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Recht & Steuern

Vermögenssteuer in Deutschland

In Deutschland gilt, fĂŒr viele ĂŒberraschend, nach wie vor das Vermögensteuergesetz, welches eine Besteuerung des Gesamtvermögens sowohl juristischer als auch natĂŒrlicher Personen vorsieht. Das Gesetz wurde nie abgeschafft, aber zuletzt 1996 angewendet. Seither gilt seine Anwendung als ausgesetzt, auch weil das Bundesverfassungsgericht ihm in Teilen die VerfassungsmĂ€ĂŸigkeit abgesprochen hat.

In den letzten Jahren und insbesondere zur Bundestagswahl 2022 hat die Diskussion ĂŒber eine WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer erneut Fahrt aufgenommen, da mehrere im Bundestag vertretene Parteien dies im Wahlkampf forderten oder zumindest nicht ausschlossen.

Diskutiert wurde die Vermögenssteuer – so die vom Bundesgesetz abweichende Schreibweise im Duden – zuletzt vor allem unter Gesichtspunkten der Gerechtigkeit, es werden aber auch wirtschaftspolitische und steuerrechtliche Punkte besprochen. Dabei sind sowohl die Hoffnungen als auch die BefĂŒrchtungen, die mit einer Wiedererhebung der Vermögenssteuer verbunden werden, groß.

Was versteht man unter Vermögenssteuer?

Die in Deutschland bis 1996 erhobene Vermögensteuer, besteuert das Netto-Vermögen (Brutto-Vermögen abzĂŒglich Schulden) ab einem Freibetrag von 120.000 DM (61.355 Euro). Da das gesamte Vermögen und nicht nur einzelne Vermögensarten oder die (theoretische) Rendite, die aus dem Vermögen erzielt wird, in die Bemessungsgrundlage einbezogen wird, spricht man auch von einer Substanzsteuer.

Das Bundesverfassungsgericht (BVerfG) stellte jedoch fest, dass die Substanz, also das Vermögen, nicht angegriffen werden dĂŒrfe und besteht daher darauf, dass es sich lediglich um eine formale Substanzsteuer, deren Quelle die Einnahmen (Rendite) sein mĂŒssten, handeln dĂŒrfe. Das BVerfG bezeichnet die Vermögensteuer daher nicht als Substanz-, sondern als Sollertragsteuer.

 

Zu welcher Art von Steuern zÀhlt die Vermögenssteuer?

UnabhĂ€ngig davon, ob es sich im steuerrechtlichen Sinn um eine formale oder materielle Substanzsteuer oder eine Sollertragsteuer handelt, hat eine allgemeine Vermögenssteuer das gesamte (Welt-)Vermögen einer natĂŒrlichen oder juristischen Person zur Bemessungsgrundlage beziehungsweise als Quelle.

Im Unterschied dazu haben besondere Vermögenssteuern nur bestimmte Formen von Vermögen beziehungsweise VermögensstĂ€mme zur Grundlage. Beispiele fĂŒr besondere Vermögenssteuern sind in Deutschland die Grundsteuer sowie in anderen LĂ€ndern bestimmte Formen der Kfz-Steuer, die den Wert des Fahrzeugs besteuern.

Sowohl die allgemeine als auch die besondere Vermögenssteuer können unter dem Begriff der vermögensbezogenen Steuern zusammengefasst werden. Zu unterscheiden sind vermögensbezogene Steuern insbesondere von Einkommenssteuern, Umsatz- oder Körperschaftssteuern, die nicht das Vermögen, sondern die unterschiedlichen Formen des Einkommens zur Grundlage haben.

Die Vermögenssteuer wird in der Regel jÀhrlich (periodisch) zu einem bestimmten Stichtag, wie der 01.01. 00:00 Uhr, erhoben. Es gibt jedoch auch vermögensbezogene Steuern, die nur zu bestimmten AnlÀssen und nicht periodisch erhoben werden. Dies sind insbesondere die Erbschafts- sowie die Schenkungssteuer.

Was fÀllt alles unter die Vermögenssteuer?

Die Besteuerung des Vermögens betraf nach dem deutschen Vermögensteuergesetz entweder das weltweite Gesamtvermögen einer natĂŒrlichen oder juristischen Person oder bei beschrĂ€nkt steuerpflichtigen Personen (auslĂ€ndische Unternehmen in Deutschland, Deutsche im Ausland) lediglich das Inlandsvermögen. Was als Vermögen gilt und mit welchem Wert es in die Bemessungsgrundlage der Vermögenssteuer eingeht, regelt das Bewertungsgesetz (BewG). Dieses unterteilt die steuerpflichtigen Vermögensarten in

  • Land- und forstwirtschaftliches Vermögen (geregelt in den §§ 31 sowie 33-67),
  • Grundvermögen (geregelt in den §§ 31 sowie 68-94)
  • und Betriebsvermögen (geregelt in den §§ 31 sowie 95-109)

Neben den Geld- und Wertpapiervermögen betrifft dies insbesondere auch den Immobilienbesitz, Kunst- und andere WertgegenstĂ€nde, GrundstĂŒcke, Autos, Schiffe, Wohnwagen und Ähnliches sowie Unternehmenswerte. Relevant sind dabei immer die aktuellen Verkehrswerte, was eine regelmĂ€ĂŸige Neubewertung der Vermögenssachen erfordert und einer der vom BVerfG monierten Punkte war. Ob verschiedene Vermögenswerte unterschiedlich gewichtet und mit unterschiedlichen FreibetrĂ€gen versehen werden, ist Gegenstand der Gesetzgebung sowie der Rechtsprechung des BVerfG.

Historische Entwicklung

Die derzeit gĂŒltige, aber ausgesetzte Vermögenssteuer geht auf das 1919 eingefĂŒhrte „Reichsnotopfer“ zurĂŒck, welches eine progressive und teilweise drastische Besteuerung des Vermögens vorsah und damit den Staatshaushalt der jungen Weimarer Republik konsolidieren wollte. Nachdem diese Maßnahme vor allem an der Steuervermeidung und der mangelhaften Kooperation der Reichen gescheitert war, wurde 1922 ein Vermögensteuergesetz verabschiedet, welches dem heutigen bereits stark Ă€hnelte und nur noch eine Besteuerung mit einem Prozent vorsah.

Bis 1996 zahlten vermögende Personen in Deutschland auf dieser Basis eine Abgabe auf ihr Vermögen, allerdings wurde das Gesetz und seine Umsetzung 1995 vom Bundesverfassungsgericht in Teilen fĂŒr verfassungswidrig erklĂ€rt. Hauptkritikpunkt war eine ungleiche Besteuerung von Geld- und Immobilienvermögen, da auf der eine Seite der reale Wert, bei Immobilien aber extrem unterbewertete Preise von 1964 (West) beziehungsweise 1934 (Ost) zur Berechnung herangezogen wurden.

Dies verstoße gegen den Gleichbehandlungsgrundsatz, monierte das Gericht und forderte den Gesetzgeber zur Nachbesserung auf. Dieser setzte die Steuer stattdessen ab 1997 bis heute aus.

Vermögenssteuer: Pro & Contra

Das Thema Vermögenssteuer wird traditionell und auch aktuell heiß diskutiert. In den folgenden Abschnitten werden Pro- und Contra-Argumente fĂŒr oder gegen eine WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer kurz dargestellt.

Pro

BefĂŒrworter einer EinfĂŒhrung der Vermögenssteuer versprechen sich im Wesentlichen zwei Dinge von ihr: Zum einen könnten die staatlichen Mehreinnahmen zur Haushaltskonsolidierung, insbesondere der LĂ€nder und der Kommunen, eingesetzt werden. Höhere Staatseinnahmen brĂ€chten außerdem einen höheren Spielraum fĂŒr Steuersenkungen, die mehr Steuergerechtigkeit bringen sollten oder höhere Sozial- und Bildungsausgaben oder auch Investitionen in den Klimaschutz ermöglichen wĂŒrden.

Eine weitere, langfristige Hoffnung der BefĂŒrworter ist eine gleichmĂ€ĂŸigere Vermögensverteilung in der Gesellschaft und damit verbunden positive Effekte fĂŒr die Nachfrage und eine gerechtere Gesellschaftsordnung sowie weniger klimaschĂ€dlicher Luxuskonsum.

Ähnlich wie die Geldentwertung durch die Inflation könnte die WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer zudem positive Effekte auf die Investitionen von Unternehmen wie auch Privatpersonen haben, da das Halten von Geld- und Wertpapiervermögen damit weniger attraktiv wĂŒrde.

Contra

Die Gegner einer WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer kritisieren vor allem den hohen bĂŒrokratischen Aufwand und das Eindringen in die PrivatsphĂ€re der BĂŒrger, die durch eine realistische Erhebung aller Vermögenswerte notwendig wĂŒrden. Die Erfassung von teurem Schmuck oder wertvollen GemĂ€lden in der Wohnung wĂŒrde ein Eindringen in den Privatbereich erfordern.

Eine realistische SchĂ€tzung der Verkehrswerte wĂŒrde ĂŒberdies eine umfassende Expertise der Steuerbeamten und eine starke Personalausstattung der Finanzbehörde erfordern, also sehr aufwĂ€ndig und teuer sein.

Außerdem befĂŒrchten sie, dass gegenteilige Effekte zu den erhofften eintreten könnten. Es könnte zu einer Verlagerung der Vermögen ins gĂŒnstigere Ausland (Steuervermeidung) oder auch zur Verlegung von Firmensitzen ins Ausland (Kapitalflucht) kommen. Beides wĂŒrde die Volkswirtschaft schwĂ€chen, eventuell sogar die steuerlichen Mehreinnahmen zunichtemachen und alle positiven Effekte konterkarieren.

Warum ist das Thema Vermögenssteuer so umstritten?

Einerseits genießt eine Vermögensteuer fĂŒr Reiche, also mit einem hohen Freibetrag von beispielsweise ein oder zwei Millionen Euro, in der Bevölkerung eine sehr große Zustimmung von mehr als 75 Prozent, andererseits sperrt sich insbesondere die FDP derzeit gegen eine Vermögensabgabe in jeglicher Form und kann dabei mit der UnterstĂŒtzung der CDU rechnen.

Die einzige mögliche Koalition, die derzeit eine Vermögensteuer einfĂŒhren könnte, wĂ€re eine aus SPD, GrĂŒnen und Linken, die aber derzeit ĂŒber keine Mehrheit verfĂŒgen. In allen anderen realistischen Szenarien muss man mit einem Veto der FDP oder der CDU rechnen.

Trotz großer Hoffnungen und einer breiten Mehrheit der Bevölkerung ist die Erhebung einer regelmĂ€ĂŸigen Vermögensabgabe daher derzeit blockiert, was die Diskussion weiter anheizt. Mittlerweile wechseln außerdem immer mehr Experten und Institutionen wie der IWF oder die Wirtschaftsweisen ins Lager der BefĂŒrworter, was die Gegner weiter unter Druck setzt.

Doch auch die scheinbare Einigkeit der BefĂŒrworter von sozialdemokratischen oder linken Parteien ĂŒber SozialverbĂ€nde und Gewerkschaften bis hin zu ExpertenrĂ€ten ist schnell verloren, sobald es um die konkrete Ausgestaltung geht, sodass auch unter den BefĂŒrwortern schnell Streit entstehen kann.

Vermögenssteuer Deutschland: rechtliche Situation in der Bundesrepublik

Wie bereits erwĂ€hnt, ist das Gesetz zur Vermögensteuer nach wie vor in Kraft, aber ihre Erhebung wurde bis auf weiteres ausgesetzt. Da die Bemessungsgrundlage der Vermögensteuer außerdem als Verstoß gegen das Gleichheitsprinzip beurteilt wurde, ist die WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer nur mit einem neu geschriebenen Gesetz wahrscheinlich. Die erneute Erhebung der alten Vermögenssteuer ist eher unwahrscheinlich.

Wer muss die Vermögenssteuer zahlen?

Derzeit muss in Deutschland niemand eine Vermögensteuer entrichten, da das Gesetz ausgesetzt ist. WĂŒrde man das alte Gesetz wieder ausfĂŒhren, ohne etwas daran zu Ă€ndern, wĂ€ren Vermögen ab 61.355 Euro von einer Besteuerung des Vermögens betroffen. Dieses Szenario ist aber extrem unwahrscheinlich.

Bei einer Wiedererhebung wĂŒrden voraussichtlich neue Schonvermögen beziehungsweise FreibetrĂ€ge definiert, mindestens aber ein Inflationsausgleich fĂŒr die 1996 gĂŒltige Summe bestimmt. Bei einer Inflation von 3 Prozent im Jahr entsprĂ€che dies heute einer Summe von gut 136.000 Euro. Aufgrund der hohen Immobilienpreise wĂ€ren damit aber fast alle Eigenheimbesitzer belastet, was weder politisch gewollt ist noch in der Bevölkerung akzeptiert wĂŒrde.

Wie viel Vermögen ist steuerfrei?

Nach der alten Regelung inklusive Anpassung an die Inflation wĂ€ren derzeit rund 136.000 Euro Vermögen steuerfrei. Die BefĂŒrworter einer WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer diskutieren aber FreibetrĂ€ge zwischen ein und zwei Millionen Euro.

Bei einem Freibetrag von einer Million Euro wĂ€ren von einer Besteuerung ihres Vermögens lediglich knapp ein Prozent der Bevölkerung betroffen, bei zwei Millionen, wie es beispielsweise eine Arbeitsgruppe rot-grĂŒn regierter BundeslĂ€nder im Jahr 2012 vorschlug, nur noch ungefĂ€hr 21.000 Personen.

Wie viel Vermögen bei einem neuen Gesetz schließlich steuerfrei bliebe, obliegt den politischen Parteien, die ein solches Gesetz zu verantworten hĂ€tten.

Wie hoch ist die Vermögenssteuer?

Die alte Vermögensteuer besteuerte Vermögen mit höchstens 1 Prozent. Verschiedene Ausnahmen sahen aber auch eine Steuer von nur 0,6 oder 0,5 (fĂŒr Agrar- und Forstwirtschaft) Prozent auf das Vermögen vor.

Bei einer Neuregelung sind derzeit SteuersĂ€tze von 1 bis 2 Prozent teilweise mit, teilweise ohne Stufenregelung im GesprĂ€ch. Außerdem sind auch wesentlich höhere FreibetrĂ€ge von ein oder zwei Millionen Euro geplant. Denkbar sind weiterhin Ausnahmen oder Gewichtungen verschiedener Vermögensarten, wie beispielsweise der Eigenheim-Immobilie, allerdings wĂŒrden diese schnell in Konflikt mit der vom BVerfG geforderten Gleichbehandlung geraten.

Diskutiert wird auch eine unterschiedliche Behandlung von Betriebs- und Privatvermögen, um negative wirtschaftliche Folgen zu minimieren.

Wie lÀsst sich die Vermögenssteuer berechnen?

Bei der Berechnung der Vermögensteuer geht es vor allem um die Bemessungsgrundlage, also um die Vermögenswerte, die erfasst werden, sowie deren aktuellen Markt- oder Verkehrswert. Da nicht alle VermögensgegenstĂ€nde eindeutig mit einem Marktwert zu versehen sind, mĂŒssten einige Werte auch geschĂ€tzt werden.

Theoretisch ist die Berechnung danach sehr einfach, da nur der Wert des Gesamtvermögens, abzĂŒglich des Freibetrags und bestehender Belastungen, mit dem Steuersatz multipliziert werden muss.

Die Schwierigkeiten bestehen daher nicht bei der Berechnung der Vermögensteuer, sondern bei der Erfassung der Vermögenswerte.

Denkbar ist daher auch, bestimmte Vermögenswerte wie Schmuck, Sammelobjekte oder Kunst aus der Bemessungsgrundlage auszunehmen, was allerdings eine Flucht in diese Vermögenswerte sowie verfassungsrechtliche Probleme mit sich bringen könnte.

Ist eine Vermögenssteuer gerecht?

Zu dieser Frage gehen die Meinungen naturgemĂ€ĂŸ auseinander. Gegner einer Vermögenssteuer befĂŒrchten vor allem eine ĂŒbermĂ€ĂŸige Belastung der Mittelschicht. Die Gefahr wird dabei hauptsĂ€chlich in der Besteuerung des selbst bewohnten Immobilienvermögens gesehen. Durch die hohen Marktpreise können selbst verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig kleine, freistehende Ein- oder ZweifamilienhĂ€user in der richtigen Lage leicht einen Wert von einer Million Euro ĂŒbersteigen, ohne dass sie Gewinn erbringen wĂŒrden. Im Extremfall könnten Bewohner und Erben solcher Immobilien gezwungen sein zu verkaufen, was ĂŒberwiegend als ungerecht empfunden wird.

Ein weiteres Argument gegen die Vermögensteuer ist die Steuerungerechtigkeit in der Einkommensteuer. Hier wĂŒrden kleine und mittlere Einkommen unverhĂ€ltnismĂ€ĂŸig hoch, besonders hohe Einkommen jedoch viel zu wenig durch die Steuern belastet. Das sei der eigentliche Grund fĂŒr die Ungleichheit in der Vermögensverteilung und mĂŒsste daher geĂ€ndert werden, wĂ€hrend Vermögen, die hart erarbeitet wurden und bereits versteuert seien, nicht noch einmal besteuert werden dĂŒrften.

Skeptiker werfen dem Staat außerdem Verschwendung vor und bezweifeln, dass die Mehreinnahmen durch eine Vermögensteuer ĂŒberhaupt sinnvoll verwendet wĂŒrden. Überdies gehen viele Gegner davon aus, dass die wirklich reichen Menschen sich erfolgreich vor einer Vermögensabgabe schĂŒtzen wĂŒrden.

BefĂŒrworter hingegen gehen davon aus, dass die derzeitige Ungleichheit in der Vermögensverteilung gerade nicht mehr durch die Einkommensteuer oder Kapitalsteuern korrigiert werden könnte, da sie sich bereits zu stark verfestigt hĂ€tten und letztlich auch nicht mehr von neuen Einnahmen abhingen.

Eine Vermögensverteilung, wie sie aktuell in Deutschland vorliegt (das Ă€rmste Drittel besitzt fast nichts, die reichsten ein Prozent der Bevölkerung hingegen etwa ein Drittel des Nettogesamtvermögens in Deutschland), wird von den BefĂŒrwortern als ungerecht abgelehnt.

Diese riesigen Vermögen stĂŒnden in keiner Relation mehr zu einer erbrachten Arbeitsleistung und schadeten auch der Volkswirtschaft insgesamt. Als einziges wirksames Mittel gegen diese Vermögensungleichheit sehen sie die Vermögensteuer, die sie daher als gerecht, verhĂ€ltnismĂ€ĂŸig, geeignet und sogar notwendig ansehen. Dabei wollen sie nicht, dass die Steuer die Mittelschicht trifft und setzen daher auf hohe FreibetrĂ€ge, die nur von wirklich sehr vermögenden Menschen ĂŒberschritten wĂŒrden.

FAQ

Im Folgenden werden einige hÀufig gestellte Fragen kurz beantwortet.

Was ist Vermögenssteuer (einfach erklÀrt)?

Das Vermögen einer (natĂŒrlichen) Person besteht zum einen aus dem auf Konten, Depots und anderswo gehaltenen Geld- und Wertpapiervermögen, aus den Immobilien und GrundstĂŒcken sowie aus Sachwerten wie Schmuck und Kunst und eventuell aus Unternehmensbeteiligungen. Der aktuelle Wert dieser Vermögens- und Sachwerte bildet das Vermögen.

Eine Vermögensteuer bezieht sich auf die Summe dieser Werte und erwartet eine jĂ€hrliche Zahlung in Höhe eines bestimmten Anteils an diesem Vermögen – beispielsweise ein oder zwei Prozent – als Steuer. Bevor der Steuersatz greift, wird allerdings in der Regel noch ein Freibetrag – beispielsweise ein oder zwei Millionen Euro – vom zu versteuernden Vermögen abgezogen.

Wie steht die SPD zum Thema Vermögenssteuer?

Das PrĂ€sidium der SPD beschloss zuletzt 2019, dass die WiedereinfĂŒhrung der Vermögenssteuer zu den Zielen der Partei gehört. Angepeilt wird eine Vermögenssteuer nach Schweizer Vorbild mit einem Gesamtsteueraufkommen von ca. 10 Milliarden Euro.

Wird in der Schweiz eine Vermögenssteuer erhoben?

Ja, in der Schweiz wird eine Vermögenssteuer auf Grundbesitz und andere Werte erhoben. Die genaue Ausgestaltung und die Höhe des Steuersatzes bleiben dabei den Kantonen (vergleichbar den deutschen BundeslĂ€ndern) ĂŒberlassen. Die Schweiz nimmt jĂ€hrlich etwa sieben Milliarden Franken oder ein Prozent des BIP an Vermögenssteuern ein.

Fazit

Vermögensteuern sind in vielen LĂ€ndern hart umstritten, da mit teils erheblichen Auswirkungen sowohl positiver als auch negativer Art gerechnet wird. In Deutschland sind jedoch so geringe SteuersĂ€tze und so hohe FreibetrĂ€ge in der Überlegung, dass sich am Ende wohl weder die BefĂŒrchtungen der Gegner noch die Hoffnungen der BefĂŒrworter bewahrheiten werden, sollte ĂŒberhaupt eine Vermögenssteuer eingefĂŒhrt beziehungsweise wieder erhoben werden.

Bildquellen:

  • pexels-anna-nekrashevich-6801649: Foto von Anna Nekrashevich: https://www.pexels.com/de-de/foto/marketing-person-laptop-technologie-6801649/

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