IT & Software·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
17. November 2022

Per Knopfdruck zum Erfolg

Unternehmen lassen sich hinsichtlich ihres Ressourcenmanagements in drei Kategorien einteilen: Da ist der kleine Anteil, der sowohl über eine geeignete Software als auch über methodisch gut ausgebildete Mitarbeiter verfügt – hier stimmen die Prozesse. Eine zweite Gruppe setzt auf semiprofessionelle Werkzeuge: Hier wird mit einfachen Tools gearbeitet und geplant. Woran es dort oft hapert, ist das komplexe Ressourcenmanagement. Die weitaus größte Gruppe der Unternehmen schließlich arbeitet mit einfachsten Tools wie Excel oder gar selbstgestrickten Werkzeugen. Hier ist der Druck besonders groß: Diese Firmen haben meist sehr viel mehr Arbeit oder sehr viel mehr Projekte, als fachkundige Mitarbeiter erfolgreich bearbeiten könnten, und entsprechend gibt es dauernd Verschiebungen. Eines aber haben die Unternehmen aller Kategorien gemein: Das Problem liegt beim Management, nicht bei den Mitarbeitern. Nur Manager, die selbst in der Lage sind, mit modernen Simulationswerkzeugen Portfolios zu erstellen, können auf Basis aussagekräftiger Analysen solide Entscheidungen treffen. Genau damit aber sind viele Führungskräfte heute noch heillos überfordert.

Die Planung und Begleitung von Tätigkeiten und Menschen in Projekten ist ein organischer Vorgang. Aufgaben und Rollen müssen immer wieder an den jeweils aktuellen Stand der Prozesse angepasst werden. Dadurch entsteht eine gigantische Kombinatorik mit einer unglaublichen Fülle an Möglichkeiten. Dabei ist es absolut illusorisch, zu glauben, dass derartige Wahrscheinlichkeitsszenarien ohne den Einsatz Künstlicher Intelligenz (KI) berechnet werden können. Es braucht starke Algorithmen, die alle etwaigen Szenarien, mögliche Probleme und deren Lösung in Betracht ziehen können. Je aufwändiger das Projekt und je größer der Pool an Mitarbeitern, die darin involviert sind, desto wichtiger ist der Einsatz eines lernenden Systems, das Muster erkennt und die Anwender auf etwaige Engstellen hinweist. Die nächste Stufe der Entwicklung wird eine Künstliche Intelligenz sein, die Ressourcenüberlastungen nicht nur erkennt, sondern auch selbständig löst. All dies ist in einem mittelständischen oder großen Unternehmen ohne KI nur mit extremem Aufwand und hoher Fehleranfälligkeit möglich.

KI-gestütztes Ressourcenmanagement ermöglicht auf Basis von Kapazitäten, Rollen und Skills des Personals die perfekte Zusammenstellung eines Teams für jedes Projekt auf Basis der verfügbaren Ressourcen. Intelligente Software erlaubt zu jeder Zeit einen umfassenden Überblick darüber, welche Fähigkeiten in einem Team bereits vorhanden sind und welche im Unternehmen noch fehlen, um künftige Aufgaben zu meistern. Gleiches gilt für die Auslastung und Zuweisung der Mitarbeiter in Bezug auf anstehende Projektaufgaben oder Projektphasen. Durch die kombinierte Planung der zeitlichen Verfügbarkeit von Mitarbeitern mit den benötigten Fähigkeiten können Projekte bedarfsgerechter besetzt werden.

Gleichzeitig gibt eine KI-basierte Ressourcenplanung Aufschluss über zukünftigen Skill-Bedarf und ermöglicht die zielführende Weiterbildung sowie ein auf tatsächliche Anforderungen ausgerichtetes Recruiting. Eine auf Algorithmen basierende Software erfasst und entschlüsselt die vielfältigen planerischen Abhängigkeiten und Zusammenhänge schneller und umfassender, als es ein Mitarbeiter je könnte. Mit einem Überblick auf Knopfdruck schafft sie Transparenz und unterstützt alle am Projekt Beteiligten durch eine Vorauswahl von Aufgaben- und Problemfeldern im Risikomanagement.

Der Projektarbeit kommt im Unternehmen eine immer größere Bedeutung zu. Hat sich ihr Anteil in den zurückliegenden Jahren bereits verdoppelt, könnte er sich in Zukunft sogar verdreifachen, prognostizieren Experten. Der Druck, ein zielführendes Ressourcenmanagement zu betreiben, steigt dadurch noch. Auch, wenn KI-gestütztes Projektmanagement in vielen Unternehmen noch Zukunftsmusik ist, sollten sich Manager den Vorteilen der Digitalisierung nicht verschließen – selbst dann nicht, wenn vieles in der Umsetzung zunächst einen Mehraufwand bedeutet. Es stellt sich eher die Frage, ob man es sich leisten kann, diesen Mehraufwand nicht zu betreiben und immer wieder Projekte zu haben, die weder in-time noch in-budget oder in-quality abgeschlossen werden. Die präzise Ressourcenabstimmung zwischen Projekt- und Linienorganisation erlaubt es Entscheidern, ihr Team optimal je nach Kapazitätsauslastung zusammenstellen und bereits im Vorfeld zu erkennen, wer tatsächlich verfügbar ist. Endlose Diskussionsrunen können so direkt im Keim erstickt werden. Dass die Freigabe von Projekten so immens beschleunigt wird, versteht sich von selbst.

Über den Autor

Seit rund einem Vierteljahrhundert ist Mathias Hess in der digitalen Welt unterwegs – in nationalen mittelständischen Unternehmen und in internationalen Großkonzernen, als CIO und IT-Leiter sowie in verantwortlichen Management-Positionen bei IT-Service-Providern. Er kennt alles, was das moderne IT-Umfeld beim Thema Digitalisierung als Chancen, aber auch an Risiken zu bieten hat. Er verfügt über umfangreiche Erfahrungen im Projektmanagement, sowohl mit der Einführung neuer Anwendungen und Prozesse (ITIL) als auch in der Umsetzung von Outsourcing-Projekten und komplexen Offshore-Leistungen. Im Rahmen seiner Tätigkeit trägt er oft auch Verantwortung für das Change-Management, was immer mehr zum entscheidenden Erfolgsfaktor in vielen Projekten wird. Mathias Hess ist begeisterter Chancen-Nutzer und Digitalisierungsoptimist. Die IT sieht er zukünftig immer weniger als Kostenoptimierer, sondern vielmehr als treibenden „Business Enabler“. Mathias Hess ist Interim Manager und professioneller Vortragsredner. Seine Themen sind Innovation, Führung, Agilität und Change-Management.

Bildquellen:
    Teilen:
    Weitere Artikel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  
    Handel
    RFID oder Barcode: Welche Technologie ist die richtige Wahl?  

    In vielen Branchen ist die berührungslose Identifikation von Produkten und Gegenständen Pflicht oder zumindest sinnvoll. Wenn du selbst die Entscheidungsgewalt hast, wirst du irgendwann vor der Frage stehen, ob Barcodes oder RFID-Etiketten die sinnvollere Lösung für dich und dein Business sind. Beide Möglichkeiten haben einen Mehrwert, unterscheiden sich aber deutlich voneinander. Für welche Lösung du dich entscheidest, hängt von deinen Bedürfnissen und von der jeweiligen Industrie ab. Das sind die größten Unterschiede zwischen RFID und Barcode Um die richtige Wahl zu treffen, musst du zunächst die Unterschiede zwischen den beiden Systemen kennen. Während der klassische Barcode auf optischer Erkennung basiert, nutzt RFID (Radio Frequency Identification) elektromagnetische Wellen. Das hat massive Auswirkungen auf deinen Arbeitsalltag.

    5 Min. LesezeitLesen
    Trennwände im Büro – ein „Muss“ für Unternehmen?
    Business
    Trennwände im Büro – ein „Muss“ für Unternehmen?

    Die Gestaltung moderner Arbeitsplätze hat sich in den letzten Jahren deutlich verändert. Offene Bürokonzepte, flexible Arbeitsplätze und hybride Arbeitsmodelle prägen den Alltag vieler Unternehmen. Gleichzeitig wächst der Bedarf nach Struktur, Privatsphäre und funktionalen Lösungen, die den unterschiedlichen Anforderungen gerecht werden. In diesem Spannungsfeld bieten Trennwände im Büro die Möglichkeit, Räume flexibel zu gestalten, ohne auf die Vorteile offener Arbeitsumgebungen verzichten zu müssen. Ob als Sichtschutz, zur Schalldämmung oder zur klaren Strukturierung von Arbeitsbereichen – Trennwände erfüllen mehrere Funktionen gleichzeitig. Dabei stellt sich die Frage, ob sie inzwischen zur Standardausstattung moderner Büros gehören oder eher als ergänzendes Element zu betrachten sind. Die folgenden Abschnitte gehen dieser Überlegung noch ein wenig genauer auf den Grund. Materialien und Gestaltungsmöglichkeiten im Überblick

    6 Min. LesezeitLesen
    Unfallrisiken im Betrieb – so schützen Unternehmen ihre Mitarbeiter
    Arbeitsleben
    Unfallrisiken im Betrieb – so schützen Unternehmen ihre Mitarbeiter

    Arbeitssicherheit ist ein Erfolgsfaktor. Sie schützt die Gesundheit der Mitarbeiter, stabilisiert Abläufe und senkt Ausfallzeiten sowie Kosten. Wer Unfallrisiken im Betrieb früh erkennt und systematisch bewertet, verbessert den Schutz im Arbeitsalltag. Das ist gesetzlich vorgeschrieben und wirtschaftlich sinnvoll. Gerade bei hoher Belastung, knapper Personaldecke und wachsendem Dokumentationsaufwand wird ein gut organisierter Mitarbeiterschutz für viele Unternehmen immer wichtiger. Arbeitsschutz entscheidet über Stabilität im Betrieb Arbeitgeber müssen dafür sorgen, dass Mitarbeiter ihre Arbeit sicher und ohne vermeidbare Gesundheitsrisiken ausüben können. Das Arbeitsschutzgesetz verpflichtet Unternehmen, Gefahren am Arbeitsplatz zu erkennen, passende Maßnahmen festzulegen, deren Wirkung zu prüfen und die Ergebnisse nachvollziehbar zu dokumentieren.

    8 Min. LesezeitLesen
    Zur Startseite