Digitales Marketing – die drei größten Probleme des deutschen Mittelstands

Es sollte sich mittlerweile auch bis Hintertupfingen herumgesprochen haben – am Online Marketing kommt einfach kein Unternehmen mehr vorbei. Leider sieht die Realität im deutschen Mittelstand oft noch völlig anders aus. Die in meinen Augen drei größten Probleme, die deutsche KMUs vom digitalen Marketing-Erfolg zurückhalten, habe ich in diesem Artikel zusammengefasst.
Ach ja, ich spreche damit nur Probleme an, die auch aus eigener Kraft lösbar sind. Hindernisse wie der für Marketer unglaublich behindernde europäischen Datenschutz bleiben außen vor – damit müssen wir alle leben.
Und noch eine Ergänzung: dem aufmerksamen Leser wird auffallen, dass die drei Probleme stark miteinander verwoben sind. Wenn Sie eines angehen, werden sich auch die anderen beiden bessern. Das ist doch mal eine gute Nachricht.
1. Zu wenig Know-how
Fangen wir gleich mit dem größten Hemmschuh an. Der Mittelstand hat flächendeckend keine Ahnung, was für Möglichkeiten modernes Digital-Marketing überhaupt bietet und wie er es erfolgreich einsetzen kann. Klar betreibt man wahrscheinlich eine Facebook-Seite und hat schonmal Geld in Google Ads investiert. Aber wer schöpft die Möglichkeiten des hypergranularen Targetings von Facebook Ads aus? Wer hat sich wirklich eingehend mit Influencer Relations beschäftigt (und damit ist nicht gemeint, eine Modebloggerin zu bezahlen, damit sie mal das Produkt vor die Kamera hält)? Wer nutzt wirklich die semantische Suchmaschinenoptimierung, wer hat sich mit Entitäten beschäftigt, wer hat ein wirklich mal einen Web-Psychologen über die Seiten schauen lassen? Wer hat automatisierte Funnel, die mehr als 2 Follow-Up-E-Mails umfassen?
Meiner Erfahrung nach so gut wie niemand. Mal abgesehen von einigen Start Ups und Online Pure Playern natürlich. Aber das Gros des deutschen Mittelstands weiß gar nicht, wie viel es eigentlich NICHT über digitales Marketing und seine Möglichkeiten weiß. Da liegt unglaublich viel Potenzial begraben.
2. Zu wenig Priorität
Was ist die Folge von diesem Nicht-Wissen? Es fehlt an Dringlichkeit, an Priorität. Online Marketing fristet oft ein Schattendasein im Unternehmen, der „Internet-Nerd“ wird eher belächelt als bei allen Marketing-Entscheidungen einbezogen.
Mitarbeiter auf Konferenzen schicken? Nee, das ist bei uns nicht drin. Mehr Budget von Print zu Online umschichten? Seeehr zögerlich, immerhin will der Chef auch nächste Woche noch seine Anzeige im Wochenblatt sehen (wenn es schon sonst kaum jemand mehr tut).
„Wir planen die Einführung von Social Media Maßnahmen für übernächstes Jahr“ ist ein Satz, den ich auch heute noch immer wieder höre. Genauso wie „Ich mache bei uns das Online Marketing, neben meiner Stelle als Vertriebsassistenz“. Kein Witz, das hat eine Seminarteilnehmerin Wort für Wort so gesagt.
In so einem dynamischen Markt wie dem digitalen Marketing-Sektor ist all das tödlich Agilität und Hochgeschwindigkeit in allen Entscheidungen wären kriegsentscheidend. Und so zieht die digitale Welt langsam aber sicher am Mittelstand vorbei – einfach nur, weil die falschen Prioritäten gesetzt werden.
3. Zu wenig Personal
So, und wenn nun wenig über die Möglichkeiten des Marketings bekannt sind und das Thema auch nicht allzu wichtig genommen wird, warum sollte man dann entsprechend Personal einstellen?
Ach ja, die Ausrede Fachkräftemangel zieht nicht, das betrifft alle. Welche Maßnahmen haben Sie denn ergriffen, um Online Marketing Fachkräfte zu finden? Oder eigene Mitarbeiter in diesem Bereich weiterzubilden? Wie viele Barcamps haben Sie besucht (oder gar veranstaltet), welche Benefits bieten Sie, was macht Sie für Top Online Marketer attraktiv? Jammern hilft nicht.
Gehen Sie ein oder zwei dieser Probleme zeitnah an – drei, wenn Sie alles richtig machen wollen. Denn auch hier gilt mein Lieblingssatz:
„Sie haben die Digitalisierung noch nicht verschlafen. Aber der Wecker hat schon zwei Mal geklingelt und die Nachbarn sind bereits geduscht, angezogen und ready to go…“
Über Felix Beilharz
Felix Beilharz ist „einer der führenden Berater für Online- und Social Media Marketing“ (RTL). Er „zählt zu den besten Rednern Deutschlands“ (Westdeutsche Allgemeine Zeitung). Der Diplom-Wirtschaftsjurist beschäftigt sich seit 2001 mit den Möglichkeiten, die Online-Marketing für Unternehmen bietet. Als Autor hat er 7 Bücher veröffentlicht, die es teilweise, für Fachbücher eine Seltenheit, in die Top 20 der Amazon-Bestsellerliste (gesamt) schafften. Die Fachzeitschrift w&v nennt ihn einen der „Top-Influencer im Online-Marketing“ und einen „digitalen Meinungsmacher, den man kennen sollte“. Für die ZEIT und die Süddeutsche ist er einfach der „Online-Experte“ – daher auch sein Slogan.
Felix Beilharz lehrt Online-Marketing und Social Media an mehreren Universitäten und Hochschulen, trainiert Unternehmen, Behörden und Organisationen und wird in Europa und den USA als Speaker gebucht. Er gilt daher als „einer der bekanntesten Experten für Online-Marketing“ (Rhein-Main-Presse). Eigene Weiterbildungen an den Universitäten Harvard und Cornell sowie die Berufung zum Digital Expert in Facebooks „Lernen mit Facebook“-Digitalkompetenzen-Programm runden sein Profil ab.
Weitere Informationen unter www.felixbeilharz.de
Sascha Zöller
BusinessWenige Berliner Unternehmen verbinden die jüngere deutsche Geschichte so unmittelbar mit einem hochspezialisierten, international gefragten Geschäftsfeld wie die ZEG Berlin GmbH Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung. Aus einem Forschungsinstitut der DDR-Akademie der Wissenschaften ist binnen drei Jahrzehnten ein Beratungs- und Forschungsunternehmen geworden, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen in ganz Europa bei sicherheitsrelevanten Studien begleitet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet auf der Unternehmensseite zeg-berlin.de Einblicke in Expertise, Leistungsspektrum und aktuelle Publikationen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer aus anderen Branchen lohnt der Blick auf ZEG Berlin auch deshalb, weil das Beispiel zeigt, wie sich aus einer historischen Umbruchsituation heraus ein tragfähiges, hochspezialisiertes B2B-Geschäftsmodell entwickeln lässt. Wurzeln im geteilten Berlin: von der Akademie der Wissenschaften zur eigenständigen GmbH Die Geschichte von ZEG Berlin beginnt nicht 1990, sondern schon in den 1960er-Jahren am epidemiologischen Studienzentrum der Humboldt-Universität Berlin an der Charité. Dort arbeiteten die Epidemiologen Professor Siegfried Boethig und Professor Lothar A. J. Heinemann an bevölkerungsbezogenen Querschnittsstudien, zunächst mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Gesundheit. Boethig leitete zudem zeitweise die Cardiovascular Disease Unit der Weltgesundheitsorganisation in Genf. In dieser Zeit wirkten die Berliner Epidemiologen an internationalen Projekten wie der WHO-MONICA-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem WHO-OC-Projekt zu oralen Kontrazeptiva und dem globalen INTERSALT-Projekt zum Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruck mit. Ergänzend liefen an dem Institut die Präventionsprogramme CANON und CINDI, die auf die Vorbeugung nicht übertragbarer Erkrankungen zielten.
BusinessWer ein Einzelunternehmen gründen möchte, braucht weder Mindestkapital noch einen Gesellschaftsvertrag. Als natürliche Person können Sie direkt starten. Die Anmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung über das Finanzamt genügen, die Gründungskosten bleiben meist unter 100 Euro. Dieser Praxisguide führt Sie Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess 2026, liefert konkrete Steuervergleiche, zeigt Haftungsrisiken samt Gegenmaßnahmen und erklärt aktuelle Anforderungen wie die E-Rechnung-Pflicht. Das Wichtigste im Überblick Ein Einzelunternehmen lässt sich 2026 ohne Mindestkapital und Gesellschaftsvertrag gründen. Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung kosten zusammen meist unter 100 Euro.
BusinessDer Gründungszuschuss 2026 richtet sich an Empfängerinnen und Empfänger von Arbeitslosengeld I, die sich hauptberuflich selbstständig machen wollen. Die Agentur für Arbeit zahlt bis zu 15 Monate lang finanzielle Unterstützung, in der Summe bis zu rund 20.000 Euro. Der Haken: Es handelt sich um eine Ermessensleistung nach § 93 SGB III. Wer die Voraussetzungen kennt und den Antragsprozess strategisch angeht, erhöht die Chancen auf eine Bewilligung aber spürbar. Key Facts Ermessensleistung nach § 93 SGB III, kein Rechtsanspruch. Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich die Bewilligungschancen aber deutlich steigern.
