Dachdecker ergreift Initiative bei der Weiterbildung im Handwerk: Hanebutt startet eigenes Institut

Dass Fachkräfte angesichts des Renteneintritts der „Boomer“ knapp werden, ist ebenso wenig neu wie das Fußballergebnis der letzten Woche. Doch die Reaktionen der Politik zur Lösung des Problems sind zögerlich. So lange kann kaum ein Unternehmen warten. Das niedersächsische Dachdecker-Unternehmen Hanebutt schlägt jetzt einen eigenen Pfad ein.
Die Zahlen lesen sich schwer. Laut den Volkswirtinnen und Volkswirten der staatlichen Förderbank KfW planen 190.000 Betriebe zwischen Nordsee und Alpen, zwischen Ruhrgebiet und Lausitz bis zum Jahr 2026 ihren eigenen Marktaustritt. Und das nicht etwa, weil die Energiepreise und Gewerbemieten nicht mehr zu bezahlen wären oder die Kundinnen und Kunden ausbleiben. Klar, all das sind aktuell auch Probleme für viele mittelständische Unternehmen und auch viele Handwerker. Doch die Hauptsorge vieler Chefinnen und Chefs aus dem Mittelstand und Handwerk hierzulande ist derzeit eine ganz andere: Es gibt keine Nachfolgerin oder keinen Nachfolger. Weder aus der eigenen Familie, noch aus der Belegschaft, noch von außerhalb.
Nachfolger im Handwerk landauf, landab gesucht
79 Prozent der zuletzt von der KfW befragten Unternehmerinnen und Unternehmer beklagen den Mangel an geeigneten Kandidatinnen und Kandidaten. Darunter auch etliche Handwerksbetriebe. Diesem Problem will jetzt die Hanebutt Gruppe aus Neustadt am Rübenberge begegnen.
Die Hanebutt Gruppe ist ein in vierter Generation von Henning und Heiner Hanebutt familiengeführtes Dachdeckerunternehmen. Das Unternehmen zählt mehr als 500 Mitarbeiter, verteilt auf 14 Unternehmen und neun Gewerke an zehn Standorten. Gemeinsam mit einem Team aus Dachdeckern, Zimmerern und Planern verfolgt das Unternehmen das Ziel, das bundesweite Netzwerk von 14 Niederlassungen weiter auszubauen, um für Kunden in kürzester Zeit erreichbar zu sein. Doch genau für diese Expansion benötigt Hanebutt qualifizierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Menschen, die es zur Meisterin oder zum Meister schaffen – und damit auch potenziell in den Kreis derjenigen aufsteigen, die einen der frei werdenden Nachfolgeposten im deutschen Handwerk einnehmen können.
Henning Hanebutt ist Geschäftsführer der Hanebutt Gruppe sagt: „Um das Fortbestehen und den Bedarf an handwerklichen Leistungen in Zukunft nicht zu gefährden, braucht es neue Impulse, da gegenwärtige Angebote nicht ausreichen“.Der Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH) schätzt, dass in Deutschland bis zu 250.000 Handwerker fehlen. Hinzu kommt fehlendes Personal für die Nachfolge in Betrieben, die innerhalb der nächsten Jahre vor der Übergabe stehen.
Laut Volkswirtschaftlichem Instituts für Mittelstand und Handwerk an der Universität Göttingen steht allein in den kommenden fünf Jahren in 78.000 deutschen Handwerksfirmen die Nachfolge in Frage, weil die bisherige Geschäftsführung in den wohlverdienten Ruhestand geht. Allerdings fehlen in vielen Betrieben die geeigneten Nachfolgerinnen und Nachfolger. Doch die, davon sind die Experten bei Hanebutt überzeugt, lassen sich vielleicht doch finden und ausbilden. Daher hat Hanebutt im März dieses Jahres die Pforten für sein unternehmenseigenes Institut für Weiterbildung eröffnet, das aber auch Externen offensteht.
Innovative Übung macht am Institut die künftigen Meister
„Damit der Mittelstand weiterhin einer der Motoren des Wirtschaftswachstums für Deutschland sein kann und dem Fachkräftemangel entgegenwirkt, ist die langfristige Perspektive entscheidend. Deswegen sollte an der Schaffung attraktiver Aus- und Weiterbildungsbildungsmöglichkeiten und rechtzeitiger Orientierung angesetzt werden und so auch die aktuelle Strukturierung von Weiterbildung und Nachfolge hinterfragt werden“, sagt Henning Hanebutt.
Um Fachkräfte bestmöglich einzusetzen, bedarf es eines tieferen Verständnisses für deren individuellen Bedürfnisse. Deshalb bietet Hanebutt mit dem Institut eine gezielte Aus- und Weiterbildung im Bereich der Persönlichkeitsentwicklung für Handwerksmeister an, um ihnen zu helfen, sich nicht nur fachlich, sondern auch individuell weiterzuentwickeln. Während der Weiterbildung liegt der Schwerpunkt auf dem unternehmerischen Wirken, der Führung von Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Kalkulation und Marketingaktivitäten. Das Hanebutt Institut stellt nach Abschluss eine Zertifizierung aus, wobei der erste Kurs als Einstiegsausbildung dient und das Zertifikatsprogramm bis zu eineinhalb Jahre dauert. 2024 soll es zwei MasterEMPOWER-Weiterbildungen mit jeweils zwölf bis 40 Teilnehmenden geben, die vollständig digital stattfinden.
BusinessDie globale Energielandschaft befindet sich in einem tiefgreifenden Transformationsprozess, der besonders den deutschen Mittelstand vor enorme Herausforderungen stellt. Schwankende Preise an den Börsen und politische Unwägbarkeiten machen eine verlässliche Kalkulation der Betriebskosten für viele Unternehmen schwierig. Dennoch bleibt eine stabile Versorgung das Rückgrat jeder wirtschaftlichen Tätigkeit. Die aktuelle Marktsituation als Weckruf für Entscheider In den vergangenen Jahren hat sich gezeigt, dass bewährte Bezugsmodelle allein oft nicht mehr ausreichen. Die Abhängigkeit von einzelnen Energieträgern oder kurzfristigen Spotmarkt-Entwicklungen hat viele Betriebe in Bedrängnis gebracht. Daher setzen immer mehr Firmen auf Diversifikation und eine schrittweise Eigenversorgung durch erneuerbare Quellen.
BusinessKleine und mittelständische Unternehmen stehen heute vor einer paradoxen Situation: Noch nie war es einfacher, eine Website zu erstellen – und noch nie war es schwieriger, damit tatsächlich Kunden zu erreichen. Die Zeiten, in denen eine hübsche Homepage ausreichte, sind längst vorbei. Wer heute im digitalen Raum Fuß fassen will, braucht eine durchdachte Strategie, die alle Kanäle miteinander verbindet. Viele Unternehmen entscheiden sich daher, eine Full-Service Digitalagentur anfragen zu können, die nicht nur Websites baut, sondern ganzheitliche digitale Ökosysteme entwickelt. Der Unterschied zwischen Online-Präsenz und digitaler Sichtbarkeit Eine Website zu haben bedeutet nicht automatisch, gefunden zu werden. Tausende Unternehmen investieren in ansprechende Webdesigns, nur um festzustellen, dass ihre Seiten in den Suchergebnissen auf Seite fünf oder sechs landen – ein digitales Niemandsland, das praktisch unsichtbar ist. Die Herausforderung liegt darin, Präsenz in Sichtbarkeit zu verwandeln.
RatgeberVerbraucher stehen heute vor einer Vielzahl an Entscheidungen – vom Kauf technischer Produkte über Vertragsabschlüsse bis hin zu Fragen rund um Energie, Haushalt oder Digitalisierung. Gleichzeitig wächst das Angebot an Informationen im Internet stetig. Vergleichsportale, Testberichte und Ratgeber versprechen Orientierung, doch nicht alle Inhalte sind gleich zuverlässig oder hilfreich. Gerade in Zeiten, in denen Kaufentscheidungen zunehmend online getroffen werden, gewinnen Verbraucherportale eine zentrale Rolle. Sie bündeln Informationen, bereiten komplexe Themen verständlich auf und helfen dabei, fundierte Entscheidungen zu treffen. Doch welche Plattformen überzeugen wirklich durch Qualität, Transparenz und Mehrwert? Die Unterschiede sind oft größer, als es auf den ersten Blick scheint. Während einige Portale auf oberflächliche Vergleiche setzen, bieten andere tiefgehende Analysen, unabhängige Bewertungen und praxisnahe Empfehlungen. Für Nutzer wird es daher immer wichtiger, die Qualität eines Portals richtig einschätzen zu können.
