Personal·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
12. September 2023

Was spricht für den Mindestlohn? Und was dagegen?

Wer wen gilt der Mindestlohn

Anspruch auf einen Mindestlohn haben im Grunde alle Arbeitnehmer, die nicht in der Ausbildung sind, Praktikanten (nicht alle), Jugendliche ohne Ausbildung oder Langzeitarbeitslose innerhalb der ersten sechs Monate. Damit fallen Selbständige und Freiberufler raus. Ausnahmeregelungen gibt es viele. Allee aufzuzählen, wäre in diesem Rahmen auch nicht sinnvoll. Genaueres erfahren Sie auf mindestlohn.expert.

Was spricht gegen den Mindestlohn?

Das klassische Argument gegen den Mindestlohn ist der Wegfall von Arbeitsplätzen. Lieber einen Arbeitsplatz als keinen, so hört oder liest man hin und wieder. Doch stimmt das überhaupt? Nein, wie zahlreiche Studien belegen. Vielmehr werde der Mindestlohn in einigen Branchen durch Preissteigerungen ausgeglichen. Im Zusammenhang mit dem Wegfall von Arbeitsplätzen steht auch das Argument, ein flächendeckender Mindestlohn sei nicht möglich, schließlich seien etwa die Unterschiede zwischen Stadt und Land und zwischen Ost und West zu groß. Um das Argument zu verdeutlichen, lohnt es sich, in die USA zu schauen. Das Land ist um einiges größer, ebenso das Lohngefälle. Mit einem hypothetischen Mindestlohn, das in allen Bundesstaaten gelten würde, lebte es sich im ländlichen New Mexico wohl paradiesisch (Arbeitgeber könnten ”New York-Löhne” aber auch nicht zahlen), während es in New York aufgrund der Lebenshaltungskosten wohl für keine Woche wohnen reichen würde, nähme man ersteres zum Maßstab. Dass auch diese Argumentation im kleineren und homogeneren Deutschland nicht greift, haben die (Nicht-)Auswirkungen der Einführung des Mindestlohns 2015 hinlänglich gezeigt.

Welche Argumente sprechen für den Mindestlohn?

Bei Lohnarmut handelt es sich für viele Menschen, die sich für einen Mindestlohn einsetzen, instinktiv um eine sehr ungerechte Sachlage. Dass Vollzeitarbeitnehmer von ihrem Lohn gut und nicht am Existenzminimum leben, ist daher eines der wichtigsten Argumente für eine Mindestvergütung. Dazu gehört auch die Bildung von Rücklagen, um im Alter auf Ersparnisse zurückgreifen zu können. In vielen Konstellationen ist das allerdings zumindest in Deutschland nicht konsequent möglich, zumal die Inflation 2023 steigt und der Mindestlohn damit erheblich an Wert verliert. Zudem gehen viele Befürworter davon aus, dass durch ein höheres Einkommen die Motivation steigt, was wiederum dem Arbeitgeber zugutekommt. Weiterhin spart der Staat direkt Kosten ein, da Arbeitnehmer nicht aufstocken müssen, um ein Mindestmaß an wirtschaftlichen Mittel zur Verfügung zu haben. Auch indirekt profitiert das Land. Der höhere Lohn fließt durch Ausgaben der Arbeitnehmer wieder in die Wirtschaft, was einen positiven Einfluss auf die Konjunktur hat. Ebenso verhindert der Mindestlohn Lohndumping durch ausländische Arbeitskräfte, da auch sie Anspruch auf eine Minimalvergütung haben. Je nach Marktlage und Branche kann ein fehlender Mindestlohn auch zu einer Abwärtsspirale im Gehaltsgefüge führen. Vor allem Unternehmen, die einem hohen Konkurrenzdruck ausgesetzt sind und nur geringe oder gar keine Gewinne einfahren, könnten die Löhne regelmäßig verringern, um wettbewerbsfähiger zu werden.

Teilen:
Weitere Artikel
Interview mit Regina Käser: Wie Beratung und Handwerk den Friseurbesuch prägen
Expertentalk
Interview mit Regina Käser: Wie Beratung und Handwerk den Friseurbesuch prägen

Ein Friseurbesuch beginnt selten mit einer fertigen Lösung. Er beginnt mit Fragen: Welcher Schnitt trägt sich im Alltag gut? Welche Farbe passt zum Typ? Wie viel Pflegeaufwand ist realistisch? Gerade regionale Salons stehen für eine Verbindung aus Handwerk, Beratung und persönlicher Nähe, die über die reine Dienstleistung hinausgeht. Wie sich dieser Anspruch im Arbeitsalltag umsetzen lässt, erklärt Regina Käser im Gespräch. Die Friseurmeisterin betreibt den Salon Föhnlage in Tauting bei Murnau und verbindet dort klassisches Handwerk mit einer naturorientierten Arbeitsweise. Außerdem verrät sie, worauf Gäste vor einem Termin achten sollten. Zwischen Handwerk, Beratung und persönlichem Stil Regina Käser ist Friseurmeisterin. Ihr Salon liegt in Tauting, einer ruhigen Ortslage nahe dem Staffelsee mit Blick auf die Berge. Der Salon richtet sich an Kundinnen und Kunden aus Tauting, Murnau und der regionalen Umgebung. Wer beispielsweise einen professionellen Friseur in Murnau und Umgebung sucht, findet in Tauting einen persönlich geführten Betrieb mit festem Team.

6 Min. LesezeitLesen
Wie mittelständische Unternehmen Entscheidungen ganzheitlich planen: Fragen an Jakoby Dr. Baumhof
Expertentalk
Wie mittelständische Unternehmen Entscheidungen ganzheitlich planen: Fragen an Jakoby Dr. Baumhof

Eine Investition berührt selten nur eine betriebliche Frage. Sie verändert womöglich die Liquiditätsplanung, wirkt sich steuerlich aus und verlangt neue Verträge. Werden diese Punkte erst nacheinander geprüft, fehlen bei der Entscheidung leicht wichtige Informationen. Was sollten mittelständische Unternehmen frühzeitig zusammenführen? Das folgende Interview mit der Partnerin Dr. Angelika Baumhof der Kanzlei Jakoby Dr. Baumhof ordnet das Thema redaktionell ein. Unternehmensentscheidungen beginnen mit einem vollständigen Bild business-on.de: Warum reicht es bei größeren Entscheidungen nicht, Steuer-, Rechts- und Finanzierungsfragen getrennt zu betrachten?

6 Min. LesezeitLesen
Haarverlust im Arbeitsleben: Marcel Brunnet über diskrete Zweithaarlösungen
Arbeitsleben
Haarverlust im Arbeitsleben: Marcel Brunnet über diskrete Zweithaarlösungen

Haarverlust ist im Berufsleben mehr als eine ästhetische Frage. Wer in Meetings, Kundengesprächen oder im Team souverän auftreten möchte, erlebt dünner werdendes Haar oder kahle Stellen oft als zusätzliche Belastung. Welche Lösung passt, hängt von vielen Faktoren ab: der Ursache des Haarverlusts, dem gewünschten Erscheinungsbild, dem Tragekomfort, dem Pflegeaufwand und dem persönlichen Alltag. Im Interview erklärt Marcel Brunnet, worauf Betroffene bei der Auswahl einer Zweithaarlösung achten sollten und welche Rolle eine persönliche Beratung dabei spielt. Interview mit Marcel Brunnet: Wenn Haarverlust den Arbeitsalltag berührt Marcel Brunnet ist Betriebsinhaber, Friseurmeister sowie Zweithaar- und Perückenspezialist bei meister brunnet in Weinsberg, das seit über 60 Jahren für Zweithaar, Perücken und Haarersatz steht. Im Gespräch ordnet er ein, warum die Entscheidung für eine Zweithaarlösung immer eine individuelle ist.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite