Bewerbungen·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
21. März 2023

Green Recruiting: Mit Nachhaltigkeit bei Bewerber:innen punkten

„Purpose als Hype abzutun, kann die Zukunftsfähigkeit einer Organisation beeinflussen. – Talente werden einen greifbaren Unternehmenspurpose einfordern.“ Professor Dr. Walter Jochmann, Managing Director der Unternehmensberatung Kienbaum, macht unmissverständlich klar, dass der Trend zum „Purpose“ kein schneller Hype ist, der bald wieder verfliegt. Unternehmenspurpose ist in aller Munde. Und doch können rund 59 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer den Zweck des eigenen Unternehmens nicht ad hoc benennen. Diese Erkenntnis ergab sich aus einer Studie, die die Personal- und Managementberatung Kienbaum in Kooperation mit der Beratungsfirma human unlimited im Herbst 2020 unter 1.300 Fach- und Führungskräften durchgeführt hat.

Die Frage nach dem „Wofür“ hat zentrale Bedeutung

Zunehmend wächst die Einsicht in der breiten Öffentlichkeit, dass reines Profitstreben allein keine Daseinsberechtigung mehr darstellt. Die Frage nach dem „Wofür“ gewinnt an grundlegender Bedeutung. „Purpose ist kein Trend, sondern schon immer da gewesen. Die Frage, die sich Organisationen stellen müssen, ist, wie sie diesen Purpose erlebbar machen – aus Überzeugung“, sagt Fabian Kienbaum, Chief Empowerment Officer der Personal- und Managementberatung.

Dieser Aufgabe muss sich vor allem das Topmanagement jedes Unternehmens stellen. An Herausforderungen herrscht gerade für die deutschen mittelständischen Unternehmen derzeit kein Mangel. Der Klimawandel steht auf der Agenda der Führungskräfte dabei weit oben. „Zugleich besteht in vielen Organisationen immer noch eine Lücke zwischen der Einsicht in die Dringlichkeit des Themas und der konkreten Einbettung von Nachhaltigkeit in Strategie, operativen Betrieb und Unternehmenskultur“, heißt es warnend in der aktuellen Studie „Deloitte CxO Sustainability Survey 2023“. Dafür hat das Beratungs- und Prüfungsunternehmen Deloitte Ende vergangenen Jahres mehr als 2.000 C-Level-Führungskräfte aus 24 Ländern befragt wurden, darunter 105 aus Deutschland.

Mitarbeitende machen Druck beim Thema Nachhaltigkeit

Ergebnis: „Wie die meisten Befragten weltweit, berichten auch deutsche CxOs von starkem Druck durch Stakeholder, im Unternehmen Klimamaßnahmen durchzuführen.“ Nicht nur Investorinnen und Investoren, Verbraucherinnen und Verbraucher, Kundinnen und Kunden treiben die Unternehmen dabei in Richtung Nachhaltigkeit. Auch die aktuell bereits angestellten oder künftigen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter spielen als sogenannte Stakeholder mit starken grünen Interessen eine wesentliche Rolle für den Wandel. Sie verlangen, siehe Kienbaum-Studie, nach grünem Purpose, fordern Antworten, eine klare Haltung und eine entsprechende Markt- und Produktpolitik vom Arbeitgeber ihrer Wahl ein.

Thema fesselt Jüngere und Ältere gleichermaßen

Unternehmen sollten diesen Druck nicht als Last wahrnehmen, sondern als Chance. Wer sich glaubhaft grün wandelt oder als Start-up von Beginn an voll etwa auf die Karte Energiewende setzt, kann bei jüngeren Talenten, aber auch älteren Fachkräften punkten. Da Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer aller Altersklassen für Themen rund um den Klimaschutz immer stärker sensibilisiert sind, können Unternehmen damit nicht nur bei der jüngeren „Fridays for Future“-Generation punkten.

Somit gewinnt das „Green Recruiting“ in Zeiten des allgemeinen Fachkräftemangels immer mehr an Relevanz. Beim Green Recruitment handelt es sich in erster Linie um eine Employer-Branding-Maßnahme, die den Kandidat:innen das Engagement des Unternehmens für die Umwelt vermitteln soll. Das ist ein entscheidender Faktor, um die wachsende Anzahl an Bewerberinnen und Bewerbern, die nachhaltig arbeiten und leben möchten und entsprechend großen Wert auf das Umweltbewusstsein ihres Arbeitgebers legen, zu überzeugen.

Green Recruiting als besondere Chance für Start-ups

Green Recruiting kann in jeder Branche zum Einsatz kommen. Also auch bei Unternehmen, die nicht primär nachhaltige Jobs anbieten. Besonders glaubwürdig und stichhaltig wird es bei Unternehmen wie envelio, bei denen der grüne Wandel Kern des Unternehmenszwecks ist. Das Softwareunternehmen aus Köln hat sich auf Clean-Tech spezialisiert. 2017 ist die Firma als Spin-off der Ingenieursschmiede RWTH Aachen gegründet worden. Mit der „Intelligent Grid Platform“ bietet envelio eine intelligente Verteilnetz-Lösung für den Stromtransfer zwischen Netzbetreibern und Netzkunden. Gerade solche Lösungen braucht es, um die Energiewende in Deutschland voranzutreiben, den die Zahl der Anschlüsse wird im Zuge der Energiewende sprunghaft zunehmen. Zum Erreichen der Energiewende müssen in den nächsten Jahren Millionen größerer und kleinerer Photovoltaik- und Windkraftanlagen in die Netze eingefügt werden. Dazu kommen Wärmepumpen, Ladestationen oder Wallboxes für E-Autos. All das kann nur gelingen, wenn die Netze smarter, automatisierter und viel effizienter werden.

Nachhaltigkeit wird zum entscheidenden Wettbewerbsvorteil

Start-ups wie envelio benötigen für ihren Wachstumskurs jedoch vor allem eines: engagierte, fähige Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Kira Mauss, Vice President People & Organization bei envelio, sagt: „In Zeiten des Klimawandels und des damit einhergehenden zunehmenden Bedürfnisses der Menschen, mit ihrer Beschäftigung zur Lösung gesellschaftlicher Probleme beizutragen, verhilft uns unser Geschäftsmodell dazu, dass sich Young Professionals und erfahrene Fachkräfte vermehrt bei envelio bewerben. Für knapp 95 Prozent unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter hat unser Beitrag zur Energiewende eine tragende Rolle bei ihrer Entscheidungsfindung gespielt. Die beeindruckende Zahl von 1.225 Bewerbungen auf 27 besetzte Stellen im vergangenen Jahr deutet klar darauf hin, dass sich ein nachhaltiges Business positiv auf das Recruiting auswirkt.“ Mauss geht in ihrer Bewertung sogar noch einen Schritt weiter: „Ich würde sogar behaupten, dass uns das Thema Nachhaltigkeit den entscheidenden Wettbewerbsvorteil auf dem Arbeitsmarkt verleiht.”

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Professionelle Fassadenreinigung in Berlin und Brandenburg: Warum saubere Gebäudehüllen ein unterschätzter Werttreiber für Immobilien sind
Verbraucher
Professionelle Fassadenreinigung in Berlin und Brandenburg: Warum saubere Gebäudehüllen ein unterschätzter Werttreiber für Immobilien sind

Eine professionelle Fassadenreinigung in Berlin und Brandenburg ist mehr als Kosmetik: Sie schützt die Bausubstanz, erhält den Immobilienwert und beugt teuren Sanierungen vor. Graue Schleier auf dem Putz, grünliche Algen an der Wetterseite, dunkle Flecken unter den Fensterbänken wer Immobilien in der Region besitzt oder verwaltet, kennt diese Bilder. Was viele Eigentümer als rein optisches Problem abtun, kann in Wahrheit eine betriebswirtschaftliche Frage sein. Im Interview erklärt Ingo Reischuck, Stuckateurmeister aus Großbeeren, worauf Sie als Eigentümer bei der professionellen Fassadenreinigung in Berlin und Brandenburg achten sollten. Herr Reischuck, warum ist die Fassade aus Ihrer Sicht so entscheidend für den Werterhalt eines Gebäudes? „Die Fassade ist die größte zusammenhängende Fläche eines Gebäudes und gleichzeitig die exponierteste“, sagt Ingo Reischuck. Regen, Frost, UV-Strahlung, Feinstaub und biologischer Bewuchs setzen ihr dauerhaft zu. In Ballungsräumen wie Berlin kommen Verkehrsemissionen hinzu, im Brandenburger Umland eher Pollenflug, Pflanzensporen und Feuchtigkeit aus angrenzenden Grünflächen. „Eine Fassade altert nicht nur, sie wird aktiv angegriffen. Wer hier nicht turnusmäßig reinigt, verschiebt das Problem in die Bausubstanz“, so der Stuckateurmeister.

4 Min. LesezeitLesen
AKTIVDRY im Portrait: Wie ein Gebäudetrocknungs-Spezialist aus Lörrach dir den Ernstfall erspart
Business
AKTIVDRY im Portrait: Wie ein Gebäudetrocknungs-Spezialist aus Lörrach dir den Ernstfall erspart

Wer im Schadensfall schnell handeln muss, braucht einen Dienstleister, der rund um die Uhr erreichbar ist und die gesamte Schadensbearbeitung aus einer Hand abdeckt genau dafür steht AKTIVDRY. Ein gebrochenes Steigrohr, eine undichte Geschirrspüler-Zuleitung oder Starkregen, der durch das Kellerfenster drückt: Leitungswasserschäden zählen in Deutschland zu den häufigsten Ursachen für Gebäudeschäden. Egal, ob du als Mieter, Vermieter oder Eigentümer betroffen bist im Ernstfall ist nicht nur die Versicherung entscheidend, sondern vor allem ein Partner, der schnell, strukturiert und nachweisbar arbeitet. Genau in dieser Nische hat sich AKTIVDRY aus dem Dreiländereck etabliert. AKTIVDRY: Ein lokaler Spezialist mit klarer Ausrichtung AKTIVDRY ist als Experte für Gebäudetrocknung in Lörrach auf die schnelle Bearbeitung von Wasserschäden in Wohn- und Gewerbeimmobilien spezialisiert. Das Unternehmen positioniert sich konsequent als Notdienstleister: Unter dem Slogan „Niemand plant eine Panne" bietet AKTIVDRY nach eigenen Angaben einen Bereitschaftsdienst rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr. Erreichbar ist das Team unter +49 7763 92 76 136 sowie per E-Mail an kontakt@aktivdry.de. Der geografische Schwerpunkt liegt auf Lörrach und der angrenzenden Region Südbaden. Kurze Anfahrtswege und persönliche Ansprechpartner werden so zum echten Vorteil gegenüber überregionalen Sanierungsketten.

4 Min. LesezeitLesen
Funktionaler Rollladen in Stuttgart: Wie moderne Beschattung Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit verbindet
Verbraucher
Funktionaler Rollladen in Stuttgart: Wie moderne Beschattung Komfort, Energieeffizienz und Sicherheit verbindet

Ein funktionaler Rollladen in Stuttgart kann Hitzeschutz, Wärmedämmung, Schallschutz und Einbruchhemmung in einem System vereinen. Gerade in der Kessellage ist er damit weit mehr als nur ein Sichtschutz. Im folgenden Interview erläutert ein Fachmann der hawo Sonnenschutztechnik GmbH, welcher Typ zu welchem Gebäude passt und worauf Sie bei Planung, Material und Montage achten sollten. Warum müssen Rollläden in Stuttgart mehr leisten als anderswo? Die Kessellage sorgt für Hitzestaus, dazu kommen dichte Bebauung und eine hohe Zahl an Bestandsgebäuden aus unterschiedlichen Bauepochen. Diese Mischung macht funktionale Beschattung in der Region anspruchsvoll. Ein Altbau in Heslach hat andere Anforderungen als ein Neubau in Vaihingen, und ein Reihenhaus in Bad Cannstatt verlangt andere Lösungen als ein freistehendes Einfamilienhaus auf den Fildern. Wenn Sie einen funktionalen Rolladen in Stuttgart planen, sollten Sie deshalb auf einen Fachbetrieb setzen, der sowohl die baulichen Gegebenheiten als auch die regionalen Klimabedingungen kennt.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite