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19. April 2022

Das Smartphone wird immer mehr zum Internet-Tool der Deutschen

Die Bundesbürger*innen sind immer häufiger mit dem Handy online. Der Anteil des Smartphones an der im Internet verbrachten Zeit ist erneut gestiegen. Beachtliche 20,2 Stunden pro Woche surfen die Deutschen im Durchschnitt mit dem Handy. Dies ist eine deutliche Zunahme, denn ein Jahr zuvor waren es noch 18,8 Stunden. Je jünger, desto exzessiver ist die mobile Internetnutzung: Die unter 40-Jährigen verwenden das Smartphone für den Internetzugang durchschnittlich 31,8 Stunden pro Woche – und damit knapp vier Prozent mehr als im Vorjahr (30,6 Stunden). Dies sind Ergebnisse der repräsentativen Postbank Digitalstudie 2022.

„Der Smartphone-Boom hat längst alle Generationen erreicht. Und ein Ende ist nicht in Sicht. Rund um den Globus arbeiten Ingenieure und Programmierer daran, dieses kleine Multi-Tool permanent zu verbessern. Schon heute ist es immer griffbereit – zum kurzen E-Mail-Check, für den Einkauf, die Wegbeschreibung oder die sozialen Medien“, sagt Thomas Brosch, Leiter Digitalvertrieb der Postbank. „Auch für die täglichen Bankgeschäfte wird das Handy immer mehr zur digitalen Filiale. Bereits ein Drittel der Deutschen nutzt dafür in den meisten Fällen eine Banking-App. Bankkundinnen und -kunden schätzen dabei besonders den jederzeitigen Zugriff auf ihre Finanzdaten.“

92 Prozent der 18- bis 39-Jährigen nutzen ein Smartphone zum Surfen, vor einem Jahr waren es noch 88 Prozent. Bei den über 40-Jährigen sind es 80 Prozent. Neu und überraschend ist die gestiegene Bedeutung des stationären Computers für die Jüngeren: Derzeit surfen 53 Prozent der unter 40-Jährigen mit einem Desktop-PC, vor einem Jahr waren es noch 50 Prozent.

Das Smartphone wird immer mehr zum Internet-Tool der Deutschen

Mehr als 60 Stunden Internetzeit

Die sogenannten Digital Natives – also jene Personen, die in der digitalen Welt aufgewachsen sind – verbringen insgesamt 86 Stunden im Internet pro Woche. Alle Geräte zusammengenommen. Das sind rechnerisch mehr als zwölf Stunden pro Tag. Über alle Generationen hinweg bleibt die Internetnutzung im zweiten Corona-Jahr auf hohem Niveau: Durchschnittlich 65,2 Stunden surfen die Bundesbürger*innen in sieben Tagen, im Vorjahr war es mit 65,1 Stunden etwa gleich viel Online-Zeit. Allerdings war die Nutzung im ersten Corona-Jahr sprunghaft von 56,4 auf 65,1 Stunden angestiegen, 2019 surfte der/die durchschnittliche Deutsche nur knapp 50 Stunden pro Woche.

„Während der Corona-Krise haben viele Deutsche ihre beruflichen und sozialen Kontakte auf das Internet verlegt. Und auch wenn die Büros wieder bevölkert sein werden und Freundestreffen im Restaurant stattfinden, wird ein großer Anteil der Kommunikation weiterhin über digitale Kanäle verlaufen“, erwartet Thomas Brosch.

Smart-TV gewinnt an Bedeutung

Die Deutschen surfen verstärkt mit dem Handy, gleichzeitig sinkt die Nutzung anderer Geräte leicht. Heute nutzen 69 Prozent einen Laptop, 2020 waren es 71 Prozent. Im selben Zeitraum fiel die Verwendung von Desktop-PCs von 58 auf 52 Prozent und von Tablets von 47 auf 45 Prozent. Der Zugang zum Internet mit einem sogenannten Smart-TV (Fernsehgerät mit Internetverbindung, das auch das Streamen von Filmen ermöglicht) hat seit 2020 um sechs Prozentpunkte auf 43 Prozent zugenommen. Auch Spielekonsolen, intelligente Sprachassistenten und Wearables (also kleine vernetzte Computer, die am Körper getragen werden können – wie Fitnessarmbänder oder Smartwatches) gewinnen etwas hinzu – allerdings auf niedrigem Niveau. Die Nutzung von Alexa, Google Home und Co. stieg beispielsweise von zwölf auf 17 Prozent innerhalb von zwei Jahren.

Berliner*innen haben ihre Internetzeit ausgeweitet

Nicht nur zwischen den Generationen, auch regional bestehen teils große Unterschiede in der online verbrachten Zeit. Der größte Zuwachs in der Internetzeit pro Woche wurde in Berlin verzeichnet. Die Bürger*innen der Hauptstadt sind in sieben Tagen 72,4 Stunden online, das sind 17,5 Stunden pro Woche mehr als im Vorjahr. Denn 2021 haben die Berliner*innen noch am wenigsten von allen Deutschen gesurft und brachten es nur auf 54,9 Stunden. In diesem Jahr bilden die Nutzer*innen in Sachsen das Schlusslicht mit 53,3 Stunden – fast 13 Stunden weniger als ein Jahr zuvor.

Ähnlich intensiv wie in der Hauptstadt wird in Rheinland-Pfalz gesurft: Die Einwohner*innen bringen es auf 72,2 Stunden pro Woche. Zu den Top 5 gehören noch Niedersachsen, das Saarland und Thüringen – vier davon verzeichnen eine starke Zunahme im Vergleich zum Vorjahr, nur in Thüringen ist die Online-Zeit leicht zurückgegangen. Deutlicher abgenommen hat die Nutzung in Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Sachsen-Anhalt, Hamburg und Baden-Württemberg.

Hintergrundinformationen zur Postbank Digitalstudie 2022

Für die „Postbank Digitalstudie 2022 – Die digitalen Deutschen“ wurden im Januar und Februar dieses Jahres 3.050 Deutsche befragt. Die Postbank untersucht mit der Studie im achten Jahr in Folge, welche Entwicklungen sich in den verschiedenen Lebensbereichen der Bundesbürger in Bezug auf Digitalisierung allgemein und insbesondere zu Finanzthemen abzeichnen. Um eine bevölkerungsrepräsentative Struktur abzubilden, erfolgte eine Gewichtung der Stichprobe nach Bundesland (Proportionalisierung), Alter und Geschlecht. Als Referenzdatei wurde der Zensus 2011 des Statistischen Bundesamtes zugrunde gelegt. Die Ergebnisse sind auf ganze Zahlen gerundet. Abweichungen in den Summen lassen sich durch Rundungsdifferenzen erklären.

(ots)

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