News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
12. Oktober 2022

Studie zeigt bei der Anlage in Aktien deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechtern

Auch wenn Frauen dem Vorurteil nach als emotionaler gelten, spielen Gefühle beim Thema Sparen und Geldanlage aber gerade für Männer eine große Rolle. Sie werden häufig mit positiven Emotionen verbunden und sind gegenüber Aktien und Fonds deutlich aufgeschlossener. Frauen zeigen hingegen wesentlich mehr Vorbehalte und sind besonders bei risikoträchtigen Anlagen vorsichtiger. Das ist ein Ergebnis einer Studie, die das Marktforschungsinstitut Kantar für Union Investment bei ehemaligen und aktuellen Besitzern von Aktien, Aktien- und Mischfonds durchgeführt hat.

Im Vergleich zu Frauen besitzen mehr als doppelt so viele Männer Aktien

Die Resultate belegen, dass Männer und Frauen nicht nur einen unterschiedlichen Zugang zu Aktien haben. Unter denjenigen, die den Schritt in Richtung Dividendenpapiere bereits gegangen sind, weichen Einstellung, Motivation und Verhalten deutlich voneinander ab. Das zeigt sich unter anderem an den bevorzugten Formen der Aktienanlage. Frauen verfügen im Schnitt über deutlich weniger risikoorientierte Assets als Männer und haben deutlich mehr defensivere Vermögensanteile. Während 46 Prozent der männlichen Befragten angaben, in Aktien zu investieren, waren es bei den Frauen nur 22 Prozent. Aktienfonds hatte knapp die Hälfte der Männer (48 Prozent), bei den weiblichen Befragten war es nur etwas mehr als jede Dritte (35 Prozent). Defensivere Geldanlagen wie Sparkonten (Frauen: 66 Prozent, Männer 53 Prozent), Bausparverträge (Frauen: 42 Prozent, Männer 35 Prozent) oder Mischfonds (Frauen: 28 Prozent, Männer 22 Prozent) waren bei den Frauen hingegen öfter vorhanden.

Interessant ist aber nicht nur die Frage, welche Anlageformen jemand besitzt, sondern auch, wieviel des jeweiligen Finanzvermögens darin investiert ist. Auch hier gibt es bemerkenswerte Unterschiede. Der Anteil von Aktien und Fonds am Gesamtvermögen bei Männern übersteigt den von Frauen deutlich. 54 Prozent der männlichen Befragten haben mehr als ein Viertel ihres Vermögens in Aktien oder Fonds angelegt. Bei den Frauen sind dies nur 34 Prozent. Und jeder vierte Mann (24 Prozent) hat sogar mehr als die Hälfte seines Vermögens in aktienbasierte Anlagen investiert. Bei Frauen ist es nicht mal jede Zehnte (9 Prozent).

Männer wollen Spaß bei der Aktienanlage, Frauen sind eher besorgt

Warum investieren Frauen seltener in risiko- aber auch chancenreichere Papiere? Dies hat einerseits mit der Einschätzung des eigenen Wissens, aber auch viel mit Emotionen zu tun. So verbinden Männer bei dem Gedanken an Aktien und Fonds in erster Linie Vorfreude und Optimismus (63 Prozent) sowie Spaß und Spannung (61 Prozent). Frauen bringen Wertpapierbesitz eher mit Unsicherheit und Unwissenheit (47 Prozent) sowie Pessimismus und Sorge (37 Prozent) in Verbindung. „Die emotionale Zurückhaltung der Frauen könnte eine Erklärung sein, warum sie sich weniger stark bei Aktien positionieren als Männer“, erklärt Giovanni Gay, Geschäftsführer bei Union Investment die Unterschiede. Denn wer etwas mit positiveren Emotionen verbände, dem falle es in der Regel auch leichter, sich entsprechend zu verhalten.

Gravierend sind die Unterschiede bei der Frage nach der Einschätzung des eigenen Kenntnisstands über Wertpapiere. Männer haben deutlich größeres Vertrauen in ihr Anlagewissen bei Aktien und Fonds als Frauen. Dabei fällt auf, dass der Unterschied in der Wahrnehmung des eigenen Wissens weniger stark auseinanderfällt als das Vertrauen darauf. Während 56 Prozent der weiblichen Befragten angaben, nur ein geringes Fachwissen zu haben, waren es bei den Männern rund 37 Prozent. Auf ihren Kenntnisstand verlässt sich dann allerdings lediglich jede fünfte Frau (21 Prozent), bei den Männern sagen dies 42 Prozent.

Doch ist das wirklich so? Möglicherweise gehen Männer selbstbewusster an die Sache heran und fühlen sich mit weniger Wissen kompetenter. Aus unserer Erfahrung wissen Frauen tendenziell nicht weniger über Geldanlagen als Männer. Sie sind allerdings unsicherer beim Umgang mit dem eigenen Wissen“, ergänzt Gay. Diese Hypothese wird bestärkt durch einen Blick auf die Frage, ob das Konzept „Ausprobieren und lernen“ als sinnvoll erachtet wird. Immerhin 57 Prozent der Männer sagen, dass eine Anlage in Aktien oder Fonds hilft, Verständnis für die Entwicklung von Aktienkursen gezielt zu nutzen. Bei den weiblichen Befragten sieht nur eine Minderheit von 33 Prozent dies genauso.

Social Media und Influencer spielen kaum eine Rolle als Informationsquelle

So unterschiedlich wie die Einschätzung des eigenen Wissens ist auch die Nutzung an Informationsquellen über Aktien zwischen den Geschlechtern. Männer wie Frauen setzen zwar an aller erster Stelle auf einen Bank- oder Finanzberater. Aber Frauen (63 Prozent) bevorzugen diese Quelle noch einmal deutlich stärker als Männer (46 Prozent). Auf Platz zwei der Quellen folgen bei allen Befragten die Internetseiten von Finanzanbietern (Männer: 41 Prozent, Frauen 29 Prozent). Auf Platz drei gibt es allerdings eine Abweichung. Bei den männlichen Studienteilnehmern nehmen Zeitungen oder Zeitschriften (39 Prozent) diese Position ein. Bei den Frauen folgt hier der persönliche Austausch mit Familienmitgliedern (26 Prozent). Der Einfluss von Sozialen Medien und Influencern ist dagegen noch gering. Nur etwas mehr als jeder zehnte Mann (13 Prozent) und jede zwanzigste Frau gibt an, auf diese Quellen zurückzugreifen.

Dass Frauen sich insgesamt deutlich weniger informieren, kann damit zusammenhängen, dass ihnen die Auseinandersetzung mit dem Thema weniger Freude bereitet. Während es immerhin jedem zweiten Mann (54 Prozent) Spaß macht, sich mit den Kapitalmärkten zu befassen, geht das nur jeden dritten Frau (31 Prozent) so.

Wie die Studie zeigt, gibt es mit Blick auf Aktien deutliche Unterschiede zwischen den Geschlechter. Dies könnte ein Grund sein, weshalb Frauen bei der Anlage in Aktien deutlich zurückhaltender sind. Wenn selbst Aktienbesitzerinnen zurückhaltender agieren, hat dies Auswirkungen auf die Gespräche des Bankberaters. „Während Männer in ihrem Verhalten häufig eher nur bestärkt werden wollen, geht es bei der Beratung von Frauen oft erstmal darum, Zweifel zu zerstreuen“, sagt Gay. Daher sei die Rolle des Bankberaters entscheidend, um Frauen von den Vorteilen von Aktien zu überzeugen. Denn: „Bei so hohen Inflationsraten ist eine langfristige Anlage in Aktien die einzige Möglichkeit, sein Vermögen zu erhalten und zu mehren“, betont Gay.

(ots)

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt
    Expertentalk
    Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt

    Wohnanlagen und Gewerbeobjekte sind anspruchsvolle Immobilien: Treppenhäuser sollen sauber bleiben, Grünflächen gepflegt aussehen und technische Anlagen zuverlässig laufen. Für Hausverwaltungen und Eigentümer heißt das im Alltag oft, mehrere Dienstleister gleichzeitig zu koordinieren. Wie sich diese Aufgaben sinnvoll bündeln lassen und worauf es bei der Auswahl eines Dienstleisters ankommt, erklärt Nenad Tomic, Inhaber von N.D Service aus Neufahrn bei Freising, im Gespräch. Seine Kernthese: Wer Reinigung, Grünpflege und die Betreuung der Haustechnik aus einer Hand vergibt, reduziert den Abstimmungsaufwand und weiß im Zweifel immer, wer für das Gesamtbild der Immobilie verantwortlich ist. Im Gespräch mit Nenad Tomic von N.D Service N.D Service ist ein Hausmeister- und Reinigungsdienstleister mit Sitz in der Thomastraße 19 in Neufahrn bei Freising, unweit der Kreisstadt Freising und des Flughafens München. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben Wohnanlagen und gewerbliche Objekte in der Region und bündelt dabei Leistungen, die sonst häufig auf mehrere Firmen verteilt sind: von der Gebäudereinigung über die Treppenhaus- und Fensterreinigung bis hin zur Pflege von Grün- und Außenanlagen und der Betreuung haustechnischer Anlagen. Immobilieneigentümer und Hausverwaltungen, die einen Hausmeisterservice in Freising und Umgebung suchen, finden in dem Betrieb einen Ansprechpartner für die laufende Pflege ihrer Objekte. Im Interview beschreibt Inhaber Nenad Tomic, wie die einzelnen Leistungsbausteine zusammenhängen und was Auftraggeber bei der Vergabe beachten sollten.

    5 Min. LesezeitLesen
    Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft
    Expertentalk
    Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft

    Wer heute über eine neue Heizung nachdenkt, kommt an der Wärmepumpe kaum vorbei. Steigende Energiekosten, staatliche Förderprogramme und der Wunsch nach klimafreundlichem Wohnen machen die Technik für Eigentümer von Bestandsgebäuden und Neubauten gleichermaßen interessant. Doch wie läuft der Umstieg von der alten Öl- oder Gasheizung in der Praxis tatsächlich ab und worauf sollten Hausbesitzer achten? Die kurze Antwort: in klar geordneten Schritten von der Gebäudeanalyse über Planung und Förderantrag bis zur Montage, die erfahrungsgemäß nur wenige Tage dauert. Antworten aus dem Handwerksalltag liefert Okan Bal, Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebs in Bad Salzuflen, der seit über 15 Jahren Wärmepumpen plant und installiert und bei der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld eingetragen ist. Im Gespräch erklärt er, wie eine Modernisierung Schritt für Schritt gelingt, welche Förderung möglich ist und warum Sanitär und Heizung oft zusammengehören. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär? business-on.de: Herr Bal, stellen Sie sich und Ihren Betrieb kurz vor. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär, und welche Leistungen bieten Sie an?

    6 Min. LesezeitLesen
    SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche
    Arbeitsleben
    SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche

    Das Malerhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. War früher vor allem der klassische Anstrich gefragt, reicht das Spektrum heute von der energetischen Fassadensanierung über die Restaurierung historischer Gebäude bis hin zur Werbetechnik. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Eigentümer erwarten langlebige Ergebnisse und öffentliche Auftraggeber strukturierte Abläufe; bei vielen Sanierungen spielen zudem energetische Fragen eine zentrale Rolle. Parallel dazu sucht die Branche händeringend qualifizierte Fachkräfte. Wie sich diese doppelte Herausforderung meistern lässt, zeigt ein Beispiel aus Sachsen: Die SPEKTRUM Malerwerkstätten GmbH, ein Malerbetrieb aus Chemnitz mit Niederlassung in Dresden, verbindet ein breites Leistungsangebot mit konsequenter Nachwuchsarbeit und steht damit beispielhaft für ein Handwerk im Wandel. Ein Malerbetrieb mit breitem Leistungsspektrum Der Betrieb ist für Kunden in Dresden und Umgebung tätig und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 60 qualifizierte Mitarbeitende. Betreut werden Privatkunden ebenso wie Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Sechs Leistungsfelder bilden das Angebot: Maler- und Tapezierarbeiten, Fassadenarbeiten, Bodenbeläge, Fallschutzbeschichtungen, Objektrestaurierung und Werbebeschriftung. Damit deckt das Unternehmen ein Spektrum ab, das deutlich über das Angebot eines klassischen Malerbetriebs hinausgeht. Wer für ein Bauvorhaben einen Maler mit Erfahrung in Dresden sucht, findet hier einen Ansprechpartner für all diese Gewerke von der einzelnen Renovierung bis zur umfassenden Sanierung.

    6 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite