Nachhaltigkeit im Gebäudesektor – Andreas Blassy (Caverion) im Interview

Welche konkreten Vorteile entstehen in puncto Energieeffizienz für involvierte Unternehmen und Verbraucher durch die Partnerschaft zwischen Caverion und der Energie-Wende-Garching (EWG)?
Über allem steht zunächst die Fragestellung, inwiefern der Wirtschaftsstandort Deutschland fossile Energien durch Regenerative ersetzen kann – ohne, dass es dabei zu hohen Preisen zulasten von Unternehmen und Privaten kommt. Dafür aber mit zuverlässiger Energieversorgung.
Hinsichtlich des Projekts in enger Zusammenarbeit mit der Energie-Wende-Garching (EWG), profitieren dabei schon heute 180 Kunden aus den Bereichen Wohnen, Gewerbe und Industrie von Geothermie als nachhaltige und wettbewerbsfähige Energiequelle. Erdgas wird so ersetzt, ohne dass lokale Unternehmen vor ungewissen Preisdimensionen stehen. Unsicherheiten, die das eigene Geschäftsmodell betreffen, werden so ausgeräumt.
Als Caverion kümmern wir uns vordergründig um die technische Optimierung, die auf lange Sicht den wesentlichsten Prozess ausmacht, um in der Wirtschaft CO2 einzusparen.
Inwiefern greift Caverion in technische Prozesse ein, um zum Beispiel die CO2-Emissionen der Objekte bzw. Liegenschaften zu senken?

Andreas Blassy (Head of Digital- & Energy Services der Caverion Deutschland GmbH)
Wir fokussieren uns vor allem auf die Anpassung und Optimierung der Hydraulik um regenerative Energiequellen, in diesem Fall Geothermie besser nutzbar zu machen. Gleichzeitig unterstützen wir bei strategischen Prozessen, um langfristig Energielieferant und Kunden und die jeweiligen Interessen ideal und effizient zu gewährleisten.
Im Detail gehört dazu das Anpassen der Volumenströme, das Schließen von Beipässen oder auch die Implementierung von Gebäudeleittechnik, also Systemen, welche die technische Gebäudeausrüstung automatisiert und effizient steuern und anpassen kann.
Ergänzend dazu passen wir das Zähler- und Datenmonitoring an Die eingesparte Energie kann sofort gemessen und belegt werden. So gelingt neben der Substitution von Erdgas durch Geothermie auch die Herstellung von digitaler Transparenz für diejenigen Unternehmen, die von der technischen Optimierung profitieren sollen.
Gibt es spezifische Regionen in Deutschland bzw. europaweit, in denen der projektbezogene Einsatz von Geothermie tendenziell mehr bzw. weniger Sinn macht? Wenn ja, welche Voraussetzungen müsste ein Standort dann erfüllen, um für den Einsatz von Geothermie geeignet zu sein?
Grundsätzlich kann Deutschland bereits heute als attraktiver Spot für das Umfeld der Geothermie gesehen werden. Dabei reduzieren sich die regionalen Standorte nicht nur auf München, Umgebung oder die ländlichen Alpenregionen. Auch in Mitteldeutschland, dem Rhein-Main Gebiet, dem Oberrheingraben bzw. im Osten Norddeutschlands in Mecklenburg-Vorpommern, gibt es bereits vergleichbare Standorte, die den Einsatz von Geothermie ermöglichen. Europaweit gilt dies ebenso für Norditalien und Süd-West Frankreich.
Betreiber müssen sich nur stets die Frage nach dem Aufwand stellen, d.h., ob Kosten und Nutzen in einem gesunden Verhältnis zueinanderstehen. Geothermische Anlagen stellen schließlich noch ein sehr kostenintensives Projekt dar und binden damit einen großen Ausgabenpunkt. Wie bei jeden anderen Energieprodukt, und hier im Speziellen, ist es notwendig das es in einen hohen Prozentsatz abgenommen wird. Der Standort alleine macht insoweit noch nicht automatisch ein erfolgreiches Projekt aus.
Können Unternehmen die den fossilen Brennstoffen langfristig unter anderem aus Kostengründen nicht abschwören wollen, heute dann überhaupt noch wettbewerbsfähig bleiben?
Kurzfristig in jedem Fall. Nicht nur der produzierenden Industrie, sondern auch dem Immobiliensektor werden anhand neuer Lieferanten aus Europa bzw. Asien schließlich alte Rohstoffe über neue Wege geliefert. Mittelfristig wird es jedoch aufgrund der erhöhten Preisabhängigkeit deutlich zu teurer werden, weiter auf fossile Brennstoffe zu setzen. Insofern ist eine Abkehr alternativlos.
Ein vorsichtiger Blick in die Zukunft: Glauben Sie, dass die Abkehr von russischem Gas endgültig alle Türen für regenerative Energieträger aufgestoßen hat oder werden einfach andere Regionen (z.B. Kasachstan, Katar) als konstante Lieferanten von fossilen Rohstoffen nachrücken?
Meiner Meinung nach haben die aktuellen geopolitischen Entwicklungen zwar einen Paradigmenwechsel angestoßen. Der Einsatz fossiler Brennstoffe wird jedoch weiterhin Bestand haben und auch mittelfristig notwendig bleiben, um globale Wettbewerbsfähigkeit zu gewährleisten.
In erster Linie ist es die für den deutschen Wirtschaftsstandort so wichtige Industrie, die davon betroffen ist. Dort werden circa ¾ der Energie für Prozesse benötigt und sind derzeit nicht durch Strom oder vergleichbare Träger ersetzbar.
Strom ist dabei nicht automatisch regenerativ, sondern ein anderes Energieübertragungsmedium als Gas. Erst die nachhaltige Herstellung macht ihn dazu. Die konstant gleichmäßige Bereitstellung von Stromenergie, um alle zu versorgen und das aus nachhaltigen Quellen ist mit derzeitigem technischem Standard noch nicht zu realisieren.
Die Versorgung mit fossilem Gas wird uns insoweit noch sehr lange begleiten. Persönlich rechne ich mit mindestens 30 Jahren.
BusinessWer in Bau, Planung oder Handwerk arbeitet, kennt das Bild: Zollstock, Lasermessgerät und eine handschriftliche Skizze gelten seit Jahrzehnten als Standardwerkzeuge bei der Bestandserfassung. Doch gerade bei komplexen Räumen, verwinkelten Gebäuden oder großen Außenanlagen stößt das klassische Aufmaß immer häufiger an Grenzen. Maße fehlen, Nachmessungen werden nötig, und Unsicherheiten tauchen oft erst auf, wenn die Planung schon fortgeschritten oder die Ausführung angelaufen ist. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf 3D-Scanner, um Bestandsdaten vollständig und digital zu erfassen und genau auf diesen Wandel hat sich Scanflow Solutions spezialisiert. Warum klassisches Aufmaß an seine Grenzen stößt Das manuelle Aufmaß ist in der Theorie einfach: Vor Ort messen, Werte notieren, im Büro übertragen. In der Praxis zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen. Bei unregelmäßigen Grundrissen, schrägen Wänden oder technisch dicht belegten Räumen lassen sich relevante Maße leicht übersehen. Fehlt später ein Wert für die Planung, bedeutet das häufig einen zweiten Vor-Ort-Termin mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand.
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RatgeberWer eine Wohnung, ein Haus oder Geschäftsräume renovieren lässt, denkt meist zuerst an das sichtbare Ergebnis: glatte Wände, neue Oberflächen, eine durchdachte Raumaufteilung. Ob ein Vorhaben tatsächlich gelingt, entscheidet sich jedoch lange vor dem letzten Anstrich. Die Abstimmung der beteiligten Gewerke, ein nachvollziehbarer Ablauf und feste Ansprechpartner bestimmen maßgeblich, ob ein Projekt für Eigentümer planbar bleibt insbesondere dann, wenn Innenausbau, Trockenbau und Verputzarbeiten zusammenkommen. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Handwerksbetrieb diesen gebündelten Ansatz umsetzt, und benennt die Punkte, die Auftraggeber vor dem Projektstart klären sollten. Renovieren als Organisationsaufgabe Eine Renovierung ist selten eine einzelne Maßnahme. Wer etwa die Aufteilung einer Altbauwohnung verändern möchte, benötigt zunächst neue Wände im Trockenbau, anschließend Putz und Oberflächen, häufig ergänzt um weitere Arbeiten im Innenausbau. Jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf und jede Unklarheit an einer Schnittstelle wirkt sich auf das Gesamtergebnis aus.
