Die Soziale Marktwirtschaft als alternatives Modell zur freien Marktwirtschaft

Als Soziale Marktwirtschaft bezeichnet man eine Wirtschaftsordnung, die auf der Grundlage des Kapitalismus, also der freien Marktwirtschaft beruht, dabei allerdings optimiert wurde. Dem Staat obliegt in diesem Fall die spezielle Aufgabe, immer dann durch Regeln und Gesetze einzugreifen, wenn das System zur sozialen Ungerechtigkeit neigt. Dadurch kommt es zur Kurskorrektur.
Die Soziale Marktwirtschaft ist die offizielle Bezeichnung für die Wirtschaftsordnung der Bundesrepublik Deutschland. Entwickelt wurde das Konzept bereits in den 1930er und 40er Jahren. Erst nach den Ereignissen des Zweiten Weltkriegs und der vorhergehenden Weltwirtschaftskrise wurde die Idee zum Leitmotiv auserkoren. Einen großen Anteil daran hatte der erste deutsche Wirtschaftsminister der BRD und spätere Kanzler Ludwig Erhard. Er übernahm das Konzept von Alfred Müller-Armack.
Es herrschen detaillierte Unterschiede zur freien Marktwirtschaft
Im Gegenzug zur sonst vorherrschenden freien Marktwirtschaft beschränkt diese Form die kapitalistischen Grundzüge in verschiedenen Aspekten. Dazu zählen:
- Der Staat greift in das wirtschaftliche Geschehen ein um soziale Ziele, wie Mutter- oder Kündigungsschutz, durchzusetzen.
- Privateigentum bleibt auch hier geschützt, „verpflichtet“ aber laut Theorie zu einer gewissen Sozialbindung. Das heißt, Enteignungen können vorgenommen werden, wenn Sie im Interesse des Gemeinwohls geschehen.
- Der Staat kann in die Gewerbefreiheit eingreifen und reguliert den Markt mittels Regeln und Gesetze, sobald er beispielsweise merkt, dass eine gewisse Gefahr besteht.
- Die Vertragsfreiheit ist eingeschränkt, dabei sollen im Speziellen die Rechte der Menschen geschützt werden, welche wirtschaftlich schwächer gestellt sind.
- Sobald Gesundheits- und Sicherheitsrisiken bestehen, kann der Staat ebenfalls in bestimmte Bereiche eingreifen.
Über die exakte Definition und begriffliche Abgrenzung wird dabei häufig diskutiert. Unter Experten gilt das deutsche Modell der Sozialen Marktwirtschaft dabei als Sonderform, die sich nicht hundertprozentig mit der Theorie deckt.
- Titelbild: Foto von Karolina Grabowska
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