Von einer Journalistin und Sängerin zu einer Führungskraft in der Finanzbranche – im Gespräch mit Denada Bare Rauch

Wie ist es Ihnen gelungen, sich langfristig als erfolgreiche Geschäftsfrau zu etablieren?
Denada Bare Rauch: Ich würde sagen, dass meine Reise in die Geschäftswelt nicht einfach, aber dennoch voller schöner Herausforderungen war. Es gab viele Abenteuer und Lektionen, die mich wachsen ließen und mich zu dem gemacht haben der ich heute bin. Um anderen Frauen in der Geschäftswelt oder Frauen, die in die Geschäftswelt einsteigen wollen, zu helfen und sie zu motivieren, würde ich gerne einige Erfolgstipps aus meiner eigenen Erfahrung weitergeben, die mir geholfen haben, auf meinem Weg in der von Männern dominierten Geschäftswelt zu wachsen. Ich glaube wirklich, dass einige Eigenschaften erfolgreicher Frauen in der Geschäftswelt angeboren sind, aber einige erfordern harte Arbeit und Hingabe, um sie vollständig zu erlernen. Um eine erfolgreiche Führungskraft zu werden, ist es wichtig, sich vor Augen zu halten, dass der Weg zum Erfolg nicht einfach sein wird, aber am Ende wird er sich lohnen und Ihnen die Aura einer „Boss Lady“ verleihen:
„Konzentriert euch auf eure Leidenschaft, verfolgt Projekte und gründet ein Unternehmen, das eure Leidenschaften widerspiegelt!“
Es ist immer wichtig, sich daran zu erinnern, dass man das, was man tut, lieben muss, um erfolgreich zu sein. Findet einen Weg, eure Leidenschaft in ein nützliches Werkzeug zu verwandeln, das eure Arbeit hervorhebt und euch von anderen in eurem Bereich abhebt. In der Geschäftswelt wird es immer Schwierigkeiten geben, daher müsst ihr leidenschaftlich sein, um Hindernisse zu überwinden. Unabhängig davon, was euer Geschäft ist – wenn ihr keine Leidenschaft für das Projekt habt, wird es gewöhnlich werden.
„Geht ein Risiko ein!“
Seit mutig, geht Risiken ein, die ihr normalerweise vielleicht nicht eingehen würdet. Wenn ihr wisst, was ihr wollt, dann wagt den Sprung und folgt eurer Leidenschaft. Wenn ihr in einer Sackgasse festsitzt und nicht dem folgt, was ihr wirklich wollt, sucht euch einen neuen Job. Erfolgreich zu sein bedeutet, dass ihr einige schwierige Entscheidungen treffen und einige mutige Schritte unternehmen müsst, um euch wirklich von der Masse abzuheben. Das Risiko ist in der Regel die Belohnung wert.
Seit euer eigener Fürsprecher und setzt euch für das ein, woran ihr glaubt!
Denada Bare Rauch: Forbes hat gesagt: „Selbstbehauptung ist eine erlernte Fähigkeit“, und das ist sie auch! Die meisten Frauen wachen nicht eines Tages auf und sagen: „Heute ist der Tag, an dem ich für mich kämpfe!“ Sich für sich selbst oder sein Unternehmen einzusetzen, kann in einer Welt voller Pessimisten besonders schwierig sein, aber eine starke, entschlossene Stimme sollte geschätzt werden. Lobbyarbeit ist ein Marathon, kein Sprint. Ich habe mich nicht beirren lassen und so jedes Treffen oder jede Interaktion immer als eine Gelegenheit gesehen.
„Geduld muss gelernt sein!“
Ich habe gelernt, dass man nicht an der Spitze anfängt, man muss sich dorthin vorarbeiten. Seht jeden Job und jede Aufgabe als Lernmöglichkeit und stellt sicher, dass ihr das Beste daraus macht. Versteht, dass alles seine Zeit braucht, und nehmt euch diese Zeit, um zu lernen und zu wachsen, damit ihr, wenn eure Zeit gekommen ist, bestens vorbereitet seid, um erfolgreich zu sein. Warren Buffet wurde zum Multimilliardär, indem er über Jahrzehnte hinweg Aktien großer Unternehmen kaufte und hielt. Geduld ist eine erlernte Disziplin – je mehr wir sie üben, desto geduldiger werden wir. Um im Geschäftsleben erfolgreich zu sein, müsst ihr bei Verhandlungen, in der Kommunikation und sogar bei der Verwirklichung der gesteckten Ziele ruhig bleiben. Der Weg zum Erfolg ist zwangsläufig mit einigen Hürden und Herausforderungen verbunden, aber er wird euch zu großartigen Ergebnissen führen, wenn ihr euer Ziel nicht aus den Augen verliert. Nehmt das Feedback zur Kenntnis und filtert dann den Lärm heraus, und was immer ihr tut – gebt nicht auf!
Sie waren bereits in verschiedensten Branchen tätig. Wie hat Ihre Karriere damals in Albanien begonnen?
Denada Bare Rauch: In meinem Heimatland Albanien hatte ich mir in meinen jungen Jahren ein gutes Image und einen guten Namen gemacht und war als Kunst- und Kulturjournalistin bekannt. Ich arbeitete beim nationalen Radiofernsehen, nachdem ich mein Dirigierstudium für klassische Musik abgeschlossen hatte und war als Popmusikkünstlerin bekannt. Ich schrieb meine eigenen Texte und trat bei vielen Gesangswettbewerben, Festivals und auf Bühnen in meinem Land und im Ausland auf. Tatsächlich erinnere ich mich mit sehr gerne an diese wunderbare Zeit. Es waren wahrscheinlich die schönsten Jahre meines Lebens, in denen ich wertvolle Erinnerungen und Emotionen sammeln konnte. Nach meinem Studienabschluss an der Kunstakademie in Tirana arbeitete ich als Programmredakteurin beim albanischen nationalen Radio und Fernsehen, dem damals einzigen Tempel der Fernsehmedien. Für mich war es ein Privileg, unter den bekanntesten Namen des albanischen Journalismus zu arbeiten. Während dieser Zeit arbeitete ich auch als Kunst- und Kulturredakteurin und Journalistin bei einer angesehenen Zeitung der damaligen Zeit, und genau zu diesem Zeitpunkt begann meine musikalische Karriere. In diesen Jahren habe ich die Liebe der Menschen überall in Albanien und in vielen anderen Ländern Europas erfahren dürfen – damals bin ich für die albanische Diaspora aufgetreten. Ich habe das Adrenalin und die Gefühle erlebt, die unsere typische mediterrane Seele und unser Geist am besten zu vermitteln wissen.
Denada Bare Rauch: Waren Sie bereits dort im Finanzwesen bzw. im Bankenbereich tätig? Und wie kamen Sie in diese Branche?
Nach dem Abschluss meiner ersten Kunsthochschule in Tirana, der Hauptstadt von Albanien, und nach einer erfolgreichen Karriere als Journalistin und als Künstlerin Albanien verlassen und bin zunächst nach Deutschland gegangen. Hier hatte ich den Traum mich in der westlichen Welt weiterzuentwickeln und zu verwirklichen. Damals wusste ich noch nicht, wie groß mein Traum sein würde. Ich wollte einfach nur die Welt entdecken, die sich mir jenseits der begrenzten Möglichkeiten und Grenzen meines kleinen Landes boten, das damals am Anfang einer neuen Ära stand – der Demokratie, nach einer langen Zeit unter der harten kommunistischen Diktatur. Ich war motiviert zu arbeiten, zu studieren und in mich selbst zu investieren, und habe diesen Traum weiterverfolgt: Bis ich heute Anteilseignerin und Teil des Finanzinstituts HR Bank in London/Großbritannien und einer der Hauptanteilseignerinnen der Positif Bank in Istanbul bin. Mein Weg war nicht einfach, und anfangs hatte ich große Mühe, meinen Platz in dieser Welt zu finden. Damals musste ich als Einwanderin bei null anfangen und sehr hart arbeiten, um mich und meine Fähigkeiten zu bestätigen. Ich war eine Journalistin und Künstlerin mit einem guten Namen und Ruf in Albanien, nun musste ich mich mit der Tatsache auseinandersetzen, dass ich nur ein unbekannter Fremder in einem großen fremden Land war. Ich versuchte, alles aus eigener Kraft, mit eigenen Methoden und auf ehrliche Weise zu erreichen – so begann meine Reise in eine große und unbekannte Welt. Ich begann, als Künstlerin in Deutschland und der Schweiz zu leben und zu arbeiten. Später, an einem bestimmten Punkt in meinem Leben, entschied ich mich, mein MBA-Studium in Wirtschaft und Management in der Schweiz zu beginnen. Dabei absolvierte ich drei Kurse in Wien und erhielt drei Diplome vom österreichischen Institut für Wirtschaft und Handel in Zusammenarbeit mit der österreichischen Handelskammer. Während der Jahre, in denen ich in Deutschland und der Schweiz gelebt habe und insbesondere während meines MBA-Studiums, bin ich mit der Geschäftswelt in Kontakt gekommen und habe viele Personen und Unternehmen kennengelernt. Ich war von der Dynamik der Geschäftswelt fasziniert, die in gewisser Weise Ähnlichkeiten mit der Kunstwelt aufweist, was die kreative Sichtweise, den Ehrgeiz und die Ziele betrifft.
In Albanien hatte ich also nichts mit der Finanzwelt und dem Bankwesen zu tun. Neben der Kunst, Kultur und dem Journalismus habe ich auch einige kleine geschäftliche Aktivitäten gestartet, um unser damaliges Familienunternehmen (einen Verlag) zu führen. Während meines Aufenthalts und Studiums in Europa kam ich zum ersten Mal mit der Finanzwelt und dem Bankwesen in Berührung, dort konnte ich viele Erfahrungen bei wichtigen Geschäftsveranstaltungen und Business-Meetings machen. Damals lernte ich eine sehr geschätzte und wichtige Geschäftsfrau und Bankerin kennen, die mir in meiner Finanzkarriere sehr geholfen hat und die heute meine Geschäftspartnerin, Kollegin und beste Freundin ist. Nach meinem MBA-Studium habe ich auch fast vier Jahre in Dubai und Abu Dhabi in der Finanzbranche gearbeitet, dort habe ich wirklich großartige Erfahrungen gemacht, die mich gestärkt und besser auf die Finanzwelt vorbereitet haben.
Warum haben Sie damals Ihre Heimat Albanien verlassen und aus welchen Gründen wurde genau Wien zu ihrer neuen Wahlheimat?
Denada Bare Rauch: Für mich war es eine logische und natürliche Entscheidung, nach vielen Jahren des Lebens, Arbeitens und Studierens im deutschsprachigen Raum und nach meiner Rückkehr aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, in die Hauptstadt der klassischen Musik zu ziehen. Wien ist eine schöne Stadt, die mehrmals zur Stadt mit der besten Lebensqualität gewählt wurde. Ich mag Wien wegen seines multikulturellen Umfelds, und habe herausgefunden, dass die Einstellung der Wiener zur Arbeit im Vergleich zu anderen Städten etwas entspannter ist. Das schafft ein schönes Gleichgewicht im Leben, das ich hier schätze und liebe. Außerdem ist Wien eine der grünsten Städte Europas, umgeben von üppigen Hügeln und schönen Landschaften. Es gibt viele Parks, die man erkunden kann, und Wanderwege innerhalb und außerhalb der Stadt, mit herrlichen Weinbergen und sanften Hügeln nur eine kurze Zugfahrt entfernt. Es ist ein großartiger Ausgangspunkt als Geschäftszentrum, aufgrund seiner geographischen Lage, im Zentrum Europas. Das kommt auch meinen geschäftlichen Aktivitäten zugute, da ich auch sehr oft geschäftlich in Nachbarländern wie Deutschland, Schweiz oder Luxemburg unterwegs bin. Diese günstige Lage macht Wien auch zu einem fantastischen Standort, um den europäischen Kontinent zu erkunden, denn viele wunderbare europäische Städte sind nur eine Bus- oder Zugfahrt entfernt.
Und zu guter Letzt würde ich sagen: Wer würde nicht gerne in einer Stadt mit diesem Ruf leben wollen? Die Stadt hat unglaubliche Museen und einige erstaunliche Musikstätten, einschließlich der weltberühmten Wiener Staatsoper, in der man jedes Jahr musikalische Aufführungen von Weltklasse erleben kann. Ein weiteres interessantes Merkmal sind die „Kaffeekultur“ und die Wiener Kaffeehäuser, die als Institutionen gelten. Sie werden sowohl von den Einheimischen als auch von den Touristen gleichermaßen geliebt, weil sie einen Raum bieten, um die Ereignisse des Tages in einer entspannten und gemütlichen Umgebung zu diskutieren. Im 19. Jahrhundert wurden sie von Intellektuellen, Künstlern und Philosophen frequentiert und sie haben den Ruf, kulturelle Zentren zu sein.
Mit welchen Herausforderungen und Umstellungen waren Sie zu Beginn Ihrer Karriere im neuen Land konfrontiert?
Denada Bare Rauch: Ich war noch sehr jung, als ich nach Europa zog, und soweit ich mich erinnere, war ich voller Energie, Optimismus und Neugier. Außerdem hatte ich den Ehrgeiz und war motiviert zu studieren, zu arbeiten, mich weiterzuentwickeln und in die neue europäische Mentalität zu integrieren. Die Hindernisse und Herausforderungen machten mir nichts aus, ich würde sagen, dass mich all das nur stärker gemacht hat. Ich kann mich heute an einige Schwierigkeiten erinnern, mit denen ich zu Beginn meines Umzugs nach Europa konfrontiert war. Ich nehme an, dass es sich dabei um die häufigsten Herausforderungen handelt, mit denen jeder konfrontiert wird, der in ein neues Land umzieht. Dafür könnte ich einige hilfreiche Tipps aus meiner persönlichen Erfahrung nennen:
Der Kulturschock kann durch alles Mögliche ausgelöst werden, aber die häufigsten Auslöser sind die Unterschiede in der Wohnsituation, im Essen, im Transportwesen und in den sozialen Umgangsformen. Die Sprachbarriere ist eines der häufigsten Probleme beim Umzug in ein anderes Land. Daher ist das Erlernen der Sprache ein Muss und eine Priorität, denn mangelnde Sprachkenntnisse sind immer eine Herausforderung, wenn man in ein neues Land oder eine neue Region zieht. Die Eingewöhnung ist eine weitere Herausforderung, denn es geht nicht nur darum, sich einzuleben, sondern auch darum, sich in die Dynamik der neuen Kultur, Umgebung und sogar des Arbeitsplatzes einzufügen. Die Sorge, sich anzupassen, ist ein weiteres häufiges Problem beim Umzug ins Ausland. Ihr müsst euch aktiv mit den Sitten und Gebräuchen vertraut machen und auf eure neue Tätigkeit vorbereiten. Das „New-Kid-Syndrom“ ist eine der größten Herausforderungen, mit denen viele Menschen konfrontiert sind, wenn sie ins Ausland ziehen, ich persönlich habe hart daran gearbeitet und es in beiderlei Hinsicht überwunden: Persönlich und beruflich, indem ich aufgeschlossen und geduldig war.
Es ist dasselbe Gefühl, wie wenn man ein Klassenzimmer voller unbekannter Gesichter betritt – und eine Gruppe von Kindern wirft mit Insider-Witzen und Slang um sich, den man nicht kennt. Das ist eine Situation, die wir alle schon einmal erlebt haben, sie ist einschüchternd und überwältigend zugleich. Niemand wird die Tür zu seinem neuen Zuhause im Ausland öffnen und sofort von Freunden fürs Leben begrüßt werden. Der beste Weg, dieses Gefühl zu überwinden, ist, tief durchzuatmen und sich darauf zu erinnern, warum man sich überhaupt für einen Umzug ins Ausland entschieden hat. Oh, und natürlich wieder Geduld. Am Ende werdet ihr sehen, dass die Achterbahnfahrt, die ihr erlebt, euch die besten Erfahrungen und Lektionen in eurem Leben bescheren werden.
Und denkt daran: Die Schwierigkeiten, die das Leben in einem fremden Land mit sich bringen, sind alle leicht zu überwinden, und keine von ihnen ist von Dauer.
Im Zweifelsfall solltet ihr euch an dieses schöne Zitat von George Carlin erinnern: „Jeder lächelt in der gleichen Sprache“.
Ich habe das Gleiche getan – ich habe gelächelt, von meinen Zielen geträumt und hart gearbeitet und das Leben hat zurückgelächelt!
BusinessDas Bauen mit Holz hat sich von einer traditionellen Nische zu einer treibenden Kraft im modernen Bauwesen entwickelt. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: Holz ist ein nachwachsender Rohstoff, der nicht nur ökologische Vorteile bietet, sondern auch eine hohe architektonische Flexibilität ermöglicht. Gleichzeitig erfordert der Holzbau jedoch ein grundlegend anderes Herangehen als der klassische Massivbau. Der Erfolg eines Holzbauprojekts entscheidet sich nämlich selten auf der Baustelle, sondern fast immer am Schreibtisch. Weil viele Bauteile exakt vorgefertigt werden, muss jedes Detail im Vorfeld stimmen. Wenn in der Planungsphase ungenau gearbeitet wird, führt das später unweigerlich zu Verzögerungen und höheren Kosten. Daher bildet eine akribische Vorbereitung das eigentliche Fundament für jedes Gebäude aus Holz. Zusätzlich rückt die Zusammenarbeit mit lokalen Partnern immer stärker in den Fokus. Wer auf regionale Netzwerke setzt, schafft nicht nur Sicherheit in der Umsetzung, sondern stärkt auch die Wirtschaftskreisläufe vor Ort.
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