News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
12. September 2022

Warehouse Management Systeme: Logistikprozesse optimieren

Heutzutage ist die Prozessautomatisierung im täglichen Leben aller Unternehmen zunehmend präsent. Da die Lagerhaltungssysteme aufgrund des Bedarfs an höherer Nachfrage und qualitativem Service für große Unternehmen immer präsenter geworden sind, ist es zunehmend notwendig geworden, die meisten Verfahren zu automatisieren und zu digitalisieren, um Fehler zu vermeiden, die den Fluss der ein- und ausgehenden Waren verzögern und blockieren.

Der Einsatz eines Warehouse Management Systems (WMS) unterstützt diesen aufwendigen Prozess der Lagerung von Materialien, unabhängig von ihrer Herkunft in hohem Maße. Im Allgemeinen handelt es sich bei einem WMS um Software oder Anwendungen, die entwickelt wurden, um logistische Prozesse zu verwalten, zu optimieren und zu automatisieren, insbesondere in Lagerhäusern und Lagerhallen.

Der Einsatz dieses Systems beschleunigt den Prozess der Lagerung und macht den Versand von Waren effizienter. Außerdem hilft es bei der Kontrolle der Bestände und der logistischen Planung sowie bei dem Order Picking (Trennung von Aufträgen für den Versand) und dem Cross-docking (Reduzierung der Bestände). So trägt ein Warehouse Management System auch dazu bei, Zeit und Geld zu sparen.

Wie funktioniert die Technologie hinter einem Warehouse Management System?

Ein Warehouse Management System ist eine Technologielösung, welche in die Routine der Lieferkette integriert werden kann, um einen reibungslosen Ablauf zu gewährleisten und eventuelle Prozessfehler vorherzusagen. Das System kann beispielsweise mit Barcodes arbeiten, um Waren zu identifizieren und ihren Eingang und Ausgang aus dem Lager zu überwachen. Außerdem kontrolliert es Informationen wie das Verfallsdatum, die Chargennummer und andere verschiedene Kennzahlen. Eine Alternative zu Barcodes sind RFID-Etiketten (Radio-Frequency Identification), mit denen Produkte aus der Ferne mittels Smartphone oder RFID-Scanner identifiziert werden können.

Was ist RFID?

Es handelt sich bei RFID um eine Identifizierungsmethode, die Funksignale verwendet und Daten aus der Ferne mithilfe von Geräten, die RFID-Tags genannt werden, abruft und speichert. Sie kann bei Menschen, Tieren, Produkten und Dokumenten eingesetzt werden. Es handelt sich um ein kleines Objekt, das aus einer Antenne und einem Mikrochip besteht: Während die Antenne mit Lesegeräten und Sensoren kommuniziert, kann der Mikrochip die Daten je nach verwendeter Technologie entweder in einem Lese- oder Schreibformat speichern.

Mit dieser Technologie ist es möglich, die gesamte interne Bewegung von Produkten und Materialien vom Eingang bis zum Ausgang zu verwalten. Dazu gehören u. a. Inventarisierungsprozesse, Trennung und Auftragsvorbereitung, Produktsperrung und Lageroptimierung.

Erweiterung für ERP-Systeme

In der Regel fungiert das Warehouse Management System als ergänzendes Modul, das in eine ERP-Software (Enterprise Resource Planning) integriert ist, Daten bereitstellt und ausschließlich in den logistischen Prozessen eines Unternehmens agiert. Dennoch kann ein Warehouse Management System auch autonom fungieren, ohne in Verbindung mit einem ERP-System zu stehen.

Was ist ERP?

Ein ERP-System ist wichtig, um die Aktivitäten innerhalb eines Unternehmens zu optimieren und die Automatisierung von Prozessen zu beschleunigen, wodurch die Verwendung von Notizen, Tabellenkalkulationen oder physischen Notizbüchern überflüssig wird. Da die Daten in digitaler Form vorliegen, gibt es praktisch keine Informationsverluste mehr, was sich positiv auf die Produktivität des Unternehmens auswirkt.

In der Logistik ermöglicht ein ERP-System einen schnellen Zugriff auf Informationen und eine stärkere Integration aller beteiligten Instanzen. Somit lässt sich die Anzahl der Unstimmigkeiten reduzieren und die Einkaufs- und Lieferprozesse beschleunigen.

Vorteile der Verwendung eines Warehouse Management Systems

Obwohl durch die Investition in ein Warehouse Management Systems Kosten anfallen, bietet es langfristig finanziell und zeitlich mehrere Vorteile, welche die Kosten der Implementierung ausgleichen. Darüber hinaus umfasst es mehrere Funktionen, die verschiedene Probleme lösen, die in jedem Vertriebszentrum oder Lager auftreten können.

Logistikmanagement

Durch das Warehouse Management System ist es möglich, eine bessere Kontrolle über die gelagerten Bestände zu behalten. Alle Waren,die ein- und ausgehen, werden von der Software automatisch aufgezeichnet. Mit Technologien wie RFID0 und Barcodes ist es ein Leichtes, jede Bewegung von Waren in der internen Logistik zu kontrollieren. Dies erleichtert nach dem Wareneingang die Lagerung, die Nachverfolgung und die Platzierung auf der Lagerfläche, wodurch die Kommissionierung rationalisiert wird.

Kostenreduzierung

Grundsätzlich besteht die Herausforderung für Unternehmen immer darin, die Betriebskosten zu minimieren. Mit dem Warehouse Management System ist es möglich, die Kosten für die Lagerung von Produkten zu senken. Mittels Bestandskontrolle und einer effizienteren Lagerung kann das Risiko von Verlusten stark reduziert werden.

Durch das Warehouse Management System und die Integration diverser Datenerfassungsgeräte lässt sich die Kontrolle von Verfallsdaten, Chargennummern, Verpackungsarten und anderen Merkmalen der Waren vereinfachen. Dieser Vorteil erlaubt die Überwachung sowie Nachverfolgung aller Informationen zu bestimmten Waren und ermöglicht somit eine strategischere Verwaltung des Lagerbestands. Darüber hinaus verfügt das Warehouse Management System über Kontrollfunktionen, die abhängig von den Eigenschaften der eingelagerten Ware sind und anhand der Bedürfnisse eines jeden Unternehmens individuell konfiguriert werden können.

Verbesserung des Kundendienstes

Dank der Agilität und Rationalisierung der Logistikprozesse, die das Warehouse Management System bietet, ist es möglich, Kundenbestellungen schneller abzufertigen und eine höhere Genauigkeit bei der Verfügbarkeit von Waren und Lieferterminen zu bieten. Modelle wie Same-Day-Delivery oder Cross-Docking können mithilfe eines Warehouse Management Systems immer häufiger umgesetzt werden.

Bessere Bestandskontrolle

Ein Warehouse Management System ermöglicht auch eine bessere Bestandskontrolle. Denn bei ordnungsgemäß registrierten und etikettierten Artikeln zählt die Software die genaue Anzahl der verfügbaren Produkte und ermöglicht es, das Bestandssystem mit aussagekräftigen Informationen zu versorgen. Dadurch verringert sich die Anzahl der für diese Kontrolle benötigten Vorgänge, wodurch Fehler minimiert werden und eine höhere Genauigkeit der Informationen über den Bestand gewährleistet werden kann. Somit können Unternehmen das Warehouse Management System nutzen, um relevante Daten zu erhalten und diese sich in Form von Berichten für Planungs- und Entscheidungszwecke anzeigen zu lassen.

Optimierung der Nutzung des physischen Raums

Das Warehouse Management System optimiert die Lagerung von Waren, indem es sie effizienter freien Lagerflächen zuweist. Dabei werden die Güter beispielsweise nach Merkmalen wie Art der Verpackung, Umsatz oder der Nähe zueinander zugewiesen, wodurch die logistischen Prozesse flexibler und produktiver werden.

Gesteigerte Produktivität

Als Folge der bereits genannten Vorteile steigert das Warehouse Management System schließlich die Produktivität in einem Lager. Aufgrund seiner Eigenschaften reduziert es die Menge an manuell ausgeführten Tätigkeiten sowie die Abhängigkeit von Mitarbeitern. Zudem sorgt somit für Schnelligkeit und Agilität in allen logistischen Prozessen. Außerdem liefert es Echtzeitdaten, welche wichtige Kennzahlen für die Analyse und Optimierung bestehender Prozesse zur Produktivitätssteigerung darstellen.

Fazit

Durch die Verwendung eines Warehouse Management Systems ergeben sich in der Logistik eine Vielzahl an Vorteilen. Diese umfassen neben der Steigerung der Produktivität auch die optimale Ausnutzung bestehender Lagerflächen. Zudem lassen sich damit Fehler vermeiden, welche sich schnell als sehr hinderlich für zentrale Prozesse herausstellen. Warehouse Management Systeme können außerdem entweder an ein ERP-System angedockt werden oder als autonomes System funktionieren.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
Handel
RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

5 Min. LesezeitLesen
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab
Business
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab

Ein Gewerbe abmelden zu müssen, wirkt auf den ersten Blick wie ein rein formaler Behördengang. In der Praxis entsteht der größte Fehler aber meist schon davor: Nicht jede Veränderung im Betrieb führt automatisch zu einer Gewerbeabmeldung. Entscheidend ist, ob der Gewerbebetrieb endgültig aufgegeben wird, ob sich die Rechtsform ändert oder nur Daten des Unternehmens angepasst werden müssen. Seit dem 1. November 2025 gilt außerdem bei der Verlegung in einen anderen Meldebezirk ein vereinfachtes Rückmeldeverfahren, das die Abläufe an einem wichtigen Punkt verändert hat. Gerade für kleinere Unternehmen, Einzelunternehmen und wachsende Betriebe mit mehreren Standorten ist diese Unterscheidung wichtig. Wer die falsche Anzeige wählt, riskiert Rückfragen der Behörde, unnötige Doppelwege oder im schlechtesten Fall eine verspätete Meldung. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Fälle, in denen eine Abmeldung tatsächlich erforderlich ist, und auf die Konstellationen, in denen stattdessen eine Gewerbeummeldung oder eine neue Gewerbeanmeldung vorzunehmen ist. Wann muss ein Gewerbe tatsächlich abgemeldet werden?

9 Min. LesezeitLesen
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird
IT & Software
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird

Object Storage rückt im Mittelstand aus einer Nische in das Zentrum der IT-Planung. Der Grund liegt nicht in einem kurzfristigen Trend, sondern in einer strukturellen Veränderung: Unternehmen speichern heute deutlich mehr unstrukturierte Daten, sichern mehr Systeme gleichzeitig und wollen Daten später auch für Analysen, Automatisierung und KI nutzen. Klassische Speicherkonzepte geraten dabei oft an Grenzen, weil sie auf Dateipfade, feste Hierarchien oder teure Primärspeicher angewiesen bleiben. Object Storage setzt an genau dieser Stelle an und schafft eine skalierbare Grundlage für moderne IT-Architekturen. Was Object Storage grundsätzlich anders macht Object Storage speichert Daten nicht als klassische Dateien in Ordnern und Unterordnern, sondern als eigenständige Objekte. Jedes Objekt enthält die eigentlichen Daten, Metadaten und eine eindeutige Kennung. Dadurch entsteht im Kern keine starre Verzeichnisstruktur, sondern ein flacher, sehr gut skalierbarer Datenraum, in dem Anwendungen Objekte über Schnittstellen wie HTTP, HTTPS und REST finden und abrufen können. Einige Plattformen ergänzen dieses Prinzip heute zwar um filesystem-nahe Funktionen wie hierarchische Namespaces oder NFS-Zugriff, die Grundlogik von Object Storage bleibt aber objektbasiert. Genau dieser technische Unterschied macht das Modell für den Mittelstand interessant, weil es mit wachsenden Datenmengen besser umgeht als viele traditionelle Ansätze. Bilder, Videos, Backups, Logdaten, E-Mails, Sensordaten oder Archivbestände lassen sich in großen Mengen verwalten, ohne dass bei jeder Erweiterung das gesamte Speicherkonzept neu gedacht werden muss. In der Praxis steht hinter Object Storage deshalb nicht nur ein weiterer Speicherort, sondern ein anderer Ansatz für den Umgang mit unstrukturierten Daten. Wer moderne Anwendungen, verteilte Standorte oder hybride Infrastrukturen betreibt, profitiert besonders davon, dass Metadaten sehr gezielt ausgewertet und Richtlinien automatisiert auf große Datenbestände angewendet werden können.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite