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business-on.de Redaktion
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14. Dezember 2022

Der Hype um Decentralized Finance erklärt

Gehandelt werden auf diesen Plattformen in erster Linie Kryptowährungen mit anderen Kryptowährungen. Schnell, unbürokratisch und ertragreich soll es ablaufen. Da die meisten Plattformen auf der Blockchain von Ethereum basieren, steht der Kauf, Verkauf, Tausch und Verleih von Ethereum-Token im Mittelpunkt. Wo man Ethereum kaufen kann, dafür gibt es im Internet viele Anlaufstellen.

Was genau ist Decentralized Finance?

Decentralized Finance, kurz DeFi, beschreibt eine Reihe von Handelsinstrumenten und Handelsplattformen, die ohne zentrale Börsen, Broker und Plattformen auskommen. Möglich macht es die Blockchain-Technologie. Diese „Decentralized Exchanges“ (DEX) gehören keinem Unternehmen, keiner Person und keinem Institut. Alle Transaktionen laufen auf der dezentralen Blockchain ab, werden auf der Blockchain gespeichert und von ihr verifiziert.

Wie genau der Handel abläuft, das bestimmen die Smart Contracts. Das sind programmierte, sich selbst ausführende und überprüfende Verträge. Smart Contracts bieten eine Reihe von Vorteilen. So agieren sie unparteiisch und unvoreingenommen, genau so, wie sie programmiert wurden. Zudem ist deren Programmierung für jeden transparent einsehbar. Vertrauen zwischen den verschiedenen Parteien ist damit nicht notwendig, da jede Partei davon ausgehen kann, dass die Trades genau so ablaufen werden, wie im Smart Contract festgeschrieben.

Liquidität stellen die Nutzer selber bereit. Bei Lending-Plattformen sind es die Nutzer, welche ihre eigenen Kryptowährungen einzahlen und für Kredite zur Verfügung stellen. Sie erhalten dafür eine Rendite. Auf anderen Plattformen ist es der eigene Token, welchen die Entwickler mithilfe verschiedener Anreize als Liquidität bereitstellen. Hier gilt es, vorsichtig zu sein. Auch wenn diese Plattformen dezentral sein sollen, gibt es noch immer Entwickler, welche eine eigene Kryptowährung ausgeben und mit ihren Entscheidungen die DEX beeinflussen können. Dezentralität ist letztlich nur ein hehres Ideal.

Die Entstehungsgeschichte der DEX

Angefangen hatte alles mit der DAO und der MAKER Kryptowährung. DAO ist die Abkürzung für „Decentralized Autonomous Organization“. Hierbei handelt es sich um eine dezentrale verwaltete Organisation mit dem Ziel, auf Ethereum bezogene Projekte zu finanzieren. Die Teilnehmer können ihre eigenen ETH einzahlen und anschließend darüber abstimmen, wofür diese genutzt werden sollen. Gestartet wurde dieses Projekt im Jahr 2015. Wenn Nutzer einen Kredit aufnehmen möchten, dann hinterlegen sie eine Sicherheit in Form einer Kryptowährung und erhalten dafür den DAI-Token. Dieser ist ein Stablecoin und direkt an den Wert eines US-Dollars gebunden.

Es sollte einige Jahre dauern, bis das Angebot an DeFi-Plattformen zunahm. Aave (AAVE) war eine der ersten wirklichen DeFi-Blockchains, wobei auch diese Kryptowährung auf Ethereum aufbaut. Aave ermöglicht die schnelle und unkomplizierte Kreditaufnahme. Hauptsächlich nehmen Trader diese Kredite auf, um an anderer Stelle Kryptowährungen einzukaufen und gewinnbringend zu verkaufen.

Zahlreiche DEX tragen den Zusatz „Swap“ im Namen, darunter SushiSwap, PancakeSwap, Uniswap und viele mehr. „Swaps“ beschreiben den schnellen Tausch von einer Kryptowährung in eine andere. Dabei wollen die Trader sich die Kursunterschiede der Tokens zunutze machen. Solche Swaps müssen schnell gehen, denn im volatilen Krypto-Space können sich die Preise blitzartig ändern.

Zudem hat sich ein Markt für synthetische Derivate entwickelt. Dabei handelt es sich um tokenisierte digitale Assets, welche für einen anderen Wert stehen. Das können Aktien, ETFs, Edelmetalle oder andere Kryptowährungen sein. „Wrapped Bitcoin“ (wBTC) etwa sind Tokens, welche den Wert eines BTC eins zu eins nachverfolgen. Solche Assets werden unter anderem auf Synthetix gehandelt.

Großer Beliebtheit erfreut sich weiterhin das sogenannte „Yield Farming“. Dabei streuen die Anleger ihre Investments auf verschiedene Plattformen und Handelsinstrumente, um den Ertrag zu maximieren. Diese Praxis gilt als sehr gewinnbringend, birgt jedoch auch ein hohes Risiko.

Vorteile und Risiken

Die Vorteile des Decentralized Finance liegen nicht nur in den schnellen und günstigen Transaktionen. Es ist zudem barrierefrei und steht allen offen. Jeder mit etwas Startkapital und einem Internetzugang kann am DeFi teilnehmen, selbst Menschen ohne Zugang zu einem Bankkonto. So jedenfalls in der Theorie.

Die Freiheit, welche die DEX bieten, kommt zu Lasten von geringer Sicherheit. Diese Plattformen sind nicht reguliert und wollen es auch nicht sein. Es gibt keine Finanzaufsichtsbehörden, die vorschreiben, wie der Handel auf einer DEX auszusehen hat. Dafür gibt es auch keine Kontrolle und keine Schutzmechanismen, wobei sich mittlerweile zumindest ein Markt für Krypto-Versicherungen bildet. Auch wenn die DeFi-Plattformen dezentral sein sollten, so befinden sie sich noch immer in der Hand der Entwickler, welche in den meisten Fällen ihre eigene Kryptowährung herausgeben. Diese dient etwa als Zahlungsmittel oder als Governance Token. Dass dadurch Probleme entstehen können, zeigt etwa der Crash der Exchange FTX. Die FTX-Börse hatte ihren eigenen Token als Sicherheit eingesetzt. Das Kartenhaus musste irgendwann zusammenfallen.

Den Hype, den die DeFi-Plattformen vor allem 2020/2021 erlebten, hatte viel mit der Krypto-Blase zu tun. Möglicherweise hatten sie ihren Teil beigetragen, ähnlich wie der ICO-Hype im Jahr 2017. Wie viele von den aktuell bestehenden DEX nach dem Krypto-Winter noch übrigbleiben, bleibt abzuwarten. Das Konzept selbst ist jedoch nicht mehr wegzudenken. Vielleicht entwickeln sich mit der Zeit neue Formen, welche den Menschen überall auf der Welt den Zugang zu Finanzmitteln ermöglichen und somit einen Ausweg aus der Armut bieten.

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