News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
13. März 2023

Betrugsfälle häufen sich: Wie die Telekommunikationsbranche von KI-basierten Lösungen profitiert

Es ist eine brandaktuelle, perfide Masche, von der das Fachkommissariat „Cybercrime“ der Kriminalpolizei im bayerischen Traunstein jetzt berichtete: Die Angreifer haben es dabei auf Smartphone- und Smartwatch-User abgesehen. Die Betrüger haben dabei Männer und Frauen jeglichen Alters um stattliche Geldbeträge gebracht – zum Zeitpunkt der Meldung waren 13 Fälle mit einem Gesamtschaden von rund 100.000 Euro aktenkundig.

Phishing in einer neuen Gefahren-Dimension

Die Kriminellen nutzten nach den ersten Ermittlungen der Polizei eine bis dato eher unbekannte Sicherheitslücke beim Bezahlen mittels digitaler Bankkarte auf dem Smartphone oder der Smartwatch. Die Täter gelangten über eine Phishing-Seite an die sensiblen Bankdaten der Betroffenen. Um die digitale Kreditkarte noch für den missbräuchlichen Einsatz freizuschalten, kontaktierten die Kriminellen die Geschädigten per Telefon und gaben sich als Bankmitarbeiter aus. So überzeugten sie ihre Opfer, die wichtige TAN „herauszurücken“. Mit dieser Bestätigung erhielten die Betrüger dann Zugriff auf die Bankkarte und konnten diese dann mit ihrem eigenen Smartphone oder der Smartwatch nutzen – ohne PIN oder die Karte selbst in der Hand haben zu müssen.

Telekommunikationsfirmen als Opfer im Fokus

Das Beispiel aus Bayern ist leider kein Einzelfall. Die Cyberangriffe nehmen auch beim Telefonbetrug in Deutschland immer neue und gravierendere Dimensionen an. Die Telekommunikationsfirmen und ihre Kundinnen und Kunden stehen dabei – neben Banken oder Versicherungen, die ebenso viele häufige und sensible Informationen und Daten auf elektronischen Wegen mit ihren Kunden austauschen – besonders im Visier von Cyberkriminellen.

Die Betrugsfälle im Telekommunikationssektor reichen vom Betrug auf Netzwerkebene bis hin zu einem wachsenden Trend beim Finanzbetrug mit gestohlenen Identitäts- und Anmeldedaten-, beim Abonnementbetrug, bei Kontoübernahme oder beim SIM-Swapping.

Mobilfunkfirmen müssen die Schuld auch bei sich und ihrer IT suchen

Nicht nur die Kunden von Telekommunikationsfirmen werden, wie der Fall aus Traunstein zeigt, Opfer von Angriffen, sondern auch die Anbieter selbst. Die Schuld dafür liegt oft bei ihnen selbst – in Form einer meist völlig ungenügenden Risikoanalyse während des Onboardings neuer Kundinnen und Kunden. „Damit Kommunikationsdienstleister besser vorbereitet sind und eine wirksame Betrugsprävention sowie eine konsequente Verringerung der Zahlungsausfälle vornehmen können, müssen sie die Kreditwürdigkeit bei der Kundenakquise, aber auch während des Lebenszyklus eines Kunden viel intensiver als bisher berücksichtigen“, sagt Joao Faisca, Director Telecommunications und Risk & Fraud beim Softwareunternehmen INFORM, kürzlich in einem Interview.

Mobilfunkfirmen werden Banken immer ähnlicher

Ein weiterer zu berücksichtigender Faktor ist, dass Telekommunikationsbetreiber zunehmend Dienstleistungen anbieten, die den typischen Darlehensleistungen einer Bank entsprechen. Das gilt vor allem für den Kauf von Mobiltelefonen, Fernsehgeräten oder Spielkonsolen in stationären Mobilfunkgeschäften. Hier handelt es sich im Kern um Kreditgeschäfte, die einen hohen administrativen Aufwand etwa bei der Risikoprüfung zur Folge haben. Wer hier schludert und als Dienstleister ein Auge zudrückt in der Hoffnung auf den schnellen Vertragsschluss, handelt sich meist selbst Folgeprobleme ein.

Wichtig ist es, von Beginn an die Einstufung des Risikos zu ermitteln. Zusätzlich müssen Mobilfunkkunden überwacht und verdächtige Verhaltensweisen sofort gemeldet werden, um potenziell schädliche Fälle zu isolieren und den Kommunikationsdienstleister zu melden. „Nur wer verdächtige Verhaltensweisen sofort meldet, kann schädliche Fälle isolieren. Die Kommunikationsdienstleister stehen in der Pflicht, Betrug zu verhindern“, so Faisca weiter.

Gegen die immer stärker aufrüstenden Hacker scheinen viele Telekommunikationsanbieter nach Expertenschätzung noch schwach aufgestellt zu sein. Das liegt vor allem an der sehr heterogenen und damit angreifbaren IT- und IT-Sicherheitsarchitektur. Ein Sammelsurium hilft allerdings nicht gegen Angreifer, die immer gerissener vorgehen. Experten wie Faisca fordern daher eine holistische Strategie: „Betrug ist kein isoliertes Ereignis, sondern tritt immer in einem Ökosystem auf. Daher müssen alle Ereignisse, alle Akteure und Kanäle gleichzeitig und in Korrelation zueinander betrachtet werden.“

Angreifer mit den eigenen digitalen Waffen schlagen

Smarte Maschinen und Algorithmen leisten einen wesentlichen Beitrag beim Erkennen von Mustern und der entsprechenden Gegenwehr. Vereinfacht gesagt, geht es darum, die Angreiferinnen und Angreifer mit deren eigenen technologischen Waffen zu schlagen.

Softwareunternehmen wie INFORM setzen oftmals auf einen hybriden KI-Ansatz. Bei den Aachenern werden mit ihrer eigens entwickelten Betrugspräventionslösung „RiskShield“ daten- und wissensgetriebene Verfahren der künstlichen Intelligenz miteinander kombiniert. Machine-Learning-Algorithmen durchsuchen täglich riesige Datenmengen nach wiederkehrenden Korrelationen und Mustern, die auf kriminelles Verhalten hindeuten.

Teilen:
Weitere Artikel
Bestatter wählen: Worauf Angehörige und Vorsorgende in Nordhausen wirklich achten sollten – Interview mit dem Bestattungsinstitut Engelhardt
Verbraucher
Bestatter wählen: Worauf Angehörige und Vorsorgende in Nordhausen wirklich achten sollten – Interview mit dem Bestattungsinstitut Engelhardt

Ein professioneller Bestatter aus Nordhausen nimmt Angehörigen im Trauerfall organisatorische, rechtliche und finanzielle Last ab und sorgt für Klarheit in einer Ausnahmesituation. Wer den Tod eines nahen Menschen verkraften muss, steht innerhalb weniger Stunden vor Entscheidungen, für die im Alltag nie Raum war. Im folgenden Interview beantwortet das Team des Bestattungsinstituts Engelhardt aus Ellrich die wichtigsten Fragen rund um die Wahl des richtigen Bestatters und zeigt Ihnen, welche Rechte Sie als Hinterbliebene oft nicht kennen. Frage: Müssen Angehörige den vom Krankenhaus oder Pflegeheim empfohlenen Bestatter beauftragen? Nein, ausdrücklich nicht. Tritt ein Sterbefall in einem Krankenhaus, einem Pflegeheim oder im Zuge polizeilicher Maßnahmen ein, werden Ihnen als Angehörigen häufig konkrete Bestatter nahegelegt. Was viele nicht wissen: Es besteht keine Verpflichtung, einen vom Krankenhaus, von der Polizei oder vom Friedhof empfohlenen Anbieter zu beauftragen. Das Wahlrecht liegt bei Ihnen als Hinterbliebenen. Gerade in emotional belastenden Momenten ist es deshalb wichtig, sich diese Entscheidung bewusst zu nehmen und sie nicht aus reiner Zeitnot abzugeben.

4 Min. LesezeitLesen
Würdevoll Abschied nehmen: Worauf Angehörige bei der Auswahl eines Bestatters in Würzburg achten sollten
Verbraucher
Würdevoll Abschied nehmen: Worauf Angehörige bei der Auswahl eines Bestatters in Würzburg achten sollten

Wenn ein nahestehender Mensch stirbt, müssen Angehörige innerhalb weniger Stunden Entscheidungen treffen, mit denen sie sich zuvor nie auseinandergesetzt haben: Wer holt den Verstorbenen ab? Welche Bestattungsart kommt infrage? Welche Unterlagen werden benötigt? Genau in dieser Phase entscheidet die Wahl des richtigen Bestatters darüber, ob die nächsten Tage geordnet ablaufen oder im Chaos versinken. Wer im Raum Mainfranken sucht, findet mit der Flammersberger Bestattungshilfe einen lokal verankerten Ansprechpartner für vertrauensvolle Bestattungen in Würzburg, der organisatorische und emotionale Aufgaben gemeinsam mit den Angehörigen übernimmt. Im folgenden Interview beantwortet Christian Flammersberger die wichtigsten Fragen, die sich Hinterbliebene in dieser Situation stellen. „Die ersten Stunden sind entscheidend" – Christian Flammersberger im Gespräch Herr Flammersberger, was passiert in den ersten Stunden nach einem Todesfall?

4 Min. LesezeitLesen
Experten für Gebäudereinigung in München: Wie professionelle Dienstleister Unternehmen entlasten
Ratgeber
Experten für Gebäudereinigung in München: Wie professionelle Dienstleister Unternehmen entlasten

Professionelle Experten für Gebäudereinigung in München entlasten Unternehmen, indem sie Hygiene, Werterhalt und einen repräsentativen Auftritt durch strukturierte Abläufe, geschultes Personal und individuelle Reinigungskonzepte sicherstellen. Saubere Büros, gepflegte Hotelzimmer und repräsentative Eingangsbereiche entscheiden in einer Wirtschaftsmetropole wie München mit darüber, wie professionell ein Unternehmen wahrgenommen wird. Doch worauf sollten Entscheider achten, wenn Sie einen geeigneten Dienstleister suchen und warum lohnt es sich, gezielt auf Experten für Gebäudereinigung in München wie die Nexus Dienste GmbH zu setzen? Warum professionelle Gebäudereinigung in München mehr ist als Putzen

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite