Expertentalk·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
21. Oktober 2023

Immobilien bleiben auch nach 2023 ein robustes, langfristiges Investitionsobjekt

Herr Richter, lohnt es sich heute weniger als vor einem Jahr eine Immobilie zu kaufen? Wäre es klüger, auf bessere Zeiten zu warten?

Aus meiner Sicht gibt es immer Mahner, die Krisenzeiten beschwören und auf bessere Zeiten hoffen. Für diese Beobachter wird es nie den richtigen Zeitpunkt geben.

Ich bin allerdings fest davon überzeugt, dass sich jeder kapitalkräftigte Käufer, mit dem Gedanken beschäftigten sollte einzusteigen, sollten Objektzustand und Lage passen. Denn: Auf lange Sicht werden die Rahmenbedingungen mit steigenden Sanierungs- und Finanzierungskosten nicht einfacher, hochwertige Objekte dafür umso rarer.

Auf vermeintlich bessere Zeiten zu hoffen, macht insoweit wenig Sinn.

Was sehen Sie für Todsünden, die wiederum Verkäufer heute beim Verkauf einer Immobilie vermeiden sollten?

Vorweg würde ich nicht ausschließlich mit Maklern zusammenarbeiten. Verfügen diese nicht über ausreichend Qualifikation, werden teilweise entweder zu hohe Preise für enorm große oder zu niedrige Preise für schnelle Provisionen angefordert. Dadurch geht im Verkaufsprozess massives Potential verloren.

Außerdem sollte nicht aus der Emotion, also in der heutigen Zeit, aus Angst verkauft werden. Denn wer sich einmal zu vorsichtig in Verhandlungen zeigt, muss mit frechen Angeboten klarkommen. Tatsache bleibt: Gewohnt wird immer, Immobilien bleiben auch nach 2023 ein robustes, langfristiges Investitionsobjekt.

Ist der „gedrehte“ Markt, in dem der Käufer strategische Vorteile (Verhandlung, Abschläge) auf seiner Seite hat ihrer Meinung nach eine temporäre Phase oder eher das neue Normal?

Das kann nur sehr schwer prognostiziert werden.

Fakt ist, dass die Zeiten der niedrigen Zinsen bei unter 1,0 Prozent der Vergangenheit angehören. Dieser Abschnitt zwischen circa 2015 und 2022 war eine historische Ausnahme.

Durch die steigenden Finanzierungskosten wird sich so langfristig die Anzahl an Interessenten für ein Objekt einerseits reduzieren, was weniger Konkurrenz für potenzielle Käufer bedeutet.

Andererseits kann bei regelmäßig wechselnder Newslage auch schnell eine weitere Komponente auf den Markt wirken, die die wirtschaftliche Gesamtkonstellation beeinflusst.

Daher kann die Zukunft nicht vorhergesagt werden. Die Zinswende ist allerdings eine geschaffene Tatsache – und das auf sehr lange Sicht.

Gilt weiterhin Lage, Lage, Lage als Qualitätsstandard?

Aus unserem regelmäßigen Austausch mit Verkäufern und Käufern können wir ableiten, dass das Thema Lage mit der Zinswende an Relevanz verloren hat.

Hohe Bauzinsen sind in etlichen Fällen Grund genug, um von Lieblingsobjekten Abstand zu nehmen und Alternativen außerhalb der Speckgürtel zu favorisieren. „Lage, Lage, Lage“ ist daher nicht mehr alles.

Wichtiger geworden ist dem gegenüber der Faktor Energieeffizienz. Je weniger Problemquellen, also alte Heizungen oder ungedämmte Dächer, desto kalkulierbarer sind auch die potenziellen Mehrkosten, welche durch energetische Sanierungen anfallen können. Die Zukunftsfähigkeit der Immobilie reiht sich daher schon fast an die gleiche Stelle wie der Faktor Lage.

Möglicherweise kann Energieeffizienz in Zukunft sogar der neue und größte Qualitätsstandard sein.

Welche Lage ist aktuell für Immobilien am attraktivsten? Welche weniger und warum?

B-Städte sind gerade für Kapitalanleger zu einer bevorzugten Adresse geworden. Vergleichsweise erschwingliche Preise gegenüber den Top 7 sowie erkennbares Entwicklungspotential (Miet- und Wertsteigerung), sprechen klar für diese Lage.

Anders verhält es sich mit den beiden Extremen, also A- und D-Lagen. Auf der einen Seite, weil die A-Städte für die breite Masse nicht mehr “leistbar” sind.

In sehr dezentralen, dünn besiedelten Lagen, mit negativer demographischer Entwicklung und veralteter Infrastruktur hingegen, spricht auf der anderen wenig für die Zukunft dieser Standorte.

Daher gibt es zwar nicht nur ausschließlich eine Lage, die heute für sich steht. Bestimmte Präferenzen zeichnen sich allerdings bei Käufern ab.

Was erhoffen Sie sich noch vom Rest des Immobilienjahres 2023 und wie fällt ihre erste Prognose für das nächste Jahr aus?

Neue Marktdaten bringen sehr gut auf den Punkt, wo wir stehen. Preise für neugebaute Miet- und Eigentumswohnungen stabilisieren sich. Auch der Bestand zeigt sich als krisenrobust, gerade in den Metropolregionen.

