Wohnmobil kaufen: so sucht man sich das richtige Modell aus

Was ist besser: ein Neukauf oder ein Gebrauchtkauf?
Ein Neukauf bringt natürlich einen schnellen Wertverlust mit sich, bewahrt allerdings vor versteckten Mängeln gebrauchter Fahrzeuge. Gerade beim Gebrauchtkauf ist einiges zu beachten: Sind am Fahrzeug im Innenraum oder an der Karosserie Schäden oder Mängel zu entdecken? Sind die Aufbauten auch wirklich dicht? Undichte Aufbauten können bei Regen zu feuchten Überraschungen führen. Auch sollten die Aufbauten rostfrei sein. Auf einer Probefahrt kann man Mängel erkennen, die am geparkten Fahrzeug nicht zu sehen sind. Längst nicht alle gebrauchten Wohnmobile erfüllen geltende Abgasnormen. In der Konsequenz lauern Fahrverbote in Umweltzonen. Man sieht: Nur mit gründlicher Planung sollte man Wohnmobile kaufen.
Grundlegende Fragen vor dem Kauf
Es gibt eine Reihe von Fragen, deren Antworten unpassende Modelle ausschließen. Im folgenden werden die wichtigsten Fragen angesprochen und erläutert.
Welcher Führerschein ist erforderlich?
Wohnmobile gibt es in diversen Gewichtsklassen. Eine wichtige Grenze markiert das zulässige Gesamtgewicht von 3,5 Tonnen. Bis zu diesem Gewicht darf ein Wohnmobil mit dem Führerschein EU der Klasse B gefahren werden. Zusätzlich darf noch ein Anhänger bis 750 Kilogramm angekoppelt werden. Überschreitet die eingetragene Auflistung die Grenze von 3,5 Tonnen, ist der Führerschein Klasse B nicht mehr ausreichend.
Wie viele Schlafplätze werden benötigt?
Wie bei einem normalen Auto nach der Anzahl der Sitzplätze zu fragen, ist zu kurzsichtig. Schließlich ist das Wohnmobil auch zum Übernachten gedacht. Und für jeden Schlafplatz gibt es auch einen Sitzplatz.
Wie soll die Innenausstattung aussehen? Was wird benötigt?
Dies betrifft die Küche, das Bad, die Toilette, den Schlafkomfort, Sitzgelegenheiten, Heizung, … Die Möglichkeiten für die Gestaltung der Küche reichen von der Kochnische bis zur kleinen Küche. Das Raumangebot setzt hier natürlich Grenzen. Dies gilt auch für das Bad. Hier reichen die Möglichkeiten vom Längsbad über das Heckbad bis zum Raumbad. Bei der Heizung muss man unterscheiden zwischen Gasheizung, Luftheizung oder Wasserheizung. Jedes der genannten Konzepte hat seine eigenen Vor- und Nachteile.
Wie soll das Wohnmobil beschaffen sein?
Die Modellvielfalt der Wohnmobile lässt kaum Wünsche offen. Viele Alternativen schaffen aber auch Raum für Fehlentscheidungen. Ein Überblick über die Modellvarianten ist deshalb unabdingbar. Die günstigste Variante ist der Kastenwagen, häufig ein umgebauter VW-Bus. Kastenwagen haben eine minimale Ausstattung und sind für höchstens zwei Personen geeignet. Dafür sind sie schon vergleichsweise günstig zu haben, sprich ab 30.000 Euro. Weiter geht es mit den Alkoven-Wohnmobilen mit einer Schlafnische über der Fahrerkabine, gedacht für zwei bis vier Personen, über teilintegrierte Wohnmobile bis zu vollintegrierten Modellen, die bereits als luxuriös zu bezeichnen sind.
Sind größere Touren geplant oder werden nur Kurztrips unternommen?
Größere Touren bedeuten autarkes Camping. Dies bedeutet die Selbstversorgung mit Frischwasser, die Entsorgung von Schmutzwasser, die Selbstversorgung mit Strom und Gas. Sind nur Kurztrips geplant, wäre zu überlegen, das Wohnmobil nur zu mieten. Diese Variante bewahrt vor teuren Fehlentscheidungen beim Kauf. Außerdem kann man mit einem gemieteten Wohnmobil in Erfahrung bringen, ob das Campen mit dem Wohnmobil die passende Urlaubsform ist.
- Titelbild: Foto von Nubia Navarro (nubikini)
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