Forecasting

„Forecasting“ in Bezug auf Produkte

Am spannendsten gestaltet sich das „Forecasting“-Verfahren, wenn man damit die Absatzmöglichkeiten verschiedener Produkte für einen bestimmten Zeitraum in der Zukunft bestimmen möchte. Vor allem wenn es darum geht, neue Produkte auf den Markt zu bringen, ist eine langfristige Prognose vonnöten. Bevor also die Produktion gestartet wird, macht es Sinn, „Forecasting“ in die Planung einzubeziehen. Hierbei spricht man von der sogenannten „Delphi-Methode“ – eine Schätzmethode, mit der Trends besser eingefangen und eingeschätzt werden können.

Auf einen Zug aufspringen oder nicht?

„Forecasting“ gibt also Aufschluss darüber, ob man auf einen anrollenden Zug aufspringen oder diesen besser passieren lassen sollte. Doch nicht nur die Erfolgsaussichten von neuen Produkten können auf diesem Weg geprüft werden, sondern auch variantenreiche. Ein solches gestuftes Vorgehensmodell unterliegt hierbei dem hybriden Ansatz.

Die Entwicklung von Teilzielen, Strategien und Lagerbeständen

Neben den Produkten können auch Teilziele oder langfristige Strategien mit Hilfe von „Forecasting“ erforscht werden. Bei Letzterem handelt es sich um das Relevanzbaum-Verfahren. Möchte ein Unternehmen eine Lagerbestandsprognose oder eine Umsatzprognose vornehmen, spricht man in der Betriebswirtschaft ebenfalls von „Forecasting. Bei einer Umsatz- bzw. Trendprognose geht man im Übrigen davon aus, dass die Bedingungen stabil bleiben.

Anwendungsbereiche von Prognosen in der Betriebswirtschaft

  • Absatzprognosen unter Berücksichtigung spezifischer Teilmärkte
  • Vorhersage nicht steuerbarer Produktionen und Stromnetzlasten
  • Ableitung von Teilzielen und Strategien
  • Vorhersage von Absatzmöglichkeiten und Marktpotenzialen für neue Produkte (Delphi-Methode)
  • Absatzprognose variantenreicher Produkte
  • Vorhersage von Preisschwerpunkten und der Inflationierung

Anwendungsbereiche von Prognosen in der Volkswirtschaft

Auch in der Volkswirtschaft spielen Prognosen eine wichtige Rolle. Sie werden üblicherweise im Frühjahr und im Herbst erstellt (für das laufende und das kommende Jahr). Dabei erstrecken sich mittelfristige Prognosen über wenige Jahre, Langzeitprognosen über Jahrzehnte. Meistens handelt es sich bei den Prognose-Institutionen um öffentlich-rechtliche Einrichtungen. Wichtige Bereiche sind dabei:

  • Gemeinschaftsdiagnosen der Wirtschaftsforschungsinstitute
  • Konjunkturprognosen
  • Prognose von Kursverläufen (Wechselkurse, Börsenkurse)

Darüber hinaus spielen Prognosen auch in der Logistik, der Produktionsplanung und beim Transport eine wichtige Rolle.

Aktualisiert im August 2022

Teilen:
Weitere Artikel
Nachfolgekrise im Mittelstand: Warum immer mehr Betriebe vor dem Aus stehen
Aktuell
Nachfolgekrise im Mittelstand: Warum immer mehr Betriebe vor dem Aus stehen

Viele Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen stehen vor einer Entscheidung, die sich nicht aufschieben lässt: Wer führt den Betrieb weiter, wenn der Inhaber ausscheidet? Laut KfW streben Eigentümer bis Ende 2029 im Jahresdurchschnitt rund 109.000 Unternehmensnachfolgen an. Zugleich planen oder erwägen Inhaber jährlich etwa 114.000 Geschäftsaufgaben. Beides sind hochgerechnete Absichten, keine bereits vollzogenen Übergaben oder Schließungen. Dass immer mehr Unternehmer in den Ruhestand gehen, erklärt allerdings nur einen Teil des Problems. Ein Betrieb kann seit Jahrzehnten am Markt etabliert sein und dennoch schwer einen Käufer finden – etwa weil Erträge, Kaufpreisvorstellungen und Investitionsbedarf nicht zusammenpassen. Damit stellt sich auch die Frage, welche Folgen ausbleibende Übergaben für Beschäftigte, Regionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Mehr Stilllegungspläne als Nachfolgewünsche: Wie groß ist das Problem?

Lesen
Empathie und Struktur: Die stille Professionalität im Bestattungswesen
Ratgeber
Empathie und Struktur: Die stille Professionalität im Bestattungswesen

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gerät die gewohnte Welt aus den Fugen. Für die Angehörigen steht die Zeit für einen Moment still, während Schmerz, Leere und Ratlosigkeit den Alltag überlagern. Gleichzeitig verlangt genau dieser sensible Augenblick viele sachliche Entscheidungen. Formulare müssen ausgefüllt, Fristen beachtet und erste Schritte in die Wege geleitet werden. In diesem Spannungsfeld zwischen persönlicher Trauer und praktischen Notwendigkeiten übernimmt das Bestattungswesen eine zentrale Aufgabe. Mit Ruhe, Einfühlungsvermögen und einer verlässlichen Ordnung schaffen Bestatter in den ersten Stunden den nötigen Halt. Sie nehmen den Angehörigen die Last der Organisation von den Schultern, damit Raum bleibt für das, was jetzt wirklich zählt: ein würdevolles und persönliches Abschiednehmen.

4 Min. LesezeitLesen
Zwischen Anteilnahme und Arbeitsalltag: Ein Leitfaden für Trauerfälle im Team
Arbeitsleben
Zwischen Anteilnahme und Arbeitsalltag: Ein Leitfaden für Trauerfälle im Team

Der Tod eines nahen Menschen reißt Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Erleidet ein Mitarbeiter einen solchen Schicksalsschlag, bleibt diese Erschütterung nicht an der Bürotür stehen. Tiefe persönliche Trauer und die Anforderungen des Berufslebens treffen unvermittelt aufeinander. In diesem Moment geraten gewohnte Abläufe ins Wanken. Für Vorgesetzte entsteht eine Situation, auf die herkömmliche Management-Leitfäden selten vorbereiten. Es geht darum, Raum für Schmerz und Rückzug zu schaffen, während der Betrieb geordnet weiterlaufen muss. Gelebte Unternehmenskultur zeigt sich nicht in Erfolgsphasen, sondern im Umgang mit menschlichen Krisen. Echtes Verständnis, Verlässlichkeit und der Verzicht auf leere Floskeln geben Halt und beweisen, dass die Menschen hinter den Arbeitsergebnissen an erster Stelle stehen.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite