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16. Juni 2022

Inflations-Umfrage: Über 80 Prozent der Deutschen mit Entlastungspaket der Bundesregierung unzufrieden

Eine repräsentative Umfrage [1] der Preisvergleichsplattform idealo offenbart, dass die Mehrheit der Verbraucher:innen in Deutschland die von der Regierung eingeführten Entlastungen als unzureichend empfindet. Knapp 87 Prozent der mehr als 1.000 Befragten müssen ihren Konsum aufgrund steigender Preise einschränken. Neun von zehn (86 Prozent) haben den Eindruck, dass Händler und Dienstleister ihre Preise zum Teil stärker anheben als es eigentlich erforderlich wäre.

Fast alle Studienteilnehmer:innen (98 Prozent) merken in ihrem Alltag, dass das Leben insgesamt teurer geworden ist. Knapp die Hälfte gibt monatlich mittlerweile 100 bis 200 Euro mehr aus als noch vor einem halben Jahr. Jede:r Fünfte investiert sogar 200 bis 500 Euro mehr.

Das von der Regierung verabschiedete Entlastungspaket halten rund 83 Prozent der Befragten nicht für ausreichend.

Entlastungspaket für viele Verbraucher:innen enttäuschend

Das von der Regierung verabschiedete Entlastungspaket halten rund 83 Prozent der Befragten nicht für ausreichend. Vor allem in den Bereichen Energie und Lebensmittel wünschen sich zwei Drittel der Verbraucher:innen deshalb noch weitere Entlastungen. Zusätzlichen Handlungsbedarf sieht die Hälfte der Befragten außerdem bei den weiterhin hohen Kraftstoffkosten.

Insgesamt ist der Wunsch nach direkt spürbaren Entlastungen anstatt steuerlicher Erleichterungen groß (50 Prozent). Auch der derzeit diskutierte Vorschlag, die Mehrwertsteuer für Lebensmittel wie Obst und Gemüse zu erlassen, kommt bei den Befragten gut an: 58 Prozent befürworten diese Maßnahme.

Kein Verständnis für den Umfang der Preiserhöhungen

Grundsätzlich haben zwar über 70 Prozent der Verbraucher:innen Verständnis dafür, dass Dienstleister und Händler ihre Preise angesichts der aktuellen Lage erhöhen. Jedoch gehen 86 Prozent der Befragten davon aus, dass Preise zum Teil stärker angehoben werden als es eigentlich nötig wäre.

Besonders stark nehmen sie die höheren Preise bei Lebensmitteln, Kraftstoff und Energie wahr. Preissteigerungen für Dienstleistungen wie etwa den Friseurbesuch und Gebrauchsgüter (z.B. Kleidung oder Elektronik) werden hingegen nur von einem Drittel der Befragten als besonders tiefgreifend empfunden.

Starke Abstriche bei Reisen, Dienstleistungen und Gebrauchsgütern

Neun von zehn Befragten schränken ihren Konsum mittlerweile bewusst ein. Als Grund dafür gibt ein Drittel an, dass ihm weniger Geld zur Verfügung stehe. Weitere 30 Prozent kaufen weniger ein, weil sie nicht bereit sind, die höheren Preise zu zahlen.

Obwohl hohe Sprit- und Energiekosten sowie Lebensmittelpreise die Verbraucher:innen am härtesten treffen – diese aber häufig nicht zu vermeiden sind – gibt ein Großteil der Befragten an, vor allem bei Reisen, Dienstleistungen und Gebrauchsgütern Abstriche zu machen. Insbesondere bei Bekleidung und Accessoires (50 Prozent), Hobby- und Freizeitbedarf (41 Prozent), Elektronik (36 Prozent) sowie an Wohn- und Haushaltsartikeln (27 Prozent) wird gespart.

[1] Alle Daten wurden vom Marktforschungsunternehmen Kantar im Auftrag der idealo internet GmbH erhoben. An der landesweiten Online-Befragung im Juni 2022 nahmen 1.016 Personen teil. Die Ergebnisse sind repräsentativ für Verbraucher:innen in Deutschland zwischen 18 und 64 Jahren.

(ots)

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