Finanzen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
17. Dezember 2021

EU-Staaten beziehen Position: Kryptowährungen sollen nachverfolgt werden

Die EU hat sich geeinigt. Ganz gleich, ob digitale Anleger Chainlink kaufen, Bitcoin traden oder Ethereum veräußern möchten, die Zukunft der Kryptowährungen in der EU soll deutlich transparenter gestaltet werden. Die Position bezieht sich dabei auf einem von der Europäischen Kommission schon im Juli vorgestellten Gesetzesvorschlag, der sich gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung richtet.

Krypto-Händler wie Chainlink, Ermöglicher der Verbindung verschiedener Blockchains wie Bitcoin oder Ethereum und Löser des Oracle-Problems, müssten beispielsweise demnach Informationen über den Absender und Empfänger einer Überweisung transparent machen. Somit sollen kriminelle Transaktionen schneller identifiziert und gegebenenfalls blockiert werden können.

Krypto-Dienstleister in der Pflicht: Transfers müssen transparent werden

In einer Pressemitteilung gab der EU-Rat am 1. Dezember 2021 bekannt, dass sich alle Mitgliedsländer auf einen Vorschlag zur Aktualisierung der bestehenden Vorschriften für Überweisungsinformationen positionierten und einigten. Dabei wurden neue Regeln sowie Verbote besprochen, welche sich rund um bestimmte Krypto-Assets drehen.

Wie aus der Mitteilung hervorgeht, soll die Wertübertragung von Kryptowährungen lückenlos nachvollziehbar sein. Gleichzeitig sollen die sogenannten Wallets, auf Deutsch Geldbeutel, welche als Tool für Online-Zahlungen oft in Form einer App fungieren, verboten werden.

Bei den Regelungen bezieht es sich um die Einsehbarkeit der Überweisungen, was der Identifikation und Blockierung von kriminellen Transaktionen dienen soll. So soll die Nachvollziehbarkeit der Übertragung von verschlüsselten Assets für jeweilige Analysen offen einsehbar sein.

Andrej Šircelj, slowenischer Finanzminister, erläuterte (Übersetzt ins Deutsche): „Das heutige Abkommen ist ein wichtiger Schritt, um die Lücken in unseren Finanzsystemen zu schließen, die von Kriminellen böswillig ausgenutzt werden, um unrechtmäßige Gewinne zu waschen oder terroristische Aktivitäten zu finanzieren. Krypto-Assets sind immer stärker der Gefahr ausgesetzt, für Geldwäsche und kriminelle Zwecke ausgebeutet zu werden, und ich freue mich, dass der Rat bei diesem dringenden Vorschlag schnelle Fortschritte erzielen konnte.“

Gesetzesvorschlag der Europäischen Kommission erhält schärfere Konturen

Der Gesetzesvorschlag gegen Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung wurde der Europäische Kommission im Juli vorgelegt. Die Einigung der einzelnen Entscheidungsländer verfeinerte diesen daraufhin. Folgend muss nun noch separat mit dem Europaparlament verhandelt und eine gemeinsame Position gefunden werden. Erst nach all dem kann der Gesetzesvorschlag vollständig genehmigt und verabschiedet werden.

Regulierung auf dem internationalen Markt nimmt zu

Aus internationaler Sicht steht Europa bei der Regulierung von Kryptowährungen wie Ethereum, Bitcoin oder Chainlink nicht allein. Das US-Ministerium für Finanzen möchte beispielsweise durchsetzen, dass alle Transaktionen mit Kryptowährungen im Wert von über 10.000 US-Dollar an die Steuerbehörde IRS gemeldet werden. Die chinesische Regierung ging darüber hinaus einen Schritt weiter und verbot den Handel mit Kryptowährungen in gesamter Bandbreite.

Auch in der Türkei ist die Zahlung mit dem Bitcoin oder anderen Kryptowährungen verboten. So behauptete die Zentralbank, es berge „signifikante Risiken“ und brächte „irreparable“ Schäden mit sich. In Indie sollen die Währungen so weit eingeschränkt werden, dass die privaten Krypto-Gelder vollständig verboten werden sollen. Es soll nur eine offizielle Kryptowährung von der Zentralbank im Umlauf sein.

Der Fokus der EU liegt jedoch bei den Regelungen nicht direkt bei den Bitcoins oder anderen „Coins“ wie dem Ether, sondern vielmehr auf den „Token“, welcher handelbare Anteile an Sachwerten wie Gemälden oder Immobilien darstellen kann. Dies auch nur dann, wenn er handelbar ist und sein aktueller Mindestwert 5 Millionen Euro beträgt. Außerdem sollen keine E-Geld-Token oder E-Books reguliert werden.

Ein anderes Land, welches mit der Regulierung zu kämpfen hatte, war Schweden. Die schwedische Finanzbehörde forderte, im Kampf gegen die enormen Auswirkungen von Bitcoin und anderen Proof-of-Work-Blockchains auf die Umwelt, ein Verbot des Mining. Mining, auf Deutsch mit dem Wort Bergbau zu übersetzten, ist die gesammelte Nutzung der Rechenkapazität in einem Netzwerk.

Hierbei bekommt der sogenannte Miner, je nachdem wie viel Rechenleistung er zum Netz beiträgt, eine Vergünstigung. Wichtig ist dieser Vorgang, da die Miner die Coins, die auf dem Krypto-Markt verfügbar sind, selbst erzeugt und somit sich direkt auf die Blockchain auswirkt. Das Verbot des Minings gilt als unentbehrlich, um die Klimaziele des Landes erreichen zu können. In diesem Zusammenhang geht auch China seit Monaten gegen solche Aktivitäten vor.

Insgesamt gilt die Regulierung für den Rat und andere Länder als Notwenigkeit, welche das Potential mit sich bringt, Kryptowährungen zu revolutionieren und mit einem höheren Stellenwert in den Alltag zu integrieren. In den kommenden Schritten werden die Regelungen erneut genauer thematisiert und ins Verständig gebracht.

Durch die Einführung der verstärkten Regulierung, wie der Darlegung der vollen Absenderinformationen bei der Übermittlung von Krypto-Assets, unabhängig vom Betrag der Transaktion, und der neuen Regelungen bezüglich der nicht gehosteten Wallets, könnte nicht nur mehr Sicherheit geboten werden, sondern der Markt zudem expandieren und neue Interessenten ans Land ziehen.

Im Hinblick auf das Erfordernis das Risiko des Auftretens von Systemfehlern, Manipulation durch Organisationen, Cyberkriminalität und Datenverlust bei Kryptowährungen zu vermindern, zielt die Position des Vorstands zusammengefasst darauf ab, die Anwendung von Vorschlägen für Währungstransfers und die Regulierung des Marktes für verschlüsselte Vermögenswerte (MiCA) zu synchronisieren. So sollen am Schluss die oben erwähnten Risiken vermindert, wenn nicht völlig ausgelöscht werden.

Teilen:
Weitere Artikel
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird
IT & Software
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird

Object Storage rückt im Mittelstand aus einer Nische in das Zentrum der IT-Planung. Der Grund liegt nicht in einem kurzfristigen Trend, sondern in einer strukturellen Veränderung: Unternehmen speichern heute deutlich mehr unstrukturierte Daten, sichern mehr Systeme gleichzeitig und wollen Daten später auch für Analysen, Automatisierung und KI nutzen. Klassische Speicherkonzepte geraten dabei oft an Grenzen, weil sie auf Dateipfade, feste Hierarchien oder teure Primärspeicher angewiesen bleiben. Object Storage setzt an genau dieser Stelle an und schafft eine skalierbare Grundlage für moderne IT-Architekturen. Was Object Storage grundsätzlich anders macht Object Storage speichert Daten nicht als klassische Dateien in Ordnern und Unterordnern, sondern als eigenständige Objekte. Jedes Objekt enthält die eigentlichen Daten, Metadaten und eine eindeutige Kennung. Dadurch entsteht im Kern keine starre Verzeichnisstruktur, sondern ein flacher, sehr gut skalierbarer Datenraum, in dem Anwendungen Objekte über Schnittstellen wie HTTP, HTTPS und REST finden und abrufen können. Einige Plattformen ergänzen dieses Prinzip heute zwar um filesystem-nahe Funktionen wie hierarchische Namespaces oder NFS-Zugriff, die Grundlogik von Object Storage bleibt aber objektbasiert. Genau dieser technische Unterschied macht das Modell für den Mittelstand interessant, weil es mit wachsenden Datenmengen besser umgeht als viele traditionelle Ansätze. Bilder, Videos, Backups, Logdaten, E-Mails, Sensordaten oder Archivbestände lassen sich in großen Mengen verwalten, ohne dass bei jeder Erweiterung das gesamte Speicherkonzept neu gedacht werden muss. In der Praxis steht hinter Object Storage deshalb nicht nur ein weiterer Speicherort, sondern ein anderer Ansatz für den Umgang mit unstrukturierten Daten. Wer moderne Anwendungen, verteilte Standorte oder hybride Infrastrukturen betreibt, profitiert besonders davon, dass Metadaten sehr gezielt ausgewertet und Richtlinien automatisiert auf große Datenbestände angewendet werden können.

4 Min. LesezeitLesen
Beste Logostickerei für Firmen: Die Top-Anbieter im detaillierten Vergleich
Ratgeber
Beste Logostickerei für Firmen: Die Top-Anbieter im detaillierten Vergleich

Ein professionelles Erscheinungsbild ist für Unternehmen branchenübergreifend ein entscheidender Erfolgsfaktor. Einheitliche Berufsbekleidung stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, sondern fungiert auch als sichtbare Visitenkarte nach außen. Wenn es um die Veredelung von Textilien geht, gilt die Logostickerei als die unangefochtene Königsdisziplin. Sie bietet eine edle Haptik, enorme Langlebigkeit und eine Waschbeständigkeit, die von herkömmlichen Druckverfahren kaum erreicht wird. Da der Markt für Textilveredelung stetig wächst, stehen Unternehmen oft vor der Herausforderung, einen verlässlichen Partner für ihr Vorhaben zu finden. Nicht jede Stickerei ist auf die komplexen Anforderungen von Geschäftskunden ausgerichtet. Wir haben verschiedene Dienstleister auf dem Markt untersucht und stellen Ihnen in der folgenden Übersicht empfehlenswerte Anbieter vor, die sich auf Logostickereien für Firmen spezialisiert haben. Dabei legen wir Wert auf eine sachliche Betrachtung der gebotenen Leistungen, der Produktionsbedingungen und der jeweiligen Alleinstellungsmerkmale. Empfehlenswerte Stickereien für den B2B-Bereich im Detail

9 Min. LesezeitLesen
Rollendes Kapital effizient nutzen: der strategische Prozess zur Veräußerung von Firmen-LKW
Wirtschaft
Rollendes Kapital effizient nutzen: der strategische Prozess zur Veräußerung von Firmen-LKW

In der Welt der Logistik und des produzierenden Gewerbes ist der Fuhrpark oft das wertvollste, aber auch das pflegeintensivste Aktivposten eines Unternehmens. Doch Fahrzeuge altern, die Anforderungen an die Abgasnormen steigen und die Technologie entwickelt sich rasant weiter. Wenn ein treuer Lastkraftwagen das Ende seiner wirtschaftlichen Nutzungsdauer im eigenen Betrieb erreicht hat, stellt sich für viele Fuhrparkleiter die Frage: Wohin mit dem „Altmetall“, das eigentlich noch einen beträchtlichen Wert darstellt? Ausgemusterte LKW, die ungenutzt auf dem Betriebshof stehen, binden nicht nur wertvolle Stellfläche, sondern auch Kapital, das an anderer Stelle dringend für Investitionen benötigt wird. Der strategische Verkauf dieser Fahrzeuge ist daher weit mehr als nur eine Entsorgungsfrage. Es ist ein wirtschaftlicher Hebel, um die Liquidität zu sichern und Platz für moderne, emissionsarme Nachfolger zu schaffen. Eine professionelle Herangehensweise sorgt dafür, dass aus der notwendigen Flottenerneuerung ein reibungsloser Prozess ohne unnötige Standzeiten wird. Wertermittlung und Marktanalyse: die Basis des Erfolgs

5 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite