News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
15. Februar 2022

Mobbing am Arbeitsplatz – Was kann man tun?

Rechtlich gegen Mobbing vorgehen

Häufig neigen Beteiligte und Opfer von Mobbingfällen dazu, ihre Probleme miteinander auszumachen, statt dafür Hilfe von außen hinzuzuholen. An Arbeitsplätzen sorgen sich viele Mobbingopfer darüber, ob es negative Auswirkungen auf ihre Jobsituation und das Arbeitsklima haben kann, wenn sie offiziell gegen Probleme vorgehen. Insbesondere, wenn Höhergestellte beteiligt sind, kann es schwer sein, den Mut zu finden dagegen vorzugehen.

Dabei ist Mobbing ein ernstzunehmendes Problem, das mit arbeitsrechtlicher Hilfe gelöst werden sollte. Schikanen dieser Art können einen Eingriff in das Persönlichkeits- und Gleichstellungsgesetz darstellen. Ein Anwalt hilft dabei, Mobbing effektiv und sachlich zu unterbinden, bevor es zu einer emotional geladenen Schlacht unter Mitarbeitern ausartet. In manchen Fällen kann man Entschädigungen erwarten.

Wann ist Mobbing strafbar?

Mobbing ist strafbar, wenn es gegen die Persönlichkeitsrechte und/oder das allgemeine Gleichstellungsgesetz verstößt. In den Grundgesetzen ist beispielsweise festgehalten, dass

  • Beleidigungen,
  • Nachrede,
  • Verleumdung und
  • Körperverletzungen

strafrechtlich verfolgbar sind.

Ebenso sind Diskriminierungen strafbar, die sich auf

  • Geschlecht,
  • Alter,
  • sexuelle Orientierung,
  • ethnische Herkunft,
  • Religion,
  • Weltanschauung oder
  • Behinderung

zurückführen lassen.

Mitarbeiter haben außerdem ein Beschwerderecht. Beschwerden über ungerechte Behandlung können bei dem Arbeitgeber oder Betriebsrat eingereicht werden. Dieser ist dazu verpflichtet, die Situation zu prüfen und für Besserung zu sorgen. Aufgrund der arbeitsrechtlichen Fürsorgepflicht müssen Vorgesetzte für das Wohl ihrer Angestellten sorgen, indem sie mit Ermahnungen, Abmahnungen, Versetzungen oder Kündigungen gegen die Schuldigen vorgehen.

Was genau versteht man unter Mobbing?

Ob ein Mobbingfall als strafbar gilt, ist Auslegungssache. Damit es als Mobbing zählt, müssen systematische Handlungen vorliegen, die das Ziel haben, die Rechte des Mobbingopfers zu beeinträchtigen und über den üblichen gesellschaftlichen Umgang hinausgehen.

Merkmale sind:

  • regelmäßig stattfindende Handlungen
  • Andauern über einen längeren Zeitraum
  • einzelne Personen werden attackiert
  • die Attacken haben keine gerechtfertigten Gründe
  • systematische Handlungen

Verschiedene Arten von Mobbing

Was die eindeutige Definition von Mobbing erschwert, ist, dass es mehrere Formen von Mobbing gibt, die nicht immer allen der oben genannten Merkmalen entsprechen müssen.

Unterformen sind:

  • Bossing – Mobbing durch den Vorgesetzten.
  • Staffing – Vorgesetzte als Mobbingopfer der Angestellten.
  • Straining – Einzelne oder wenige Handlungen, die aber einen andauernden negativen Effekt haben.
  • Gaslighting – Subtile psychologische Manipulationen, die zu Selbstzweifeln des Opfers führen.

Beim Straining kann eine einzelne feindselige Handlung dazu führen, dass das Opfer langfristig negativen Folgen ausgesetzt wird. Ein Beispiel wäre es, wenn ein Mitarbeiter als einziger gezielt in ein isoliertes, schlecht ausgestattetes Büro gesetzt wird.

Bei dem Gaslighting stellt der Angreifer häufig Behauptungen auf, die nicht der Realität entsprechen. So kann er einem Opfer beispielsweise einreden, dass die Person etwas vergessen hat, was man ihr aufgetragen hat, obwohl man den Befehl nie gegeben hat. Mit häufigen Behauptungen dieser Art beginnt das Opfer an der eigenen Wahrnehmung zu zweifeln. Das kann nicht nur Unsicherheit, sondern ernsthafte psychologische Erkrankungen auslösen.

Zudem gibt es situationsspezifische Unterarten, beispielsweise das akut häufig auftretende Cybermobbing im Online-Arbeitsumfeld während der Pandemie.

Ursachen und Verlauf von Mobbing am Arbeitsplatz

Es ist nicht einfach, die genauen Ursprünge von Mobbing festzulegen. Sie basieren auf komplizierten sozialen Strukturen, die von etlichen Dingen beeinflusst werden. Vereinfacht gesagt nehmen Mobber ihre Opfer als „anders“, „schwach“ oder „Gefährdung“ wahr.

Menschen sehen im Mobbing die Chance, selbst Macht über jemand „Schwächeren“ auszuüben, Konkurrenz auszumerzen oder einen Faktor abzuschaffen, der ihr gewohntes Arbeitsumfeld gestört hat.

Zeitgleich gibt es firmeninterne Strukturen, die Mobbing verursachen können, wie Über- und Unterforderung, schlechte Kommunikations- und Informationsstrukturen.

Ziel ist es, den Gemobbten zu verjagen oder ihn weiterhin zu nutzen, um sich selbst als stärker wahrnehmen zu können. Für Arbeitgeber kann es eine Möglichkeit sein, nicht selbst kündigen zu müssen.

Mobbing-Phasen

Mobbing kann unterschiedlichste Formen annehmen. Ein simpler Verlauf sieht etwa so aus:

  1. Konflikt – Etwas geschieht, für das der Mobber dem Opfer die Schuld gibt. Beispielsweise wird die andere Person gelobt und der Mobber selbst steht deshalb schlechter dar.
  2. Beginnendes Mobbing – Meist beginnt Mobbing damit, dass Informationen vorenthalten und das Mobbingopfer isoliert wird, indem ihm die Arbeit erschwert wird. Der Mobber versucht Fronten aufzubauen, die das Opfer ausschließen.
  3. Steigerung – Hat das Opfer weniger Kontakt und Rückhalt, kann der Mobber seine Handlungen aggressiver gestalten. Die Angriffe werden häufiger und finden offener statt. Diese Demütigungen distanzieren das Opfer zusätzlich von den Mitarbeitern, die helfen könnten. Das Selbstwertgefühl sinkt, Fehler und Stress häufen sich.
  4. Lösung – Viele Mobbingopfer sehen eine Kündigung als einzigen Ausweg an. Das geringe Selbstwertgefühl macht es schwer, für sich einzustehen.

Welche Folgen Mobbing haben kann

Mobbing übt sich sowohl auf die Arbeitsleistung als auch auf die psychische und physische Gesundheit aus. Damit betrifft es auch das Privatleben der betroffenen Person und ihre Lebensqualität sinkt. Oft entwickeln Opfer Existenzängste und Angst vor der „Situation Job“.

Typische Folgen von Mobbing sind:

  • Angstzustände
  • Demotivation, „Innere Kündigung“
  • Depressionen
  • Leistungs- und Denkblockaden
  • Misstrauen
  • Nervosität
  • Ohnmachtsgefühle
  • Selbstzweifel
  • Sozialer Rückzug
  • Stresssymptome (physisch und psychisch, z. B. Kopfschmerzen, Schlaflosigkeit …)

Was man gegen Mobbing tun kann

Es gibt drei Hilfen, mit denen wir gegen Mobbing vorgehen können:

  • Handlungen innerhalb des Betriebs: Kontakt zu Betriebs-/Personalrat, Gleichstellungsbeauftragte, Konfliktberatern, aber auch unbeteiligten Kollegen, Vorgesetzten oder Vertrauenspersonen.
  • Handlungen außerhalb des Betriebs: Kontakt zu Ämtern für Arbeitsschutz, Gewerkschaften, Antidiskriminierungsstellen, Rechtsanwälten, Selbsthilfegruppen und psychologische Beratung.
  • Persönliche Handlungen: Vorfälle dokumentieren, Konflikte ansprechen, persönliche Grenzen aufweisen, Wege finden, das Selbstwertgefühl zu stärken (z. B. durch Sport, Hobbys etc.).

Fazit

Mobbing am Arbeitsplatz ist ein ernsthaftes Problem, das den Opfern häufig nicht nur ihren Job, sondern auch ihr Selbstwertgefühl kostet. Die Folgen beeinflussen die Lebensqualität und Leistungsfähigkeit einer Person. Mobbinghandlungen, die in das Persönlichkeitsrecht eingreifen, sind strafbar. Wer unter Mobbing leidet, sollte deshalb Beratung von einem Rechtsanwalt suchen.

Anwälte für Arbeitsrecht können effektiv eingreifen, Mobbinghandlungen unterbinden und sich für Entschädigungen einsetzen. Zudem gibt es viele hilfreiche Stellen, wie Betriebsräte oder Mobbing-Hilfshotlines, die Betroffene unterstützen können.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt
    Expertentalk
    Interview mit Nenad Tomic: Wie N.D Service Wohnanlagen und Gewerbeobjekte in Neufahrn bei Freising pflegt

    Wohnanlagen und Gewerbeobjekte sind anspruchsvolle Immobilien: Treppenhäuser sollen sauber bleiben, Grünflächen gepflegt aussehen und technische Anlagen zuverlässig laufen. Für Hausverwaltungen und Eigentümer heißt das im Alltag oft, mehrere Dienstleister gleichzeitig zu koordinieren. Wie sich diese Aufgaben sinnvoll bündeln lassen und worauf es bei der Auswahl eines Dienstleisters ankommt, erklärt Nenad Tomic, Inhaber von N.D Service aus Neufahrn bei Freising, im Gespräch. Seine Kernthese: Wer Reinigung, Grünpflege und die Betreuung der Haustechnik aus einer Hand vergibt, reduziert den Abstimmungsaufwand und weiß im Zweifel immer, wer für das Gesamtbild der Immobilie verantwortlich ist. Im Gespräch mit Nenad Tomic von N.D Service N.D Service ist ein Hausmeister- und Reinigungsdienstleister mit Sitz in der Thomastraße 19 in Neufahrn bei Freising, unweit der Kreisstadt Freising und des Flughafens München. Das Unternehmen betreut nach eigenen Angaben Wohnanlagen und gewerbliche Objekte in der Region und bündelt dabei Leistungen, die sonst häufig auf mehrere Firmen verteilt sind: von der Gebäudereinigung über die Treppenhaus- und Fensterreinigung bis hin zur Pflege von Grün- und Außenanlagen und der Betreuung haustechnischer Anlagen. Immobilieneigentümer und Hausverwaltungen, die einen Hausmeisterservice in Freising und Umgebung suchen, finden in dem Betrieb einen Ansprechpartner für die laufende Pflege ihrer Objekte. Im Interview beschreibt Inhaber Nenad Tomic, wie die einzelnen Leistungsbausteine zusammenhängen und was Auftraggeber bei der Vergabe beachten sollten.

    5 Min. LesezeitLesen
    Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft
    Expertentalk
    Interview: Wie eine Wärmepumpen-Modernisierung in Bad Salzuflen in der Praxis abläuft

    Wer heute über eine neue Heizung nachdenkt, kommt an der Wärmepumpe kaum vorbei. Steigende Energiekosten, staatliche Förderprogramme und der Wunsch nach klimafreundlichem Wohnen machen die Technik für Eigentümer von Bestandsgebäuden und Neubauten gleichermaßen interessant. Doch wie läuft der Umstieg von der alten Öl- oder Gasheizung in der Praxis tatsächlich ab und worauf sollten Hausbesitzer achten? Die kurze Antwort: in klar geordneten Schritten von der Gebäudeanalyse über Planung und Förderantrag bis zur Montage, die erfahrungsgemäß nur wenige Tage dauert. Antworten aus dem Handwerksalltag liefert Okan Bal, Inhaber eines Heizungs- und Sanitärbetriebs in Bad Salzuflen, der seit über 15 Jahren Wärmepumpen plant und installiert und bei der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld eingetragen ist. Im Gespräch erklärt er, wie eine Modernisierung Schritt für Schritt gelingt, welche Förderung möglich ist und warum Sanitär und Heizung oft zusammengehören. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär? business-on.de: Herr Bal, stellen Sie sich und Ihren Betrieb kurz vor. Wer steht hinter Bal Heizung & Sanitär, und welche Leistungen bieten Sie an?

    6 Min. LesezeitLesen
    SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche
    Arbeitsleben
    SPEKTRUM Malerwerkstätten: Ein sächsischer Malerbetrieb zwischen Handwerk und Fachkräftesuche

    Das Malerhandwerk hat sich in den vergangenen Jahren deutlich verändert. War früher vor allem der klassische Anstrich gefragt, reicht das Spektrum heute von der energetischen Fassadensanierung über die Restaurierung historischer Gebäude bis hin zur Werbetechnik. Gleichzeitig steigen die Anforderungen: Eigentümer erwarten langlebige Ergebnisse und öffentliche Auftraggeber strukturierte Abläufe; bei vielen Sanierungen spielen zudem energetische Fragen eine zentrale Rolle. Parallel dazu sucht die Branche händeringend qualifizierte Fachkräfte. Wie sich diese doppelte Herausforderung meistern lässt, zeigt ein Beispiel aus Sachsen: Die SPEKTRUM Malerwerkstätten GmbH, ein Malerbetrieb aus Chemnitz mit Niederlassung in Dresden, verbindet ein breites Leistungsangebot mit konsequenter Nachwuchsarbeit und steht damit beispielhaft für ein Handwerk im Wandel. Ein Malerbetrieb mit breitem Leistungsspektrum Der Betrieb ist für Kunden in Dresden und Umgebung tätig und beschäftigt nach Unternehmensangaben rund 60 qualifizierte Mitarbeitende. Betreut werden Privatkunden ebenso wie Unternehmen und öffentliche Auftraggeber. Sechs Leistungsfelder bilden das Angebot: Maler- und Tapezierarbeiten, Fassadenarbeiten, Bodenbeläge, Fallschutzbeschichtungen, Objektrestaurierung und Werbebeschriftung. Damit deckt das Unternehmen ein Spektrum ab, das deutlich über das Angebot eines klassischen Malerbetriebs hinausgeht. Wer für ein Bauvorhaben einen Maler mit Erfahrung in Dresden sucht, findet hier einen Ansprechpartner für all diese Gewerke von der einzelnen Renovierung bis zur umfassenden Sanierung.

    6 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite