Zukunft der Arbeit spaltet Führungskräfte und Mitarbeiter

Die Daten zeigen, dass die meisten Organisationen zwar erkannt haben, welche Maßnahmen sie für die Modernisierung ihrer Arbeitsmodelle in den einzelnen Sektoren priorisieren müssen, viele sind aber noch nicht in der Lage, diese effektiv umzusetzen.
Remote-Arbeit beeinträchtigt die Unternehmensleistung
Die Befragung von weltweit 1.146 leitenden Angestellten sowie 1.400 Mitarbeitern belegt, dass eine Mehrheit der Befragten die während der Pandemie erfolgte Zunahme von Remote-Arbeit kritisch beurteilt. 74% sehen dadurch die Unternehmensleistung beeinträchtigt und 76% bezeichnen Homeoffice als Herausforderung für die Angestellten. Und für 60% der Personalchefs hat sich das Wohlbefinden der Mitarbeiter im Laufe der Pandemie verschlechtert.
So sind nur 23% der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter beim Punkt Employee Experience mit ihrem Arbeitgeber zufrieden, während bei den CEOs immerhin 64% ihrem Unternehmen ein gutes Zeugnis ausstellen. Dieses unterschiedliche Stimmungsbild auf Seiten der Mitarbeiter spiegelt einen schwerwiegenden Mangel an Vertrauen wider: Nur 38% erklären, dass ihr Arbeitgeber ihre Gesundheit und ihr Wohlbefinden in vollem Umfang schätzt, und lediglich 23% arbeiten sehr gerne für ihr Unternehmen.
Arbeitsmodelle müssen hybrid, flexibel und sicher sein
Neben der Diskrepanz zwischen Arbeitgebern und Belegschaft bei der Einschätzung der Employee Experience zeigt die Studie auch erhebliche Unterschiede in der Einstellung der Beschäftigten zu ihren persönlichen Arbeitsvorlieben. Demnach bevorzugen Arbeitnehmer, wenn sie die Wahl zwischen Homeoffice, hybrider Arbeit und Arbeit im Büro haben, diese Optionen zu fast gleichmäßigen Teilen. Dieses Ergebnis steht im Widerspruch zu der in der Studie von 73% der Unternehmen vertretenen Ansicht, dass Mitarbeiter lieber im Homeoffice arbeiten.
„Derzeit dreht sich alles um das Homeoffice – aber die tatsächlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter sind viel komplizierter, und jedes Versäumnis, diese Tatsache präzise zu bewerten und darauf zu reagieren, stellt ein ernsthaftes Risiko für Unternehmen dar“, kommentiert Kai Grunwitz, Geschäftsführer von NTT Ltd. in Deutschland. „Wir haben festgestellt, dass die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben und die Pendelzeiten die beiden wichtigsten Faktoren sind, die die Menschen bei der Entscheidung für einen Arbeitsplatz berücksichtigen, sodass eine gute Personal- und Arbeitsplatzstrategie ein echter Wettbewerbsvorteil sein wird.“

Employee Experience als Basis für unternehmerisches Handeln
Die Studie zeigt auch, dass in Unternehmen, die bereits zusammen mit der Belegschaft entwickelte Arbeitsplatzstrategien anwenden, die Zufriedenheit der Mitarbeiter mit der Employee Experience auf das Doppelte ansteigt. Es ist also für Organisationen besonders wichtig, dass sie ihr unternehmerisches Handeln auf Basis gesicherter Einschätzungen der Mitarbeiter ausrichten. Doch davon sind die Unternehmen noch weit entfernt: Daten aus strukturierten Mitarbeiterbefragungen nach der Voice-of-Employee-Methode (VoE) und aus Arbeitsplatzanalysen priorisieren Unternehmen jeweils nur zu etwa 44%. Und lediglich 37% der Organisationen nutzen strukturierte VoE-Programme und 37% Echtzeit-Stimmungsanalysen tatsächlich, während 49% noch klassische Mitarbeiterbefragungen verwenden.
Die Studie zeigt außerdem, dass für die Employee Experience noch weitere Aspekte eine wichtige Rolle spielen, die über die alltäglichen Verbesserungen hinausgehen. So vertreten 85% der befragten Mitarbeiter und Führungskräfte die Meinung, dass Umwelt-, Sozial- und Governance-Ziele im Mittelpunkt der Unternehmensagenda stehen sollten. Für 40% der Befragten sind die Ziele und Werte einer Organisation sogar der drittwichtigste Faktor bei der Wahl des Arbeitsplatzes.
Schlussendlich sind laut Studie für die Zukunft der Arbeit fünf Bereiche von entscheidender Bedeutung:
- Sicherheit am Arbeitsplatz
- Förderung von Hybrid- und Remote-Arbeit
- Wohlbefinden der Mitarbeiter
- Verbesserte Employee Experience
- Größere Nachhaltigkeit
„Für mich sind die Ergebnisse ein Aufruf, unser Denken komplett umzustellen“, folgert Grunwitz. „Wichtig ist nicht, was wir tun, um den Arbeitsplatz zu verbessern, sondern wie die Belegschaft tatsächlich davon profitiert – und das kann ein Unternehmen nicht wissen, wenn es nicht über einen ausgereiften Ansatz zur Erfassung der Mitarbeiterstimmung verfügt.“ Überraschenderweise geben laut Report zwei Drittel der Belegschaft an, dass sie noch nicht mit allen Werkzeugen ausgestattet sind, die sie für die Arbeit im Homeoffice benötigen. Und lediglich 45% der Unternehmen sind mit der Eignung ihrer Büroräume für hybrides Arbeiten sehr zufrieden. Nichtsdestotrotz wollen 80% der Firmen ihre Büroräume in den nächsten zwölf Monaten umgestalten, um ein Arbeitsumfeld zu schaffen, das Innovationen und soziale Kontakte fördert. „Offensichtlich ist man sich auf einer gewissen Ebene bewusst, dass unausgereifte Personalstrategien zur Unzufriedenheit der Mitarbeiter führen und dass sich die Arbeit an den tatsächlichen Bedürfnissen der Menschen orientieren sollte“, so Grunwitz.
- Titelbild: Bild von Ronald Carreño auf Pixabay
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