So gesehen mehren sich die Indikatoren dafür, dass die Immobilienmärkte die Krisenstressoren langsam abschütteln. Es wäre allerdings noch etwas verfrüht, um von einem Aufschwung in sämtlichen Regionen zu sprechen.

Ob es so weit ist, werden die ersten Wochen und Monate des nächsten Jahres zeigen.

Teilen:
Weitere Artikel
Levis Entrümpelung: Wenn eine Wohnung leer werden muss und Werte erhalten bleiben sollen
Business
Levis Entrümpelung: Wenn eine Wohnung leer werden muss und Werte erhalten bleiben sollen

Eine Wohnungsauflösung ist selten eine Angelegenheit, die sich nebenbei erledigen lässt. Oft stehen hinter ihr ein Umzug, ein Todesfall oder die Entscheidung, eine Immobilie zu verkaufen. Dann müssen innerhalb kurzer Zeit Möbel ausgeräumt, persönliche Gegenstände gesichtet und mitunter Jahrzehnte an Hausrat sortiert werden. Gerade in München kommt eine ganz praktische Schwierigkeit hinzu: Wie lässt sich eine komplette Wohnung räumen, wenn der nächste Parkplatz weit entfernt ist und das Treppenhaus kaum Platz für sperrige Möbel bietet? Levis Entrümpelung hat sich auf solche Aufgaben spezialisiert. Das Unternehmen übernimmt Entrümpelungen und Haushaltsauflösungen im Großraum München und in Oberbayern und verbindet die Räumungsarbeiten mit der Bewertung und Verwertung gebrauchter Gegenstände. Ein regionales Unternehmen mit Erfahrung in der Wohnungsauflösung Hinter Levis Entrümpelung steht Marko Levis Lukacevic, der das Unternehmen gemeinsam mit seinem Team führt. Seit mehr als zehn Jahren ist der Betrieb nach eigenen Angaben in der Region tätig. Penzberg ist der Hauptsitz, hinzu kommt eine Niederlassung in der Münchner Maxvorstadt. Von dort aus betreut das Unternehmen Privatkunden, Hausverwaltungen, Immobilienbesitzer und gewerbliche Auftraggeber. Auch Erbengemeinschaften und Nachlassverwalter gehören zum Kundenkreis.

6 Min. LesezeitLesen
Scheidung und Trennung als Unternehmer: Was Selbstständige und Firmeninhaber beachten sollten
Business
Scheidung und Trennung als Unternehmer: Was Selbstständige und Firmeninhaber beachten sollten

Wenn eine Ehe oder Partnerschaft endet, denken die meisten zuerst an das Sorgerecht für die Kinder, die Wohnung oder die Aufteilung des Hausrats. Wer ein Unternehmen führt oder selbstständig tätig ist, muss jedoch noch eine zweite Ebene bedenken: die eigene Firma. Wie wirkt sich die Trennung auf den Betrieb aus, welche Rolle spielt der Unternehmenswert bei der Vermögensauseinandersetzung, und wie lässt sich der Geschäftsbetrieb stabil halten? Diese Fragen sind für Unternehmer, Selbstständige und Gesellschafter keine Randnotiz, sondern entscheiden im Ernstfall über die wirtschaftliche Zukunft des Betriebs. Warum eine Trennung für Unternehmer mehr als eine private Angelegenheit ist Bei Angestellten lässt sich das Einkommen vergleichsweise klar beziffern. Bei Selbstständigen und Firmeninhabern sind private und betriebliche Finanzen dagegen oft eng verflochten: Einzelunternehmen, Gesellschaftsbeteiligungen, betrieblich genutzte Immobilien, Darlehen und private Entnahmen können für die rechtliche Einordnung im Trennungsfall relevant werden. Hinzu kommt, dass der Wert eines Unternehmens selten auf den ersten Blick erkennbar ist Bilanzen, stille Reserven und Verbindlichkeiten müssen einzeln betrachtet werden.

6 Min. LesezeitLesen
AdoPlan aus Laufach: Wie Bauprojekte durch abgestimmte Planung und Steuerung planbarer werden
Startup
AdoPlan aus Laufach: Wie Bauprojekte durch abgestimmte Planung und Steuerung planbarer werden

Ob Neubau, Umbau oder Innenausbau: Bauvorhaben scheitern selten an einer einzelnen Fachleistung. Häufiger entstehen Verzögerungen und Mehrkosten an den Übergängen etwa wenn Entwurf und Ausführungsplanung nicht aufeinander abgestimmt sind, wenn Terminpläne nicht mit der Kostenkontrolle zusammenlaufen oder wenn unklar bleibt, wer in welcher Projektphase welche Verantwortung trägt. Für private Bauherren, Unternehmen und öffentliche Auftraggeber stellt sich deshalb zunehmend die Frage, ob Planung, Steuerung und Umsetzung aus einem koordinierten Ansatz kommen sollten. Dieses Firmenporträt ordnet ein, wie die AdoPlan GmbH aus Laufach diesen Ansatz strukturiert und welche Kriterien Auftraggeber bei der Auswahl eines Planungspartners ohnehin klären sollten. Wenn Bauprojekte an Schnittstellen kompliziert werden

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite