Rechtsformen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
2. Dezember 2022

Definition der Rechtsform: Stiftung

Die meisten Stiftungen werden in privatrechtlicher Form errichtet und dienen dann gemeinnützigen Zwecken wie beispielsweise kulturellen Institutionen, Sportvereinen oder Krankenhäusern. Grundsätzlich unterscheidet man eine Förderstiftung von einer operativen Stiftung. Bei einer Förderstiftung werden Tätigkeiten Dritter gefördert, wo bei den operativen Stiftungen selbst Projekte durchgeführt werden, um den Stiftungszweck zu erfüllen.

Errichtung einer Stiftung

Um eine Stiftung zu gründen, erfordert es eine schriftliche Willenserklärung des Stifters. Hier muss deutlich gemacht werden, dass ein fester Wille vorhanden ist, eine Stiftung zu gründen und diese auch aufrecht zu erhalten. Das Dokument nennt sich dann Stiftungsgeschäft. Neben dem Willen die Stiftung zu errichten ist auch Name und Sitz der Stiftung in der Willenserklärung zu erwähnen. Dazu zählen ebenfalls der Stiftungszweck, das Stiftungsvermögen und der Errichtungszeitpunkt. Neben dem normalen Stiftungsgeschäft muss sich die Stiftung auch eine Satzung geben. Eingeführt werden dabei alle grundlegenden Arbeits- und Verfahrensweisen sowie die dazugehörigen Bestimmungen der Stiftung. In der Satzung müssen der Name, die Rechtsform und der Sitz aufgelistet sein, sowie das entsprechende Geschäftsjahr. Wichtig sind ebenfalls Hinweise auf die Gemeinnützigkeit für die Abgabenordnung und auch die Verwendung der Erträge müssen aufgelistet werden. Prinzipiell gibt es für das Vermögen einer Stiftung keine Grenze. Dennoch muss die Stiftung mit einem Vermögen ausgestattet werden, welche nachhaltig und dauerhaft zur Zweckerfüllung genutzt wird. Dies muss auch stets nachgewiesen werden. Die Geschäftsführung muss ebenfalls in der Satzung festgelegt werden. Bei rechtsfähigen Stiftungen ist meist der Vorstand gleichzeitig die Führung. Daneben können aber noch weitere Organe gebildet werden. Darunter zählt beispielsweise der Aufsichtsrat oder ein Kuratorium.

Vorteile einer Stiftung

Ein wichtiger Vorteil bei einer Stiftung ist der Vermögensschutz und auch der Werterhalt. Stiftungen sind im Bezug auf die Vermögensverwaltung eher konservativ ausgerichtet und sollen zudem das übertragene Vermögen erhalten. Vermögensgegenstände können grundsätzlich an jede Stiftung überschrieben werden. Darunter zählt aber nicht nur Bargeld oder Wertpapiere, sondern auch Antiquitäten, Unternehmensanteile oder Kunstwerke. Ein weiterer Vorteil ist die Förderung des Gemeinwesens. Eine Stiftung kann zudem eine sehr effektive Lösung bei Erb- und Nachfolgeproblemen sein.

Verschiedene Arten von Stiftungen

Man unterscheidet rechtsfähige von nicht rechtsfähigen Stiftungen. Im ersten Fall stellen sie juristische Personen im Sinne des bürgerlichen oder öffentlichen Rechts dar. Im zweiten Fall befinden sie sich in der Trägerschaft eines Treuhänders. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, Stiftungs-AGs, Stiftungs-Vereine oder Stiftungs-GmbHs zu gründen.

Die Stiftung unterscheidet sich deutlich von einer Körperschaft. Während bei Körperschaften die Mitgliederstruktur das Entscheidende ist, wird die Stiftung durch ihr Vermögen konstituiert. Sie bezieht sich dabei auf die Begünstigten (Destinatäre). Rechtlich gesehen handelt es sich bei den meisten Stiftungen um Steuersubjekte. Damit unterliegen sie auch der Körperschaftssteuer. Eine Ausnahme besteht nur, wenn sie aufgrund eines gemeinnützigen Zwecks davon befreit sind.

Jede Art von Stiftung kann zu jedem legalen Zweck gegründet werden, der das Gemeinwohl fördert. Beim Stiftungsrecht gibt es eine Reihe von Vorschriften, mit denen sich Stiftungsgründer auseinandersetzen müssen. Dabei geht es vor allem um das Steuerrecht. Eine Besonderheit besteht hier aber darin, dass es keine einheitlichen Muster gibt. Der Stiftungsgründer hat Handlungs- und Ermessensspielräume, die auch expliziert gefördert werden.

Fragen und Antworten zur Stiftung

Aus welchem Grund gründet man eine Stiftung?

Meistens will der Stifter einen guten Zweck unterstützen, der ihm wichtig ist. Zudem sprechen auch steuerrechtliche Vorteile dafür, die Rechtsform Stiftung auszuwählen.

Welche Formen von Stiftungen gibt es?

Der Gründer kann sich zwischen einer selbstständigen und einer treuhänderischen Stiftung entscheiden.

Wer ist zu Gründung einer Stiftung berechtigt?

Jede ohne Einschränkungen geschäftsfähige oder juristische Person darf eine Stiftung gründen.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Künstlersozialkasse verstehen: Wer versichert ist und was die KSK leistet
Business
Künstlersozialkasse verstehen: Wer versichert ist und was die KSK leistet

Die Künstlersozialkasse ist für viele Selbstständige in Musik, Kunst, Medien und Publizistik ein zentraler Baustein der sozialen Absicherung. Ihr besonderer Stellenwert liegt darin, dass sie selbstständige Künstler und Publizisten in die gesetzliche Sozialversicherung einbindet, ohne dass diese den gesamten Beitrag allein tragen müssen. Gerade für Berufsgruppen mit schwankenden Honoraren, projektbezogener Arbeit und unregelmäßigem Arbeitseinkommen macht das einen erheblichen Unterschied. Zugleich ist das Thema rechtlich anspruchsvoll. Wer in den Kreis der Versicherten fällt, entscheidet sich nicht nach Bauchgefühl oder Berufsbezeichnung, sondern nach der tatsächlichen Tätigkeit, der wirtschaftlichen Ausrichtung und den Voraussetzungen des Künstlersozialversicherungsgesetzes. Deshalb lohnt ein genauer Blick auf Aufbau, Leistungen und Systematik der Künstlersozialversicherung. Was die Künstlersozialkasse eigentlich macht

Lesen
End-of-Line-Automation: Wie Unternehmen ihre Prozesse nahtlos verzahnen
Business
End-of-Line-Automation: Wie Unternehmen ihre Prozesse nahtlos verzahnen

Steigende Anforderungen an Effizienz, Liefergeschwindigkeit und Qualität setzen produzierende Unternehmen zunehmend unter Druck. Während viele Optimierungsmaßnahmen direkt in der Fertigung ansetzen, entscheidet sich die Leistungsfähigkeit einer Produktion häufig erst in den letzten Prozessschritten. Verpackung, Kennzeichnung, Palettierung und Versand müssen reibungslos ineinandergreifen, damit Produkte ohne Verzögerungen den Kunden erreichen. Moderne End-of-Line-Automation schafft die Voraussetzungen für durchgängige Abläufe und eine bessere Vernetzung zwischen Produktion und Logistik. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Unternehmen ihre Prozesse am Linienende effizient verzahnen und welche Vorteile daraus entstehen. Warum das Ende der Produktionslinie oft über die Gesamteffizienz entscheidet

4 Min. LesezeitLesen
Steuerberatung in München: Was Unternehmer heute wirklich von ihrer Kanzlei erwarten – Interview mit REVISA Treuhand
Finanzen
Steuerberatung in München: Was Unternehmer heute wirklich von ihrer Kanzlei erwarten – Interview mit REVISA Treuhand

Was macht eine gute Steuerberatung in München heute aus? Kurz gesagt: fachliche Kompetenz, persönliche Erreichbarkeit und ein Berater, der Zusammenhänge statt einzelner Formulare im Blick hat. Neue Regelungen, digitale Prozesse und komplexer werdende Unternehmensstrukturen stellen Unternehmen, Unternehmer, Freiberufler und Privatpersonen vor wachsende Anforderungen. Wir haben mit dem Team der REVISA Treuhand gesprochen einer Münchner Steuerberatungs- und Wirtschaftsprüfungskanzlei, die seit über 60 Jahren Mandanten in der Region begleitet. Im Gespräch geht es darum, was gute Beratung heute ausmacht und warum der persönliche Ansprechpartner mehr denn je entscheidend ist. Für Unternehmer, die sich nach einem kompetenten Steuerberater aus München umsehen, liefert das Interview konkrete Orientierung – von der laufenden Buchhaltung bis zur strategischen Steuerplanung.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite