Stammkapital – Einlagekapital einer GmbH

Stammkapital als Finanzierungsgrundlage

Das Stammkapital besteht aus Eigenkapital der Gesellschafter (Gesellschafter Definition). Es wird zum einen zur Finanzierung wie der Mittelbeschaffung und –rückzahlung und insgesamt für die Gestaltung der Zahlung- und Sicherungsbeziehungen im Unternehmen. Weiterhin wird das Stammkapital der GmbH (GmbH Definition) auch als Garantiekapital eingesetzt und hat damit Haftungsfunktion für Verbindlichkeiten gegenüber Dritten. Das heißt, GmbH oder auch UG (haftungsbeschränkt) haften mit ihrem Stammkapital, aber nicht darüber hinaus.

Das Stammkapital in der Bilanzierung

Gesellschaften mit beschränkter Haftung wie GmbH, Mini-GmbH oder UG (haftungsbeschränkt) sind laut Steuerrecht zur Bilanzierung (zur Definition Bilanz) verpflichtet. In diese Bilanzierung muss auch das Stammkapital mit einfließen. Dies geschieht in Form von gezeichnetem Kapital oder auch Nominalkapital. Buchhalterisch wird das Stammkapital als erster Posten auf der Passivseite der Bilanz eingetragen.

Benötigtes Stammkapital für die Gründung eines Unternehmens

Für die Gründung einer Gesellschaft werden unterschiedliche Stammkapitale benötigt: Eine GmbH benötigt nachweislich 25.000 Euro. Eine Aktiengesellschaft benötigt 50.000 Euro Stammkapital. Eine besondere Form der Gesellschaft ist die sogenannte Unternehmergesellschaft UG (haftungsbeschränkt), auch landläufig bekannt als Mini-GmbH oder ein 1Euro-GmbH. Hier muss zur Gründung nur 1 Euro Stammkapital vorliegen. Allerdings ist die UG (haftungsbeschränkt) dazu verpflichtet so lange 25 Prozent Ihres jährlichen Gewinnes in eine gesetzliche Rücklage einzuzahlen, bis 25.000 Euro Stammkapital vorhanden sind. Dann kann die UG (haftungsbeschränkt) in eine normale GmbH umfirmiert werden. Ob das passiert, steht den Gesellschaftern frei.

Unterschied zwischen Stammkapital und Stammeinlage

Stammkapital ist das gesamte Haftungskapital einer GmbH. Das heißt: Sollte das Unternehmen aus irgendwelchen Gründen scheitern und Schulden anhäufen, so muss der Unternehmer nur mit diesen 25.000 Euro haften. Die Stammeinlage ist der Anteil, den ein Gesellschafter in die GmbH herein bringt.

Beispiel: Angenommen, eine GmbH wird gegründet. Dann sind 25.000 Euro notwendig. Achim zahlt 10.000 Euro davon – seine Stammeinlage beträgt also 10.000 € und er hält 10.000 Anteile an der Firma, oder besser: Ihm gehören nun 45% Prozent. Mit diesen 10.000 Euro haftet er persönlich, wenn mal etwas schief geht. Dasselbe gilt für Dieter, der ebenfalls 10.000€ zahlt. Roman bezahlt 5000€, ihm gehören nun 10% der Firma. Dieter, Achim und Roman sind alle Gesellschafter mit unterschiedlichen Anteilen an der Firma.

Florian Weis

Teilen:
Weitere Artikel
Nachfolgekrise im Mittelstand: Warum immer mehr Betriebe vor dem Aus stehen
Aktuell
Nachfolgekrise im Mittelstand: Warum immer mehr Betriebe vor dem Aus stehen

Viele Verantwortliche in mittelständischen Unternehmen stehen vor einer Entscheidung, die sich nicht aufschieben lässt: Wer führt den Betrieb weiter, wenn der Inhaber ausscheidet? Laut KfW streben Eigentümer bis Ende 2029 im Jahresdurchschnitt rund 109.000 Unternehmensnachfolgen an. Zugleich planen oder erwägen Inhaber jährlich etwa 114.000 Geschäftsaufgaben. Beides sind hochgerechnete Absichten, keine bereits vollzogenen Übergaben oder Schließungen. Dass immer mehr Unternehmer in den Ruhestand gehen, erklärt allerdings nur einen Teil des Problems. Ein Betrieb kann seit Jahrzehnten am Markt etabliert sein und dennoch schwer einen Käufer finden – etwa weil Erträge, Kaufpreisvorstellungen und Investitionsbedarf nicht zusammenpassen. Damit stellt sich auch die Frage, welche Folgen ausbleibende Übergaben für Beschäftigte, Regionen und den Wirtschaftsstandort Deutschland haben. Mehr Stilllegungspläne als Nachfolgewünsche: Wie groß ist das Problem?

Lesen
Empathie und Struktur: Die stille Professionalität im Bestattungswesen
Ratgeber
Empathie und Struktur: Die stille Professionalität im Bestattungswesen

Wenn ein geliebter Mensch stirbt, gerät die gewohnte Welt aus den Fugen. Für die Angehörigen steht die Zeit für einen Moment still, während Schmerz, Leere und Ratlosigkeit den Alltag überlagern. Gleichzeitig verlangt genau dieser sensible Augenblick viele sachliche Entscheidungen. Formulare müssen ausgefüllt, Fristen beachtet und erste Schritte in die Wege geleitet werden. In diesem Spannungsfeld zwischen persönlicher Trauer und praktischen Notwendigkeiten übernimmt das Bestattungswesen eine zentrale Aufgabe. Mit Ruhe, Einfühlungsvermögen und einer verlässlichen Ordnung schaffen Bestatter in den ersten Stunden den nötigen Halt. Sie nehmen den Angehörigen die Last der Organisation von den Schultern, damit Raum bleibt für das, was jetzt wirklich zählt: ein würdevolles und persönliches Abschiednehmen.

4 Min. LesezeitLesen
Zwischen Anteilnahme und Arbeitsalltag: Ein Leitfaden für Trauerfälle im Team
Arbeitsleben
Zwischen Anteilnahme und Arbeitsalltag: Ein Leitfaden für Trauerfälle im Team

Der Tod eines nahen Menschen reißt Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Erleidet ein Mitarbeiter einen solchen Schicksalsschlag, bleibt diese Erschütterung nicht an der Bürotür stehen. Tiefe persönliche Trauer und die Anforderungen des Berufslebens treffen unvermittelt aufeinander. In diesem Moment geraten gewohnte Abläufe ins Wanken. Für Vorgesetzte entsteht eine Situation, auf die herkömmliche Management-Leitfäden selten vorbereiten. Es geht darum, Raum für Schmerz und Rückzug zu schaffen, während der Betrieb geordnet weiterlaufen muss. Gelebte Unternehmenskultur zeigt sich nicht in Erfolgsphasen, sondern im Umgang mit menschlichen Krisen. Echtes Verständnis, Verlässlichkeit und der Verzicht auf leere Floskeln geben Halt und beweisen, dass die Menschen hinter den Arbeitsergebnissen an erster Stelle stehen.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite