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business-on.de Redaktion
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9. August 2022

Nicht nur im E-Commerce-Bereich: Ohne Videos läuft nichts mehr

Das chinesische E-Commerce-Portal Alibaba und Amazon liefern sich seit Jahren einen Wettstreit in der Frage, wer der größte Internetshop weltweit ist. Große Einigkeit gibt es bei den beiden Handelsgiganten dagegen in der Frage, welche Tools beim Vermarkten der Produkte und Dienstleistungen in den nächsten Jahren noch wichtiger werden als heute: Videos! Die Empfehlung von Alibaba an seine Händler ist eindeutig: „Videos sind ein sehr beliebtes Medium, und so ist es nicht verwunderlich, dass sie für Content-Marketing-Strategien nach wie vor von zentraler Bedeutung sind. Videos können an der Spitze von Verkaufstrichtern eingesetzt werden, um Aufmerksamkeit zu erregen und die Markenbekanntheit zu steigern“. Nur – oft scheitert der Erfolg aufwendig produzierter Videos an der Sprachbarriere. Manchmal ist ein Video-Tutorial zum neuen Haushaltsroboter schon in der Landessprache schwer nach vollziehbar, aber mit mäßigen Fremdsprachenkenntnissen ist das Scheitern vorprogrammiert, wenn das Erklär-Video beispielsweise nur auf Französisch oder Englisch zu bekommen ist.

Vidby macht mehrsprachige Videos ohne große Budgets möglich

Der in der Schweiz ansässige Softwarespezialist Vidby löst dieses Problem mit Video-Übersetzungen, die auf künstlicher Intelligenz basieren und nahezu in Echtzeit verfügbar sind. Es gibt keine mühsamen Briefings mehr, die für eine TV-Produktionsfirma und für Übersetzer geschrieben werden müssen. Dadurch wird nicht nur Zeit, sondern auch viel Geld gespart. Diese Art von. Dienstleistung war vor allem für kleinere und mittlere Händler und Anbieter zuvor fast unbezahlbar. Und der Markt braucht eine solche Lösung dringend, denn der Siegeszug von Videos zu Produkten und Dienstleistungen steht laut Alibaba erst bevor: „Derzeit beherrschen Kurzvideos die Welt der sozialen Medien, aber es gibt immer noch viel Platz für Langform- und Live-Stream-Videos im B2B-Marketingbereich. Allgemeine Lehrvideos schaffen Bewusstsein, und Marken-Tutorials eignen sich hervorragend, um dem Verkauf näher zu kommen“.

Der globale Markt für Social Video wird nach diversen Analysen von 151,68 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf 637,94 Milliarden US-Dollar im Jahr 2028 wachsen, mit einer durchschnittlichen jährlichen Wachstumsrate von 22,7 % während dieses Zeitraums. Durch die Globalisierung kann jeder beinahe überall seine digitalen Erzeugnisse anbieten, vorausgesetzt, in dem jeweiligen Zielmarkt wird das Angebot auch verstanden und es kann dort begeistern.

Konzentrierte KI-Entwicklung auch unter Kriegsbedingungen

Die Arbeitsbedingungen der vielen Entwicklerinnen und Entwickler von Vidby in der Ukraine haben gegenwärtig wenig mit der bunt schimmernden Welt des E-Commerce zu tun. Telefonkonferenzen und Onlinemeetings werden häufig durch Luftschutzsirenen unterbrochen. Wenn das passiert, entschuldigen sich die 25 Mitarbeiter und gehen in den Luftschutzkeller, um nach Entwarnung wieder an ihre Schreibtische zurückzukehren. „Das ist Teil des täglichen Lebens“, sagt Vidby-Gründer Alexander Konovalov. „Und die Möglichkeit, sich auf die Arbeit zu konzentrieren, lenkt sie von den Gefahren ab, denen sie ausgesetzt sind.“ Die Entwickler, die vor allem in Kiew und Liviv tätig sind, arbeiten oft aus dem Luftschutzbunker heraus.

Wie bei Vidby alles begann

Bereits im Jahr 2013 gründete Alexander Konovalov ein Unternehmen unter dem Namen „Technologies Improving the World“. Dieses Unternehmen konzentrierte sich auf die Unterstützung von Verbrauchern mit dem „Droid Translator“, einem Videoanrufdienst, der eine automatische Echtzeit-Übersetzung von Sprache zu Sprache anbot. Erst vor einem Jahr erfolgte dann die Gründung von Vidby, allerdings mit dem gesamten Wissen aus fast 10 Jahren KI-Forschung für Übersetzungstools. Nach drei Monaten war so das erste einsatzfähige Produkt entwickelt. Die heutige Plattform nutzt KI, um Videos zu übersetzen und nahezu in Echtzeit zu synchronisieren. Es besteht zusätzlich die Möglichkeit, menschliche Übersetzer einzusetzen, um Fehler in den Ergebnissen der automatischen Spracherkennung zu korrigieren. Allerdings liegt die Präzision der künstlichen Übersetzungen mittlerweile in einem extrem hohen Bereich bei bis zu 99 Prozent. Aktuell sind die Macher dabei, einen neuen Algorithmus zu implementieren, der es möglich macht, Emotionen und Stimmfarben im Ausgangsvideo zu erkennen und passend zu interpretieren, sodass die Übersetzung noch natürlicher wirkt.

Vidby hilft Sprachenvielfalt zu erhalten

Konovalov hat mit seinem jungen Unternehmen trotz des Krieges der Heimat vieler seiner Entwickler ein größeres gesellschaftliches Ziel nicht aus den Augen verloren: „Nutzern helfen, Inhalte in ihrer eigenen Sprache zu verstehen und die sprachliche Vielfalt der Menschheit zu erhalten. Die UNESCO kommt zu dem Schluss, dass etwa 2.400 der 7.000 unabhängigen Sprachen der Welt derzeit gefährdet sind, da es nur noch einige hundert bis einige tausend Muttersprachler gibt. Für diese Sprachen können laut UNESCO Sprachmodelle eingesetzt werden, um die verbleibenden Muttersprachler zu unterstützen, das aktive Lernen der Sprache zu fördern und so die Sprache langfristig zu erhalten. Deswegen arbeitet das Unternehmen aus Kiew auch mit Nicht-Regierungsorganisationen zusammen, um etwas weiter weg vom E-Commerce das Erhalten der kulturellen Vielfalt bezahlbar und einfach zu machen.

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