News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
2. Dezember 2019

Absicherung für die geschäftliche Auslandsreise

Geschäftsreise rechtzeitig vorbereiten

Für die Sicherheit und Gesundheit seiner Mitarbeiter hat der Arbeitgeber nach §§ 618 BGB eine Fürsorgepflicht. Mögliche Risiken und Gefahren der Reise sollten daher rechtzeitig und gründlich mit dem Arbeitnehmer besprochen werden. Die Webseite des Auswärtigen Amtes informiert über die Risikobewertung und die Gefahrenlage verschiedenster Reiseländer. Informationen über mögliche Krankheitsrisiken und gesundheitliche Gefährdungen sollten Sie frühzeitig über die Auskunftsseiten des Robert-Koch-Instituts einholen. Schließlich zählt der unerwartete Krankheitsfall zu den häufigsten Risiken auf einer Auslandsreise. Vor jeder Reise sollte man außerdem seinen Impfschutz überprüfen: Je nach Reiseziel ist eine Hepatitis-, Tollwut- oder Gelbfieber-Impfung sowie eine Malariaprophylaxe sinnvoll. Auch die Standardimpfungen, etwa gegen Tetanus, sollten aufgefrischt werden.

Geschäftsreise richtig absichern

Der Aufenthalt in einem Land mit extremen Temperaturen oder Reisebedingungen kann zur körperlichen Herausforderung für die Mitarbeiter werden. Starke Hitze, hohe Luftfeuchtigkeit, der Wechsel von Zeitzonen oder unzureichende hygienische oder sanitäre Bedingungen werden schnell zum Gesundheitsrisiko. Aber auch Zahnschmerzen, Stürze oder Herzinfarkt sind nicht vorhersehbare Risiken, die im Ausland ebenso auftreten können wie in der heimischen Arbeitsumgebung. Die gesetzliche Krankenversicherung übernimmt im Krankheitsfall die anfallenden Kosten allerdings nur innerhalb des Europäischen Wirtschaftsraums in Ländern, mit denen ein Sozialversicherungsabkommen besteht. In den meisten Fällen ist dies mit Einschränkungen verbunden. Rücktransporte aus dem Reiseland sind in der normalen Krankenversicherung grundsätzlich ausgeschlossen. Für die Kosten muss der Arbeitgeber aufkommen – und das kann zum realen Geschäftsrisiko werden. So kostet ein medizinischer Rücktransport aus Griechenland rund 18.000 Euro, ein Transport aus China liegt durchschnittlich bei rund 85.000 Euro. In den USA kostet ein Tag im Krankenhaus rund 2000 Euro – für die Intensivstation fallen sogar bis zu 10.000 Euro an. Insbesondere kleinere Unternehmen kann das schnell an den Rand ihrer Existenz bringen. Arbeitgeber sind daher verpflichtet, die Zusatzkosten einer Auslandsreise-Krankenversicherung als Absicherungen im Ausland über die anfallenden Reisekosten hinaus zu übernehmen.

Welche Versicherung greift wann?

Die gesetzliche Krankenversicherung schützt während aller Geschäftsreisen innerhalb Deutschlands. Darüber hinaus ist europaweit die gesetzliche Unfallversicherung wirksam, sofern der Unfall in klarem Zusammenhang mit der Arbeitsausführung steht.

Geschäftsreisende in Europa sind über die EHIC (European Health Insurance Card) krankenversichert, die allerdings einige Leistungseinschränkungen vorsieht. So sind der im Reiseland üblicherweise zu leistende Eigenanteil, privatärztliche Rechnungen oder ein notwendiger Krankenrücktransport nicht von der EHIC abgedeckt.

Krankheitskosten, die in Ländern anfallen, mit denen kein Sozialversicherungsabkommen besteht – wie etwa den USA oder Thailand – werden von der gesetzlichen Krankenversicherung grundsätzlich nicht übernommen. In solchen Fällen greift die Auslandskrankenversicherung. Sie leistet Kostenerstattung für die ambulante und stationäre Behandlung, für die Medikamente und für einen eventuell notwendigen medizinischen Rücktransport.

Die Prämie für die Auslandskrankenversicherung wird in der Regel nach Reisetagen berechnet. Je nach Größe des Unternehmens liegt sie zwischen 25 Cent und 1 Euro pro Tag. Die Assistance (telefonische Notfallhilfe) ist dabei im Idealfall eingeschlossen. So ist gewährleistet, dass die notwendige Hilfe schnell und effizient auf den Weg gebracht werden kann. Übrigens: Auch Geschäftsführer oder Gründer, die auf Dienstreisen ja weder angestellt noch privat im Ausland unterwegs sind, sollten unbedingt eine Auslandsreisekrankenversicherung abschließen!

Geschäftsreise sinnvoll buchen

Im Idealfall wird die Geschäftsreise direkt über das Unternehmen gebucht. Dadurch liegen im Ernstfall alle Reiseunterlagen vor und Hilfe lässt sich schnell und zielgerichtet organisieren kann. Ist die Buchung über den Arbeitnehmer erfolgt, sollten vor Reiseantritt alle wichtigen Informationen (wie Flugnummern, Hotel-Adressen, Transfers und Termine) beim Arbeitgeber hinterlegt werden. Ein kostenloser Eintrag in „Elefand“ – die Elektronische Erfassung von Deutschen im Ausland – kann außerdem eine sinnvolle Maßnahme sein. Dieser Dienst des Auswärtigen Amtes bietet Reisenden im Notfall eine Unterstützung durch deutsche Auslandsvertretungen.

Teilen:
Weitere Artikel
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen
Personal
Elektrosicherheit im Betrieb: Wie DGUV V3 und E-Check vor Ausfällen schützen

Ohne Strom steht der Betrieb still. Ob Server im Büro, Kassen im Verkauf oder Maschinen in der Halle die heutigen Arbeitsabläufe sind stark von elektrischen Geräten abhängig. Eine zuverlässige Stromversorgung ist die absolute Basis für produktives Arbeiten. Doch wo täglich Strom fließt, entstehen oft unsichtbare Gefahren. Ein kleiner Defekt an einem Kabel oder ein unbemerkter Kurzschluss kann weitreichende Folgen haben. Ein plötzlicher Ausfall legt nicht nur die Arbeit lahm, sondern verursacht oftmals auch finanzielle Schäden. Genau hier setzt die betriebliche Elektrosicherheit an. Sie ist keine lästige Pflichtaufgabe, sondern ein wichtiger Teil des unternehmerischen Risikomanagements. Wer mögliche Gefahrenquellen im Blick behält, sorgt für sichere Abläufe und stärkt die langfristige Stabilität des gesamten Betriebs.

4 Min. LesezeitLesen
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen
Verbraucher
Renditeobjekt Heizungskeller: Wie sich Wärmepumpe, Sanierung und Fördermittel wirtschaftlich auszahlen

Die Energieversorgung von Gebäuden rückt zunehmend in den Fokus wirtschaftlicher Überlegungen. Der Heizungskeller spielt dabei eine entscheidende Rolle für den langfristigen Werterhalt von Immobilien und Betriebsstätten. Steigende Energiekosten und veränderte gesetzliche Vorgaben machen eine vorausschauende Planung notwendig. Eine Heizungsmodernisierung ist heute kein reiner Kostenfaktor mehr. Vielmehr handelt es sich um eine strategische Investition in die wirtschaftliche Zukunft eines Gebäudes. Damit sich dieser Schritt auszahlt, ist eine genaue Kalkulation gefragt. Es gilt, die anfänglichen Ausgaben, den langfristigen Nutzen und die verfügbaren staatlichen Förderungen sorgfältig aufeinander abzustimmen.

4 Min. LesezeitLesen
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung
Business
Der reibungslose Standortwechsel: Ein Leitfaden für den Büroumzug ohne Betriebsunterbrechung

Ein neues Büro ist für jedes Unternehmen ein wichtiger Schritt. Oft wächst das Team, es werden modernere Arbeitsflächen benötigt oder die internen Abläufe haben sich gewandelt. Ein solcher räumlicher Wechsel bringt stets frische Impulse für den Arbeitsalltag. Gleichzeitig gibt es dabei eine spürbare Herausforderung: Der normale Geschäftsbetrieb muss reibungslos weiterlaufen. Ein stillstehender Betrieb kostet Geld, verzögert laufende Projekte und beeinträchtigt den gewohnten Service für die Kundschaft. Die Erreichbarkeit muss zu jedem Zeitpunkt gesichert sein. Das Ziel ist es daher, den Umzug so zu gestalten, dass die tägliche Arbeit nicht unterbrochen wird. Das gelingt mit einer durchdachten Vorbereitung und einer klaren Struktur. Wer im Vorfeld die richtigen logistischen und organisatorischen Schritte plant, meistert den Wechsel an den neuen Standort sicher und entspannt, ohne dass das Kerngeschäft darunter leidet.

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite