News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. Juli 2021

Emissionshandel: CO2-Emissionen in vielen Bundesländern weiter gesunken

Das geht aus dem neuen Bericht über die Treibhausgasemissionen der emissionshandelspflichtigen stationären Anlagen und im Luftverkehr für Deutschland im Jahr 2020 (VET-Bericht) hervor, den die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) jährlich herausbringt.

Im Bundesländer-Vergleich gab es die stärksten Rückgänge in Hamburg mit 39 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 26,6 und in Bremen mit 24,5 Prozent weniger als 2019. Schlusslichter sind Rheinland-Pfalz mit einem Anstieg um 1,9 Prozent und Berlin mit 4,0 Prozent mehr Emissionen im Vergleich zum Vorjahr.

Langfristiger Rückgang in fast allen Bundesländern

Der Europäischen Emissionshandel ist in mehrjährigen Handelsperioden organisiert. Seit dem Start der aktuellen Handelsperiode, die den Zeitraum 2013 bis 2020 umfasst, sanken die Gesamtemissionen der rund 1.820 erfassten deutschen Anlagen um 33 Prozent. Am stärksten war der Rückgang der Emissionen im Saarland mit 54 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 40,7 Prozent und in Nordrhein-Westfalen mit 37,4 Prozent. Das geringste Minus verzeichneten Schleswig-Holstein mit 6,3 und Rheinland-Pfalz mit 5,9 Prozent. In Hamburg stiegen die CO2-Emissionen der im Europäischen Emissionshandel erfassten Anlagen um 21,7 Prozent.

Zielvorgabe für 2030 bereits 2020 erreicht

Im starken Rückgang der Emissionen der deutschen Anlagen im EU-ETS spiegelt sich auch die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels im Jahr 2018 wider. Dadurch stiegen die Preise für CO2-Zertifikate stark an. Die Emissionen aller am EU-ETS teilnehmenden Anlagen (in den 27 EU Mitgliedstaaten und Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen) sanken 2020 in ähnlichem Maße wie in Deutschland: Nach Angaben der Europäischen Kommission gingen die Emissionen im Jahr 2020 um elf Prozent zurück und beliefen sich auf rund 1,33 Milliarden Tonnen CO2-Äq. Gegenüber 2005 sind die ETS-Emissionen europaweit um rund 43 Prozent und damit noch stärker zurückgegangen als in Deutschland mit etwa 38 Prozent. Das Europäische Klimaziel für die vom EU-ETS umfassten Bereiche – minus 21 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 2005 – wird damit deutlich übererfüllt. Jürgen Landgrebe, der Leiter des Fachbereichs V Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle, weist darauf hin, dass das aktuelle europäische Emissionsniveau bereits jetzt der geltenden Zielvorgabe für 2030 entspricht. Er plädiert für eine schnelle, weitere Absenkung der Emissionsobergrenzen im EU-ETS. So kann der Emissionshandel seine in den letzten Jahren wiedergewonnene Rolle als zentraler Eckpfeiler der europäischen Klimapolitik auch in dieser für den Klimaschutz entscheidenden Dekade wahrnehmen.

Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) ist das zentrale Klimaschutzinstrument zur Reduktion der CO2-Emissionen (genau genommen der CO2-Äquivalente) in der Europäischen Union. Der EU-ETS wurde 2005 eingeführt und umfasst Energieanlagen, Anlagen in der energieintensiven Industrie sowie seit 2012 auch den innereuropäischen Luftverkehr.

(ots)

Teilen:
Weitere Artikel
Unter der Oberfläche: Wie sich Geschäftsmodelle im Tiefbau strategisch wandeln
Business
Unter der Oberfläche: Wie sich Geschäftsmodelle im Tiefbau strategisch wandeln

Jedes erfolgreiche Bauprojekt beginnt im Verborgenen. Bevor Straßen den Verkehr leiten oder Gebäude in die Höhe wachsen, schafft der Tiefbau die notwendige Grundlage. Diese Branche bildet das wörtliche Fundament der modernen Infrastruktur. Doch die Zeiten, in denen es bei Erdarbeiten nur um den reinen Maschineneinsatz ging, gehören der Vergangenheit an. Der Markt verlangt heute nach deutlich mehr als der bloßen Ausführung von Bauplänen. Um langfristig wirtschaftlich erfolgreich zu bleiben, benötigen Bauunternehmen ein durchdachtes Geschäftsmodell. Wirtschaftlichkeit, neue technologische Entwicklungen und ökologische Vorgaben müssen dabei sinnvoll ineinandergreifen. Dieser Wandel rückt strategisches Denken in den Fokus einer traditionellen Branche.

4 Min. LesezeitLesen
Flexibilität auf vier Rädern: Der Pickup als multifunktionale Basis für Beruf und Freizeit
Innovation
Flexibilität auf vier Rädern: Der Pickup als multifunktionale Basis für Beruf und Freizeit

Die Arbeitswelt fordert heute ein hohes Maß an Flexibilität. Feste Büroräume treten in vielen Branchen in den Hintergrund, während ortsunabhängige Tätigkeiten an Bedeutung gewinnen. Diese Entwicklung verändert auch die Ansprüche an gewerbliche Fahrzeuge. Ein zeitgemäßer Firmenwagen muss mehr leisten, als lediglich Personen oder Material zu transportieren. Er wird zunehmend zu einem erweiterten Arbeitsplatz. Vor diesem Hintergrund rückt der Pickup in den Fokus. Einst als reines Nutzfahrzeug konzipiert, hat er sich zu einer durchdachten Mobilitätslösung entwickelt.

3 Min. LesezeitLesen
Werte mit Gewicht: Ein strategischer Leitfaden für das Geschäft mit Rohstoffen
Guide's
Werte mit Gewicht: Ein strategischer Leitfaden für das Geschäft mit Rohstoffen

Rohstoffe bilden das unsichtbare, aber unverzichtbare Fundament der weltweiten Wirtschaft. Ohne sie lässt sich weder eine moderne Maschine bauen noch ein Gebäude errichten. Klassische Finanzmärkte werden oft von der aktuellen Zinspolitik oder von schnellen Gewinnerwartungen angetrieben. Physische Güter hingegen folgen einer anderen, greifbareren Logik. Sie orientieren sich am tatsächlichen Bedarf der Menschen und der realen Produktion der Industrie. Das Geschäft mit diesen echten Werten bietet daher eine gute Möglichkeit, geschäftliche Vorhaben auf eine beständige Basis zu stellen. Man macht sich dadurch ein Stück weit unabhängiger von reinen Papierwerten oder den kurzfristigen Launen der Börse.

4 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite