News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
8. August 2018

Alles rund um das Thema Prüfungsanfechtung

Was ist eine Prüfungsanfechtung?

Eine sogenannte Prüfungsanfechtung beschreibt ein zweistufiges Widerspruchsverfahren. Bei einem nicht zufriedenstellenden Prüfungsergebnis kann der Prüfling Widerspruch einlegen. Das muss innerhalb einer vierwöchigen Frist ab Ergebnisbekanntgabe geschehen. Führt der Widerspruch nicht zum gewünschten Ergebnis, kann man anschließend vor Gericht Klage einreichen.
Eine Prüfungsanfechtung kann von jedem alleine durchgeführt werden. Um die Erfolgschancen zu erhöhen und lange Recherchearbeiten zu vermeiden, wird jedoch dringend empfohlen einen Spezialisten hinzuziehen.

Was kann man anfechten?

Eine Prüfungsanfechtung kann man nicht nur anstreben, wenn man beim Letztversuch durchgefallen ist, im Gegenteil: Jede Prüfungsleistung ist anfechtbar. Nicht nur bei Nichtbestehen, sondern auch bei schlechter Benotung.

Wie begründet man eine Anfechtung?

Für eine Anfechtung muss zwingend ein berechtigter Grund vorliegen. Der Prüfling muss daher einen Verfahrensfehler nachweisen. Dieser kann ein Fehlverhalten bei der Durchführung, Bewertung oder Bedingung hinsichtlich der Prüfung sein. Mögliche Fehlerquellen sind:

  • Zu knapp bemessene Prüfungszeit
  • Unzulässiger Prüfungsstoff
  • Nichtbeachtung der Prüfungsordnung (Tipp: diese muss eigentlich vor jeder Prüfung verlesen werden!)
  • Beeinträchtigung der Prüfungssituation durch Lärm, Hitze u. ä.
  • Befangenheit des Prüfers

Wie läuft eine Anfechtung ab?

Bevor man sich dazu entscheidet rechtliche Schritte einzuleiten, sollte man bei der Prüfungseinsicht versuchen im Gespräch mit dem Prüfer eine Lösung zu finden. Sollte das Gespräch nicht den gewünschten Effekt haben oder gar verweigert werden, kann man innerhalb von vier Wochen nach Bekanntgabe der Ergebnisse Widerspruch gegen die Erlassbehörde einlegen. Führt dieser auch zu keinem Ergebnis, kommt es im dritten Schritt zu einer Klage vor dem Verwaltungsgericht. Diese muss innerhalb von vier Wochen nach Widerspruchszurückweisung erfolgen.

Welche Ziele kann man verfolgen?

Je nach Ausgangslage sind zwei Ziele der Prüfungsanfechtung denkbar: Notenverbesserung durch Neu- bzw. Höherbewertung oder eine Wiederholung der Prüfungsleistung bei Nichtbestehen.

Wie gut sind die Erfolgschancen?

Pauschal lässt sich über die Erfolgschancen keine Auskunft treffen. In einem Erstgespräch können Experten die individuelle Situation einschätzen. Was sich jedoch verallgemeinern lässt: Je eindeutiger der Verfahrensfehler im vorliegenden Fall, desto höher ist die Wahrscheinlichkeit auf einen erfolgreichen Ausgang.

Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Ist bereits das Widerspruchsverfahren erfolgreich, erwarten den Prüfling keinerlei Ausgaben. Wird dieses allerdings abgewiesen, belaufen sich die Kosten auf etwa 100 Euro. Allerdings bestehen hier von Bundesland zu Bundesland Unterschiede.
Sollte der dritte Schritt und damit eine Gerichtsverhandlung notwendig sein, kann das Verfahren mehrere Hunderte oder Tausende Euro teuer werden. In diesem Fall tritt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz in Kraft, das Mindestgebühren für die Anwaltskosten festlegt.

Finanzielle Unterstützung finden Kläger in der Rechtsschutzversicherung. Hierbei muss man darauf achten, dass der Versicherungsvertrag verwaltungsrechtliche Fälle wie eine Prüfungsanfechtung auch umfasst. Eine Alternative stellt, unter bestimmten Voraussetzungen, die Prozesskostenhilfe dar. Nähere Informationen hierzu, kann man beim Anwalt einholen.

Teilen:
Weitere Artikel
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt
Expertentalk
Interview mit REFINUM: Worauf es bei Stein-, Terrassen- und Parkettpflege ankommt

Ob Terrasse, Eingangsbereich oder Parkett im Büro: Oberflächen prägen den ersten Eindruck eines Hauses oder Unternehmens und werden im Alltag stärker beansprucht, als viele Eigentümer annehmen. Verschmutzungen, Bewuchs oder Kratzer lassen sich dabei nicht mit ein und derselben Methode behandeln was im schlechtesten Fall mehr schadet als nützt. Im Interview ordnet REFINUM, ein Betrieb für Oberflächenaufbereitung aus der Region München, ein, welche Fragen vor einer professionellen Aufbereitung geklärt werden sollten, worin sich Innen- und Außenflächen unterscheiden und wo die Grenzen pauschaler Reinigungsversprechen liegen. Material und Verschmutzung zusammen denken business-on.de: Warum lassen sich Naturstein, Terrazzo, fugenlose Flächen und Holz nicht mit derselben Methode reinigen?

6 Min. LesezeitLesen
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten
Arbeitsleben
Hausmeisterdienst aus Passau: Wie zwei Ingenieure mit der PA Grundstein GmbH den Sprung in die Selbstständigkeit wagten

Der klassische Bürojob bietet Sicherheit doch nicht jeder findet darin auf Dauer Erfüllung. Zwei Ingenieure aus Passau haben genau diese Erfahrung gemacht und Konsequenzen gezogen: Statt monotoner Abläufe am Schreibtisch wollten sie etwas mit eigenen Händen gestalten und ein eigenes Unternehmen aufbauen. Herausgekommen ist die PA Grundstein GmbH, ein Hausmeisterdienst aus Passau, der Wohnanlagen, Mehrfamilienhäuser und Gewerbeobjekte betreut. Im Gespräch erzählen die Geschäftsführer Anton Ponigl und Julian Tuma, warum sie ihre ursprüngliche Immobilienidee verwarfen, wie sie innerhalb von nur zwei Monaten gründeten und welche Rolle das technische Studium heute im Betrieb spielt. Wer selbst über eine Gründung nachdenkt, findet darin viele vertraute Fragen wieder von der Finanzierung bis zur Frage, ab wann ein Gewerbe angemeldet werden muss. business-on.de: Sie beide haben studiert und standen mitten im Berufsleben. Wie sah Ihre Ausgangslage aus – und was hat Sie schließlich in die Selbstständigkeit getrieben? Anton Ponigl und Julian Tuma: Uns verbindet eine langjährige Freundschaft und schon früh der gemeinsame Wunsch, ein eigenes Projekt zu realisieren. In unseren bisherigen Tätigkeiten waren wir allerdings zunehmend unzufrieden: Der Anteil kreativer, gestaltender Aufgaben war gering, die Arbeitsprozesse überwiegend monoton und wiederkehrend. Möglichkeiten, sich persönlich und fachlich wirklich zu verwirklichen, fehlten. Gleichzeitig hatten wir beide schon lange eine starke Affinität zu eigenen handwerklichen Projekten, etwa in der Schreinerei. Der Wunsch nach unternehmerischer Selbstständigkeit war also schon eine Weile da. Natürlich verlässt man eine feste Anstellung nicht nebenbei wir haben Chancen und Risiken lange abgewogen. Aber irgendwann war klar, dass wir den Schritt wagen wollen.

6 Min. LesezeitLesen
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen
Business
Messestand planen: Welche Entscheidungen vor dem Messeauftritt wirklich zählen

Eine gebuchte Messefläche ist noch kein fertiges Konzept. Bevor Besucher einen Stand betreten, müssen Unternehmen entscheiden, wen sie erreichen wollen, welche Gespräche dort stattfinden sollen und was dafür räumlich und technisch nötig ist. Wer diese Fragen zuerst beantwortet, kann Gestaltung, Budget und Ablauf aufeinander abstimmen. Das erleichtert auch die Wahl zwischen einem Systemstand, einer individuellen Fertigung und einer Kombination aus beidem. Erst das Ziel klären, dann den Stand gestalten

7 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite