen. Dazu zählen zum Beispiel die öffentlichen Schuldnerverzeichnisse der Amtsgerichte und Insolvenzmeldungen. Weitere Daten werden den Auskunfteien von Banken, Versicherungen, Händlern, Energieversorgern, Kredit-, Leasing- und Telefongesellschaften zur Verfügung gestellt. Mit diesen Unternehmen haben die Schufa Holding AG und andere Auskunfteien Verträge geschlossen. Die Unternehmen verpflichten sich in diesen Verträgen, den Auskunfteien wichtige Informationen wie neue Vertragsabschlüsse oder auch Zahlungsrückstände zu übermitteln. Im Gegenzug für die gelieferten Informationen dürfen die Unternehmen eine Auskunft über die Kunden und Kundinnen einholen. Die Unternehmen erfahren durch einen übermittelten Score, wie es um die Bonität des Kunden oder der Kundin steht. In den Datenbanken der Auskunfteien sind mehr als 70 Millionen Menschen in Deutschland gespeichert.

Für eine Bonitätsprüfung werden viele verschiedene Daten erhoben

Wird die Bonität von einem Kreditgeber oder Händler geprüft, fordert das Unternehmen die Auskunft von der Schufa AG oder einer anderen Auskunftei an. Diese Bonitätsprüfung findet anhand eines übermittelten Scores statt. In die Berechnung des Scores fließen viele unterschiedliche Daten ein. Dadurch kann die Bonität positiv oder negativ beeinflusst werden. Zu diesen Daten zählen die Informationen zu Bankkonten, Kreditkarten, Ratenkrediten, Leasingverträgen, Telefonverträgen und verschiedenen Ratenverträgen. Auch Anfragen zu Krediten, laufende Inkassoverfahren und Einträge in Schuldnerverzeichnisse fließen in die Berechnung der Bonität ein. Eine Auskunft enthält folgende Daten:

  • Personenbezogene Daten wie Name, Geburtsdatum und die Adresse. Auch frühere Adressen sind gespeichert
  • Positive Merkmale wie die Eröffnung eines Girokontos, pünktliche Rückzahlung von Kredit- und
  • Leasingverträgen, Erhalt einer Kreditkarte und die Eröffnung von Händlerkonten für Onlineeinkäufe
  • Negativmerkmale wie zu spät gezahlte oder ausgefallene Kredit- oder Leasingraten, Missbrauch von Konten, Privatinsolvenz und die Abgabe der eidesstattlichen Versicherung

Allerdings dürfen die Auskunfteien nicht alle Daten erfassen und preisgeben. So dürfen Schufa und Co. keine Informationen zum Familienstand, der Nationalität oder zum Familienstand herausgeben. Auch die Informationen zu Arbeitgebern, Höhe des Einkommens, Aktien- oder Wertpapierdepots und Sparvermögen dürfen nicht übermittelt werden.

Die Banken und viele Händler sind zu einer Bonitätsprüfung verpflichtet

Geht es um einen Kredit, ein Ratengeschäft oder einen Leasingvertrag, holen Händler vor einem Vertragsabschluss eine Schufa-Auskunft ein. Da die Bonität zur Entscheidungsgrundlage für die Kreditvergabe zählt, sind deutsche Banken und viele Händler vom Gesetzgeber aus zu einer Bonitätsprüfung verpflichtet. Zusätzlich zur Auskunft müssen Kunden Nachweise über ihre Einkommen vorlegen und Auskunft über regelmäßige Zahlungsverpflichtungen geben. Sparguthaben und andere Vermögenswerte dienen als Sicherheit. Mit dieser Bonitätsprüfung wird sichergestellt, dass der Vertragspartner seinen Zahlungsverpflichtungen nachkommen kann. Reichen die Sicherheiten nicht aus und es kommt zu einer Ablehnung, werden Kreditnehmerinnen und Kreditnehmer vor einer Überschuldung geschützt.

Mit diesen Maßnahmen wird die Bonität verbessert

Wer einen Kredit 0anfragt, kann trotz eines hohen Einkommens oder vorhandener Sicherheiten abgelehnt werden. Dies liegt in aller Regel immer am Schufa-Score. Diesen Score können Verbraucher selbst zum Positiven beeinflussen. Zuerst sollte eine kostenlose Selbstauskunft eingeholt werden. Die Schufa AG ist einmal jährlich zu einer kostenlosen Auskunft verpflichtet. Die vorhandenen Einträge in die Auskunft können dann geprüft und eine Löschung alter Daten beantragt werden. Diese Maßnahmen tragen zu einer Bonitätsverbesserung bei:

  • Kündigung von ungenutzten Girokonten und Kreditkarten
  • erledigte Einträge schriftlich löschen lassen
  • häufige Bankwechsel und Umzüge vermeiden
  • Rechnungen immer pünktlich bezahlen
  • Gläubiger vor einer Mahnung über Zahlungsverzug informieren
  • schufaneutrale Konditionsanfragen bei Kreditvergleichen stellen

Bis sich der Score bei einer Auskunftei erholt, können bis zu drei Monate vergehen. Dies liegt ganz einfach daran, dass die Auskunftei die vorhandenen Datensätze immer quartalsweise aktualisiert. Bei offenen Forderungen kann die Löschung von Negativmerkmalen sogar bis zu drei Jahren dauern. Ein Basis-Score, der zwischen 95 und 97,5 Prozent liegt, sagt aus, dass ein Zahlungsausfall ziemlich unwahrscheinlich ist. Liegen die Werte bei 70 oder sogar nur bei 50 Prozent, ist es nahezu ausgeschlossen, einen Kredit zu erhalten.

Keine Bonitätsprüfung ohne Einwilligung des Konsumenten

Eine Bonitätsprüfung darf immer nur stattfinden, wenn seitens des Kreditgebers oder des Händlers ein berechtigtes Interesse vorliegt. Bevor der Kreditgeber oder Händler eine Auskunft einholen darf, muss der Kunde oder die Kundin ausdrücklich einer Abfrage der Daten zustimmen. Zu einem berechtigten Interesse zählt zum Beispiel, wenn der Kreditgeber oder Händler bei seinen Kunden in Vorleistung tritt und bei einem Ratengeschäft oder bei einem Kauf auf Rechnung einen Zahlungsausfall riskiert. Auch vor langfristig ausgelegten Vertragsabschlüssen, wie Telefonverträge, Kredite, Versicherungen, Strom- oder Energieverträgen besteht dieses berechtigte Interesse und die Bonität wird vorab geprüft. Vermieter von Wohneigentum haben ebenfalls das Recht, eine Bonitätsprüfung vorzunehmen. Im Vorfeld macht der potenzielle Mieter in einer Selbstauskunft freiwillige Angaben zu seinen persönlichen, familiären und wirtschaftlichen Verhältnissen. Vor dem Abschluss eines Mietvertrags kann der Vermieter dann nach der Genehmigung des potenziellen Mieters oder der Mieterin eine Bonitätsauskunft bei der Schufa einholen.

Die Bonitätsprüfung ist für Verbraucher, Unternehmen und Banken gleichermaßen wichtig

Viele Verbraucher empfinden eine Bonitätsprüfung als unangenehm. Sie hat allerdings eine Schutzfunktion für beide Parteien und ist aus mehreren Gründen sinnvoll. Unternehmen, Banken oder Vermieter können durch die Auskunft individuell entscheiden und sind vor finanziellen Einbußen geschützt. Auch der Umstand selbst in eine finanzielle Notlage zu geraten, wird minimiert. Eine Bonitätsprüfung erweitert für Unternehmen auch den Handlungsspielraum. Ist ein Handelspartner oder ein Kunde solvent und hat eine gute Kreditwürdigkeit, können höhere Preisnachlässe gewährt werden. Wenn es um die Vergabe von Krediten geht, sind bei einer guten Bonität außerdem niedrigere Zinsen möglich.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten
Arbeitsleben
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten

Der klassische Bürojob bietet Sicherheit doch nicht jeder findet darin auf Dauer Erfüllung. Zwei Ingenieure aus Passau haben genau diese Erfahrung gemacht und Konsequenzen gezogen: Statt monotoner Abläufe am Schreibtisch wollten sie etwas mit eigenen Händen gestalten und ein eigenes Unternehmen aufbauen. Herausgekommen ist die PA Grundstein GmbH, ein Hausmeisterdienst aus Passau, der Wohnanlagen, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte betreut. Im Gespräch erzählen die Geschäftsführer Anton Ponigl und Julian Tuma, warum sie ihre ursprüngliche Immobilienidee verwarfen, wie sie innerhalb von nur zwei Monaten gründeten und welche Rolle das technische Studium heute im Betrieb spielt. Wer selbst über eine Gründung nachdenkt, findet darin viele vertraute Fragen wieder von der Finanzierung bis zur Frage, ab wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. business-on.de: Sie beide haben studiert und standen mitten im Berufsleben. Wie sah Ihre Ausgangslage aus – und was hat Sie schließlich in die Selbstständigkeit getrieben? Anton Ponigl und Julian Tuma: Uns verbindet eine langjährige Freundschaft und schon früh der gemeinsame Wunsch, ein eigenes Projekt zu realisieren. In unseren bisherigen Tätigkeiten waren wir allerdings zunehmend unzufrieden: Der Anteil kreativer, gestaltender Aufgaben war gering, die Arbeitsprozesse überwiegend monoton und wiederkehrend. Möglichkeiten, sich persönlich und fachlich wirklich zu verwirklichen, fehlten. Gleichzeitig hatten wir beide schon lange eine starke Affinität zu eigenen handwerklichen Projekten, etwa in der Schreinerei. Der Wunsch nach unternehmerischer Selbstständigkeit war also schon eine Weile da. Natürlich verlässt man eine feste Anstellung nicht nebenbei wir haben Chancen und Risiken lange abgewogen. Aber irgendwann war klar, dass wir den Schritt wagen wollen.

6 Min. LesezeitLesen
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen
Business
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen

Eine gebuchte Messefläche ist noch kein fertiges Konzept. Bevor Besucher einen Stand betreten, müssen Unternehmen entscheiden, wen sie erreichen wollen, welche Gespräche dort stattfinden sollen und was dafür räumlich und technisch nötig ist. Wer diese Fragen zuerst beantwortet, kann Gestaltung, Budget und Ablauf aufeinander abstimmen. Das erleichtert auch die Wahl zwischen einem Systemstand, einer individuellen Fertigung und einer Kombination aus beidem. Erst das Ziel klären, dann den Stand gestalten

7 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite