Immobilien bleiben auch nach 2023 ein robustes, langfristiges Investitionsobjekt

Herr Richter, lohnt es sich heute weniger als vor einem Jahr eine Immobilie zu kaufen? Wäre es klüger, auf bessere Zeiten zu warten?
Aus meiner Sicht gibt es immer Mahner, die Krisenzeiten beschwören und auf bessere Zeiten hoffen. Für diese Beobachter wird es nie den richtigen Zeitpunkt geben.
Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass sich jeder kapitalkräftigte Käufer, mit dem Gedanken beschäftigten sollte einzusteigen, sollten Objektzustand und Lage passen. Denn: Auf lange Sicht werden die Rahmenbedingungen mit steigenden Sanierungs- und Finanzierungskosten nicht einfacher, hochwertige Objekte dafür umso rarer.
Auf vermeintlich bessere Zeiten zu hoffen, macht insoweit wenig Sinn.
Was sehen Sie für Todsünden, die wiederum Verkäufer heute beim Verkauf einer Immobilie vermeiden sollten?
Vorweg würde ich nicht ausschließlich mit Maklern zusammenarbeiten. Verfügen diese nicht über ausreichend Qualifikation, werden teilweise entweder zu hohe Preise für enorm große oder zu niedrige Preise für schnelle Provisionen angefordert. Dadurch geht im Verkaufsprozess massives Potential verloren.
Außerdem sollte nicht aus der Emotion, also in der heutigen Zeit, aus Angst verkauft werden. Denn wer sich einmal zu vorsichtig in Verhandlungen zeigt, muss mit frechen Angeboten klarkommen. Tatsache bleibt: Gewohnt wird immer, Immobilien bleiben auch nach 2023 ein robustes, langfristiges Investitionsobjekt.
Ist der „gedrehte“ Markt, in dem der Käufer strategische Vorteile (Verhandlung, Abschläge) auf seiner Seite hat ihrer Meinung nach eine temporäre Phase oder eher das neue Normal?
Das kann nur sehr schwer prognostiziert werden.
Fakt ist, dass die Zeiten der niedrigen Zinsen bei unter 1,0 Prozent der Vergangenheit angehören. Dieser Abschnitt zwischen circa 2015 und 2022 war eine historische Ausnahme.
Durch die steigenden Finanzierungskosten wird sich so langfristig die Anzahl an Interessenten für ein Objekt einerseits reduzieren, was weniger Konkurrenz für potenzielle Käufer bedeutet.
Andererseits kann bei regelmäßig wechselnder Newslage auch schnell eine weitere Komponente auf den Markt wirken, die die wirtschaftliche Gesamtkonstellation beeinflusst.
Daher kann die Zukunft nicht vorhergesagt werden. Die Zinswende ist allerdings eine geschaffene Tatsache – und das auf sehr lange Sicht.
Gilt weiterhin Lage, Lage, Lage als Qualitätsstandard?
Aus unserem regelmäßigen Austausch mit Verkäufern und Käufern können wir ableiten, dass das Thema Lage mit der Zinswende an Relevanz verloren hat.
Hohe Bauzinsen sind in etlichen Fällen Grund genug, um von Lieblingsobjekten Abstand zu nehmen und Alternativen außerhalb der Speckgürtel zu favorisieren. „Lage, Lage, Lage“ ist daher nicht mehr alles.
Wichtiger geworden ist dem gegenüber der Faktor Energieeffizienz. Je weniger Problemquellen, also alte Heizungen oder ungedämmte Dächer, desto kalkulierbarer sind auch die potenziellen Mehrkosten, welche durch energetische Sanierungen anfallen können. Die Zukunftsfähigkeit der Immobilie reiht sich daher schon fast an die gleiche Stelle wie der Faktor Lage.
Möglicherweise kann Energieeffizienz in Zukunft sogar der neue und größte Qualitätsstandard sein.
Welche Lage ist aktuell für Immobilien am attraktivsten? Welche weniger und warum?
B-Städte sind gerade für Kapitalanleger zu einer bevorzugten Adresse geworden. Vergleichsweise erschwingliche Preise gegenüber den Top 7 sowie erkennbares Entwicklungspotential (Miet- und Wertsteigerung), sprechen klar für diese Lage.
Anders verhält es sich mit den beiden Extremen, also A- und D-Lagen. Auf der einen Seite, weil die A-Städte für die breite Masse nicht mehr “leistbar” sind.
In sehr dezentralen, dünn besiedelten Lagen, mit negativer demographischer Entwicklung und veralteter Infrastruktur hingegen, spricht auf der anderen wenig für die Zukunft dieser Standorte.
Daher gibt es zwar nicht nur ausschließlich eine Lage, die heute für sich steht. Bestimmte Präferenzen zeichnen sich allerdings bei Käufern ab.
Was erhoffen Sie sich noch vom Rest des Immobilienjahres 2023 und wie fällt ihre erste Prognose für das nächste Jahr aus?
Neue Marktdaten bringen sehr gut auf den Punkt, wo wir stehen. Preise für neugebaute Miet- und Eigentumswohnungen stabilisieren sich. Auch der Bestand zeigt sich als krisenrobust, gerade in den Metropolregionen.
So gesehen mehren sich die Indikatoren dafür, dass die Immobilienmärkte die Krisenstressoren langsam abschütteln. Es wäre allerdings noch etwas verfrüht, um von einem Aufschwung in sämtlichen Regionen zu sprechen.
Ob es so weit ist, werden die ersten Wochen und Monate des nächsten Jahres zeigen.
- Titelbild: Foto von Michael Fousert auf Unsplash
ArbeitslebenArbeitssicherheit ist ein Erfolgsfaktor. Sie schützt die Gesundheit der Mitarbeiter, stabilisiert Abläufe und senkt Ausfallzeiten sowie Kosten. Wer Unfallrisiken im Betrieb früh erkennt und systematisch bewertet, verbessert den Schutz im Arbeitsalltag. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und wirtschaftlich sinnvoll. Gerade bei hoher Belastung, knapper Personaldecke und wachsendem Dokumentationsaufwand wird ein gut organisierter Mitarbeiterschutz für viele Unternehmen immer wichtiger. Arbeitsschutz entscheidet über Stabilität im Betrieb Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit sicher und ohne vermeidbare Gesundheitsrisiken ausüben können. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Unternehmen, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, passende Maßnahmen festzulegen, deren Wirkung zu prüfen und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren.
AktuellWer heute ein Bürogebäude, einen Handelsstandort oder eine gemischt genutzte Gewerbeimmobilie modernisiert, landet schnell bei derselben Frage: Reicht ein konventionelles Heizsystem noch aus, wenn Energiekosten, CO2-Emissionen und regulatorische Vorgaben gleichzeitig Druck machen? Genau an diesem Punkt wird die Wärmepumpe für viele Unternehmen interessant. Das zeigt auch der Blick auf den Markt. In Nichtwohngebäuden lag der Wärmeverbrauch 2023 bei 207 TWh. Davon entfielen noch 69 Prozent auf Öl, Gas und Kohle. Zugleich gewinnen Wärmepumpen im Neubau und bei neuen Projekten spürbar an Bedeutung. Die Debatte wird trotzdem noch zu grob geführt. In vielen Gesprächen geht es nur um die Frage, ob eine Wärmepumpe funktioniert. Die bessere Frage lautet: In welchem Gebäude, mit welcher Wärmequelle und unter welchen Lastprofilen rechnet sie sich? Für eine kleine Büroeinheit gelten andere Maßstäbe als für ein Produktionsgebäude mit hohem Wärmebedarf, langen Laufzeiten oder zusätzlicher Kälteversorgung. Genau deshalb braucht das Thema eine wirtschaftliche und technische Einordnung, die näher an der Praxis bleibt. Warum Wärmepumpen im Gewerbe gerade jetzt ein reales Entscheidungsthema sind
BusinessDas Smartphone zücken, fotografieren, teilen – dieser Ablauf ist auf professionellen Veranstaltungen längst zur Normalität geworden. Was früher ausschließlich Aufgabe akkreditierter Fotografen war, übernehmen heute auch Besucher, Gäste und Teilnehmer selbst. Diese Entwicklung verändert die Art und Weise, wie Unternehmen ihre Events planen müssen. Wer heute einen individuellen Messestand nutzen oder eine Produktpräsentation durchführt, gestaltet nicht nur einen physischen Raum – sondern zugleich einen digitalen Multiplikator. Jedes gepostete Bild trägt die Markenbotschaft weiter, erreicht neue Zielgruppen und bleibt im besten Fall länger im Gedächtnis als jede Broschüre. Die Herausforderung liegt darin, Räume zu schaffen, die fotogen sind, ohne dabei aufgesetzt zu wirken. Professionelle Eventausstattung sollte sich nahtlos in das Gesamtkonzept einfügen und gleichzeitig genug visuelle Kraft entwickeln, um im Feed zwischen Urlaubsfotos und Katzenvideos aufzufallen. Dafür braucht es mehr als bunte Farben oder große Logos – es braucht durchdachte Konzepte, die Ästhetik mit Funktionalität verbinden. Warum optische Konsistenz über einzelne Veranstaltungen hinausgeht
