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business-on.de Redaktion
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28. September 2023

Michael Pütz: “Unser Ziel ist es, Sprachbarrieren abzubauen”

Kommunikation – Mysterium und absolutes Selbstverständnis in einem. Das Verständigen in der eigenen und zunehmend auch in anderen Sprachen ist von großer Bedeutung, sowohl auf persönlicher als auch auf globaler Ebene. Insbesondere im Zuge der Globalisierung, mit der Grenzen aufgehoben und sprachliche Barrieren überschritten werden, wird Sprache ein Werkzeug, mit dem wir Verbinden schaffen und Kulturen verstehen.

Das ist nicht nur im persönlichen Alltag so. “Eine sichere Verständigung ist in so gut wie allen Situationen des Lebens unerlässlich”, weiß Michael Pütz. Pütz ist Geschäftsführer der in Köln ansässigen Digitalagentur millepondo services. Das Unternehmen ist nur entfernt auf Kommunikation spezialisiert; Pütz und sein seit 2005 wachsendes Team schreiben digitale Erfolgsgeschichten via Softwarecodierung. Als Full-Service Dienstleister entwickelt millepondo Webseiten, Online-Portale und individuelle Softwarelösungen sowohl für den Kleinunternehmer um die Ecke, als auch für Behörden, Kliniken und international agierende Konzerne. So zum Beispiel auch für Dolatel.

Übersetzungsdienstleistungen: “Nachfrage und Anwendungsmöglichkeiten sind endlos!”

Während der 18-jährigen Unternehmenszeit ist Pütz immer wieder auf Verständigungsprobleme gestoßen. Vor zehn Jahren kam Oliver Hautmann, heutiger Geschäftsführer und Inhaber von Dolatel, mit der Idee eines Dolmetscher-Services auf Pütz zu. Das Ziel war, Kommunikation frei von Missverständnissen zu machen und Sprachbarrieren aufhebeln zu können. “Wir von millepondo haben im Kundenauftrag das neue Dolatel-System entwickelt – ich war so überzeugt von dem Service, dass ich mit eingestiegen bin”, so Pütz.

Michael Pütz. Pütz ist Geschäftsführer der in Köln ansässigen Digitalagentur millepondo services und Mitgesellschafter von Dolatel. Bildcredit: Dolatel

Michael Pütz ist Geschäftsführer der in Köln ansässigen Digitalagentur millepondo services und Mitgesellschafter von Dolatel. Bildcredit: Dolatel

Die Nachfrage war sofort da. “Die Anwendungsmöglichkeiten sind endlos, erzählt Michael Pütz: “Im Gericht beispielsweise gewähren Dolmetscher die Rechtssicherheit des Verfahrens, in Kliniken müssen Diagnosen und Therapieverordnungen unmissverständlich transportiert werden können und im Business allgemein wird – auch als eine Konsequenz des Fachkräftemangels – wird eine globale Vernetzung immer wichtiger.”

Zu den Anfängen wurde noch händisch und wenig bis kaum skalierbar eine analoge Plattform für Dolmetscher angelegt. “Das war mit viel Aufwand verbunden, um auch für jeden Kunden das passende Match anbieten zu können”, erinnert sich Pütz im Gespräch mit Business-on.de.

Mittlerweile ist aus Dolatel ein KI-unterstütztes Netzwerk geworden, das über 300 registrierte Kunden mit über 600 Dolmetschern vernetzt. 120 Sprachen können dabei angeboten werden. Welche Sprachen in Zukunft die größte Nachfrage haben, kann Pütz nicht beantworten. Die Bedarfe ändern sich dynamisch und fallbezogen mit politischen Konflikten wie zwischen der Ukraine und Russland oder die Flüchtlingswellen aus Syrien. Immer seien es auch Themen, von denen man die Wichtigkeit nicht auf dem Schirm hatte. “Ob Anfragen beim Gesundheitsamt über Abklärung zur Medikamentengabe bis zum Bewerbungsgespräch ist faktisch alles dabei”, so Pütz. Des Weiteren wachse die Nachfrage von Unternehmen, die zunehmend fremdsprachige Mitarbeiter beschäftigen. “Und auch global agierende Unternehmen fragen vermehrt nach unseren Dienstleistung.”

Angst vor KI? “Nein! Sprache lebt von Emotionen und die kann eine Maschine nicht vermitteln!”

Das Schöne an dieser Arbeit sei definitiv das Zusammenbringen von Menschen. “Durch das Aufheben der Sprachbarrieren bewirkt die Arbeit sofort etwas Gutes.” Und sie habe immer mit Menschen und Emotionen zu tun. Dazu erzählt Pütz auch direkt von einer Situation, bei der im Krankhaus die Einlieferung eines Kindes mitbekam, der bei einem Unfall verletzt worden war. “Da eine Verständigung nicht möglich war, konnten auch die Eltern des Mädchens nicht benachrichtigt werden.” Michael Pütz habe daraufhin Kontakt zu seinem Dolatel-Netzwerk aufgenommen und so einen geeigneten Dolmetscher für die Klärung organisieren können. “Das hat mir klar gezeigt, wie essentiell wichtig eine problemlose Verständigung ist – nicht nur beruflich, sondern eben auch in unzähligen Situationen des Alltags.“

“Darum glaube ich nicht, dass die direkte Arbeit des Dolmetschens in naher Zukunft einfach zu 100% durch maschinelle Steuerung ersetzt werden kann, auch wenn sich die Arbeit durch den Einsatz von KI beginnt zu verändern.” Eine KI-basierte Live-Verdolmetschung Übersetzung sei von den Kunden auch gar nicht gewünscht. Dabei sei es weniger eine Ablehnung dieser moderne Technologien als mehr die Erfahrung aus dem täglichen Leben: ”Sprache lebt von Intonation und vor allem von Emotionen – das kann durch Maschinen, so viel AI auch in ihnen schlummert – noch nicht annähernd so gewährleistet werden”, ist sich Michael Pütz sicher. “Insbesondere um die vielen kleinen kulturellen Nuancen passend und verständlich zu kommunizieren, sind native Speaker mit den entsprechenden Wurzeln und einem qualifizierten Background wichtig.”

Darum verpflichtet die Dolatel GmbH auch nur professionell ausgebildete Dolmetscher, um dem Kundenanspruch gerecht zu werden. “Das Ziel ist heute dasselbe wie vor zehn Jahren: schnelle, unkomplizierte und menschennahe Kommunikationslösungen anbieten!”

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