Hohe Erwartungen an den Staat – 77 % der Deutschen vertrauen auf Hilfe

Die Deutschen vertrauen auf ihren Staat und seine Institutionen. Zumindest rechneten bisher 77 % der befragten Arbeitnehmer damit, dass die Bundesagentur für Arbeit und die Regierung Menschen beim Jobverlust finanziell unterstützt oder hilft, einen neuen Job zu finden. Im europäischen Vergleich waren die Arbeitnehmer von nur zwei anderen Ländern zuversichtlicher: Norwegen (82,2 %) und Österreich (84,9 %). Im vom Virus hart-getroffenen Italien sah sich mehr als die Hälfte der Bevölkerung beim Jobverlust hingegen auf sich selbst gestellt (53,6 %). Das zeigen die Befragungsergebnisse des Randstad Arbeitsbarometers (Hj.1/2020), das Arbeitnehmer kurz vor den Lockdown-Maßnahmen befragte.
Angst vor Jobverlust
Es ist jetzt schon zu beobachten, dass in vielen Ländern die Arbeitslosigkeit steigt und in den nächsten Monaten weiter zunehmen wird. In Deutschland hat sich die Arbeitslosenzahl laut Arbeitsagentur im April um 308.000 auf 2.644.000 gesteigert und gegenüber dem Vorjahr um 415.000 erhöht – ein historisches Plus. Im März und bis zum 26. April 2020 gingen zudem bei den Agenturen für Arbeit 751.000 Anträge auf Kurzarbeit für insgesamt bis zu 10,1 Millionen Personen ein. „Noch vor der Krise hielten nur 10,2 % der Befragten im Arbeitsbarometer die Wahrscheinlichkeit für hoch, ihren Job zu verlieren“, sagt Carlotta Köster-Brons, Leiterin des Randstad Hauptstadt Büros. „Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert nun steigt.“
Wirtschaft ankurbeln
Um die wirtschaftlichen Einbußen so gering wie möglich zu halten und den Menschen Verlustängste zu nehmen, ist ein schneller und sicherer Neustart der Wirtschaft erforderlich. „Je besser sich Unternehmen jetzt aufstellen und Erwartungen und Ängste von Arbeitnehmern berücksichtigen, desto größer sind die Erfolgsaussichten in der neuen Arbeitswelt zu bestehen – und damit auch die Wirtschaft wieder anzukurbeln“, sagt Carlotta Köster-Brons. „Der wirtschaftliche Erfolg des Einzelnen ist an das Wohl der Gemeinschaft geknüpft. Die Wirtschaftszweige vieler europäischer Länder sind miteinander verflochten. Der beste Weg in die neue Normalität ist also ein gemeinsamer.“
ots
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