IT & Software·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
8. September 2023

PwC-Experte: „Disruptive Kraft von KI wird bisherige Verwaltungsreformen in den Schatten stellen“

Künstliche Intelligenz (KI) birgt enormes Potential für den öffentlichen Sektor, wird bisher aber nur unzureichend genutzt. Derzeit werden vor allem Chatbots und Robotic Process Automation (RPA) zur Service- und Prozessautomatisierung eingesetzt. „Klar ist: Die disruptive Kraft von KI wird bisherige Verwaltungsreformen in den Schatten stellen. Jetzt gilt es, diesen Wandel proaktiv zu gestalten. Denn die Disruption durch KI kann zahlreiche Problemstellungen wie den Fachkräftemangel in der Branche lösen“, sagt Dr. Mario Walther, Partner bei PwC Deutschland und Experte für Digitalisierung in der Verwaltung. Es sei höchste Zeit, dass der öffentliche Dienst aktiv die Chancen von KI auslote, um einerseits den Mitarbeitenden in der Verwaltung die Arbeit zu erleichtern und andererseits in ganz praktischen Anwendungsfeldern Nutzen daraus zu ziehen – ob im Verkehrs- und Gesundheitswesen, bei Umwelt und Nachhaltigkeit, Steuern und Finanzen oder Arbeit und Sozialem. „Für all diese Felder lassen sich konkrete Anwendungsszenarien skizzieren, die einen direkten Einfluss auf die tägliche Arbeit in den Verwaltungen versprechen, auch unter Berücksichtigung der Nutzerperspektive und der regulativen Rahmenbedingungen“, sagt Walther.

Beispiel 1: ÖPNV bedarfsgerecht planen durch Bewegungsdaten in Echtzeit

Um die Mobilitätswende zu realisieren, soll der öffentliche Nahverkehr bestmöglich ausgebaut werden. Bisher dienen vor allem periodische Fahrgastzählungen als Grundlage, um den Bedarf zu ermitteln und hochzurechnen. Durch aktuelle Bewegungs- und Mobilitätsdaten der Bürgerinnen und Bürger, die DSGVO-konform erhoben werden, kann eine KI in Echtzeit die Bewegungspfade von Menschenmengen, Mobilitätsarten, Trends und Anomalien erkennen. Dank dieser Daten können Stadtverwaltung und Nahverkehrsanbieter das ÖPNV-Angebot gezielt an den Bedarf der Bevölkerung anpassen, sodass der Individualverkehr reduziert werden kann.

Beispiel 2: Zustand von Wäldern tracken und vorhersagen

Ein Anwendungsszenario im Bereich Umwelt und Nachhaltigkeit ist ein KI-Monitoringsystem von Wäldern. Durch die Zunahme von Extremwetterereignissen wird das Monitoring von Wäldern und Baumbeständen immer wichtiger, denn auch die verursachten Schäden nehmen zu. Durch maschinelles Lernen lassen sich große Menge unstrukturierte Daten zu Baumbeständen analysieren, dadurch können beispielsweise Mitarbeitende in Umweltministerien und -behörden Aussagen über den Zustand des jeweiligen Waldes treffen. Neben dem Monitoring wird es möglich, den Einfluss zukünftiger Ereignisse besser vorherzusagen, sodass die Behörden frühzeitig Gegenmaßnahmen einleiten können.

Herausforderungen bei der Umsetzung

Auf dem Weg zur effizienten Nutzung von KI sind in der Praxis allerdings einige Steine aus dem Weg zu räumen, sagt Mai Lan Nguyen, Senior Managerin bei PwC Deutschland: „KI kann für den öffentlichen Dienst ein Meilenstein sein und zahlreiche Herausforderungen für Mitarbeitende lösen. Gleichzeitig muss ein umfassendes Verständnis über die Einsatzmöglichkeiten und konkrete Anwendung von KI-Systemen geschaffen werden.“ Denn die Erfahrung zeigt: Selbst wenn Behörden Anwendungsfälle identifiziert und für gut befunden haben, können KI-Projekte möglicherweise scheitern oder nicht zum gewünschten Erfolg führen. Zu den Ursachen zählen beispielsweise fehlende infrastrukturelle Rahmenbedingungen, unzureichende Akzeptanz oder mangelnde Kenntnisse der Mitarbeitenden. Deshalb ist es jetzt umso wichtiger, anhand greifbarer Beispiele erste Anwendungsfälle zu testen und Wissen über die Implementierung und Chancen von KI im öffentlichen Dienst zu etablieren.

Detaillierte Informationen zu den Anwendungsmöglichkeiten von KI in der Verwaltung lesen Sie in diesem Whitepaper: KI umsetzbar machen

Teilen:
Weitere Artikel
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab
Business
Gewerbe abmelden: So läuft die Abmeldung sauber ab

Ein Gewerbe abmelden zu müssen, wirkt auf den ersten Blick wie ein rein formaler Behördengang. In der Praxis entsteht der größte Fehler aber meist schon davor: Nicht jede Veränderung im Betrieb führt automatisch zu einer Gewerbeabmeldung. Entscheidend ist, ob der Gewerbebetrieb endgültig aufgegeben wird, ob sich die Rechtsform ändert oder nur Daten des Unternehmens angepasst werden müssen. Seit dem 1. November 2025 gilt außerdem bei der Verlegung in einen anderen Meldebezirk ein vereinfachtes Rückmeldeverfahren, das die Abläufe an einem wichtigen Punkt verändert hat. Gerade für kleinere Unternehmen, Einzelunternehmen und wachsende Betriebe mit mehreren Standorten ist diese Unterscheidung wichtig. Wer die falsche Anzeige wählt, riskiert Rückfragen der Behörde, unnötige Doppelwege oder im schlechtesten Fall eine verspätete Meldung. Deshalb lohnt sich ein Blick auf die Fälle, in denen eine Abmeldung tatsächlich erforderlich ist, und auf die Konstellationen, in denen stattdessen eine Gewerbeummeldung oder eine neue Gewerbeanmeldung vorzunehmen ist. Wann muss ein Gewerbe tatsächlich abgemeldet werden?

9 Min. LesezeitLesen
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird
IT & Software
Warum Object Storage für den Mittelstand zur Basis moderner IT wird

Object Storage rückt im Mittelstand aus einer Nische in das Zentrum der IT-Planung. Der Grund liegt nicht in einem kurzfristigen Trend, sondern in einer strukturellen Veränderung: Unternehmen speichern heute deutlich mehr unstrukturierte Daten, sichern mehr Systeme gleichzeitig und wollen Daten später auch für Analysen, Automatisierung und KI nutzen. Klassische Speicherkonzepte geraten dabei oft an Grenzen, weil sie auf Dateipfade, feste Hierarchien oder teure Primärspeicher angewiesen bleiben. Object Storage setzt an genau dieser Stelle an und schafft eine skalierbare Grundlage für moderne IT-Architekturen. Was Object Storage grundsätzlich anders macht Object Storage speichert Daten nicht als klassische Dateien in Ordnern und Unterordnern, sondern als eigenständige Objekte. Jedes Objekt enthält die eigentlichen Daten, Metadaten und eine eindeutige Kennung. Dadurch entsteht im Kern keine starre Verzeichnisstruktur, sondern ein flacher, sehr gut skalierbarer Datenraum, in dem Anwendungen Objekte über Schnittstellen wie HTTP, HTTPS und REST finden und abrufen können. Einige Plattformen ergänzen dieses Prinzip heute zwar um filesystem-nahe Funktionen wie hierarchische Namespaces oder NFS-Zugriff, die Grundlogik von Object Storage bleibt aber objektbasiert. Genau dieser technische Unterschied macht das Modell für den Mittelstand interessant, weil es mit wachsenden Datenmengen besser umgeht als viele traditionelle Ansätze. Bilder, Videos, Backups, Logdaten, E-Mails, Sensordaten oder Archivbestände lassen sich in großen Mengen verwalten, ohne dass bei jeder Erweiterung das gesamte Speicherkonzept neu gedacht werden muss. In der Praxis steht hinter Object Storage deshalb nicht nur ein weiterer Speicherort, sondern ein anderer Ansatz für den Umgang mit unstrukturierten Daten. Wer moderne Anwendungen, verteilte Standorte oder hybride Infrastrukturen betreibt, profitiert besonders davon, dass Metadaten sehr gezielt ausgewertet und Richtlinien automatisiert auf große Datenbestände angewendet werden können.

4 Min. LesezeitLesen
Beste Logostickerei für Firmen: Die Top-Anbieter im detaillierten Vergleich
Ratgeber
Beste Logostickerei für Firmen: Die Top-Anbieter im detaillierten Vergleich

Ein professionelles Erscheinungsbild ist für Unternehmen branchenübergreifend ein entscheidender Erfolgsfaktor. Einheitliche Berufsbekleidung stärkt nicht nur das Zusammengehörigkeitsgefühl der Mitarbeiter, sondern fungiert auch als sichtbare Visitenkarte nach außen. Wenn es um die Veredelung von Textilien geht, gilt die Logostickerei als die unangefochtene Königsdisziplin. Sie bietet eine edle Haptik, enorme Langlebigkeit und eine Waschbeständigkeit, die von herkömmlichen Druckverfahren kaum erreicht wird. Da der Markt für Textilveredelung stetig wächst, stehen Unternehmen oft vor der Herausforderung, einen verlässlichen Partner für ihr Vorhaben zu finden. Nicht jede Stickerei ist auf die komplexen Anforderungen von Geschäftskunden ausgerichtet. Wir haben verschiedene Dienstleister auf dem Markt untersucht und stellen Ihnen in der folgenden Übersicht empfehlenswerte Anbieter vor, die sich auf Logostickereien für Firmen spezialisiert haben. Dabei legen wir Wert auf eine sachliche Betrachtung der gebotenen Leistungen, der Produktionsbedingungen und der jeweiligen Alleinstellungsmerkmale. Empfehlenswerte Stickereien für den B2B-Bereich im Detail

9 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite