News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. Oktober 2020

TÜV Rheinland: Elektromobilität ist im Autohaus angekommen

Umgekehrt sehen die Kundinnen und Kunden die Autohäuser noch nicht als erste Adresse für Informationen zur Elektromobilität. Bedenken haben potenzielle Autokäuferinnen und -käufer bei Elektrofahrzeugen nach wie vor hinsichtlich Anschaffungskosten, Reichweite und Ladeinfrastruktur. Das sind zentrale Ergebnisse der eMobility-Autohausstudie 2020 von TÜV Rheinland. „Elektromobilität ist im Autohaus angekommen. Die meisten Autohäuser haben viel in Schulungen und technische Ausstattung investiert, um sich auf Elektromobilität vorzubereiten“, sagt Dr. Matthias Schubert, Executive Vice President Mobilität bei TÜV Rheinland zu den Studienergebnissen. „Allerdings sollten die Autohäuser ihre Beratungskompetenz bei Elektromobilität noch deutlicher machen.“

Leicht positive Einstellung zur Elektromobilität

Für die Studie befragte TÜV Rheinland zwischen Ende Juni und Anfang Juli 2020 deutschlandweit 150 Autohäuser. Geführt wurden die Interviews mit der Geschäftsleitung, Verkaufsleiterinnen und -leitern sowie Verkäuferinnen und Verkäufern, die überwiegend für Elektrofahrzeuge zuständig sind. Befragt nach ihrer persönlichen Einstellung zur Elektromobilität, sehen insgesamt 41 Prozent der Befragten Elektromobilität positiv, während 37 Prozent sich hierzu neutral positionieren. 22 Prozent stehen der Elektromobilität eher ablehnend gegenüber. Insbesondere Verkäuferinnen und Verkäufer sehen Elektromobilität positiv (53 Prozent), während nur 28 Prozent der Geschäftsleitungen hierzu positiv eingestellt sind. Dass sich Elektromobilität schnell durchsetzen wird, erwarten nur 25 Prozent der befragten Autohäuser, 43 Prozent rechnen mit einer langsameren Entwicklung.

Autohäuser sehen sich gut vorbereitet und haben investiert

Insgesamt sehen sich die Autohäuser sehr gut auf die weitere Einführung der Elektromobilität vorbereitet. 65 Prozent aller Befragen geben an, „sehr gut“ oder „gut“ vorbereitet zu sein, nur 6 Prozent sind nach eigenen Angaben wenig oder gar nicht vorbereitet. Die wichtigsten Faktoren, um sich auf Elektromobilität vorzubereiten, waren nach Einschätzung der Händler Schulungen, Investitionen in die Ladeinfrastruktur und Unterstützung durch die Fahrzeughersteller. Stark investiert haben die Autohäuser in ihre technische Ausstattung: 57 Prozent geben an, viel oder sehr viel in die technische Ausstattung investiert zu haben, nur 18 Prozent haben hier wenig oder gar nicht investiert. Von ihren Fahrzeugherstellern erwarten die befragten Autohäuser, dass sie Unterstützung durch weitere Information und Schulungen (25 Prozent), eine größere Modellvielfalt (23 Prozent) und die Sicherstellung der Fahrzeugverfügbarkeit (16 Prozent) erhalten.

Hoher Informationsbedarf bei den Kunden

Auf Seiten ihrer Kundinnen und Kunden erleben mehr als die Hälfte der Autohäuser (57 Prozent) einen hohen oder sehr hohen Beratungsbedarf rund um Elektrofahrzeuge. Umgekehrt sind allerdings die Autohäuser aus Kundensicht nicht die erste Adresse für Informationen zur Elektromobilität: Sie sehen insbesondere soziale Netzwerke sowie Freunde und Bekannte als hilfreiche Informationsquelle an, während Autohändler nur als durchschnittlich hilfreich eingeschätzt werden.

Umweltaspekte wichtigstes Kaufmotiv

Befragt nach den Kaufmotiven für ein Elektrofahrzeug, sehen 40 Prozent der Autohäuser in Umweltaspekten das wichtigste Motiv auf Kundenseite, gefolgt von Kosteneinsparungen durch geringere Kraftstoffkosten und Steuerersparnisse (25 Prozent) sowie staatliche Förderprämien (14 Prozent). Die wichtigsten Gründe, die aus Kundensicht gegen den Kauf eines Elektrofahrzeugs sprechen, sind nach Einschätzung der Befragten Reichweite und Infrastruktur (42 Prozent), Kaufpreis (34 Prozent) sowie Bedenken wegen der Lieferfähigkeit (7 Prozent).

Für die eMobility-Autohausstudie 2020 befragte TÜV Rheinland von Ende Juni bis Anfang Juli 2020 in 30-minütigen Interviews 150 Autohäuser in ganz Deutschland. Davon hatten etwa zwei Drittel bereits Erfahrung im Verkauf von Elektro- und Hybridfahrzeugen. Die Stichprobe enthielt mit Ausnahme von Tesla alle Marken gewichtet nach ihrem Marktanteil an den Fahrzeugverkäufen insgesamt und den in Deutschland verkauften Elektrofahrzeugen.

(ots)

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Architektur des Wandels: Wie Unternehmen Nachträge im Bauvertrag präzise regeln
    Business
    Architektur des Wandels: Wie Unternehmen Nachträge im Bauvertrag präzise regeln

    Kaum ein größeres Bauvorhaben erreicht die Abnahme genau so, wie es zu Beginn auf dem Papier skizziert wurde. Unvorhersehbare Bodenverhältnisse, geänderte behördliche Auflagen oder nachträgliche Anpassungswünsche der Auftraggeber verändern das Geschehen auf der Baustelle regelmäßig. Was in der Theorie oft als lästige Verzögerung wahrgenommen wird, gehört in der Praxis zum unternehmerischen Alltag. Entscheidend für den wirtschaftlichen Erfolg eines Projekts ist daher nicht das krampfhafte Festhalten am ursprünglichen Entwurf, sondern ein geordneter Umgang mit Veränderungen. Ein verlässliches Nachtragsmanagement sorgt dafür, dass zusätzliche Leistungen transparent vergütet werden und Zeitpläne realistisch bleiben. So wird die Vertragsanpassung nicht zum Streitfall, sondern zu einem geregelten Werkzeug solider Projektarbeit.

    3 Min. LesezeitLesen
    Camping, Ferienhäuser und Teamevents: Fragen an die Geschäftsführung des Campingplatzes Hohenfelden
    Events
    Camping, Ferienhäuser und Teamevents: Fragen an die Geschäftsführung des Campingplatzes Hohenfelden

    Wer freie Tage am Wasser plant, muss zunächst entscheiden, wie er wohnen möchte: im eigenen Wohnmobil, mit Zelt oder in einer festen Unterkunft. Für Unternehmen kommt eine weitere Frage hinzu: Eignet sich der Ort auch für einen gemeinsamen Tag außerhalb des Arbeitsalltags? Die Geschäftsführung des Campingplatzes Hohenfelden beantwortet Fragen zu Unterkunftsformen, Freizeitmöglichkeiten und der Planung von Gruppenaufenthalten. Aufenthalt am Stausee – vom Urlaub bis zum Betriebsausflug business-on.de: Welche Möglichkeiten finden Gäste am Stausee Hohenfelden vor?

    6 Min. LesezeitLesen
    Das unsichtbare Netz: Das Zusammenspiel von Körper und Psyche im Arbeitsalltag
    Arbeitsleben
    Das unsichtbare Netz: Das Zusammenspiel von Körper und Psyche im Arbeitsalltag

    Der Berufsalltag verlangt oft volle Aufmerksamkeit: E-Mails im Minutentakt, knappe Fristen und ständige Erreichbarkeit gehören für viele Berufstätige zum Standard. Belastung wird dabei meist als reine Kopfsache abgetan als eine mentale Hürde, die mit etwas Disziplin genommen werden soll. Doch der Organismus funktioniert nicht in getrennten Abteilungen. Physische Reaktionen und seelisches Wohlbefinden sind untrennbar miteinander verknüpft. Was als Druck im Kopf beginnt, zeigt sich oft unbemerkt im Nacken, im Magen oder im allgemeinen Energielevel. Wer Stress am Arbeitsplatz nachhaltig verstehen will, muss das Zusammenspiel von Körper und Psyche als Ganzes betrachten.

    4 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite