Emissionshandel: CO2-Emissionen in vielen Bundesländern weiter gesunken

Das geht aus dem neuen Bericht über die Treibhausgasemissionen der emissionshandelspflichtigen stationären Anlagen und im Luftverkehr für Deutschland im Jahr 2020 (VET-Bericht) hervor, den die Deutsche Emissionshandelsstelle (DEHSt) im Umweltbundesamt (UBA) jährlich herausbringt.
Im Bundesländer-Vergleich gab es die stärksten Rückgänge in Hamburg mit 39 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 26,6 und in Bremen mit 24,5 Prozent weniger als 2019. Schlusslichter sind Rheinland-Pfalz mit einem Anstieg um 1,9 Prozent und Berlin mit 4,0 Prozent mehr Emissionen im Vergleich zum Vorjahr.
Langfristiger Rückgang in fast allen Bundesländern
Der Europäischen Emissionshandel ist in mehrjährigen Handelsperioden organisiert. Seit dem Start der aktuellen Handelsperiode, die den Zeitraum 2013 bis 2020 umfasst, sanken die Gesamtemissionen der rund 1.820 erfassten deutschen Anlagen um 33 Prozent. Am stärksten war der Rückgang der Emissionen im Saarland mit 54 Prozent, in Mecklenburg-Vorpommern mit 40,7 Prozent und in Nordrhein-Westfalen mit 37,4 Prozent. Das geringste Minus verzeichneten Schleswig-Holstein mit 6,3 und Rheinland-Pfalz mit 5,9 Prozent. In Hamburg stiegen die CO2-Emissionen der im Europäischen Emissionshandel erfassten Anlagen um 21,7 Prozent.
Zielvorgabe für 2030 bereits 2020 erreicht
Im starken Rückgang der Emissionen der deutschen Anlagen im EU-ETS spiegelt sich auch die erfolgreiche Reform des europäischen Emissionshandels im Jahr 2018 wider. Dadurch stiegen die Preise für CO2-Zertifikate stark an. Die Emissionen aller am EU-ETS teilnehmenden Anlagen (in den 27 EU Mitgliedstaaten und Großbritannien, Island, Liechtenstein, Norwegen) sanken 2020 in ähnlichem Maße wie in Deutschland: Nach Angaben der Europäischen Kommission gingen die Emissionen im Jahr 2020 um elf Prozent zurück und beliefen sich auf rund 1,33 Milliarden Tonnen CO2-Äq. Gegenüber 2005 sind die ETS-Emissionen europaweit um rund 43 Prozent und damit noch stärker zurückgegangen als in Deutschland mit etwa 38 Prozent. Das Europäische Klimaziel für die vom EU-ETS umfassten Bereiche – minus 21 Prozent im Jahr 2020 gegenüber 2005 – wird damit deutlich übererfüllt. Jürgen Landgrebe, der Leiter des Fachbereichs V Klimaschutz, Energie, Deutsche Emissionshandelsstelle, weist darauf hin, dass das aktuelle europäische Emissionsniveau bereits jetzt der geltenden Zielvorgabe für 2030 entspricht. Er plädiert für eine schnelle, weitere Absenkung der Emissionsobergrenzen im EU-ETS. So kann der Emissionshandel seine in den letzten Jahren wiedergewonnene Rolle als zentraler Eckpfeiler der europäischen Klimapolitik auch in dieser für den Klimaschutz entscheidenden Dekade wahrnehmen.
Der Europäische Emissionshandel (EU-ETS) ist das zentrale Klimaschutzinstrument zur Reduktion der CO2-Emissionen (genau genommen der CO2-Äquivalente) in der Europäischen Union. Der EU-ETS wurde 2005 eingeführt und umfasst Energieanlagen, Anlagen in der energieintensiven Industrie sowie seit 2012 auch den innereuropäischen Luftverkehr.
(ots)
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