Dachgesellschaft verwaltet Unternehmungen und Produktionsprogramme

Inhaltsverzeichnis:

  1. Welche Rolle spielen die Unternehmungen in der Holdinggesellschaft?
  2. Welche steuerlichen Besonderheiten gibt es bei einer Dachgesellschaft?
  3. Verschiedene Formen von Dachgesellschaften
  4. Die Operative Holding
  5. Die Management-Holding
  6. Die Finanzholding
  7. Die strukturelle Holding
  8. Besondere Eigenschaften einer Holding
  9. Die Vorteile von Dachgesellschaften
  10. Die Nachteile von Dachgesellschaften
  11. Rechtliche Aspekte der Holding
  12. Zweck einer Holding
  13. Beispiele für Dachgesellschaften

Das Konzept der Dachgesellschaft wurde in den USA entwickelt und gilt als Vorform des Trust. Das Besondere an einer Holdinggesellschaft ist, dass ihr Hauptaugenmerk auf der Verwaltung von Unternehmungen liegt. Auch die Abstimmung über die Produktionsprogramme wird von dieser Gesellschaftsform geleitet. Die wirtschaftliche Produktion steht also im Hintergrund. Zu diesem Zweck erhält die DachgesellschaftAktien der Gesellschaftsaktionäre. Sie profitieren wiederum von den Aktien der Holdinggesellschaft, die sie im Austausch bekommen. Man spricht in diesem Zusammenhang auch von Effektensubstitution.

Welche Rolle spielen die Unternehmungen in der Holdinggesellschaft?

Die Unternehmungen bleiben als Teil einer Dachgesellschaft rechtlich selbstständig . Allerdings übernimmt die Holdinggesellschaft die wirtschaftliche Steuerung der Unternehmung. Das heißt, dass über Fragen der Finanzierung und über Fragen der Unternehmenspolitik die Dachgesellschaft entscheidet. Das Besondere an der Dachgesellschaft, im Gegensatz zu der reinen Kontrollgesellschaft ist, dass die Planung und Entwicklung von der Dachgesellschaft übernommen wird, um alle Unternehmungen in der Gesellschaft positiv zu beeinflussen. Bei einer reinen Kontrollgesellschaft wird das Weisungsrecht nicht in diesem Umfang genutzt.

Welche steuerlichen Besonderheiten gibt es bei einer Dachgesellschaft?

Damit eine Doppelbesteuerung ausgeschlossen werden kann, wird der Dachgesellschaftein Schachtelprivileg eingeräumt. Dadurch ergibt sich eine Begünstigung in der Körperschaftssteuer. Ihren Ursprung hat dieses Privileg in den Regelungen, die sich bei dem Anteilsaustausch ergeben. Denn hier werden Teilbetriebe in Kapitalgesellschaften eingebracht und es ist zudem möglich, sich an ausländischen Gesellschaften zu beteiligen. Durch die Form der Dachgesellschaft können akquirierte Unternehmen ebenfalls leicht integriert werden.

Verschiedene Formen von Dachgesellschaften

Man unterscheidet vier Formen von Dachgesellschaften:

Die Operative Holding

Diese Form der Dachgesellschaft wird üblicherweise bei der Organisation von Großunternehmen genutzt. Die Muttergesellschaft übernimmt den Prozess der Leistungserstellung zunächst einmal selbst. Sie ist als Akteur am Markt tätig. Die Erweiterung um zusätzliche Tochtergesellschaften dient der Prozessunterstützung und der Ergänzung des Produktsortiments. Ein typisches Beispiel für eine solche Tochtergesellschaft ist die Auslandsniederlassung.

Merke:

  • die Tochtergesellschaften sind sehr viel kleiner als die Muttergesellschaft
  • die Tochtergesellschaften hängen personell, strukturell und strategisch von der Muttergesellschaft ab
  • starker Einfluss der Muttergesellschaft auf die Tochtergesellschaften
  • typisch für die vertikale und horizontale Diversifikation von Unternehmen aus dominiertem Geschäftsfeld heraus

Die Management-Holding

Die Management-Holding übernimmt anders als die operative Holding selbst kein operatives Geschäft. Stattdessen hält sie die Beteiligung an den Tochtergesellschaften und führt sie strategisch. Zu den wichtigsten Aufgaben gehören:

  • die Festlegung der Geschäftsfelder
  • strategische Ausrichtung
  • Besetzung von Führungspositionen
  • Steuerung des Kapitalflusses

Vorteil einer Management-Holding:

Eine Management-Holding ist sehr flexibel. Jedes Tochterunternehmen entwickelt selbstständig Strategien für sein Geschäftsfeld. Damit lässt sich die Marktnähe und die Flexibilität kleiner und mittlerer Unternehmen mit der Kapitalkraft und Marktdominanz von großen Unternehmen verbinden.

Die Finanzholding

Der Hauptzweck der Finanzholding besteht in der Verwaltung des Gruppenvermögens. Sie greift weder in die strategische noch in die operative Ausrichtung der Tochtergesellschaften ein. Der einzige Einfluss besteht in der Vorgabe von finanziellen Zielen und der Zuteilung von finanziellen Mitteln.

Merke: Bei einer Finanzholding steht die Optimierung von Erträgen und Werten im Mittelpunkt.

Die strukturelle Holding

Die strukturelle Holding übernimmt die interne Organisation der Tochtergesellschaften. Das ist z. B. dann der Fall, wenn ein Unternehmen verschiedene Geschäftsbereiche in einem einzigen zusammenfasst oder ein Unternehmen Dienstleistungs- und Produktsparten voneinander trennt.

Besondere Eigenschaften einer Holding

Hinsichtlich der Flexibilität unterscheidet man bei der Holding zwei Varianten. Am flexibelsten ist die Finanzholding. Die starrste Organisationsform einer Dachgesellschaft ist der Stammhauskonzern. Darüber hinaus gibt es einige wirtschaftliche Eigenschaften, die alle Holdings kennzeichnen:

  • Finanzanlagevermögen dominiert die Aktiva -Seite der Bilanz
  • hohe Anlagenintensität
  • niedrige Kapitalumschlaghäufigkeit
  • Die Vorteile von Dachgesellschaften Mithilfe einer Holding-Organisation verschafft man sich Steuervorteile, mit denen man Kapitalbeteiligungsgrenzen umgehen und Größen- und Spezialisierungsvorteile verwirklichen kann. Darüber hinaus ist es mit dieser Organisationsform leicht möglich, akquirierte Unternehmen in bestehende Strukturen zu integrieren. Weitere Vorteile:
    • direkte Kapitalbeteiligung lassen sich in indirekte umwandeln
    • Holding kann ihren Sitz in Länder mit steuerrechtlichen Vorteilen verlegen
    • von Tochterunternehmen an Holding abgeführte Gewinne unterliegen günstigeren Steuerbedingungen
  • Nachteile von Dachgesellschaften Mit den Vorteilen gehen auch einige Nachteile einher. Hierzu gehören:
    • Abhängigkeit
    • Anonymisierung
    • Ähnlichkeit
    • Ziele des Gesamtkonzerns können aus den Augen verloren werden
  • Rechtliche Aspekte der Holding Die Holding-Gesellschaft ist im deutschen Recht nicht explizit geregelt. Es handelt sich dabei um ein Unternehmen, dessen wesentlicher Zweck die Beteiligung an einem rechtlich selbstständigen Unternehmen ist. Ist die Holding auch an keine Rechtsform gebunden, so bevorzugen die meisten Unternehmer hier doch eine AG oder GmbH. Rechtliche Grundlage ist hierbei § 18 Abs. 1 Satz 1 AktG. Darin steht, dass mehrere Unternehmen unter der Führung eines Unternehmens zusammengefasst sind. Die Holding nimmt mindestens eine betriebliche Funktion der Tochterunternehmen wahr. Die Leitungsmacht ist die wesentliche Eigenschaft der Holding. Sie kann Entscheidungen in einem Betriebsbereich auch gegen den Willen der Tochterunternehmen durchsetzen. Das betrifft die Beschaffung, die Finanzierung, den Absatz oder die Organisation. Es gibt keine eigenverantwortliche Leitung im Vorstand der Tochterunternehmen (§ 73 AktG). An dessen Stelle tritt eine fremdbestimmte Leitung durch das Mutterunternehmen (§ 308 Abs. 1 AktG). Zweck einer Holding Die Holding ist in erster Linie ein Organisationsmittel. Sie wird genutzt, um Konzerne zu strukturieren und Unternehmen insgesamt straffer aufzustellen. Neben dem Hauptzweck der Unternehmensführung übernimmt die Holding noch viele weitere Zwecke. Hierzu gehören vor allem:
    • die Nutzung von Steuervorteilen
    • Umgehung von Kapitalbeteiligungsgrenzen
    • Nutzung von Größen- und Spezialisierungsvorteilen
    • leichtere Integration akquirierter Unternehmen
    • Haftung für Tochterunternehmen (Patronatserklärungen)
  • Beispiele für Dachgesellschaften
    • Media-Saturn-Holding
    • Unister
    • Pro Klinik Holding
    • EMAG Holding
    • ASAP Holding
    • Silver Care Holding
  •  Christian Weis
Teilen:
Weitere Artikel
Rückenwind für die Wirtschaft: präventives Gesundheitsmanagement als strategischer Vorteil
Verbraucher
Rückenwind für die Wirtschaft: präventives Gesundheitsmanagement als strategischer Vorteil

Der moderne Arbeitsalltag findet für viele Menschen fast nur noch im Sitzen statt. Stundenlanges Arbeiten am Bildschirm und eine starre Haltung prägen den Tag im Büro oder im Homeoffice. Diese mangelnde Bewegung bleibt selten ohne Folgen. Früher oder später reagiert der Körper mit Verspannungen oder Schmerzen. Für Unternehmen ist das eine ernste Herausforderung, denn kranke Mitarbeiter bedeuten immer auch wirtschaftliche Einbußen und Störungen im Betriebsablauf. Ein gut durchdachtes Gesundheitsmanagement im Betrieb ist deshalb kein Luxus, sondern eine sinnvolle Investition. Es hilft dabei, die Leistungsfähigkeit im Team langfristig zu erhalten und teure Ausfallzeiten spürbar zu senken.

3 Min. LesezeitLesen
Das Fundament der Unternehmenskultur: wie Raumgestaltung und Materialien die Mitarbeiterbindung prägen
Arbeitsleben
Das Fundament der Unternehmenskultur: wie Raumgestaltung und Materialien die Mitarbeiterbindung prägen

Die Anforderungen an den modernen Arbeitsplatz haben sich gewandelt. Lange Zeit galt das Büro primär als funktionale Betriebsstätte ein Ort, an dem Schreibtische und Computer für die tägliche Aufgabenerledigung bereitstanden. Durch die Etablierung flexibler Arbeitsmodelle und des Homeoffice hat der physische Raum jedoch eine andere Bedeutung erhalten. Er ist heute mehr als eine reine Produktionsstätte. Das Büro entwickelt sich zu einem zentralen Begegnungsort, der Identifikation stiften und die Zusammenarbeit im Team fördern soll. In Zeiten des Fachkräftemangels stehen Unternehmen vor der Herausforderung, qualifizierte Mitarbeiter nicht nur zu gewinnen, sondern auch langfristig an sich zu binden. Hierbei spielt die physische Umgebung eine wichtige Rolle. Ein durchdacht gestaltetes Büro transportiert die Werte eines Betriebes und macht die eigene Kultur greifbar. Wer Arbeitswelten schafft, die Wohlbefinden und Wertschätzung vermitteln, legt ein solides Fundament für eine loyale Belegschaft. Qualität, die man spürt – Materialien als Ausdruck von Wertschätzung

5 Min. LesezeitLesen
Die Ökonomie der Empathie: wie Individualisierung traditionelle Dienstleistungen wandelt
Handel
Die Ökonomie der Empathie: wie Individualisierung traditionelle Dienstleistungen wandelt

Die Welt der Dienstleistungen verändert sich spürbar. Lange Zeit ging es in der Wirtschaft vor allem um Schnelligkeit, standardisierte Prozesse und sinkende Kosten. Effizienz war für viele Betriebe das oberste Ziel. Doch dieser Fokus verschiebt sich. In einer Zeit, in der viele Angebote digitalisiert und dadurch austauschbar sind, suchen Menschen wieder nach persönlicher Nähe und maßgeschneiderten Lösungen. Reine Standardprogramme reichen oft nicht mehr aus. Gefragt sind Dienstleister, die aufmerksam zuhören und flexibel auf die persönlichen Bedürfnisse eingehen. Die emotionale Begleitung wird zu einem zentralen Faktor bei der Entscheidung für einen Anbieter.

3 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite
Dachgesellschaft verwaltet Unternehmungen und Produktionsprogramme | business-on.de