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Wirtschaft

Alexander Hecking von lomee.de im Interview über Finanzberatung

In Deutschland haben Finanzberater einen eher schlechten Ruf. Wir haben deshalb mit Alexander Hecking von lomee.de über die Probleme der Branche gesprochen und ein paar Finanztipps eingeholt.

Alexander Hecking

Alexander, schön, mit Ihnen zu sprechen! Können Sie sich und lomee.de kurz vorstellen?

Gleichfalls! Gerne, mein Name ist Alexander Hecking. Ich bin 31 Jahre alt und bin als unabhängiger Finanzberater tätig. Mein Schwerpunkt ist die Altersvorsorgeberatung auf Honorarbasis.

Lomee ist ein Einzelunternehmen, das ich mit der Vision gegründet habe, Menschen bei Ihrer Altersvorsorge zu helfen. Dabei geht es mir vor allem um die Menschen, die sich nicht mit ihrer Altersvorsorge beschäftigen. Ich möchte einen Zugang zu diesen Menschen finden.

Die Idee ist, dass ich mich auf die Altersvorsorgeberatung von Angestellten konzentriere. Allerdings möchte ich den Angestellten keine betriebliche Altersvorsorge verkaufen, sondern eine Beratungsleistung auf Honorarbasis. Dafür habe ich die 34h Zertifizierung als Honorar Finanzanlagenberater gemacht. Die Kosten für meine Beratung übernimmt der Arbeitgeber. Dadurch kann meine Beratungsleistung als geldwerte Leistung von der Steuer abgesetzt werden. Der Arbeitnehmer bekommt eine individuelle Altersvorsorgeberatung und der Arbeitgeber spart aller Wahrscheinlichkeit nach Beiträge für die bAV, weil sich für die meisten Arbeitnehmer eine private Altersvorsorge mit ETFs mehr lohnt. Eine win-win-win Situation.

Wieso haben Sie sich dafür entschieden, als Finanzberater zu arbeiten?

Ich bin ein Quereinsteiger. Die Motivation für diese Unternehmung schlummert schon seit einigen Jahren in mir. 80 % der deutschen Aktienanleger erzielen im Durchschnitt ein schlechteres Ergebnis als der Dax. Diese Erkenntnis hat mich schon während meines Studiums umgetrieben.

Die Gründe sind fehlende Diversifizierung und zu hohe Kosten. Beides kann man auf fehlende Finanzbildung zurückführen. Die Anleger haben meist nur wenige Aktien in ihrem Portfolio und handeln zu viel. Das bedeutet, im Schnitt würden Anleger ein besseres Ergebnis erzielen, wenn sie einfach passiv in einen Aktienindex investieren würden.

Ich möchte dabei helfen, diese Wissenslücke zu schließen, um meinen Kunden den Weg in einen sorgenfreien Ruhestand zu ermöglichen.

Finanzberater haben bei vielen Menschen in Deutschland einen eher schlechten Ruf. Gerhard Schick, Grünen-Politiker und Gründungsmitglied und Vorstand der Bürgerbewegung Finanzwende, bezeichnete in einem Interview Finanzberater nicht als „Berater, sondern Verkäufer“. Können Sie diese Kritik an der Branche verstehen?

Die Kritik kann ich nicht nur verstehen, ich schließe mich ihr an. Ulrich Bosetti und Hartmut Walz haben ein Buch mit dem Titel “Beraten statt verraten” verfasst, bei dem es um die Interessenkonflikte von Finanzberaten geht.

Da sind wir wieder beim Thema Aufklärung. Die Versicherer profitieren von der Situation und schicken ihre eigenen Mitarbeiter in die Beratung anstatt meiner Erfahrung nach wissen die Leute nicht, dass es gravierende Unterschiede zwischen Finanzberatern, Versicherungsmaklers

Wie unterscheidet sie sich von anderen Finanzberatern?

Was in Deutschland als Finanzberatung deklariert wird, ist überwiegend Produktverkauf. Das ist kein Vorwurf an die Verkäufer, sondern Systemkritik. Wenn ein Berater ausschließlich auf Provisionsbasis arbeitet, dann besteht der Druck tatsächlich etwas zu verkaufen, ansonsten arbeitet der Verkäufer umsonst.

Wenn die Verkäufer tatsächlich passende Produkte im Angebot hätten, dann wäre die Situation nicht ideal, aber halb so schlimm. Die angebotenen Finanzprodukte sind aber oft alles andere als passend. Zum einen passt die Ertragserwartung nicht zum Lebensalter, das bedeutet, jungen Leuten werden Kapitallebensversicherungen und Rentenversicherungen mit einer sehr niedrigen Renditeerwartung verkauft. Zum anderen sind diese Produkte gewöhnlich mit hohen laufenden Kosten verbunden.

Die Honorarberatung erlaubt es mir, diese Produkte nicht verkaufen zu müssen. Stattdessen genieße ich das Privileg, meinen Kunden erklären zu können, wie sie ihr Geld eigenständig anlegen können. Es fühlt sich gut an, Menschen helfen zu können. Vor allem junge Menschen liegen mir am Herzen. Wenn ich einer Dreißigjährigen dabei helfen kann, ihr Geld eigenständig in ETFs mit 6 % Rendite statt ihrer Kapitallebensversicherung mit 1,2 % realer Rendite zu investieren, dann fühlt sich das einfach gut an.

Meiner Meinung nach sollte Finanzbildung ein Thema in der Schule sein. Es stimmt mich sehr froh zu sehen, dass die Start-up-Szene jungen Leuten das Investieren erleichtert. Start-ups wie Scalable Capital und Trade Republic machen den Einstieg einfach. In Kombination mit Ratgebern wie Finanzfluss oder Coaching Anbietern wie Madame Moneypenny und Lazy Investors habe ich die Hoffnung, dass junge Leute sich tatsächlich informieren und selbstständig um ihre Rente kümmern.

Welche Menschen kommen in der Regel mit Finanzfragen zu Ihnen und welche Probleme sind typisch?

Die typischen Kunden von Honorarberatern sind Männer mittleren Alters, die wissen wollen, wie sie ihr Portfolio optimieren können, um noch 0,5 % mehr Rendite im Jahr zu erwirtschaften.

Das sind nicht die Kunden, bei denen man etwas im Leben mit einer Beratung verändern kann. Mein Ziel ist es, junge Leute zwischen 25 – 35 zu beraten. In diesem Alter fangen viele an, sich mit dem Thema Altersvorsorge zu beschäftigen. Problematisch ist, dass die eine Gruppe das Thema lange vor sich her schiebt und die andere Gruppe einfach blind Verträge unterschreibt.

Es ist nunmal so, dass es gerade für jüngere Leute angenehmer ist, eine intransparente Provision über 30 Jahre zu bezahlen. Genau aus diesem Grund möchte ich, dass Arbeitgeber meine Beratungsleistung als Employee Benefit ihren Mitarbeitern zur Verfügung stellen.

Mit welchen Gesamtkosten müssen ihre Kunden vom Erstgespräch bis zum Abschluss etwa rechnen?

Das kommt auf den Beratungsumfang und die Kenntnisse des Kunden an. Das erste Gespräch ist immer kostenlos. Dadurch erhält der Kunde die Möglichkeit, herauszufinden, wie der Beratungsablauf ist. Nach dem Erstgespräch habe ich eine gute Vorstellung davon, was das Ziel des Kunden ist und kann ein individuelles Beratungsgespräch erstellen.

Es kommt auch vor, dass Leute nur einzelne Fragen haben, z. B. für wen sich eine Riester-Rente lohnt. In dem Fall helfen wir auch gerne kostenlos weiter. Wenn der Kunde allerdings wissen möchte, ob sich eine Riester-Rente für ihn lohnt, dann machen wir ein Beratungsangebot.

Vielen Dank für die ausführlichen Antworten und die interessanten Informationen.

Bildquellen:

  • Alexander Hecking: Lomee

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