Wirtschaftslexikon·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
13. November 2013

Das Finanzamt als Behörde der Finanzverwaltung

Dieser ist für die Festsetzung und für die Erhebung von Steuern zuständig. Die Finanzverwaltung im Allgemeinen ist in Deutschland aufgeteilt zwischen Bund und Länder. Die Finanzämter sind dabei im Wesentlichen für den Vollzug der Steuergesetze zuständig.

Zu den Aufgaben der Finanzämter gehört in diesem Zusammenhang:

  • Besteuerung natürlicher Personen nach dem Einkommen und dem Vermögen
  • Besteuerung von beschränkt steuerpflichtiger Personen
  • Besteuerung von Körperschaften, Personenvereinigungen und Vermögensmassen
  • Festsetzung der Umsatzsteuer mit der Ausnahme der Einfuhrumsatzsteuer
  • Festsetzung der Grundsteuer- und der Gewerbesteuermessbeträge
  • Festsetzung der Kraftfahrzeugsteuer

Die übergeordnete Behörde des örtlichen Finanzamtes ist ursprünglich die Oberfinanzdirektion (OFD). Durch eine Änderung des Finanzverwaltungsgesetzes im Jahr 2001 ist dies nicht mehr zwingend festgeschrieben. Einige Oberfinanzdirektionen wurden daher in diesem Zuge aufgelöst und durch neu geschaffene Ämter ersetzt. Intern sind die Finanzämter durch die jeweilige Geschäftsordnungen organisiert.

Die Zukunft des Finanzamtes

Die verschiedenen Bereiche der Verwaltung sind in zunehmendem Maße der Automatisierung unterworfen. Dies ist auch bei den Finanzämtern der Fall. Zunehmend werden Aufgaben und Tätigkeiten an die amtsinternen Rechenzentren abgegeben. So ist beispielsweise ELSTER (elektronische Steuererklärung) ein Projekt, dass zur automatisierten Abwicklung der Steuererklärung und Steueranmeldung dient.

Auskünfte durch das Finanzamt

Steuerpflichtige haben gemäß § 89 AO einen Anspruch auf verbindliche Auskünfte des Finanzamtes. Gemäß der Rechtsprechung des BGH haben sie allerdings keinen Anspruch auf einen rechtmäßigen Inhalt einer verbindlichen Auskunft.

Die Auskunft ist nicht immer kostenfrei. Die Finanzämter dürfen Gebühren für erteilte Auskünfte erheben. Auf diese Weise soll verhindert werden, dass Ressourcen der Finanzämter durch zu viele Anfragen übermäßig stark in Anspruch genommen werden. Die Höhe der Kosten ist dabei immer vom jeweiligen Gegenstandswert abhängig. Seit 2001 besteht gem. § 89 AO allerdings eine Bagatellgrenze bis zu einem Gegenstandswert von 10.000 Euro/Zeitwert von 200 Euro. Bis zu dieser Höhe fallen keine Kosten für den Auskunftssuchenden an.

Florian Weis

Teilen:
Weitere Artikel
Rabatte mit Strategie: Wie Gutscheinmarketing im E-Commerce profitabel bleibt
Business
Rabatte mit Strategie: Wie Gutscheinmarketing im E-Commerce profitabel bleibt

Rabattaktionen gehören inzwischen zum festen Instrumentarium vieler Onlineshops. Sie können neue Kunden gewinnen, Kaufentscheidungen beschleunigen und den Absatz ausgewählter Produkte erhöhen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass häufige Preisnachlässe die Marge belasten und Kunden daran gewöhnen, nur noch mit einem Gutschein zu bestellen. Erfolgreiches Gutscheinmarketing besteht deshalb nicht darin, möglichst hohe Rabatte zu verteilen. Entscheidend ist eine Strategie, bei der Zielgruppe, Zeitpunkt, Mindestbestellwert und wirtschaftliches Ziel aufeinander abgestimmt werden. Warum Kunden vor dem Kauf nach Gutscheincodes suchen

6 Min. LesezeitLesen
ZEG Berlin: Vom Ost-Berliner Forschungsinstitut zum europäischen Spezialisten für Real-World Evidence
Business
ZEG Berlin: Vom Ost-Berliner Forschungsinstitut zum europäischen Spezialisten für Real-World Evidence

Wenige Berliner Unternehmen verbinden die jüngere deutsche Geschichte so unmittelbar mit einem hochspezialisierten, international gefragten Geschäftsfeld wie die ZEG Berlin GmbH Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung. Aus einem Forschungsinstitut der DDR-Akademie der Wissenschaften ist binnen drei Jahrzehnten ein Beratungs- und Forschungsunternehmen geworden, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen in ganz Europa bei sicherheitsrelevanten Studien begleitet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet auf der Unternehmensseite zeg-berlin.de Einblicke in Expertise, Leistungsspektrum und aktuelle Publikationen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer aus anderen Branchen lohnt der Blick auf ZEG Berlin auch deshalb, weil das Beispiel zeigt, wie sich aus einer historischen Umbruchsituation heraus ein tragfähiges, hochspezialisiertes B2B-Geschäftsmodell entwickeln lässt. Wurzeln im geteilten Berlin: von der Akademie der Wissenschaften zur eigenständigen GmbH Die Geschichte von ZEG Berlin beginnt nicht 1990, sondern schon in den 1960er-Jahren am epidemiologischen Studienzentrum der Humboldt-Universität Berlin an der Charité. Dort arbeiteten die Epidemiologen Professor Siegfried Boethig und Professor Lothar A. J. Heinemann an bevölkerungsbezogenen Querschnittsstudien, zunächst mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Gesundheit. Boethig leitete zudem zeitweise die Cardiovascular Disease Unit der Weltgesundheitsorganisation in Genf. In dieser Zeit wirkten die Berliner Epidemiologen an internationalen Projekten wie der WHO-MONICA-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem WHO-OC-Projekt zu oralen Kontrazeptiva und dem globalen INTERSALT-Projekt zum Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruck mit. Ergänzend liefen an dem Institut die Präventionsprogramme CANON und CINDI, die auf die Vorbeugung nicht übertragbarer Erkrankungen zielten.

6 Min. LesezeitLesen
Einzelunternehmen gründen – der Praxisguide für 2026
Business
Einzelunternehmen gründen – der Praxisguide für 2026

Wer ein Einzelunternehmen gründen möchte, braucht weder Mindestkapital noch einen Gesellschaftsvertrag. Als natürliche Person können Sie direkt starten. Die Anmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung über das Finanzamt genügen, die Gründungskosten bleiben meist unter 100 Euro. Dieser Praxisguide führt Sie Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess 2026, liefert konkrete Steuervergleiche, zeigt Haftungsrisiken samt Gegenmaßnahmen und erklärt aktuelle Anforderungen wie die E-Rechnung-Pflicht. Das Wichtigste im Überblick Ein Einzelunternehmen lässt sich 2026 ohne Mindestkapital und Gesellschaftsvertrag gründen. Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung kosten zusammen meist unter 100 Euro.

11 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite