News·
business-on.de Redaktion
business-on.de Redaktion
·
13. September 2023

Flaschengroßhandel: Neue Geschäftsmodelle im Zeitalter der Nachhaltigkeit

Egal ob Fruchtsaft, Mineralwasser, Bier, Wein oder zum Beispiel auch Soft Drinks und Milch: Wer in Deutschland Getränke kauft, hat häufig die Qual der Wahl – und das gilt nicht nur in Bezug auf die verschiedenen Sorten und Hersteller, sondern auch auf die verwendeten Behältnisse, in denen die Getränke ausgeliefert werden. Und genau hier hat sich in der jüngsten Vergangenheit so einiges getan, was sich unter anderem daran zeigt, dass es mittlerweile deutlich mehr Mehrwegflaschen aus Glas oder PET und immer weniger Einwegflaschen und Dosen aus Plastik und Aluminium zu kaufen gibt. Gut zu wissen: Bei PET handelt es sich um Polyethylenterephthalat, einem thermoplastischen Kunststoff, der sich vor allem durch seine verbesserte Wiederverwendbarkeit auszeichnet. Denn während Einwegflaschen nur einmal genutzt und dann recycelt werden, können PET-Mehrwegflaschen bis zu 25 Mal wiederverwendet werden. Noch umweltschonender sind jedoch Mehrwegflaschen aus Glas, da sich diese in der Regel sogar bis zu 50 Mal neu befüllen lassen, bevor sie wiederaufbereitet werden müssen.

Klimaneutralität im Flaschengroßhandel – ist das überhaupt möglich?

Das Thema Nachhaltigkeit spielt natürlich auch im Flaschengroßhandel eine immer wichtigere Rolle, um den Ausstoß des schädlichen Klimagases CO2 (Kohlenstoffdioxid) noch weiter senken zu können. Und das ist auch absolut notwendig, wenn man bedenkt, dass allein in Deutschland fast zwei Millionen Einweg-Plastikflaschen verbraucht werden – und zwar stündlich. Das sind mehr als 45 Millionen Flaschen pro Tag und sage und schreibe deutlich mehr als 16 Milliarden Stück pro Jahr. Gut zu wissen: Für die Herstellung des jährlichen Bedarfs an Einwegflaschen werden über 360.000 Tonnen Rohöl und sogenannte Erdgaskondensate benötigt, mit denen man stattdessen nahezu 300.000 Einfamilienhäuser ein ganzes Jahr lang beheizen könnte. Dementsprechend arbeitet die gesamte Branche seit geraumer Zeit mit Hochdruck an neuen Lösungsansätzen und Geschäftsmodellen, mit denen bereits schon in absehbarer Zeit eine vollständige Klimaneutralität erreicht werden soll.

Mehrweg ist das Zauberwort

Um klimaschonender und zugleich auch ressourcensparender arbeiten zu können, werden zum einen immer mehr Einweg- durch PET-Mehrwegflaschen ersetzt, da jede einzelne Wiederbefüllung die energieintensive Herstellung einer neuen Einwegflasche obsolet werden lässt. Zum anderen setzt die Branche verstärkt auf die regionale Neu- respektive Wiederbefüllung, um die Transportwege so kurz wie möglich halten zu können – denn je weniger LKWs zum Einsatz kommen, desto geringer sind auch die CO2-Emissionen. Zwar können Mehrwegflaschen aus Glas sogar noch häufiger neu befüllt werden – bis zu 50 Mal, wodurch viele weitere Einwegplastikflaschen ersetzt werden können – allerdings sind diese auch deutlich schwerer, was den Transportaufwand zum Teil deutlich erhöht. Durch den Fokus auf die regionale Wiederbefüllung kann dieser Mehraufwand jedoch zum Großteil ausgeglichen werden, sofern sich die Entfernung zwischen den Produktionsstandorten und den Wiederverkäufern (Supermärkte, Getränkegroßhandel etc.) auf nur wenige Kilometer beschränkt. Um diese Herangehensweise zu unterstützen, sollten Konsumenten optimalerweise noch mehr auf regional abgefüllte Getränke zurückgreifen.

Einwegflaschen aus Rezyklat: Greenwashing statt echter Nachhaltigkeit?

Seit geraumer Zeit setzen vor allem Einweg-orientierte Hersteller bei der Produktion neuer Flaschen auf Rezyklat, um die Herstellung komplett neuer Kunststoffe zu reduzieren. Gut zu wissen: Bei den sogenannten Rezyklaten handelt es sich einfach gesagt um wiederverwertete Kunststoffe aus Polyethylen und Polyethylenterephthalat. Doch was auf den ersten Blick nach einem grundsätzlich interessanten Modell klingt, entpuppt sich bei genauerer Betrachtung schlicht und einfach als Greenwashing – also der Vortäuschung falscher Tatsachen. Denn bei dem dafür notwendigen Recyclingprozess und den damit verbundenen und sehr aufwendigen Reinigungs-, Verarbeitungs- und Veredelungsprozessen muss insgesamt deutlich mehr Energie aufgewendet werden, als bei der Produktion neue Plastikflaschen. Darüber hinaus ist mit Rezyklaten keineswegs ein geschlossener Recyclingkreislauf möglich – den viele Hersteller trotzdem immer wieder gerne suggerieren – da bei den zahlreichen Prozessen signifikante Mengen an Material verloren gehen und durch neue Kunststoffe ersetzt werden.

Teilen:
Weitere Artikel
Patentanwältin in Heidenheim gesucht? Wie Unternehmen Erfindungen und Marken wirksam schützen
Verbraucher
Patentanwältin in Heidenheim gesucht? Wie Unternehmen Erfindungen und Marken wirksam schützen

Eine gute Idee allein ist noch kein Vermögenswert. Erst wenn Erfindungen, Markennamen oder Produktdesigns rechtlich abgesichert sind, lassen sie sich wirtschaftlich nutzen und im Zweifel auch verteidigen. Genau das ist die Aufgabe einer Patentanwältin in Heidenheim: Sie prüft, welches Schutzrecht zu einer Entwicklung passt, begleitet die Anmeldung beim zuständigen Amt und hilft, die Rechte im Streitfall durchzusetzen. Viele Gründer und mittelständische Unternehmen unterschätzen, wie schnell eine ungeschützte Entwicklung von Wettbewerbern aufgegriffen wird. Gewerblicher Rechtsschutz sorgt dafür, dass aus geistigem Eigentum ein echter Wettbewerbsvorteil entsteht. Warum gewerblicher Rechtsschutz für Unternehmen zum Wettbewerbsfaktor wird Für viele Unternehmen gehört das eigene Know-how zum wichtigsten Kapital überhaupt. Eine neue Technik, ein prägnanter Markenname oder eine eigenständige Produktgestaltung entstehen durch erhebliche Investitionen in Entwicklung und Marktpositionierung. Ohne rechtlichen Schutz lässt sich dieser Wert jedoch nur schwer verteidigen: Wettbewerber können erfolgreiche Produkte imitieren, ähnliche Namen nutzen oder Gestaltungen übernehmen.

6 Min. LesezeitLesen
Pflegeplatz organisieren neben dem Job: Was das Pflegezeitgesetz Angehörigen erlaubt
Verbraucher
Pflegeplatz organisieren neben dem Job: Was das Pflegezeitgesetz Angehörigen erlaubt

Wenn Mutter, Vater oder Partner plötzlich nicht mehr allein zurechtkommen, beginnt für berufstätige Angehörige oft eine Doppelbelastung: Pflegegrad beantragen, Heime vergleichen, Besichtigungstermine koordinieren und all das neben Dienstterminen und Abgabefristen. Was viele nicht wissen: Der Gesetzgeber hat für genau diese Konstellation Freistellungsrechte geschaffen, die Beschäftigten Zeit verschaffen, ohne den Job aufzugeben. Dieser Beitrag erklärt, welche Ansprüche das Pflegezeitgesetz und das Familienpflegezeitgesetz vorsehen und wie Angehörige die freigewordene Zeit für die Organisation eines Heimplatzes nutzen können.

6 Min. LesezeitLesen
Rollläden und Sonnenschutz aus einer Hand: Ein Fachbetrieb im Landkreis Ebersberg
Business
Rollläden und Sonnenschutz aus einer Hand: Ein Fachbetrieb im Landkreis Ebersberg

Rollläden und Sonnenschutzsysteme gehören zu den unterschätzten Komponenten eines Gebäudes. In der Bauphase stehen Dämmung, Fenster und Heiztechnik im Vordergrund dabei beeinflusst die Beschattung maßgeblich, wie angenehm und energieeffizient ein Haus im Alltag funktioniert. Angesichts steigender Energiekosten und immer heißerer Sommer rückt sie auch bei der Sanierung älterer Gebäude stärker in den Blick. Ein gut geplanter Rollladen hält im Sommer die Hitze draußen, reduziert in der kalten Jahreszeit Wärmeverluste über die Fensterflächen, schirmt gegen neugierige Blicke und Straßenlärm ab und erschwert unbefugten Zutritt. Markisen und Fensterbeschattungen ergänzen diesen Schutz und machen Terrassen, Balkone und Arbeitsräume auch bei starker Sonneneinstrahlung nutzbar. Damit aus den einzelnen Komponenten ein stimmiges Gesamtsystem wird, braucht es fachkundige Beratung und sorgfältige Montage. Genau diesem Zusammenspiel hat sich die Christoph Trenkler GmbH verschrieben, ein Fachbetrieb für Rollladen- und Sonnenschutztechnik im Landkreis Ebersberg östlich von München. Ein Fachbetrieb im Landkreis Ebersberg

6 Min. LesezeitLesen
Zur Startseite