In der Kreditwirtschaft sind Banken laut §18 KWG verpflichtet, auf Basis des digitalen Finanzberichts die Bonität zu prüfen, wenn die Kredite 750.000 € oder 10% des anrechenbaren Eigenkapitals entsprechen. Die entsprechenden Unterlagen mussten bisher vom Kreditnehmer via E-Mail oder in Papierform versendet werden und bei dem jeweiligen Kreditinstitut manuell erfasst werden. Dies wird über den digitalen Finanzbericht gänzlich ersetzt, somit wird auch die Fehleranfälligkeit innerhalb der Prozesse durch Medienbrüche vermieden.
Damit leistet der DiFin auch einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung der deutschen Wirtschaft.
Wie funktioniert der DiFin und wie wird er verschickt?
Die elektronische Übermittlung der steuerlichen Gewinnermittlung muss über die E-Bilanz für das Wirtschaftsjahr geschehen. Die E-Bilanz ist seit 2013 verpflichtend – die Bilanzen sind demnach elektronisch an das Finanzamt zu übermitteln. Dieses Verfahren war ursprünglich ein Teil der digitalen Agenda.
Für die elektronische Versendung und die Eliminierung des Medienumbruchs wird eine einheitliche Taxonomie verwendet, wie bei der E-Bilanz oder Offenlegung. Die sogenannte Taxonomie gibt den Inhalt und Aufbau der zu übermittelnden Daten vor. Als Übermittlungsform wird XBRL (eXtensible Business Reporting Language) genutzt; die jeweilige nationale Rechtsprechung bestimmt, wie genau die XBRL-Taxonomie aufgebaut ist.
Der Versand dieser Unterlagen geschieht zum Beispiel über den digitalen Finanzbericht. Selbiges Verfahren gilt auch, wenn zum Beispiel eine Betriebsprüfung vorgenommen wird. Das Bundesfinanzministerium hat die Änderung vor allem aus diesem Grund durchgeführt.
Über den Weg des DiFin soll der Aufwand für den Prüfer und auch für den Geprüften verringert werden. Innerhalb der Finanzverwaltung können die Daten sofort ausgewählt werden, anstatt sich zuerst in den Unterlagen zurechtfinden zu müssen, was von erheblichem Vorteil ist. Die elektronische Bilanz hat innovative Dienste wie eBilanz-Online etabliert, womit eine Bilanz schnell und webbasiert erstellt und übermittelt werden kann.
Worin liegen die Vorteile vom DiFin?
Die Vorteile des digitalen Finanzberichts sind sehr umfangreich, da langwierige manuelle Prozesse digitalisiert werden und somit auch die Fehleranfälligkeit reduziert wird. Folgende Vorteile entstehen beispielsweise:
- Kreditprozesse werden beschleunigt, wodurch die Bearbeitungszeit je Anfrage sinkt.
- die Zahl an arbeitsintensiven Rückfragen wird sinken, da der Ablauf einheitlich geregelt wird.
- fehleranfällige Medienbrüche sind ab sofort Vergangenheit.
- die elektronische Datenübertragung erspart manuelles Handling.
Der Jahresabschluss, welchen jede Kapitalgesellschaft in Deutschland anfertigen muss, wird an Banken auf demselben Weg übertragen, wie es beim Bundesanzeiger geschieht. Der digitale Finanzbericht ist somit eine logische Konsequenz für die Digitalisierung im Rahmen der Finanzberichterstattung im Unternehmen.
Müssen jetzt mehr Informationen bereitgestellt werden?
Der Berichtsumfang wird sich nicht ändern, denn weitere Informationen werden zum Beispiel für den Jahresabschluss nicht verlangt. Durch den digitalen Finanzbericht entsteht lediglich ein Standard für die Datenübertragung und kein weiterer Rechnungslegungsstandard.
Wie sicher sind die Daten bei der Übertragung?
Der DiFin schließt den Datenschutz und das Bankgeheimnis nicht aus. Im Gegenteil: Die Daten werden an eine Bank, einen Wirtschaftsprüfer oder an den Steuerberater unter den gültigen Vorschriften übermittelt. Selbstverständlich gelten auch über den digitalen Weg die vertraglichen Verschwiegenheitspflichten.
Ein Zugriff von Dritten ist ausgeschlossen, da die Versendung an den Empfänger auf direktem Wege erfolgt. Es findet keine Zwischenspeicherung oder ähnliches in einem Rechenzentrum statt und außerdem wird für die Übertragung eine Verschlüsselung genutzt.
Dies ist weitaus sicherer als der Versand via E-Mails, welche prinzipiell mitgelesen werden können, wenn die Mails nicht verschlüsselt worden sind. Der bisher gängige Versand als PDF-Datei per E-Mail führt zudem häufig zu Fehlern und Unstimmigkeiten, da Spam-Filter PDF-Anhänge teilweise als Sicherheitsrisiko einstufen und eine erfolgreiche Übermittlung somit nicht in allen Fällen gewährleistet ist. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass der DiFin eine sichere und vertrauenswürdige Übertragungsmethode ist, die die Digitalisierung im deutschen Finanzmarkt ein Stück weit vorangetrieben hat.
- Titelbild: Image by David Schwarzenberg from Pixabay
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