Steuertipps·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. März 2011

Grunderwerbsteuer: Eigenheimbesitzer erhalten keine Ermäßigung

Die Erhebung ohne Abschlag ist auch nach Abschaffung der Eigenheimzulage im Jahre 2006 weiterhin verfassungsgemäß, weil sie nicht mit dem Eigentumsschutz im Grundgesetz kollidiert. Dies wäre erst dann der Fall, wenn die Steuer den Betroffenen übermäßig belasten würde (Az. II R 40/09). Die Grunderwerbsteuer hat jedoch keine erdrosselnde Wirkung, welche die Vermögensverhältnisse des Eigenheimbesitzers grundlegend beeinträchtigen würde. Von einer zu einem Verfassungsverstoß führenden erdrosselnden Wirkung der Grunderwerbsteuer kann mit Blick auf den festgelegten Steuersatz keine Rede sein, meinten die Richter.

Die Besteuerung des Erwerbs selbst genutzten Wohneigentums unterliegt weder dem Grunde noch der Höhe nach verfassungsrechtlichen Bedenken, weil das Grundgesetz den Gesetzgeber nicht daran hindert, für den Erwerb einer Immobilie zu eigenen Wohnzwecken eine Grunderwerbsteuer vorzusehen. Ein Verfassungsverstoß folgt auch nicht aus dem Umstand, dass der Gesetzgeber die Eigenheimzulage Ende des Jahres 2005 abgeschafft hatte. Sie stellte eine staatliche Subvention dar, mit deren Hilfe ein bestimmtes Verhalten gefördert wurde, das aus wirtschafts-, sozial – oder gesellschaftspolitischen Gründen erwünscht erschien. Im Rahmen einer solchen Förderung kommt dem Staat allerdings eine große Gestaltungsfreiheit zu; er kann insbesondere bestimmen, welche Beträge er zur Durchführung der Maßnahme insgesamt bereitstellen will. Es ist ihm deshalb grundsätzlich auch erlaubt, zuvor gewährte Subventionen für die Zukunft zu kürzen oder ganz zu entziehen. Eine Ungleichbehandlung gegenüber denjenigen Familien, die vor der Abschaffung der Eigenheimzulage – bezogen auf den selbst erworbenen Wohnraum – gefördert worden sind, scheidet aus.

Verfassungsrechtliche Bedenken gegen die Höhe des Steuersatzes ergeben sich auch nicht daraus, dass durch den Wegfall der Eigenheimzulage möglicherweise eine verschärfte Belastung eingetreten ist. Zwar wurde die Auswirkung der Grunderwerbsteuer im Bereich des Kaufs selbst genutzter Eigenheime vor 2006 durch die Eigenheimzulage abgefedert. Hierdurch ist aber nicht erkennbar, dass der Wegfall der Eigenheimzulage eine Behinderung des Grundstücksverkehrs ausgelöst hätte. Dabei ist zu bedenken, dass die Höhe der sonstigen, auf den Grunderwerb anfallenden Transaktionskosten (Maklercourtage, Notar- und Grundbuchgebühren) über der Steuer liegt und in diesem Bereich ebenfalls keine Ermäßigung vorgesehen ist.

VSRW-Verlag

Teilen:
Weitere Artikel
Elektro Widhammer in Feldkirchen-Westerham: Handwerk und Postservice unter einem Dach
Arbeitsleben
Elektro Widhammer in Feldkirchen-Westerham: Handwerk und Postservice unter einem Dach

Wer in Feldkirchen-Westerham ein Paket aufgeben will, landet nicht selten in dem Geschäft, in dem auch Elektroinstallationen geplant und Haushaltsgeräte verkauft werden: bei Elektro Widhammer. Der familiengeführte Betrieb vereint klassisches Elektrohandwerk, moderne Energietechnik und eine Postfiliale mit DHL-Service unter einem Dach. Diese Kombination klingt zunächst ungewöhnlich und ist zugleich ein Beispiel dafür, wie regionale Betriebe ihre Rolle im Ortskern heute neu definieren. Statt sich auf ein einziges Standbein zu verlassen, bündeln kleine Unternehmen Dienstleistungen, die im Alltag ihrer Kunden zusammengehören. Für Mittelständler und Unternehmer, die ihr eigenes Geschäftsmodell weiterentwickeln wollen, lohnt der Blick in die oberbayerische Gemeinde: Er zeigt, wie Diversifizierung im kleinen Maßstab gelingen kann. Ein Familienbetrieb mit zwei Standbeinen

6 Min. LesezeitLesen
Trachtenstube Inge in Penzberg: Ein Familienbetrieb zwischen München und Garmisch
Business
Trachtenstube Inge in Penzberg: Ein Familienbetrieb zwischen München und Garmisch

Zwischen München und Garmisch-Partenkirchen, südlich des Starnberger Sees, hat sich Penzberg über die Jahre als kleiner, aber lebendiger Standort für Trachtenmode etabliert. Wer in der Region ein Dirndl für die Hochzeit, Lederhosen für den Vereinsauftritt oder Trachten für die ganze Familie sucht, landet früher oder später bei einem Geschäft, das es dort seit rund fünf Jahrzehnten gibt: der Trachtenstube Inge. Der Familienbetrieb verbindet traditionelle und moderne Trachtenmode unter einem Dach und steht damit für eine Form des stationären Fachhandels, die auf Beratung, Nähe und Beständigkeit setzt. In einer Branche, in der Online-Shops und schnelle Kollektionswechsel den Markt prägen, ist ein Familienbetrieb mit einer solchen Historie eine bemerkenswerte Konstante. Dieses Porträt zeigt, wie das Penzberger Geschäft gewachsen ist, welches Sortiment es bietet und warum es für die Region zwischen München und Garmisch mehr ist als eine reine Verkaufsadresse. Für Unternehmer, die selbst im Handel oder in einer inhabergeführten Firma arbeiten, lohnt der Blick auf dieses Modell. Ein Familienbetrieb mit rund 50 Jahren Geschichte

6 Min. LesezeitLesen
Ambrosia Bestattungen in Chemnitz: Wie ein Familienunternehmen den Generationswechsel gestaltet
Business
Ambrosia Bestattungen in Chemnitz: Wie ein Familienunternehmen den Generationswechsel gestaltet

Wenn ein Mensch stirbt, bleibt den Angehörigen oft nur wenig Zeit, das Unvorstellbare zu organisieren. Zwischen Behördenwegen, Formalitäten und der eigenen Trauer entsteht in wenigen Tagen ein organisatorischer Kraftakt. In solchen Momenten zählt vor allem eines: ein verlässlicher Ansprechpartner vor Ort, der Ruhe, Erfahrung und Struktur in eine Ausnahmesituation bringt. In Chemnitz begleitet die Ambrosia Bestattungen GmbH als Familienunternehmen Menschen seit mehr als drei Jahrzehnten auf diesem Weg und hat zuletzt einen Generationswechsel vollzogen, der Kontinuität mit neuen Impulsen verbindet.

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite