Definition: Korrespondenz – Schriftverkehr im Unternehmen

Die Aufbewahrungspflicht für die Geschäfts- Korrespondenz

Als selbstständiger Unternehmer hat man die Pflicht, geschäftliche Unterlagen über einen gesetzlich festgelegten Zeitraum aufzubewahren. Relevant für die Festlegung der Fristen und dafür, welche Unterlagen aufbewahrt werden müssen, sind das Handelsrecht und das Steuerrecht. Neben steuerlichen Unterlagen wie Jahresabschlüsse, Buchungsbelege oder Inventarlisten müssen auch empfangene Handels- und Geschäftsbriefe aufbewahrt werden. Laut § 257 IV HGB muss ein Kaufmann (Kaufmann Definition) diese Unterlagen sechs Jahre aufbewahren, Jahresabschlüsse und andere steuerliche relevante Dokumente und Unterlagen müssen 10 Jahre aufbewahrt werden.

Das Korrespondenz-Prinzip

Das Korrespondenzprinzip soll sicherstellen, dass Einkommen nur einmal steuerlich erfasst wird. Im deutschen Einkommenssteuerrecht wird dieses Prinzip zum Beispiel im Rahmen des Real-Splittings bei Einkommensübertragungen zwischen zwei Personen angewandt. Bei der Besteuerung von Alterseinkünften wird mit dem Korrespondenz-Prinzip geklärt, ob die Beiträge oder die späteren Rentenzahlungen besteuert werden.

Eine Korrespondenz muss zum Zeitpunkt des Eingangs in der Buchhaltung erfasst werden. Dies ist eine gesetzliche Vorgabe.
Die Schwelle für die Aufbewahrung von Korrespondenz ist nicht immer einfach zu setzen: Jedes Dokument könnte später für die Besteuerung und/oder die Steuerkontrolle relevant sein. In der Praxis ist es ratsam, nur solche Dokumente aufzubewahren, die selbsterklärend sind oder deren Bedeutung durch andere Dokumente geklärt werden kann. Außerdem ist es ratsam, die Aufbewahrung der Geschäftskorrespondenz als Chance zur Optimierung der buchhalterischen Abläufe zu nutzen, indem Briefe und deren Anlagen in einer Datei mit Indexblatt zusammengefasst werden.

Das Korrespondenzprinzip bezieht sich auf die Übertragung von Betriebseinnahmen. Es gilt daher auch für alle erwerbswirtschaftlichen Tätigkeiten oder Rechtsträger, die in einem steuerlich relevanten Vorgang übertragen werden. Die Korrespondenzpflicht ist nur relevant, wenn die Zahlung im Namen der Gesellschaft erfolgt. Angenommen, Sie erhalten eine Dividendenausschüttung von einem verbundenen Unternehmen oder eine Gewinnausschüttung nach der Einbringung von einem neuen Rechtsträger. In diesem Fall ist sie als Korrespondenz zu erfassen und entsprechend zu behandeln.

Das Korrespondenzprinzip gilt auch für die Erfassung von Renten und Pensionen als grunderwerbsteuerlich abzugsfähige Aufwendungen. Bei verdeckten Einlagen in eine Gesellschaft muss der Abwicklungsvertrag mit ergänzenden Angaben beim Gesellschaftsregister hinterlegt werden, um die Übertragung der zugehörigen Wertpapiere zu ermöglichen. Denn für die steuerliche Bilanzierung ist es von entscheidender Bedeutung, dass der Kassenbestand einer Gesellschaft nach den gesetzlichen Vorschriften ausgewiesen wird.

Korrespondenz von Privatpersonen, wie z. B. Geschäftspartnern und Verwandten, muss nicht zentral und dauerhaft erfasst werden. Bei Briefen, die an Unternehmen gerichtet sind, ist es ratsam, diese zwischen sechs und zehn Jahren als Korrespondenz aufzubewahren. In Korrespondenzakten können wichtige Termine oder Entscheidungen festgehalten werden, die einer langfristigen Aufbewahrung bedürfen, wie z. B. Verträge mit Kunden oder Lieferanten oder Vorgaben für die Produktgestaltung.

Eine Bürgschaftsurkunde ist ein physisches Dokument, in dem eine an der Leistung des Unternehmens interessierte Person (d. h. ein Gläubiger, Kreditgeber oder Investor) die Erfüllung einer vertraglichen Verpflichtung bestätigt. Daher müssen die Garantieerklärungen mindestens sechs Monate lang aufbewahrt werden. Darüber hinaus ist auch die Korrespondenz über Kapitalanlagen steuerlich aufzuzeichnen, solange sie nicht der Öffentlichkeit zugänglich gemacht oder den beteiligten Gesellschaftern auf andere Weise zur Verfügung gestellt wurden. Dies gilt für Aktienoptionen, insbesondere wenn Aktien zwischen zwei Personen mit einem bestehenden Optionsvertrag übertragen werden.

Gleiches gilt für Wertpapiere einer Aktiengesellschaft, die aufgelöst wird, um die Übertragung auf andere Beteiligte bei Beendigung der Liquidation der Gesellschaft durchzuführen.

Fazit

Die Dokumentation der Korrespondenz spricht für sich selbst. Es ist unerlässlich, diese Unterlagen und Akten lange aufzubewahren, nicht nur für steuerliche Kontrollzwecke, sondern auch, um auf Behauptungen über die Tätigkeit des Unternehmens oder bestimmter Mitarbeiter durch ihren ehemaligen Arbeitgeber reagieren zu können.

Sicherlich auch interessant:

Teilen:
Weitere Artikel
Rendite unter dem Giebel: Dacharbeiten als zukunftssicheres Geschäftsmodell
Business
Rendite unter dem Giebel: Dacharbeiten als zukunftssicheres Geschäftsmodell

Jedes Gebäude braucht ein verlässliches Dach. Was lange Zeit vor allem als Schutz vor Regen, Schnee und Kälte galt, hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Heute entscheidet die oberste Etage eines Hauses maßgeblich darüber, wie energieeffizient eine Immobilie arbeitet und wie viel eigener Strom vor Ort erzeugt werden kann. Dieser Wandel macht Dacharbeiten zu einem der beständigsten Geschäftsfelder im gesamten Bausektor. Gesetzliche Vorgaben zur Wärmedämmung und der stetige Zubau von Photovoltaikanlagen sorgen für eine kontinuierliche Nachfrage bei Fachbetrieben. Hinzu kommt ein spürbarer Modernisierungsbedarf im deutschen Altbaubestand, der Eigentümer über kurz oder lang zu gezielten Sanierungsmaßnahmen bewegt. Für unternehmerisch denkende Handwerker und Gründer eröffnet das Dachhandwerk daher weitaus mehr Möglichkeiten als reines Ziegellegen. Es bildet das Fundament für ein krisenfestes Geschäftsmodell, das klassische Handwerksleistungen mit moderner Energietechnik verbindet und planbare wirtschaftliche Erträge ermöglicht.

4 Min. LesezeitLesen
Energetische Sanierung als Gesamtprojekt: CF Baumanagement über die Gebäudehülle
Expertentalk
Energetische Sanierung als Gesamtprojekt: CF Baumanagement über die Gebäudehülle

Neue Fenster, eine gedämmte Fassade oder ein besser geschützter Dachboden: Wer ein Gebäude energetisch sanieren möchte, steht schnell vor mehreren möglichen Maßnahmen. Die entscheidende Frage ist selten, welches Bauteil für sich genommen am meisten Aufmerksamkeit verdient. Vielmehr kommt es darauf an, den Zustand des Hauses zu verstehen und anstehende Arbeiten aufeinander abzustimmen. Im Gespräch mit der Geschäftsführung Claus Fenkl vom CF Baumanagement geht es darum, welche Bereiche der Gebäudehülle Eigentümer betrachten sollten und wie sie Entscheidungen für ein Sanierungsprojekt vorbereiten können. Erst den Bestand verstehen business-on.de: Womit sollten Eigentümer beginnen, bevor sie über eine konkrete Dämmmaßnahme entscheiden?

6 Min. LesezeitLesen
Fliesen auswählen: Wie Raumidee, Format und Sortiment zusammenfinden
Expertentalk
Fliesen auswählen: Wie Raumidee, Format und Sortiment zusammenfinden

Eine Fliese kann auf dem Bildschirm genau richtig wirken und im vorgesehenen Raum dennoch anders erscheinen. Licht, angrenzende Möbel und die Größe der belegten Fläche verändern den Eindruck. Hinzu kommen praktische Fragen: Welches Format passt zum Entwurf, wie viel Material wird benötigt und welche Produkte gehören zum Vorhaben? Im Gespräch mit FliesenXXL NRW geht es darum, die Auswahl Schritt für Schritt vorzubereiten von der ersten Raumidee bis zum Vergleich konkreter Fliesen. Vom Bildschirm zur Entscheidung im Raum business-on.de: Viele Menschen beginnen die Fliesensuche mit Bildern. Was sollte aus einer ersten Raumidee werden, bevor einzelne Produkte ausgewählt werden?

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite