IT & Software·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
14. Juli 2023

Fachkräftemangel in der IT: Das können Unternehmen tun

Zum einen führt der demographische Wandel dazu, dass insgesamt mehr Arbeitnehmende in Rente gehen als junge Fachkräfte neu in den Arbeitsmarkt einsteigen. Zum anderen wächst und entwickelt sich der IT-Sektor seit Jahren so stark, dass bisweilen sehr spezifische Fähigkeiten gefragt sind. Nicht immer findet man auf Anhieb Mitarbeitende, die diese Fähigkeiten mitbringen und verfügbar sind. Zuletzt gibt es mittlerweile kaum noch Unternehmen, die im Zeitalter der Digitalisierung noch ohne IT-Sektor auskommen. Kurzum: Der Fachkräftemangel in der IT ist eine Herausforderung, die viele Firmen beschäftigt und mit dem es einen Umgang zu finden gilt. Glücklicherweise gibt es eine Reihe von Maßnahmen, die Unternehmen ergreifen können, um an dieser Stelle auf neue Lösungen hinzuarbeiten.

Dritte mit der Vermittlung beauftragen

Der Pool an Fachkräften ist – global gesehen – immer noch riesig. Doch wie schafft man es, die passende Person für eine Stelle zu finden, ohne ein hohes Maß an kostbarer Arbeitszeit zu investieren? Eine Möglichkeit ist es, ein Dienstleistungsunternehmen mit dieser Aufgabe zu betrauen. Diese haben oft einen großen Pool an qualifizierten Fachkräften, welche an die passenden Unternehmen vermittelt werden können. So entsteht eine Win-Win-Situation für beide Seiten: Die Mitarbeitenden müssen sich wenig mit der langwierigen Jobsuche beschäftigten, die Unternehmen haben weniger Verdienstausfall durch fehlende Fachkräfte.

In Aus- und Weiterbildungen investieren

Besonders für Aufgaben, die äußerst spezifische Fähigkeiten erfordern, lohnt es sich, firmeninterne Weiterbildungen anzubieten oder zu finanzieren. Nicht immer benötigt man neue Mitarbeitende von außen. Manchmal können auch Arbeitnehmer neue Aufgaben übernehmen, die bereits seit längerer Zeit im Unternehmen tätig sind. Das bringt Vorteile für beide Seiten mit sich. Diese Personen kennen bereits die Firmenstruktur und sind im besten Fall gut integriert. Auch die Arbeitnehmerbindung wird dadurch gestärkt: Mitarbeitende haben weniger Angst, durch neue, gut qualifizierte Personen ausgetauscht zu werden. Stattdessen erfahren sie, dass das Unternehmen an ihrer Entwicklung und Förderung interessiert ist.

Arbeitsbedingungen attraktiver gestalten

Vor allem in Bereichen, in denen der Konkurrenzkampf um qualifiziertes Personal hoch ist, sind gute Arbeitsbedingungen ein Muss. So haben viele Arbeitnehmer in den letzten Jahren die Vorteile des Home-Office zu schätzen gelernt. Natürlich bringt der Trend gleichermaßen Chancen und Probleme mit sich. Ein großes Plus ist jedoch die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familienleben sowie die Einsparung von Fahrtwegen. Vor allem im IT-Bereich, in dem den Fachkräften eine Vielzahl an Jobmöglichkeiten offenstehen, wird es daher immer schwieriger, auf feste Arbeitszeiten im Büro zu bestehen.

Das gleiche gilt für wettbewerbsfähige Gehälter. Das Gehalt ist in Deutschland zwar immer noch etwas, über das man selten spricht. Doch das ist gerade dabei, sich zu verändern. Dadurch, dass immer mehr Arbeitnehmer ihren Marktwert kennen, wird es kaum noch möglich sein, sie mit schlechten Gehältern abzuspeisen. Ein besonders wichtiger Faktor für die Fachkräftegewinnung ist zudem das Schaffen einer angenehmen Unternehmenskultur. Wir verbringen den Großteil des Tages auf und mit der Arbeit. Umso wichtiger ist es, sich in einem Arbeitsumfeld zu bewegen, in dem wir uns gerne aufhalten. Ruheräume im Büro, Events zur Teambildung oder freie Getränke und Snacks sind beispielsweise Aspekte, die dazu beitragen, dass das Personal gern zur Arbeit kommt. Auch andere Vorteile gehen damit einher: So führt ein angenehmes Arbeitsumfeld meist auch insgesamt zu einer besseren Gesundheit, weniger Fehltagen und höherer Produktivität.

Nachhaltigkeit als Erfolgsfaktor

Mittlerweile ist es für viele Fachkräfte nicht nur wichtig, dass es ihnen selbst auf der Arbeit gut geht. Viele legen auch großen Wert darauf, dass das Unternehmen, dem sie ihre Arbeitskraft zur Verfügung stellen, im Einklang mit den eigenen Werten agiert. Aus diesem Grund ist Nachhaltigkeit zu einem wichtigen Erfolgsfaktor auf der Suche nach Arbeitskräften geworden. Dafür könnten Unternehmen beispielsweise Wert darauf legen, überwiegend mit nachhaltigen Partnern zusammenzuarbeiten. Zusätzlich lässt sich ein umweltschonendes Handeln auch in die Unternehmenskultur einbauen:

  • vegane und vegetarische Alternativen in der Betriebsmensa
  • Energieeffizienzprogramme bezüglich Stromversorgung und Heizung
  • Maßnahmen zur Abfallreduzierung
  • wiederverwertbare Kaffeebecher
  • Fahrkarten für den ÖPNV

Auch die Möglichkeit, im Home-Office zu arbeiten, kann als eine Nachhaltigkeitsmaßnahme kommuniziert werden. Auf diese Weise werden nämlich die Fahrtwege gespart, die möglicherweise ansonsten mit dem Auto zurückgelegt werden. Indem Unternehmen also den Umweltschutz zu einem integralen Bestandteil ihrer Geschäftsstrategie machen und dies auch aktiv kommunizieren, entsteht ihnen ein Vorteil bei der Mitarbeitersuche. Sie werden zunehmend Fachkräfte anziehen, die auf der Suche nach einer sinnvollen und verantwortungsvollen Arbeit sind.

Bildquellen:
Teilen:
Weitere Artikel
Wie werde ich Sozialpädagoge? Wege in einen anspruchsvollen sozialen Beruf
Karriere
Wie werde ich Sozialpädagoge? Wege in einen anspruchsvollen sozialen Beruf

Wer Sozialpädagoge werden will, braucht in Deutschland in der Regel ein Studium. Der klassische Weg führt heute meist über Soziale Arbeit, Sozialpädagogik oder einen eng verwandten Studiengang an einer Hochschule. Dazu kommen Praxisphasen, häufig ein Anerkennungsjahr oder eine staatliche Anerkennung, je nachdem, wie die Hochschule den Studiengang aufgebaut hat und in welchem Bundesland der Berufseinstieg erfolgt. Eine einheitliche, bundesweit geregelte Sozialpädagogik-Ausbildung als klassischer Ausbildungsberuf ist dagegen nicht der typische Zugang. Damit beginnt die eigentliche Entscheidung aber erst. Denn die Frage, wie man Sozialpädagoge wird, lässt sich nicht allein mit dem Wort Studium beantworten. Wichtig ist auch, in welchem Bereich später gearbeitet werden soll, etwa mit Kindern und Jugendlichen, in der Familienhilfe, an Schulen, in der Jugendhilfe, in der Beratungsarbeit oder im Feld von Menschen mit Behinderung. Wer diese Unterschiede früh versteht, trifft die bessere Studienwahl und vermeidet Umwege. Wie wird man Sozialpädagoge in Deutschland?

Lesen
Wertschutz im Unternehmen: Strategien für die sichere Verwahrung von Wertgegenständen, Dokumenten und Daten
Business
Wertschutz im Unternehmen: Strategien für die sichere Verwahrung von Wertgegenständen, Dokumenten und Daten

Einbruchdiebstähle verursachen jedes Jahr hohe Verluste in Unternehmen – insbesondere durch den Verlust von Bargeld, Technik und sensiblen Unterlagen. Laut dem Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft entstehen dabei regelmäßig Schäden in Millionenhöhe, was die wirtschaftliche Relevanz unzureichender Sicherungsmaßnahmen deutlich macht. Genau hier setzt die sichere Aufbewahrung im Tresor an: Sie schützt zentrale Unternehmenswerte zuverlässig vor Diebstahl, unbefugtem Zugriff und anderen Risiken. Die Sicherheitslücken im modernen Büroalltag Trotz fortschreitender Digitalisierung bleiben physische Assets wie notarielle Verträge, Prototypen oder Offline-Backups unverzichtbar. Eine Lagerung in herkömmlichen Büromöbeln ist nicht nur grob fahrlässig, sondern gefährdet auch den Versicherungsschutz.

Lesen
Wie werde ich Berufsschullehrer? Studium, Voraussetzungen und Wege in den Schuldienst
Karriere
Wie werde ich Berufsschullehrer? Studium, Voraussetzungen und Wege in den Schuldienst

Wer Berufsschullehrer werden möchte, wählt einen Berufsweg mit besonderer Nähe zur Praxis. Anders als an vielen allgemeinbildenden Schulen geht es hier nicht nur um Fachwissen und Unterricht, sondern auch um den Bezug zur Arbeitswelt, zu Betrieben und zu ganz unterschiedlichen Bildungswegen. Der klassische Weg führt in der Regel über ein Studium für das Lehramt an beruflichen Schulen, anschließend in den Vorbereitungsdienst und danach in den Schuldienst. Je nach Bundesland, Fachrichtung und Vorbildung gibt es daneben weitere Möglichkeiten, etwa über den Seiteneinstieg. Wer sich für das Berufsschullehramt interessiert, sollte deshalb früh unterscheiden: Welche Schularten kommen infrage? Welche Fachrichtung passt? Und führt der eigene Weg über ein reguläres Lehramtsstudium oder über einen späteren Einstieg mit beruflicher oder akademischer Vorqualifikation? Genau diese Fragen entscheiden darüber, wie die Ausbildung aufgebaut ist und wie lang der Weg bis in das Klassenzimmer dauert. Was macht ein Berufsschullehrer im Alltag?

Lesen
Zur Startseite