News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
9. Mai 2022

Digitales Risiko in der smarten Industrie wird unterschätzt

Mit dem „Smart Manufacturing“ kommen neue Herausforderungen auf Industrie und produzierendes Gewerbe zu. Dabei gewinnen auch Cloud-Lösungen immer mehr an Bedeutung – diese ziehen wiederum digitale Risiken und Ausfälle der neuen Lösungen auch potenzielle Umsatzverluste nach sich. Studien zeigen, dass sich Verantwortliche in den Branchen diesen Risiken (noch) nicht bewusst sind.

Längst sind die Wirtschaftsbereiche der Industrie und des produzierenden Gewerbes in der digitalen Transformation angekommen – man spricht von „Industrie 4.0“. Der Begriff steht für die digitale Vernetzung im industriellen Bereich: Intelligente Maschinen und Geräte sind über das Internet der Dinge miteinander sowie mit dem Internet vernetzt; Datenspeicherung, Datenverarbeitung und viele weitere Prozesse sind durch eine Cloud verbunden. Ohne Anbieter wie AWS, Google oder Microsoft Azure wären Big Data, Prozessoptimierung oder digitale Zwillinge für die meisten Unternehmen nicht realisierbar. Und auf einmal muss man sich nicht mehr nur über die klassischen Zulieferer, sondern auch über die digitale Lieferkette Gedanken machen.

Das zieht logischerweise ein angepasstes Risikomanagement nach sich.
Eine repräsentative Umfrage zum Thema Smart Manufacturing des Versicherers Hiscox unter Entscheider:innen aus dem Anlagen- und Maschinenbau zeigt allerdings, dass Unternehmen bei steigenden digitalen Risiken immer noch nur mangelhaft abgesichert sind.*1
Dies hat vielfältige Ursachen. Zum einen ist der Wandel in der Risikowahrnehmung und -transparenz nicht so schnell wie die Digitalisierung selbst. Die Unternehmen haben verstanden, das die digitalen Produkte und Services zukünftig einen Großteil der Wertschöpfung bestimmen werden, die genauen Auswirkungen und Abhängigkeiten auf der Risikoseite sind jedoch noch nicht ausreichend beleuchtet oder auch auf unterschiedliche Rollen und Positionen im Unternehmen verteilt. Nicht minder entscheidend ist die Tatsache, dass auch das Angebot auf Seiten der Versicherer zur Absicherung der neuen Risiken noch sehr gering ist. Klassische Versicherungen konzentrieren sich meist auf benannte Gefahren, der Markt für Cyber-Versicherungen wird enger. Oftmals wird es vermieden über die Risiken zu sprechen, weil schlicht keine einfache Lösung vorhanden ist.

Dabei muss es nicht gleich ein Cyber-Angriff sein, der das ganze Unternehmen zum Erliegen bringt. Die Daten des Parametrix-Monitoringsystems, das die Verfügbarkeit von Cloud-Services in Echtzeit überwacht, zeigen, dass es etwa alle drei Wochen zu einem größeren Ausfall kommt. Im letzten Jahr wurde jedoch kein Ausfall bei einem der drei größten Anbieter durch ein Cyber-Event verursacht. Hier machen sich die enormen Investitionen in die Sicherheit der Rechenzentren bemerkbar. Ein weiterer Grund, warum in Zeiten politischer Instabilität mehr Unternehmen den Weg in die „sichere“ Cloud suchen. Zu Ausfällen kommt es dennoch, jedoch liegt die Ursache meist in fehlerhaften Updates, menschlichen Fehlern oder Problemen bei der Stromversorgung.

Bei der Implementierung von Industrie 4.0 werden neue Prozesse und Rollen geschaffen, sogleich Bedarf es den Einsatz neuer Technologien, um die Umsetzung zu ermöglichen. Cloud-Lösungen sind in der smarten Fabrik nicht wegzudenken. Das Risikomanagement muss die entsprechenden Drittdienstleister und die ausgelagerten Services berücksichtigen.
Denn oftmals sorgt schlichtweg ein Cloud-Ausfall sowohl für hohe finanzielle Verluste als auch für erhöhte Kosten, nicht einhaltbare SLA-Verpflichtungen, Imageschäden und damit einhergehenden Verlust der Kundenbindung.

Die parametrische Versicherungslösung von Parametrix deckt diese speziellen Cloud-Ausfallschäden ab. Das Besondere an parametrischen Versicherungen: Dank spezieller Parameter wird die Schadenssumme zuvor anhand des Kundenbedarfs festgelegt und schließlich gemessen an der Ausfallzeit des versicherten Service ausgezahlt – ohne Nachweise für die Schadenursache oder -höhe. Möglich macht das ein 24/7-Monitoring der Cloud, durch das der Versicherer die Dauer des Ausfalls live mitverfolgt. Dies ermöglicht eine schnelle Auszahlung der vereinbarten Versicherungssumme, um unverzüglich auf den Ausfall reagieren zu können und den Folgeschaden zu minimieren.

Um die Chancen der Digitalisierung im produzierenden Gewerbe nutzen zu können, müssen die Unternehmen die Risiken bewerten und transferieren.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden? Der Zeitpunkt
    Recht & Steuern
    Ab wann muss man ein Gewerbe anmelden? Der Zeitpunkt

    Wer eine selbstständige Tätigkeit aufnimmt, fragt sich schnell, ab wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. Die Antwort ist eindeutig. Ein Gewerbe ist mit der tatsächlichen Aufnahme der gewerblichen Tätigkeit anzumelden, unabhängig von der Höhe der Einnahmen. Eine allgemeine Umsatz- oder Bagatellgrenze gibt es nicht (§ 14 GewO). Die verbreitete Vorstellung, erst ab 410 Euro werde eine Gewerbeanmeldung fällig, ist ein Irrtum. Dieser Wert betrifft ausschließlich die Einkommensteuer. Welche Kriterien eine gewerbliche Tätigkeit ausmachen, wie sich Grenzfälle wie Online-Verkauf oder Influencer einordnen lassen und was die neuen PStTG-Meldepflichten bedeuten, klärt der folgende Überblick. Kerninfos auf einen Blick Die Anmeldepflicht entsteht mit dem Beginn der Tätigkeit, unabhängig von Umsatz oder Gewinn (§ 14 GewO).

    Lesen
    EDV-Kenntnisse im Lebenslauf überzeugend formulieren
    Ratgeber
    EDV-Kenntnisse im Lebenslauf überzeugend formulieren

    EDV-Kenntnisse gehören in den Lebenslauf, sobald der Job mit dem Computer zu tun hat, und das trifft heute auf nahezu jede Stelle zu. Wer die EDV-Kenntnisse im Lebenslauf richtig angeben will, folgt drei Prinzipien. Nenne konkrete Programme statt Sammelbegriffe, stufe das eigene Kompetenzniveau ehrlich ein und passe die Auswahl an die Stellenausschreibung an. Platziert werden sie meist in einem eigenen Abschnitt unterhalb der Berufserfahrung. Der Begriff „EDV“ selbst gilt inzwischen als veraltet. Die folgende Anleitung geht datengestützt, branchenspezifisch und mit Blick auf 2026 in die Tiefe, samt KI-Kompetenzen und ATS-Optimierung. Das sollten Sie wissen Der Begriff EDV gilt heute als veraltet, zeitgemäß sind IT-Kenntnisse oder Computerkenntnisse.

    11 Min. LesezeitLesen
    Café eröffnen – was es kostet und wann es sich lohnt
    Ratgeber
    Café eröffnen – was es kostet und wann es sich lohnt

    Wer ein Café eröffnen will, durchläuft fünf zentrale Stationen. Am Anfang stehen Konzept und Standort, dann folgen Genehmigungen, Businessplan und Finanzierung. Realistisch braucht es dafür zwischen 50.000 und 150.000 Euro Kapital, je nach Größe, Lage und Ausstattung. Beim Risiko sollte man ehrlich bleiben. Das Gastgewerbe verzeichnet seit 2025 überdurchschnittlich viele Insolvenzen, und wer zu knapp kalkuliert, verschwindet oft schon im ersten Jahr wieder vom Markt. Entscheidend ist deshalb weniger die Leidenschaft für guten Kaffee als eine belastbare Rechnung. Genau die liefert dieser Beitrag mit Kostentabelle, Kalkulation pro Tasse und Break-even-Betrachtung. Alles Wichtige im Überblick Der Kapitalbedarf für ein eigenes Café liegt realistisch zwischen 50.000 und 150.000 Euro je nach Größe und Lage.

    Lesen
    Zur Startseite