E-Commerce·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
7. November 2023

ArmedAngels holt sich E-Commerce-Größe Marcus Diekmann ins Team 

Der nun verkündeten Kooperation ist eine der ungewöhnlichsten Jobsuchen unter Einbeziehung von Social Media vorausgegangen. Im April hatte Diekmann über Linkedin verkündet, sich wieder in einer Managementposition aufstellen lassen zu wollen. “Neuer Job, neue Challenge“ titelte Diekmann in seinem Post dazu im April 2023. Und weiter: “Ich habe mich entschieden und werde es noch einmal machen. Ich bin nun bereit für einen neuen Job , eine neue Passion und Leidenschaft.”

Zuvor hatte sich der auf Transformation spezialisierte E-Commerce-Experte durch führende Positionen bei mittelständischen Unternehmen wie BetterBed, Rose Bikes und zuletzt P&C Düsseldorf einen Namen in der Branche gemacht. Zusätzlich fungiert(e) Diekmann in zahlreichen “Nebenjobs” als Beirat unter anderen für den Shopsoftware-Hersteller Shopware oder für BabyOne, ein familiengeführtes Omnichannel-Unternehmen im Franchise-System für Baby- und Kleinkind-Produkt, als Markenbotschafter für Vorbilds-Unternehmen wie Scala, die ROQQIO a Remira Company und für charles, als Investor für Start-ups wie zum Beispiel Dermanostics und Whyzzer und gründete des Weiteren 2022 zusammen mit Johannes Kliesch, Julian Rauch, Benjamin Diedering und Marc-Niclas Janz die FoundersLeague als aufstrebende Plattform für Starups und Gründer:innen in Deutschland, Österreich und der Schweiz.

Jobsuche neu gedacht: Marcus Diekmann macht Bewerbungsprozesse transparent

Er habe vor der Bekanntmachung “super intensiv darüber nachgedacht, ob ich nochmal als Geschäftsführer durchstarten möchte oder deutlich kürzer treten und mich auf meine „Nebenjobs“ als Investor, Beirat und Markenbotschafter fokussiere”.

Zusammen mit dem ManagerMagazin machte Diekmann über den Zeitraum von sechs Monaten seine Jobsuche transparent; über 1.600 Nachrichten seien in dieser Zeit eingegangen. “Viele Menschen, auch in Führungspositionen, haben mir geschrieben, dass sie meine Reise inspiriert habe und sie aus meinen geteilten Erfahrungen viel lernen konnten. Das stärkt mich natürlich, denn nicht immer war ich mir selbst so sicher, dass dies der richtige Weg ist. “

Denn die Neuausrichtung war für Diekmann rückwirkend ein schwieriger Prozess gewesen. “Vor allem Rose war wie eine große Liebe gewesen”, so der Unternehmer. “Ich habe nicht nur gearbeitet, ich habe meine Aufgaben dort geliebt und gelebt.” Danach sei er in ein Loch gefallen – die persönliche Neuausrichtung sei eine seiner härtesten Journeys gewesen. Sein Coach Wolfgang Wanning habe ihm dabei geholfen, herauszufinden, wo er stehe, was er wolle und seine Stärken besser zu verstehen.

Perfect match: “Bei ArmedAngels passt alles!”

Für den neuen Job erstellten beide klare Anforderungen:

1) Purpose: “Ich möchte mich persönlich nur noch für Unternehmen engagieren, die nicht „nur einfach“ Produkte herstellen und verkaufen, sondern diese Welt besser machen.”

2) Performance Kultur: “Gemeint ist eine Kultur, die Ownership und Leadership zulässt und fördert.”

3) Offenheit, Authentizität und Ehrlichkeit – “Ich werde keine Zeit für politische Machtkämpfe verschwenden, oder für Egoismus – wirklich nicht. Dann rocke ich lieber in der Zeit gemeinsam mit dem Team.”

Schon bei der Aufstellung dieser Punkte sei das Fashionlabel ArmedAngels aufgepoppt. “Martin und ich kennen uns schon lange, ich bewundere ihn als Business-Typ, seinen Mut und seine Entschlossenheit, mit der er ArmedAngels gegründet hat, lange bevor Themen wie Nachhaltigkeit und Fairtrade überhaupt in der Mode angekommen waren. Mit Leidenschaft und einer Vision ist ein Label entstanden, das heute als Vorreiter in Sachen Stilbewusstsein, Modernität und vor allem auch Awareness, Zukunft und Verantwortung gilt.”

Martin Höfeler sei es auch gewesen, der Diekmann Mut zugesprochen hatte, das Projekt “Löwe sucht Höhle” – so der Name der begleitenden Reihe des ManagerMagazins – zu starten. Kurz darauf habe ihn der ArmedAngels-CEO gefragt, “warum machen wir eigentlich nichts zusammen?”.

“Ich hatte sofort das Kribbeln im Bauch, das ich mir von meinem Job erhofft hatte”, gesteht Diekmann. Im Rahmen der Jobreise hatten 36 Unternehmen, darunter sowohl Konzerne als auch Startups, Diekmann Angebote für eine Kooperation zukommen lassen. “Davon waren zwölf für mich relevant.” Doch so richtig gepasst hatte es bei keinem der potenziellen Arbeitgeber. 

Hingegen sei ArmedAngels für Diekmann ein “perfect match”. “Mein Hauptaugenmerk hinsichtlich meiner neuen Tätigkeit lag auf dem Thema Nachhaltigkeit. Und das ist nun mal die Kern-DNA von ArmedAngels.” Auch bezüglich der Unternehmenszahlen passt für Diekmann alles:

ArmedAngels hat mit einem Volumen von 77 Millionen Euro in 2022 in den letzten drei Jahren die Umsätze verdoppelt. 2007 in Köln gestartet, ist das Unternehmen seit 2011 profitabel und ist aus eigener Kraft stark gewachsen.

Marcus Diekmann: “Martin hat ein krasses Gespür für die Marke – ich kann besser verkaufen”

Einziger Wermutstropfen: Für Diekmann eine Position innerhalb des Unternehmens zu finden, in der er seine Stärken ausspielen kann, ohne Höfeler als CEO in die Quere zu kommen. Das sei mit der Doppelposition als Strategic Advisor und Beiratsmitglied gegeben. “Wir ergänzen uns so gut. Martin hat ein krasses Gespür für die Marke, ich bin dafür besser im Verkauf”, so Marcus Diekmann augenzwinkernd.

“Ich bin fest davon überzeugt, dass wir gemeinsam wirklich etwas bewegen und für die Sache lauter werden müssen. Ich freue mich riesig auf die Zusammenarbeit mit dem Team von ArmedAngels, das sehr professionell aufgestellt ist und in dem sehr viel Knowhow steckt. Gemeinsam bauen wir auf den Erfolg der Vergangenheit auf”, freut sich der frisch gebackene Unternehmensengel.

In den kommenden Monaten möchte Diekmann sich vor allem um das Team kümmern und dazu Gespräche mit jedem der 160 Mitarbeiter führen, um dann in vier Monaten das Strategiepapier “Grow to Matter” der Öffentlichkeit vorzustellen.

Auch Martin Höfeler ist glücklich über die Verstärkung: “Wir wollen die nächste Evolutionsstufe zünden, dafür ist Marcus als Transformationsgenie optimal geeignet. Unsere Vision ist es, mit nachhaltigerer Mode eine globale Relevanz zu bekommen und die Konsumenten von unseren Produkten und unserer Marke zu überzeugen. Dafür brauchen wir zum einen Größe und zum anderen Bekanntheit. Wir entwickeln eine nachhaltige Wachstumsstrategie und werden damit zum Vorreiter in der Modeindustrie. Marcus ist idealer Sparringspartner und Impulsgeber für diesen Prozess. “

Teilen:
Weitere Artikel
Rabatte mit Strategie: Wie Gutscheinmarketing im E-Commerce profitabel bleibt
Business
Rabatte mit Strategie: Wie Gutscheinmarketing im E-Commerce profitabel bleibt

Rabattaktionen gehören inzwischen zum festen Instrumentarium vieler Onlineshops. Sie können neue Kunden gewinnen, Kaufentscheidungen beschleunigen und den Absatz ausgewählter Produkte erhöhen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass häufige Preisnachlässe die Marge belasten und Kunden daran gewöhnen, nur noch mit einem Gutschein zu bestellen. Erfolgreiches Gutscheinmarketing besteht deshalb nicht darin, möglichst hohe Rabatte zu verteilen. Entscheidend ist eine Strategie, bei der Zielgruppe, Zeitpunkt, Mindestbestellwert und wirtschaftliches Ziel aufeinander abgestimmt werden. Warum Kunden vor dem Kauf nach Gutscheincodes suchen

6 Min. LesezeitLesen
ZEG Berlin: Vom Ost-Berliner Forschungsinstitut zum europäischen Spezialisten für Real-World Evidence
Business
ZEG Berlin: Vom Ost-Berliner Forschungsinstitut zum europäischen Spezialisten für Real-World Evidence

Wenige Berliner Unternehmen verbinden die jüngere deutsche Geschichte so unmittelbar mit einem hochspezialisierten, international gefragten Geschäftsfeld wie die ZEG Berlin GmbH Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung. Aus einem Forschungsinstitut der DDR-Akademie der Wissenschaften ist binnen drei Jahrzehnten ein Beratungs- und Forschungsunternehmen geworden, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen in ganz Europa bei sicherheitsrelevanten Studien begleitet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet auf der Unternehmensseite zeg-berlin.de Einblicke in Expertise, Leistungsspektrum und aktuelle Publikationen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer aus anderen Branchen lohnt der Blick auf ZEG Berlin auch deshalb, weil das Beispiel zeigt, wie sich aus einer historischen Umbruchsituation heraus ein tragfähiges, hochspezialisiertes B2B-Geschäftsmodell entwickeln lässt. Wurzeln im geteilten Berlin: von der Akademie der Wissenschaften zur eigenständigen GmbH Die Geschichte von ZEG Berlin beginnt nicht 1990, sondern schon in den 1960er-Jahren am epidemiologischen Studienzentrum der Humboldt-Universität Berlin an der Charité. Dort arbeiteten die Epidemiologen Professor Siegfried Boethig und Professor Lothar A. J. Heinemann an bevölkerungsbezogenen Querschnittsstudien, zunächst mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Gesundheit. Boethig leitete zudem zeitweise die Cardiovascular Disease Unit der Weltgesundheitsorganisation in Genf. In dieser Zeit wirkten die Berliner Epidemiologen an internationalen Projekten wie der WHO-MONICA-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem WHO-OC-Projekt zu oralen Kontrazeptiva und dem globalen INTERSALT-Projekt zum Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruck mit. Ergänzend liefen an dem Institut die Präventionsprogramme CANON und CINDI, die auf die Vorbeugung nicht übertragbarer Erkrankungen zielten.

6 Min. LesezeitLesen
Einzelunternehmen gründen – der Praxisguide für 2026
Business
Einzelunternehmen gründen – der Praxisguide für 2026

Wer ein Einzelunternehmen gründen möchte, braucht weder Mindestkapital noch einen Gesellschaftsvertrag. Als natürliche Person können Sie direkt starten. Die Anmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung über das Finanzamt genügen, die Gründungskosten bleiben meist unter 100 Euro. Dieser Praxisguide führt Sie Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess 2026, liefert konkrete Steuervergleiche, zeigt Haftungsrisiken samt Gegenmaßnahmen und erklärt aktuelle Anforderungen wie die E-Rechnung-Pflicht. Das Wichtigste im Überblick Ein Einzelunternehmen lässt sich 2026 ohne Mindestkapital und Gesellschaftsvertrag gründen. Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung kosten zusammen meist unter 100 Euro.

11 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite