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4. Oktober 2020

Die fünf größten Trading-Mythen im Faktencheck

Mythos 1: Alle Investoren sind Männer

Das ist leider nicht ganz falsch. Laut einer Umfrage des Bankenverbandes und Kantar gaben nur 18 % der befragten Frauen an, Aktien, Aktienfonds oder andere Wertpapiere zu besitzen. Bei den Männern waren es 27 %. Warum ist das so? Mangelndes Selbstvertrauen in Bezug auf den Vermögensaufbau spielt eine entscheidende Rolle. Genau das wollen Unternehmen wie das Frauen-Finanzportal FinMarie oder Initiativen wie die Finanzhelden von Comdirect ändern. Und es ist eine Veränderung, die endlich stattfinden muss: Im Juni 2020 waren weltweit nur etwa 11% der 14 Millionen registrierten Benutzer von eToro Frauen.

Mythos 2: Sparen ist besser als Investieren

Ja, Ersparnisse sind sicherer, aber in einem Niedrigzinsumfeld nur ein sehr relativer Vorteil. Denn die Zinsen für klassische Anlagen wie Sparbücher oder Tages- und Festgeldanlagen sind seit der Finanz- und Wirtschaftskrise rückläufig. Der Grund dafür ist die Niedrigzinspolitik der EZB. Deshalb sollten die Sparer auf einen Mix aus Anlagen und Ersparnissen setzen. Auch bieten viele Anbieter die Möglichkeit, ein Demo- oder virtuelles Konto zu eröffnen, was für Börsen-Neulinge eine gute Möglichkeit ist, sich in die Welt der Geldanlage ohne das Risiko echter Verluste einzuleben.

Mythos 3: Man kann nur investieren, wenn man viel Geld hat

Der Irrglaube, dass nur diejenigen, die große Geldsummen investieren können, von einer Investition in Aktien profitieren, ist schlicht und ergreifend nicht mehr zutreffend. Die Teilnahme am Aktienmarkt ist inzwischen viel umfassender und selbst mit kleinen Beträgen ist es möglich, zu investieren. Eine Reihe von Online-Investitionsplattformen bieten inzwischen Split-Aktien und 0% Provision an und tragen damit dazu bei, eine der Haupteintrittsbarrieren für viele Aktien-Einsteiger – die Kosten – zu senken.

Abgesehen davon empfiehlt sich die Entscheidung für passiv verwaltete Indexfonds – zum Beispiel in Form eines Sparplans – regelmäßig einen festen, wenn auch kleineren Betrag zu investieren. Auf diese Weise können Anleger mit einer langfristigen Anlagestrategie auch in kleinen, kontinuierlichen Schritten von einer positiven Entwicklung ihres Vermögens profitieren.

Mythos 4: Zu Tiefstständen kaufen, zu Höchstständen verkaufen

Das ist eine Strategie, die Sie in Betracht ziehen könnten, wenn Sie ein Börsenprofi sind. Im Allgemeinen ist es jedoch ratsamer, Unternehmensaktien nicht zu kaufen, wenn sie sich gerade auf einem 52-Wochen-Tief befinden in der bloßen Annahme, dass sie sich davon bald erholen werden. Recherchieren Sie lieber gründlich und bedenken Sie, dass der Aktienpreis nur ein Teil der Gleichung ist. Investieren bezieht sich nicht nur auf Geld, sondern auch auf Ihre Zeit. Deshalb sollten Sie sich auf Unternehmen konzentrieren, die eine vielversprechende Zukunft haben, wie Wachstumsunternehmen oder dividendenzahlende Aktien.

Mythos 5: Man braucht mathematisches Verständnis, um an der Börse erfolgreich zu sein

In der jüngsten Vergangenheit ist eine Reihe neuer Akteure in den Fintech-Sektor eingestiegen mit dem Ziel, die globalen Finanzmärkte für jedermann zugänglich und zu einem weniger elitären Thema zu machen. Denjenigen, die immer noch der Meinung sind, dass man ein Profi sein muss, um an der Börse erfolgreich zu sein, beweist folgende Anekdote das Gegenteil: 1720 investierte Isaac Newton in das damals heißeste Unternehmen auf dem Markt, die britische South Sea Company. Da der Aktienkurs zur Zeit von Newtons Investition bereits seinen Zenit erreicht hatte, verlor der Entdecker der Schwerkraft durch den anschließenden Einbruch des Aktienkurses – trotz seines unbestrittenen Genies – 20.000 GBP (nach heutiger Kaufkraft etwa 3 Mio. USD). Was nur zeigt, dass selbst die Klügsten unter uns an dem Hype um eine „heiße Aktie“ scheitern können. Deshalb ist es wichtig, zuvor genau zu recherchieren und zu verstehen, in welche Firmen man investiert.

Schlussfolgerung

Erfolg an der Börse lässt sich weder auf angeborenes Talent noch auf den IQ eines Genies reduzieren. Als Anfänger muss man weder Wirtschaftswissenschaften studieren noch darauf warten, dass der Kontostand ein bestimmtes Niveau erreicht. Wichtig ist, sich Zeit zum Recherchieren der Börsengeschäfte zu nehmen, um so klug investieren zu können. Die dafür notwendigen Dinge kann man lernen und die Materialien sind heute online frei verfügbar. Wie alles im Leben erfordert die Teilhabe an der Börse jedoch Übung, Geduld und Disziplin.

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