Die Integration der Logistik im Omnichannel: Eine zentrale Herausforderung für den Handel

Die Covid-19-Pandemie hat viele hiesige Branchen beeinflusst und geschwächt. Welche Auswirkungen hat die Krise auf den E-Commerce und im Besonderen auf die Digitalisierungsanstrengungen der Branche?
Markus Rohmeyer: “Die Pandemie war und ist im Grunde ein Katalysator für die Digitalisierung und gab dem E-Commerce einen starken Boost. Das spiegelt sich auch in Zahlen wider. Im ersten Halbjahr 2021 wuchs laut dem Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland e.V. der Onlinehandel um 23,2 Prozent (bevh Verbraucherbefragung „Interaktiver Handel in Deutschland“). Dabei wurde fast jeder zweite im E-Commerce umgesetzte Euro auf Online-Marktplätzen und Plattformen getätigt.”
Online-Händler stehen oft vor der Herausforderung einer effizienten Marktplatzanbindung. Welche Aspekte müssen Ihrer Meinung nach hier besonders beachtet werden und wie gelingt eine erfolgreiche Marktplatz-Implementierung?
Markus Rohmeyer: “Eine gut durchdachte Strategie ist die Grundvoraussetzung für eine erfolgreiche Marktplatzanbindung. Vorab sollte man sich daher u.a. folgende Fragen beantworten: Welche Marktplätze sind für Ihre Zielgruppe und Ihr Business am wichtigsten? Wie sieht das Marktpotenzial aus? Oder, wie soll das Zusammenspiel von Online-Shop und Marktplatz aussehen? Eine erfolgreiche Marktplatz-Implementierung gelingt kurz gesagt über die Nutzung von flexiblen Lösungen, die einfach in die vorhandene Systemarchitektur integrierbar sind. Weiterhin müssen die digitalen Produktdaten so aufbereitet werden, dass sie die Anforderungen des jeweiligen Marktplatzes erfüllen. Andersherum sollten aber auch die Stammdaten der Marktplätze berücksichtigt und importiert werden können. Besonders die Integration von Bestelldaten, Zahlungs- und Mahnungsvorgängen in den vorhandenen Prozess ist dabei von großer Wichtigkeit.”
Welche Vorteile bringt beispielsweise die viel diskutierte Möglichkeit einer Ship-from-Store-Lösung bei der Filial-Anbindung eines Unternehmens, und wie wird sie richtig eingesetzt?
Markus Rohmeyer: “Eine Ship-from-Store-Lösung bringt zwei entscheidende Vorteile mit sich. Für den Händler zahlt sich der dezentrale Versand von Waren aus. So konnten beispielsweise während der Covid-19-Pandemie Waren verkauft werden, auf denen die Filialen ansonsten sitzen geblieben wären. Für den Kunden wird die Lösung besonders durch eine schnellere Lieferung aus der nächstgelegenen Filiale spürbar. Eine zentrale Herausforderung ist hier die Integration der Logistik im Omnichannel. FMCG-Lieferdienste wie Gorillas, Flink oder getnow haben jedoch bewiesen, dass solche Konzepte umsetzbar sind – so gehen wir davon aus, dass demnächst auch Slow Moving Consumer Goods wie Schuhe innerhalb von 30 Minuten geliefert werden könnten. Gelingt die korrekte Verwertung aller relevanter Daten des Omnichannel-Szenarios (Verfügbarkeit, Bestände, etc.), ist in Zukunft auch eine schnelle Lieferung aus der nächstgelegenen Filiale vorstellbar – und technisch bereits möglich.”
Inwieweit führen immer mehr Touchpoints mit Händlern zu veränderten Anforderungen, beispielsweise im Kundenservice?
Markus Rohmeyer: “Bei einem auf den Kunden ausgerichteten Omnichannel-Vertrieb sollten Kontaktmöglichkeiten, sei es per Live-Chat auf der Website, Telefon, Messenger oder Social Media, an jeder Stelle der Customer Journey und an allen Touchpoints vorhanden sein. Alle Interaktionen mit dem Kunden sollten über alle verfügbaren Kanäle mit einer einheitlicher Wissensbasis gebündelt werden. Das bedeutet, egal über welchen Kanal ein Kunde eine Frage stellt, es sollte immer die gleiche Antwort bzw. Lösung kommuniziert werden. Eine weitere Anforderung ist die Verknüpfung von Kundenservice und Kundenberatung. Der klassische Customer Service wird mit der spezifischen Produktberatung zum Kauf im Online-Shop kombiniert. Das stellt jedoch viele Händler organisatorisch vor eine Herausforderung, da es sich häufig um getrennte Abteilungen handelt.”
Vor welchen Herausforderungen steht die Digitalisierung im Onlinehandel allgemeinen und wie schätzen Sie die Zukunft der E-Commerce-Branche ein?
Markus Rohmeyer: “Der Konkurrenzdruck wird in der Zukunft weiter deutlich zunehmen. Alle Unternehmen müssen sich Gedanken darüber machen, wie sie sich gegenüber dem Wettbewerb differenzieren und eine einzigartige Customer Experience schaffen. Dabei spielen auch die gestiegenen Erwartungen der Kunden, wie beispielsweise schnelle Website-Ladezeiten oder eine schnelle und flexible Lieferung, eine große Rolle.
Für Händler werden Omnichannel-Szenarien weiter an Bedeutung gewinnen. Der Trend bewegt sich in Richtung „Schaufenster-Filialen“, die rein zur Inspiration dienen beziehungsweise einen Erlebniswert haben, im Anschluss aber online bestellt wird. Grundsätzlich wird der E-Commerce, zwar moderat, aber stetig, weiter wachsen. Allerdings gibt es vor allem im B2B-Bereich noch gravierenden Nachholbedarf.”
BusinessRabattaktionen gehören inzwischen zum festen Instrumentarium vieler Onlineshops. Sie können neue Kunden gewinnen, Kaufentscheidungen beschleunigen und den Absatz ausgewählter Produkte erhöhen. Gleichzeitig besteht jedoch die Gefahr, dass häufige Preisnachlässe die Marge belasten und Kunden daran gewöhnen, nur noch mit einem Gutschein zu bestellen. Erfolgreiches Gutscheinmarketing besteht deshalb nicht darin, möglichst hohe Rabatte zu verteilen. Entscheidend ist eine Strategie, bei der Zielgruppe, Zeitpunkt, Mindestbestellwert und wirtschaftliches Ziel aufeinander abgestimmt werden. Warum Kunden vor dem Kauf nach Gutscheincodes suchen
BusinessWenige Berliner Unternehmen verbinden die jüngere deutsche Geschichte so unmittelbar mit einem hochspezialisierten, international gefragten Geschäftsfeld wie die ZEG Berlin GmbH Zentrum für Epidemiologie und Gesundheitsforschung. Aus einem Forschungsinstitut der DDR-Akademie der Wissenschaften ist binnen drei Jahrzehnten ein Beratungs- und Forschungsunternehmen geworden, das Pharma- und Medizintechnikunternehmen in ganz Europa bei sicherheitsrelevanten Studien begleitet. Wer sich einen Überblick verschaffen möchte, findet auf der Unternehmensseite zeg-berlin.de Einblicke in Expertise, Leistungsspektrum und aktuelle Publikationen. Für Unternehmerinnen und Unternehmer aus anderen Branchen lohnt der Blick auf ZEG Berlin auch deshalb, weil das Beispiel zeigt, wie sich aus einer historischen Umbruchsituation heraus ein tragfähiges, hochspezialisiertes B2B-Geschäftsmodell entwickeln lässt. Wurzeln im geteilten Berlin: von der Akademie der Wissenschaften zur eigenständigen GmbH Die Geschichte von ZEG Berlin beginnt nicht 1990, sondern schon in den 1960er-Jahren am epidemiologischen Studienzentrum der Humboldt-Universität Berlin an der Charité. Dort arbeiteten die Epidemiologen Professor Siegfried Boethig und Professor Lothar A. J. Heinemann an bevölkerungsbezogenen Querschnittsstudien, zunächst mit Schwerpunkt Herz-Kreislauf-Gesundheit. Boethig leitete zudem zeitweise die Cardiovascular Disease Unit der Weltgesundheitsorganisation in Genf. In dieser Zeit wirkten die Berliner Epidemiologen an internationalen Projekten wie der WHO-MONICA-Studie zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, dem WHO-OC-Projekt zu oralen Kontrazeptiva und dem globalen INTERSALT-Projekt zum Zusammenhang zwischen Kochsalzaufnahme und Blutdruck mit. Ergänzend liefen an dem Institut die Präventionsprogramme CANON und CINDI, die auf die Vorbeugung nicht übertragbarer Erkrankungen zielten.
BusinessWer ein Einzelunternehmen gründen möchte, braucht weder Mindestkapital noch einen Gesellschaftsvertrag. Als natürliche Person können Sie direkt starten. Die Anmeldung beim Gewerbeamt und die steuerliche Erfassung über das Finanzamt genügen, die Gründungskosten bleiben meist unter 100 Euro. Dieser Praxisguide führt Sie Schritt für Schritt durch den Gründungsprozess 2026, liefert konkrete Steuervergleiche, zeigt Haftungsrisiken samt Gegenmaßnahmen und erklärt aktuelle Anforderungen wie die E-Rechnung-Pflicht. Das Wichtigste im Überblick Ein Einzelunternehmen lässt sich 2026 ohne Mindestkapital und Gesellschaftsvertrag gründen. Gewerbeanmeldung und steuerliche Erfassung kosten zusammen meist unter 100 Euro.
