News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
30. November 2021

Emotionen haben am Arbeitsplatz nichts verloren?

Menschen sind soziale Wesen, die in harmonischer Interaktion mit anderen stehen möchten. Deshalb wächst auch das Bedürfnis nach Gesprächen über Persönliches am Arbeitsplatz, denn Geschichten aus dem Privatleben machen uns menschlich. „Kommunikation gehört zu den grundlegenden Bausteinen eines angenehmen und produktiven Betriebsklimas – dazu zählen auch Unterhaltungen über persönliche Ereignisse und Gefühle“, erklärt Petra Menzel, Geschäftsführerin der Gordion Projects GmbH. Die Projektmanagement-Expertin weiß, warum es vollkommen in Ordnung ist, auch über Privates am Arbeitsplatz zu reden, und welche Vorteile sich dadurch ergeben.

Kommunikation im Wandel

Noch vor zehn Jahren wurde in Management-Schulungen gelehrt, dass Emotionen nichts in der Firma zu suchen haben. Strenge Sachlichkeit und Professionalität galten als notwendig für produktive und erfolgreiche Unternehmen. Auf keinen Fall sollten persönliche Gefühle, Sorgen und Angelegenheiten besprochen oder thematisiert werden – nicht von den Angestellten und erst recht nicht vom Führungspersonal. Doch besonders in den letzten Jahren hat im Rahmen des New-Work-Ansatzes ein Umdenken in Führungsebenen eingesetzt. „Arbeitnehmer sowie Arbeitgeber sollten stets ganzheitlich betrachtet werden – das beinhaltet auch persönliches Befinden. Wer sich gut mit Kollegen versteht und sich auf der Arbeit wohlfühlt, geht dort gern hin, kann eine bessere Leistung abliefern und hat somit mehr Erfolg“, so Petra Menzel. Aus diesem Grund ist es wichtig, hin und wieder während der Arbeitszeit auch über Privates zu plaudern. Natürlich kommen Kommunikationsart und -inhalte auch immer auf Branche, Tätigkeit und Arbeitgeber an, allerdings bieten die meisten Arbeitsbereiche Gelegenheiten für eine kurze private Unterhaltung.

Agiler Ansatz fördert Austausch

Insbesondere in Unternehmen, in denen moderne, agile Arbeitsweisen gefördert und gelebt werden, erlaubt die tägliche Abstimmung der Teams nicht nur die Besprechung von Aufgaben und Prozessen, sondern auch einen Austausch über Persönliches oder Emotionales. Petra Menzel gibt hierzu ein Beispiel: „Wenn Angestellte im Morning Briefing mitbekommen, dass es einer Führungskraft nicht gut geht, entsteht ein besseres Verständnis von diesem Menschen in seiner entsprechenden Situation. Es besteht die Möglichkeit, Aufgaben abzunehmen, zu unterstützen und zu helfen. Das stärkt die Gemeinschaft, schafft Vertrauen und sichert letztendlich den Erfolg des Projektes.“ Besonders wichtig ist hierbei eine offene, aber vor allem auch respektvolle Einstellung aller gegenüber den Teammitgliedern und dem Unternehmen. Gerade hierfür sind auch Unterhaltungen über persönliche Aspekte in kleineren Kollegenkreisen wichtig und förderlich. Zwar müssen am Arbeitsplatz keine besten Freundschaften entstehen, aber gute persönliche Beziehungen verbessern die Atmosphäre ungemein.

Vorsicht vor übermäßiger Plauderlaune

Trotz vieler positiver Effekte dürfen Privatgespräche bei der Arbeit natürlich nicht den Arbeitsfluss lahmlegen oder behindern. Während ein kurzes Gespräch zwischendurch auf dem Flur meist in Ordnung ist, bieten sich vor allem Pausen an, um sich mit Kolleginnen und Kollegen auch über andere Themen als die Arbeit auszutauschen. Doch auch hier ist Vorsicht geboten. Wer schlecht über andere Kollegen spricht, zu viel oder das Falsche von sich preisgibt, sägt sich womöglich selbst die Karriereleiter an. „Lästereien über das Unternehmen oder Angestellte sind ein absolutes No-Go. Aber auch einige andere Themen sollten am Arbeitsplatz lieber unausgesprochen bleiben. Dazu gehören etwa religiöse und politische Ansichten. Auch die eigene Krankengeschichte sollte besser nicht zu detailliert dargelegt werden“, empfiehlt Petra Menzel. Natürlich kommt es auch hier immer auf den jeweiligen Betrieb und die Beziehung zu den Kollegen an. „Es ist dennoch üblicher geworden, sich auch über die Familie oder persönliche Herausforderungen zu unterhalten – das macht uns menschlich. Wer das Gespräch sucht, um Beziehungen aufzubauen, aber thematisch lieber auf der sicheren Seite bleiben möchte, kann hingegen über Sport, Hobbys, Reisen, Essen, Unterhaltung oder auch das Wetter reden“, rät Menzel abschließend.

Teilen:
Weitere Artikel
Firmenfahrzeuge nach dem Arbeitsalltag auswählen: Diese Fragen sollten Betriebe klären
Business
Firmenfahrzeuge nach dem Arbeitsalltag auswählen: Diese Fragen sollten Betriebe klären

Ein Firmenfahrzeug wird schnell über den Kaufpreis, die Leasingrate oder die Fahrzeugklasse diskutiert. Im Arbeitsalltag zählen jedoch andere Fragen: Welche Wege fährt es regelmäßig? Was muss hineinpassen? Wie gut lässt sich ein Werkstatttermin mit den betrieblichen Abläufen vereinbaren? Wer solche Anforderungen vor der Suche festhält, kann Fahrzeuge und Angebote gezielter vergleichen. Das gilt für den einzelnen Wagen eines Selbstständigen ebenso wie für mehrere Fahrzeuge eines kleinen Betriebs. Vom Arbeitsalltag zum Anforderungsprofil Am Anfang steht keine Modellliste, sondern ein Blick auf die tatsächlichen Fahrten. Ein Fahrzeug für Kundentermine muss andere Aufgaben erfüllen als eines, das morgens Werkzeug zur Baustelle bringt oder tagsüber zwischen mehreren Standorten pendelt. Hilfreich ist es, typische Arbeitstage zu beschreiben: Wie viele Personen fahren mit? Welche Gegenstände werden transportiert? Gibt es feste Routen oder wechseln Ziele und Einsatzorte häufig? Auch die Frage, ob das Fahrzeug überwiegend kurz unterwegs ist oder regelmäßig längere Strecken zurücklegt, gehört in dieses Profil.

6 Min. LesezeitLesen
Das Fundament für morgen: Intelligente Altersvorsorge-Strategien für Selbstständige
Arbeitsleben
Das Fundament für morgen: Intelligente Altersvorsorge-Strategien für Selbstständige

Die Gründung eines eigenen Betriebs bringt viele Aufgaben mit sich. Der Fokus liegt im Alltag verständlicherweise oft auf dem laufenden Geschäft, den Aufträgen und dem wirtschaftlichen Wachstum. Dabei gerät ein wesentlicher Aspekt leicht in den Hintergrund: die eigene finanzielle Absicherung für das Alter. Da für Selbstständige in der Regel keine Pflicht zur gesetzlichen Rentenversicherung besteht, liegt die Verantwortung für den späteren Ruhestand komplett in der eigenen Hand. Es ist daher notwendig, rechtzeitig und aus eigenem Antrieb aktiv zu werden. Der Verzicht auf eine strukturierte Planung birgt ein handfestes finanzielles Risiko für die Zukunft. Der Aufbau einer verlässlichen Altersvorsorge sollte deshalb als fester Bestandteil des Unternehmertums gesehen werden und genauso viel Aufmerksamkeit erhalten wie das tägliche Kerngeschäft.

4 Min. LesezeitLesen
Effizienz auf engstem Raum: Worauf beim Einsatz von Minikranen zu achten ist
Wirtschaft
Effizienz auf engstem Raum: Worauf beim Einsatz von Minikranen zu achten ist

Bauprojekte in dicht besiedelten Innenstädten, verwinkelten Hinterhöfen oder innerhalb von bestehenden Industrieanlagen nehmen zu. Der verfügbare Raum für Maschinen und Baumaterialien ist bei diesen Vorhaben in der Regel eng bemessen. Dieser Platzmangel verlangt nach durchdachten und kompakten Lösungen. Klassische, große Baumaschinen stoßen bei solchen Gegebenheiten oft an ihre räumlichen Grenzen oder lassen sich gar nicht erst aufstellen. Genau hier zeigt der Minikran seine Stärken. Er bietet Bauunternehmen eine präzise und gut steuerbare Alternative, um Lasten auch unter anspruchsvollen Bedingungen sicher und zielgerichtet zu bewegen.

3 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite