Definition: Effizienz

Die Effizienz beschreibt, ob sich mit der jeweils gewählten Maßnahme das festgelegte Ziel auch erreichen lässt. Dabei ist die Effizienz ein mögliches Unterziel der Effektivität und stellt Input und Output der Wirtschaft in Relation. Gemeinsam beeinflussen die Effizienz und die Effektivität den Erfolg einer Unternehmung oder eines Produktes.

Inhaltsverzeichnis:

  1. Der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität
  2. Relevanz des Effizienzbegriffs in der Wirtschaft
  3. Worin besteht der Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität
  4. Mit welchen Verfahren lässt sich die Wirtschaftlichkeit ermitteln?
  5. Relevanz des Ökonomischen Prinzips
  6. Ausprägungen des ökonomischen Prinzips
  7. Wann arbeitet jemand effizient?
  8. Was ist ein effizientes Unternehmen?
  9. Beispiel Dienstleistung
  10. Beispiel Produkte
  11. Beispiel monetärer Gewinn

Die Effizienz kann in vielen Fällen mit der sogenannten Wirtschaftlichkeit verglichen werden. Hierbei sind nicht nur Input und Output gegenübergestellt, sondern auch Leistung zu Kosten. Dabei ist die Effizienz auch als eingebrachter Aufwand zu bezeichnen, mit dem ein bestimmtes Ziel in Bezug auf Vollständigkeit und Genauigkeit erledigt wird.

Der Unterschied zwischen Effizienz und Effektivität

Effizienz – die Dinge richtig tun
Effektivität – die richtigen Dinge tun

Es kann nicht immer offensichtlich zwischen Effektivität und Effizienz unterschieden werden. Zunächst muss im Unternehmen geklärt werden, was für die Erreichung der Ziele zu tun ist. Er danach folgt die Frage nach dem Wie. In der Statistik bezeichnet man die Effizienz beispielsweise als Wirksamkeit. In der Umweltökonomie stellt die Effizienz die Maßnahme dar, die mit den geringsten volkswirtschaftlichen Kosten einhergeht. Der Prozess kann auch als Kosteneffizienz bezeichnet werden. In der Produktion wiederum ist die Effizienz ein technisches Kriterium, nach dem sich verschiedene Güterbündel partiell ordnen lassen.

Den Unterschied von Effektivität und Effizienz kann man sich gut anhand eines Beispiels veranschaulichen. Nehmen wir an, ein Haus brennt. Zum Löschen stehen Wasser und Champagner bereit. Da beide Flüssigkeiten den Brand löschen, sind sie effektiv. Allerdings wäre der Champagner für die Erreichung des gleichen Ziels deutlich kostenintensiver als das Wasser. In diesem Fall wäre also das Wasser die effizientere Lösung. Wenn nur Champagner zur Verfügung steht, kann auch diese Lösung effizient sein. Das ist beispielsweise dann der Fall, wenn die Kosten für den Champagner geringer sind als die Kosten für den potenziellen Schaden.

Relevanz des Effizienzbegriffs in der Wirtschaft

Verwendet man den Effizienzbegriff im wirtschaftlichen Zusammenhang, geht es um die Beziehung zwischen Kosten und Nutzen. Knappe Ressourcen sollen mit so viel Gewinn genutzt werden wie möglich. Kurz gefasst lässt sich die Wirtschaftlichkeit auf diese einfache Formel herunterbrechen:

Wirtschaftlichkeit = Erreichter Erfolg / benötigter Mitteleinsatz

Dabei ist eine Unternehmung wirtschaftlich, sobald das Ergebnis der Rechnung größer ist als 1. In diesem Fall liegt ein Wertezuwachs vor. Ist das Ergebnis genau 1, arbeitet das Unternehmen kostendeckend. Ist das Ergebnis kleiner als 1, hat das Unternehmen einen Verlust erwirtschaftet.

Worin besteht der Unterschied zwischen Wirtschaftlichkeit und Rentabilität

Die Begriffe Wirtschaftlichkeit und Rentabilität werden mitunter synonym verwendet. Tatsächlich unterscheiden sie sich aber. Die Rentabilität ist nämlich das Verhältnis zwischen dem erzielten Gewinn und dem Kapitaleinsatz. Je mehr Gewinn pro zur Verfügung stehendem Kapital erwirtschaftet wurde, desto höher ist die Rentabilität. Je nachdem, auf welchen Kapitalanteil man den Wert bezieht, spricht man hier von Gesamt- oder Eigenkapitalrentabilität.

Die Wirtschaftlichkeit hingegen ist ein dimensionsloser Wert. Sie kann nicht nur in Beziehung zu den eingesetzten Werten, sondern auch in Beziehung zu den Arbeitsstunden, dem Materialbedarf und anderen Werten gesehen werden. Mitunter verwendet man statt Wirtschaftlichkeit auch den Begriff Ökonomie.

Mit welchen Verfahren lässt sich die Wirtschaftlichkeit ermitteln?

Bei der Ermittlung der Wirtschaftlichkeit verwendet man zwei Arten von Verfahren, statische und dynamische. Zu den wichtigsten gehören dabei die folgenden:

Statische Verfahren Dynamische Verfahren

  • Kostenvergleichsrechnung
  • Gewinnvergleichsrechnung
  • Amortisationsrechnung
  • Rentabilitätsrechnung • Annuitätenmethode
  • Kapitalwertmethode
  • Endwertmethode
  • Interner Zinsfuß
  • Marktzinsmethode

Relevanz des Ökonomischen Prinzips

Effizienz ist eine Forderung des ökonomischen Prinzips. Demnach sind Wirtschaftssubjekte wegen der Knappheit ihrer Mittel bestrebt, den Mitteleinsatz in Verhältnis zum Gewinn zu setzen und eine zweckrationale Nutzenmaximierung durchzuführen. Auf diese Weise soll dann auch der Gewinn maximiert werden.

Ausprägungen des ökonomischen Prinzips

Man unterscheidet drei Ausprägungen des ökonomischen Prinzips, das Minimalprinzip, das Maximalprinzip und das Extremumprinzip.

Minimalprinzip• Auch Sparsamkeitsprinzip, Haushaltsprinzip • Gegebenes Ziel mit möglichst wenigen Mitteln erreichen • Z. B. mit möglichst geringen Kosten eine Bahnstrecke von 350 km ausbauen
Maximalprinzip• Auch Ergiebigkeitsprinzip • Mit festen Mitteln möglichst großen Nutzen erzielen • Z. B. mit festem Budget Bahnstrecke mit möglichst kurzer Reisezeit bauen
Extremumprinzip• Optimales Verhältnis zwischen Mitteleinsatz und Nutzen • Input und Output variabel

Wann arbeitet jemand effizient?

Effizient arbeitet jemand, wenn er nicht nur das gewünschte Ziel seiner Arbeit erreicht, also der gewünschte Effekt einer Handlung zu beobachten ist, sondern dieser Effekt auch in möglichst wenig Zeit und mit geringem Ressourcenaufwand erreicht wurde.

Was ist ein effizientes Unternehmen?

Ein effizientes Unternehmen kann im wirtschaftlichen Sinne schnell und mit wenig Ressourcen seine Ziele erreichen, zum Beispiel Dienstleistungen oder Produkte bereit stellen oder monetären Gewinn erwirtschaften.

Beispiel Dienstleistung:

Ein Versand, der einen Gegenstand innerhalb von 14 Tagen liefern kann, ist effizienter, als ein Versand, der für denselben Gegenstand 30 Tage Lieferzeit benötigt.

Beispiel Produkte:

Ein Hersteller, das innerhalb eines Monates 5000 Schrauben produziert und dabei eine Tonne Stahl verbraucht, ist effizienter als ein Hersteller der:

  • Mehr Stahl für genauso viel Schrauben verbraucht
  • Mit dem selben Stahl weniger Schrauben herstellt
  • Oder mehr Zeit benötigt

Achtung: Das gilt natürlich nicht, wenn die Schrauben eine höhere Qualität aufweisen oder die monetäre Effizienz, zum Beispiel durch den höheren Absatz der Schrauben, höher ist.

Beispiel monetärer Gewinn:

Ein Unternehmen, das in seine Produktion oder Dienstleistungen 30.000€ investiert und damit 60.000€ in einem Jahr umsetzt, ist effizienter als ein Unternehmen, das:

  • weniger Umsatz mit derselben Investition erzielt
  • genauso viel Umsatz mit mehr Investitionen erzielt
  • genauso viel Umsatz in längerer Zeit erzielt

Achtung: Bei allen Beispielen muss natürlich darauf geachtet werden, dass sie kaum getrennt von einander betrachtet werden können. Für die Bestimmung der Effizienz können noch weitere Kategorien herangezogen werden, z.B. die Qualität des Produkts/der Dienstleistung oder die Effizienz des Absatzes.

Florian Weis

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