Marcel Lorenz liebt Kaffee – und hat genau deshalb Großes vor. Der Gründer des Start-ups Coffee Annan mit Firmensitzen in Berlin und Zürich will die bestehenden Machtverhältnisse am weltweiten Kaffeemarkt nicht länger hinnehmen, oder, um im Bild zu bleiben, runterschlucken. Gründer Lorenz will aktiv die Verhältnisse zum Besseren wenden: „Das meiste Geld bleibt dort, wo wir Kaffee konsumieren und nicht dort, wo Kaffee produziert wird. Das ist nicht richtig.“ Die Weltbank hat herausgefunden, dass 90 Prozent der Kaffee produzierenden Länder nach wie vor auf finanzielle Hilfe angewiesen sind. 99 Prozent des Kaffees werden laut „Coffee Development Report 2019“ als Rohmaterial in die Verbraucherländer importiert, weil das Rösten der Bohnen und damit die letzten Schritte auf dem Weg zum genussfertigen Produkt die höchste Marge versprechen. Doch das Rösten nimmt nur 20 Minuten in Anspruch – im Gegensatz zu neun bis zehn Monaten, die für den Anbau und die Verarbeitung des Kaffees in den Produktionsstaaten aufgewendet werden müssen.
300 Prozent höhere Wertschöpfung für die Menschen in den Anbauländern
Marcel Lorenz und sein Team wollen die Wertschöpfung wieder stärker in die Produktionsländer bringen und damit im Ursprungsland für neue Arbeitsplätze und mehr Wirtschaftswachstum sorgen. Lorenz: „Deshalb wird unser Kaffee im Ursprungsland geröstet.“ Was, nebenbei bemerkt, neben einer um 300 Prozent höheren Wertschöpfung, den ökologischen Fußabdruck der Kaffeeproduktion deutlich senkt.
„Spitzenkaffee mit echtem Impact – sozial und ökologisch“, so lautet das Ziel von Coffee Annan. Gestartet ist das Unternehmen im B2C-Markt. Doch schnell stellte Lorenz fest, dass der Markt hier stark übersättigt, beziehungsweise umkämpft ist. Als Reaktion darauf drehte er das Unternehmen praktisch um 180 Grad und beschloss, sich fortan auf B2B-Crowdshipping zu konzentrieren. Coffee Annan beliefert nun nicht mehr die Endkund:innen, sondern mittelständische Unternehmen und Konzerne im B2B-Geschäft.
Große Konzerne und aufstrebende Start-ups zählen zu den Kund:innen

Marcel Lorenz. „Spitzenkaffee mit echtem Impact – sozial und ökologisch“, so lautet das Ziel von Coffee Annan.
Nunmehr agiert Coffee Annan als nachhaltiger Vermittler zwischen Kaffeeproduzent:innen und Unternehmen, die in ihren Kantinen, Bistros und Cafés Kaffee an ihre Mitarbeiter:innen ausschenken. Der Impact in diesem Feld ist immens – denn nirgendwo trinken die Deutschen wohl so viel Cappuccino oder Espresso, wie bei der Arbeit. Auch Start-ups sind bereits Kunden. Verstärkt expandieren möchte das junge Kaffeeunternehmen künftig in Branchen mit vielen Filialunternehmen, wie etwa im Bankenbereich.
Das Marktpotenzial ist groß – ebenso wie der Kaffeedurst der Deutschen. Pro Kopf werden in Deutschland jedes Jahr durchschnittlich 169 Liter Kaffee konsumiert, meldet der Deutsche Kaffeeverband. Damit ist es eines der meistgetrunkenen Getränke in Deutschland – weit vor Bier.
Marcel Lorenz appelliert auf der Homepage seiner Firma direkt ans Gewissen der Kaffeetrinker:innen: „Wird an deinem Arbeitsplatz immer noch kolonialer Kaffee konsumiert?“ Seine alternative Lösung zu den klassischen Bezugsquellen: „In Zusammenarbeit mit Landwirt:innen, Genossenschaften und Röster:innen haben wir eine Plattform entwickelt, die Produzent:innen und Verbraucher:innen miteinander verbindet. Dazu gehören direkter Handel, transparente Preise und maximale Wertschöpfung in den Herkunftsländern.“
Das deutsch-schweizerische Kaffee-Start-up Coffee Annan etabliert sich bisweilen erfolgreich am Markt und Marcel Lorenz und sein Team sind auf dieser Reise ein gutes Stück vorangekommen. Doch auf dem Weg dahin haben Lorenz und sein Team auch Fehler gemacht und manches Lehrgeld bezahlt. Der Unternehmer: „Wir haben anfangs teilweise blauäugig große Firmen gepitched, mit viel Enthusiasmus, aber ohne schriftliche Corporate Governance, Konzepten gegen Lebensmittelbetrug oder einer umfassenden Gefahrenanalyse.“
Trotz der anfänglichen Fehler konnten sie ihre Corporate Governance verbessern, Konzepte gegen Lebensmittelbetrug entwickeln und umfassende Risikoanalysen durchführen. Lorenz ist sich der Herausforderungen bewusst, die die Kommunikation von Auswirkungen in der Anfangsphase mit sich bringt, und ist bereit, langfristig zu investieren: „Die größte Herausforderung sehe ich darin, den Impact in der Startphase zu kommunizieren. Impact kommt nicht über Nacht und braucht ein langfristiges Engagement. Gerade zu Beginn eines neuen Projekts hat ein Start-up noch keinen Impact, sondern nur Ideen zur Lösung globaler gesellschaftlicher Probleme.“ Glücklicherweise hat er nicht nur ein Händchen für Kaffee, sondern auch einen langen Atem, um sein Ziel zu erreichen.
- Titelbild: Foto von Chevanon Photography
BusinessWer in Bau, Planung oder Handwerk arbeitet, kennt das Bild: Zollstock, Lasermessgerät und eine handschriftliche Skizze gelten seit Jahrzehnten als Standardwerkzeuge bei der Bestandserfassung. Doch gerade bei komplexen Räumen, verwinkelten Gebäuden oder großen Außenanlagen stößt das klassische Aufmaß immer häufiger an Grenzen. Maße fehlen, Nachmessungen werden nötig, und Unsicherheiten tauchen oft erst auf, wenn die Planung schon fortgeschritten oder die Ausführung angelaufen ist. Immer mehr Betriebe setzen deshalb auf 3D-Scanner, um Bestandsdaten vollständig und digital zu erfassen und genau auf diesen Wandel hat sich Scanflow Solutions spezialisiert. Warum klassisches Aufmaß an seine Grenzen stößt Das manuelle Aufmaß ist in der Theorie einfach: Vor Ort messen, Werte notieren, im Büro übertragen. In der Praxis zeigen sich jedoch wiederkehrende Schwachstellen. Bei unregelmäßigen Grundrissen, schrägen Wänden oder technisch dicht belegten Räumen lassen sich relevante Maße leicht übersehen. Fehlt später ein Wert für die Planung, bedeutet das häufig einen zweiten Vor-Ort-Termin mit entsprechendem Zeit- und Kostenaufwand.
Guide'sIn Büros, Praxen, Verkaufsflächen und Eingangsbereichen prägt die Raumgestaltung maßgeblich, wie ein Standort genutzt wird und wie er auf Kunden, Patienten und Mitarbeitende wirkt. Glas kann dabei eine besondere Rolle spielen: Es trennt Bereiche, ohne Räume optisch zu verkleinern, lässt Tageslicht tief ins Gebäude und wirkt wertig, ohne aufdringlich zu sein. Die kurze Antwort auf die Frage, worauf Unternehmen bei Planung und Umsetzung achten sollten, lautet deshalb: Funktion schlägt Optik. Eine Glaslösung erfüllt ihre Aufgabe im Alltag nur dann zuverlässig, wenn Konstruktion, Ausführung und Einbausituation zur konkreten Nutzung passen und wenn Maße, Anschlüsse und Sicherheitsanforderungen früh mit einem Fachbetrieb geklärt werden. Dieser Beitrag ordnet die wesentlichen Überlegungen ein, bevor Unternehmen ein Glasbauteil neu planen, modernisieren oder reparieren lassen. Warum Glas im Gewerberaum mehr als Gestaltung ist Glas wird in gewerblichen Räumen häufig zuerst als gestalterisches Element wahrgenommen. Tatsächlich ist der Werkstoff vor allem eine funktionale Entscheidung. Eine Glastrennwand grenzt Arbeitsbereiche ab, ohne die Sichtachsen im Raum zu unterbrechen. Große Fensterflächen und verglaste Eingangsbereiche bringen Tageslicht in Zonen, die sonst künstlich beleuchtet werden müssten. Mattierte oder strukturierte Ausführungen schaffen Sichtschutz, wo Vertraulichkeit nötig ist, etwa in Besprechungs- oder Behandlungszimmern. Je nach Aufbau kann eine Verglasung auch die Geräuschübertragung dämpfen oder kaum, wenn die Konstruktion nicht dafür ausgelegt ist. Zudem lassen sich Glasflächen in der Regel unkompliziert reinigen, was in Praxen und stark frequentierten Empfangsbereichen ein praktischer Vorteil ist.
RatgeberWer eine Wohnung, ein Haus oder Geschäftsräume renovieren lässt, denkt meist zuerst an das sichtbare Ergebnis: glatte Wände, neue Oberflächen, eine durchdachte Raumaufteilung. Ob ein Vorhaben tatsächlich gelingt, entscheidet sich jedoch lange vor dem letzten Anstrich. Die Abstimmung der beteiligten Gewerke, ein nachvollziehbarer Ablauf und feste Ansprechpartner bestimmen maßgeblich, ob ein Projekt für Eigentümer planbar bleibt insbesondere dann, wenn Innenausbau, Trockenbau und Verputzarbeiten zusammenkommen. Dieses Porträt zeigt, wie ein regionaler Handwerksbetrieb diesen gebündelten Ansatz umsetzt, und benennt die Punkte, die Auftraggeber vor dem Projektstart klären sollten. Renovieren als Organisationsaufgabe Eine Renovierung ist selten eine einzelne Maßnahme. Wer etwa die Aufteilung einer Altbauwohnung verändern möchte, benötigt zunächst neue Wände im Trockenbau, anschließend Putz und Oberflächen, häufig ergänzt um weitere Arbeiten im Innenausbau. Jedes Gewerk baut auf dem vorherigen auf und jede Unklarheit an einer Schnittstelle wirkt sich auf das Gesamtergebnis aus.

